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Norwegentour 2009 - Bilder

Erstellt von Gorgo, 18.06.2009, 15:22 Uhr · 22 Antworten · 8.505 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Norwegentour 2009 - Bilder und Reisebericht

    #1
    Bezogen auf meinen Fred: Norwegen Anfang Juni 2009
    hier nun die ersten Bilder unserer Tour: http://picasaweb.google.de/Andkai78/Norwegentour2009#

    Einen ausführlichen Reisebericht wird es auch noch geben, dazu fehlt mir im Moment aber ein wenig die Zeit.

    Viel Spaß beim Bilder gucken.

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    uiuiui, viel zu schauen
    Ich gehe dann mal gugge

  3. Registriert seit
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    #3
    Zitat Zitat von Gorgo Beitrag anzeigen
    Bezogen auf meinen Fred: Norwegen Anfang Juni 2009
    hier nun die ersten Bilder unserer Tour: http://picasaweb.google.de/Andkai78/Norwegentour2009#

    Einen ausführlichen Reisebericht wird es auch noch geben, dazu fehlt mir im Moment aber ein wenig die Zeit.

    Viel Spaß beim Bilder gucken.
    Danke,
    Spaß gehabt . Lom, Dalsnibba, Geiranger, Trollstigen u. ein paar andere sofort erkannt, an einigen Bildern rätsel ich allerdings noch rum (die Bergstrecken im Schnee sehen alle so verflixt gleich aus ). Schöne Tour, das Anschauen hat Freude bereitet. Fehlen noch die Bilder von den Strecken, die ich mit Harley nicht befahren hätte .

    Grüße aus H
    Uli ('56 das erste Mal am Nordkap )

  4. Registriert seit
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    #4
    Ja, wenn ich die Bilder so sehe, will ich auch gleich wieder hin. 2008 ist schon so lange her.
    Schreib doch mal bei den Campingplätzen dazu (als Kommentare), wo diese waren. Da sind einige dabei, die mir spontan gefallen würden.

  5. Registriert seit
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    #5
    Erläuterung: Es haben ja zwei Reisen stattgefunden, einmal die Reise von Jürgen und Martin durch Deutschland, Dänemark und Schweden nach Norwegen und einmal die Reise von Jürgen, Martin, Dietmar und Andreas durch Norwegen. Um diese Reise soll es in diesem Reisebericht gehen. Es kann allerdings nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass auch zur Anreise über Schweden ein eigenständiger Reisebericht von Jürgen und Martin erscheint. Hoffen wir das Beste.

    Ich fange einfach mal an mit unserem kleinen Reisebericht und werde ihn dann tageweise ergänzen, so wie ich Zeit dafür finde:

    Die Vorgeschichte

    Im September 2008 wurde der Entschluss gefasst. Im Juni 2009 soll es nach Norwegen gehen, natürlich mit dem Motorrad. Schnell ist mir allerdings klar, dass ich diese Tour nicht allein fahren will. Einmal ist man zu mehreren einfach besser aufgestellt, wenn es mal ein Problem gibt, andererseits stelle ich es mir auch ein wenig langweilig vor, allein zu reisen.

    Zu allererst wurde mein Kollege Dietmar gefragt. Der fährt ebenfalls Motorrad und wir wollten schon immer mal etwas zusammen unternehmen. Aber warum nicht noch ein paar nette Menschen mitnehmen? Also stelle ich Ende September 2008 einen entsprechenden Aufruf in das GS-Forum und in das Forum von netbiker.de. Ich bin gespannt, ob sich überhaupt jemand melden wird und wenn ja, wie viele Interessenten wohl zusammen kommen.
    Als Erster meldet sich Jürgen aus Solingen im GS-Forum. Er hat eigentlich eine Reise nach Schottland geplant, hat aber noch keine Mitfahrer gefunden. Kurze Zeit später melden sich zwei weitere Member des GS-Forum und bekundeten lebhaftes Interesse. Ich bin begeistert – und auf Grund der guten Resonanz bereits am überlegen, wie viele Mitfahrer es wohl maximal werden sollen. Allerdings bin ich auch sicher, dass von den ursprünglichen Interessenten in dem ¾ Jahr bis zum Start unserer Reise noch einige wieder abspringen werden.

    Auch Martin aus Stuttgart meldet sich im GS-Forum und hat Interesse. Ich beschließe ein eigenes Forum für die Tour einzurichten. Das soll den Vorteil haben, dass sich jeder den anderen möglichen Mitfahrern vorstellen kann und man sich also dort bereits ein wenig kennen lernen kann. Und dort sollen natürlich auch alle Details und Reisevorbereitungen, Packlisten, Tourdaten usw. gesammelt werden.

    Auch aus dem Netbiker-Forum gibt es drei erste, offensichtlich ernsthaftere Interessenten, die allerdings nach kurzer Zeit entweder nichts mehr von sich hören lassen, oder aus anderen Gründen nicht mitfahren können. Zwei weitere Interessenten springen im Januar ab. So langsam formt sich also unsere Gruppe, bestehend aus Dietmar, Jürgen, Martin und mir.
    Auch die Eckdaten der Reise standen im Januar so langsam fest. Wir werden am Freitag den 05.Juni starten und am 13. Juni wieder zurück kommen. Leider haben Dietmar und ich nicht mehr Urlaub zu dieser Zeit. Allerdings haben Martin und Jürgen noch einige Tage mehr Zeit und planen bereits eine Woche eher loszufahren und über Schweden anzureisen. Treffen werden wir uns dann alle Vier am 5.6. in Kap Lindesnes, dem norwegischen Südkap, wo wir für die erste Übernachtung auf norwegischem Boden eine Hütte vorbuchen.

    Aber auch sonst laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Unser Ziel ist das norwegische Fjordland, also die Gegend zwischen Kristiansand im Süden und Kristiansund im Norden. Neben den hervorragenden Karten von Google Maps will ich aber unbedingt auch brauchbare herkömmliche Karten mitnehmen. Also bestellte ich im Web zwei Karten im Maßstab 1:250000. Das ist zwar eine riesige Tapete, aber dafür ist auch nahezu jeder feldweg darauf. Hier wird nun die gesamte geplante Strecke eingezeichnet. Bekanntlich hat aber die GPS-Navigation auch den Motorradreisebereich längst erreicht. Es gibt inzwischen diverse geeignete Geräte unterschiedlicher Hersteller. Dietmar hat noch kein Navi für sein Motorrad. Jürgen, Martin und ich sind bereits mit solchen Geräten bestückt. Natürlich mit zwei unterschiedlichen Systemen. Zum Glück gibt es inzwischen aber Programme wie Route-Converter, so dass man die Planungen an unterschiedliche Geräte anpassen kann.


    Da in Norwegen überwiegend eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf Landstraßen gilt, steht von vorn herein fest, dass die Tagesetappen nicht zu lang werden dürfen, um auch schaffbar zu sein. Schließlich soll es eine gemütliche Reise und kein Power-Touring werden. Wir gehen davon aus, dass max. 350 km pro Tag stressfrei machbar sind. Nur so ist sicher gestellt, dass zwischendurch Zeit für Pausen, Einkäufe, Fotos und Besichtigungen ist. Vorteil ist um diese Jahreszeit im Norden, dass es von morgens um vier Uhr bis nach 23 Uhr abends hell ist. So hat man wirklich etwas vom Tag.
    Da wir uns ja noch nicht alle persönlich kennen, gibt es am 18. April ein erstes Treffen auf der Rasstätte Kirchheim an der A7. Dort wird noch einmal die Strecke und die Details der Reise besprochen und alle können sich beschnuppern. Martin und Jürgen hatten sich auch vorher bereits einmal getroffen. Hier wird auch beschlossen, entgegen der ersten Idee ausschließlich in Hütten zu übernachten, dennoch zwei 2-Mann Zelte mitzunehmen. Damit werden wir das Problem, eines schönen Abends doch keine Unterkunft zu finden zumindest minimieren. In Norwegen gilt das sogenannte Jedermannrecht und man kann überall auf öffentlichem Land sein Zelt für eine Nacht aufstellen. Am Ende des “Kennenlerntages” war allen klar, dass die Gruppe gut zueinader passt. Ich bin sicher, wir sind ein harmonisches Team und uns erwartet eine schöne gemeinsame Zeit.
    So langsam steigt die Spannung. Und Dietmars 1100 GS hat eine Woche vor dem Start immer noch keinen TÜV. Problem war nicht die Technik, sondern die AU. Inzwischen ist die BMW neu eingestellt und Dietmar muss nur noch Zeit finden, sich damit beim TÜV vorzustellen.

    Tag 1 – Anreise nach Norwegen

    Um 3:30 Uhr klingelt unbarmherzig der Wecker und obwohl ich Frühaufsteher bin, fällt es mir zu dieser frühen Stunde doch schwer, aus den Federn zu kommen. Aber es hilft nichts, in einer Stunde bin ich mit Dietmar 50 km nördlich von meinem Heimatort Peine entfernt auf einem Parkplatz an der A7 verabredet. Die GS steht seit dem Vorabend fertig gepackt in der Garage. Also Morgentoilette, Motorradklamotten an, schnell einen Kaffee und dazu eine Kleinigkeit zu essen und um Punkt 4:00 Uhr springt der Motor der BMW vor dem Haus an. Auf geht’s – ab nach Norwegen!
    Die Autobahn ist um diese Zeit angenehm frei und Dietmar ist nur wenige Minuten nach mir auch pünktlich am Treffpunkt auf dem Autobahnparkplatz. Er war schon auf der Autobahn, als ihm einfiel, dass er sein Handy vergessen hatte. Also umgedreht und wieder nach Hause, um dann dort festzustellen, dass das Handy doch in der Motorradjacke steckte. Reiseparanoia.
    Kurze Begrüßung und schon geht es weiter in Richtung Hamburg. Es ist zwar recht kühl, aber immerhin trocken – bis kurz vor Hamburg zumindest. Die Hansestadt liegt im Regen und der für uns einzige trockene Platz bleibt der Elbtunnel. In Schleswig-Holstein, an der Raststätte Brokenlande, legen wir unseren ersten Tankstop und eine kleine Frühstückspause ein. Nach Kaffee und Müsliriegel geht es aber bereits nach kurzer Pause mit vollem Tanks weiter in Richtung Dänemark. Schließlich müssen wir um 12:30 in Hirtshals die Fähre erreichen, also bleibt wenig Zeit für lange Pausen.





    Hier unsere Motorräder auf der Fähre. Gurte stehen ausreichend zur Verfügung. Vertäuen muss man sein Motorrad selbst.


    Ein weiterer Tankstop ist in Dänemark notwendig und einige Zeit später erreichen wir nach sieben Stunden Fahrt mit einer knappen Stunde Reserve den Fährhafen in Hirtshals. Das Schiff ist bereits da und wir werden bereits wenige Minuten nach unserer Ankunft abgefertigt. Als Erste fahren wir auf das riesige Fährschiff der Colorline, was uns bei der Ankunft in Kristiansand ebenfalls die Pole-Position garantiert. Die Überfahrt nach Norwegen ist sehr entspannt. Neben einem Mittagessen gibt es vor allem die üblichen netten Kontakte mit anderen Motorradfahrern an Bord: „woher?; wohin?; wie lange?“ So auch mit einem netten Herrn im Rentenalter, der allein mit seiner Honda Deauville unterwegs ist und den wir später in diesem Reisebericht noch ein paarmal wieder treffen werden. Nach der Ankunft in Kristiansand verlassen wir als erste das Schiff, fahren unkontrolliert durch den Zoll (Norwegen gehört nicht zur EU) und sind schnell aus dem zu diesem Zeitpunkt noch recht leeren Hafengebiet verschwunden. Wenn sich die Fähre erst völlig entleert hat ist hier schnell alles verstopft.


    Mit Martin und Jürgen haben wir uns westlich von Kristiansand, etwa 5 km entfernt, an einer Tankstelle verabredet. Nach der freudigen Begrüßung müssen Dietmar und ich erst einmal mit den Motorrädern an die Tanksäule, denn beide Tanks sind auf Reserve. Ursprünglich hatten wir in Hirtshals noch tanken wollen, hatten uns dann aber schnell im Bereich des Fähranlegers befunden und dann darauf verzichtet, noch einmal zurück zu fahren.




    Land in Sicht!



    Das erste Treffen an der Tankstelle bei Kristiansand

    Anschließend geht es nun zu Viert weiter in Richtung Cap Lindesnes, dem norwegischen Südcap, wo wir eine Hütte (norwegisch Hytte) reserviert hatten. Natürlich haben wir die Strecke dorthin über kleine geschotterte Straßen geplant und die Fahrstrecke von knapp 100 km dauert etwa 2,5 Stunden, dafür haben wir an dieser Route jede Menge Spaß. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir Cap Lindesnes und beziehen unsere Hytte. Leider können wir den Abend im Freien nicht lange genießen, denn Hunderte von Gnitzen (http://de.wikipedia.org/wiki/Gnitzen) fallen dort über uns her. Auch die verschiedenen mitgebrachten Präparate gegen die Blutsauger helfen uns nur ein paar Minuten, dann gehen die Attacken wieder los. Geschafft von einem doch recht langen Tag verziehen wir uns nach einem guten Abendessen und einem Bier in unsere Hytte und genießen unsere erste Nacht in Norwegen.



    Fahrstrecke Tag 1: 775 km




    Schotterstrecken in Südnorwegen sind reichlich vorhanden und wesentlich unterhaltsamer als die großen Straßen mit Bussen und LKW zu teilen.


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    #6

    Tag 2 - Von Cap Lindesnes nach Lysebotn

    Nach dem Aufstehen ging der Kampf mit den stechenden Plagegeistern vom Vorabend weiter. Also Frühstück im Stehen, Motorräder packen und nichts wie weg. Weiter geht es über kleine und kleinste Straßen, meist direkt am Ufer der kleinen Fjorde an der Südküste entlang. Unterwegs gibt es beim nächsten Tanken ein zweites Frühstück, dann geht es weiter über Flekkefjord den Nordseeweg entlang nach Eigersund. Kurve auf Kurve und fantastische Höhendifferenzen kennzeichnen diese schöne schmale Straße. Eine absolut empfehlenswerte Strecke.




    Kurven ohne Ende - bergauf, bergab, alles was das Bikerherz begehrt.



    Und natürlich kleine und kleinste Straßen

    Nachdem wir in Eigersund unsere Vorräte aufgefüllt haben, entschließen wir uns weiter zu fahren und einen ruhigen Ort für eine Mittagspause zu suchen. Diesen finden wir nach einiger Zeit direkt oberhalb des Hellvik-Fjords auf einer wunderschönen grünen Wiese mit gelben Blumen, umgeben von riesigen Findlingen.
    Frisch gestärkt geht es weiter ins in Inland in Richtung Sirdal. Unser heutiges Tagesziel ist Lysebotn am Ende des Lysefjord. Natürlich führt uns auch hier unser Weg über kleinere Straßen. Grundsätzlich muss man sagen, dass die Straßen mit 3-stelligen Nummern oder ganz ohne Bezeichnung die einsamsten sind und am meisten Spaß machen. Es ist ausdrücklich zu empfehlen, die großen Fernstraßen mit E-Nummer möglichst zu meiden. Auf unserer Strecke treffen wir immer wieder an den Rändern weidende oder ruhende Schafe und Kühe auf der Fahrbahn an. Immer wenn Tierkot auf der Straße liegt, sollte man einen Gang herunter schalten und mit Tieren auf der Fahrbahn rechnen. Diese lassen sich meist kaum beeindrucken, trotten in Ruhe ein paar Schritte zur Seite, wenn man vorsichtig auf sie zu fährt.



    Auf der Straße lagernde Ziegen, Schafe oder Rinder sind keine Seltenheit.



    Tunnel gibt es ohne Ende und in allen nur vorstellbaren Zuständen.

    Auf dem Weg nach Sirdal bekommen wir auf der Passstraße (ca. 1000m über NN) immer wieder ein paar Regentropfen ab, aber von mehr Feuchtigkeit bleiben wir verschont. Dafür ist jetzt die Griffheizung in Betrieb, denn nach der Mittagspause in der warmen Sonne hatten wir nicht mit den hier herrschenden 5° C gerechnet. In Sirdal beginnt der Lysevegen hinunter nach Lysebotn. Rechts und links von der Straße finden wir Schneefelder vor und so beginnt eine großartige Strecke mit unzähligen Kurven und Kehren, von denen sich eine sogar in einem Tunnel befindet. Bei der Ausfahrt aus dem Tunnel sind wir erstaunt, wie warm und grün es im Tal ist.



    Der Lysevegen ist die markante Straße hinab nach Lysebotn. Schade, dass man nicht alle Kehren sieht.

    Lysebotn ist ein kleines Dorf mit Fähranleger und Campingplatz. Hierzu gehören auch mehrere Hütten und ein altes Gästehaus, „The White House“ . An der Rezeption fragen wir nach einer Hütte, müssen jedoch erfahren, dass keine mehr frei ist. Alternativ bietet man uns ein Zimmer im Gästehaus an, welches wir annehmen. Im Gästehaus befindet sich auch eine gemütliche Gemeinschaftsküche, wo wir nach und nach die anderen Bewohner des Gästehauses treffen und so einige interessante Bekanntschaften machen. Als erstes treffen wir auf ein niederländisches Ehepaar, dass sich gerade in der Küche sein Abendessen bereitet. Einige Köttbullar bleiben übrig und wir bekommen sie ungefragt geschenkt, was unsere Nudelsoße aus dem Glas deutlich bereichert. Ansonsten gibt es auch hier den üblichen Austausch mit den anderen Reisenden. Auch treffen wir unseren Hondafahrer wieder, denn wir ja schön von der Fähre kennen. Er ist mit seiner Honda Deauville allein unterwegs und plant binnen 4 Wochen bis zum Nordkap zu fahren. Er hat mit max. 200km am Tag und seiner Warnweste sicher eine etwas andere Art zu reisen als wir, aber wir zollen ihm und seinem Vorhaben durchaus Respekt. Auch sind wir alle vier der Meinung, dass so eine Reise ganz allein nicht unser Ding wäre. Wir verstehen uns prächtig und sind froh, dass wir zu Viert unterwegs sind. Wir lernen auch einige junge Base-Jumper u.a. aus Canada kennen, die hier am Lysefjord ihrem Hobby nachgehen und sich aus 1000m Höhe in die Tiefe stürzen und nach freiem Fall ihre Lenkfallschirme öffnen um dann genau vor dem Gästehaus auf der Wiese zu landen. Sie bleiben 2-3 Monate hier und absolvieren 3-4 Sprünge pro Tag. So treffen hier in diesem Gästehaus auch an diesem Abend zahlreiche Menschen zusammen, die sonst vermutlich niemals zusammen finden würden, so unterschiedlich sind sie. Eine interessante Erfahrung für uns. Am späteren Abend schröpfen wir noch unseren Bourbon-Vorrat und finden anschließend in den Betten des Gästehauses einen erholsamen Schlaf.


    Fahrstrecke: 378 km - Fahrzeit mit Pausen ca. 10 Stunden



    "The White House" - unsere Unterkunft in Lysebotn


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    #7
    Tag 3 – von Lysebotn nach Røldal

    Wir stehen heute frühzeitig auf und frühstücken ausgiebig in der Gemeinschaftsküche unseres „White House“. Auch einer der Base-Jumper ist tatsächlich schon wach (wenn er auch nicht wirklich wach aussieht) und freut sich, dass er einen Kaffee bei uns bekommt. Nach dem Frühstück verpacken wir unsere Sachen und beladen die Motorräder. Wir möchten heute Mittag den Preikestolen besteigen und haben bis dahin noch einige Kilometer um den herum Fjord zu fahren.



    Blick vom Lysevegen auf den Ort Lysebotn

    Gestern haben wir oberhalb des Lysevegen eine Tankstelle gesehen und Martins F 800 GS und meine R1200 GS müssen tanken um den Weg um den Lysefjord zu schaffen. Auf dieser Strecke, dass wissen wir bereits von der Herfahrt, gibt es keine Tankstelle. Aber vorerst genießen wir die Fahrt den Lysevegen bergan in vollen Zügen. Diese Strecke ist einfach großartig und sei jedem, der mit dem Motorrad nach Norwegen kommt eindringlich empfohlen.




    Der Lysevegen - die meisten Leitplanken zeigen deutliche Einschläge

    Einige Zeit später erreichen wir die Tankstelle die wir am Vortag gesehen haben. Da heute Sonntag ist, hat sie, wie in Norwegen häufig, auf Automatenbetrieb umgestellt. Kein Problem, mit der Kreditkarte kann man dort tanken. Mit EC- oder Maestro-Card geht übrigens beim Tanken in Norwegen nichts. Diese Karten werden nur an den EC-Automaten akzeptiert. Ansonsten ist eine Kreditkarte mit Geheimnummer zu empfehlen. Doch leider lässt sich der Automat an dieser Tankstelle nicht überreden, uns Benzin zu verkaufen. Er steht auf Diesel und auf die anderen Wahlmöglichkeiten reagiert er nicht. Auch die Hilfe einheimischer Tankkunden führt nicht zum Benzin. Laut Navi liegt die nächste Tankstelle 23 km entfernt, aber natürlich östlich von uns, also in der falschen Richtung. Die nächste Tankstelle in unserer Richtung ist mehr als 50 km entfernt und somit keine Option. Jürgen mit seinem Riesenfass auf seiner 1150 Adventure kann über solche Probleme nur lachen. Er kann fast doppelt soviel Strecke zurücklegen wie wir.
    Also kurzfristig die Planung geändert und vorerst Richtung Osten, dem begehrten Benzin entgegen und dann später wieder westwärts Richtung Stavanger. Mit etwas Verspätung erreichen wir dann die Fähre von Lauvvik nach Oanes über den Høgsfjord. Von Oanes sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Preikestolen. Leider verdunkelt sich der Himmel immer mehr und als ca. 15 Minuten nach unserer Ankunft am Fähranleger die Fähre kommt, fallen die ersten Tropfen vom Himmel. Während der Fährfahrt nimmt der Regen deutlich zu und man hört den Donner eines Gewitters, zum Glück aber noch etwas entfernt. Wir halten Kriegsrat. Die Regen- und Gewitterwolken ziehen eindeutig in unsere Fahrtrichtung und uns wird klar, dass wir nicht im Gewitter auf den Preikestolen steigen können. Einvernehmlich entscheiden wir, darauf zu verzichten und weiter zu fahren. Im strömenden Regen verlassen wir also die Fähre in Oanes und folgen der E13 nach Norden.



    Die Fähre in Lauvvik - der Himmel sieht garnicht gut aus.

    Irgendwann haben wir die Nase voll von der Regenschlacht und legen an einer Tankstelle mit Imbiss eine Kaffeepause ein. Tatsächlich zieht das Regengebiet schnell weiter und als wir gut gestärkt wieder zu unseren Motorrädern kommen, regnet es nicht mehr. Leider sind wir inzwischen über 50 km vom Preikestolen entfernt und eine Rückfahrt lohnt sich nicht mehr, schließlich wollen wir gern unser Tagesziel erreichen. Also weiter auf der E13 zur nächsten Fähre Hjelmelandsvågen – Nesvik. Auch hier müssen wir auf die Fähre warten. Als wir in Nesvik, auf der anderen Seite des Jøsenfjord ankommen, ist die Straße trocken. Das ermöglicht uns, wie geplant, bei Eidane endlich die E13 zu verlassen und und bis kurz vor Bergjorda über eine Nebenstrecke mit Passstraßen zu fahren. Dieser Weg bringt uns von fast NN bis auf 930 m über dem Meeresspiegel. Wir haben einigen Spaß auf den folgenden 40 km und erleben eine großartige Landschaft. Später geht es dann noch ein Stück auf der E13 weiter nach Røldal, wo wir eine tolle Hytte mit eigenem WC und Dusche finden.



    Der wunderschön gelegene Ort Røldal...



    ... besitzt eine sehenswerte alte Stabkirche

    Vor dem Abendessen drehen Martin und ich mit entladenen Enduros noch eine kleine Runde. Wir finden u.a. einen notdürftig befestigten Weg aus halb zugewachsenem groben Schotter entlang eines wilden Baches, alle paar Meter unterbrochen von natürlichen Wassergräben, die von zahlreichen kleinen Wasserfällen gespeist werden. Später finden wir auch noch eine alte Passstraße, die heute durch einen Tunnel ersetzt ist und haben mit den Kehren auf dieser schmalen Straße auch noch einigen Spaß.



    Martin bei der Durchfahrt eines der Bächlein, die den Weg immer wieder queren



    Unterwegs auf der alten Passstraße

    In der Nähe unserer Hytte zeltet ein älteres Ehepaar, das bereits seit 4 Monaten mit 2 Honda-Choppern in Skandinavien unterwegs ist. Zeit müsste man haben…

    Fahrstrecke: 385 km – Fahrzeit ~ 10 Stunden mit Pausen

  8. Registriert seit
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    #8
    Hallo Gorgo - tolle Bilder!

    Morgenfrüh starten wir.
    SO Kiel, MO Oslo, dann kreuz und quer

  9. Registriert seit
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    #9
    Tolle Fotos und ein schöner Bericht!!!!!


    Wir waren 11 Tage später auf einer ähnlichen Route unterwegs,
    kann nur sagen immer wieder!!!

    Gruß Thoro

  10. Registriert seit
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    #10
    Tag 4 – von Røldal über Bergen nach Voss

    Wir starten nach einem ausgiebigen Reste-Frühstück in Richtung Odda und Sørfjord. Direkt an der E13 befindet sich der bekannte Wasserfall
    Låtefossen. Es ist recht sehenswert, wie das Wasser dort den Berg hinab stürzt und dann unter der Straße hindurch in einem Bach verschwindet. Wir halten an, um dort ein paar Fotos zu machen und wie an jeder Sehenswürdigkeit in Europa, sind auch hier wieder ein paar Niederländer bereits am Ort des Geschehens.

    Der Wasserfall Låtefossen ergießt sich in die Tiefe

    Gleich am Ortseingang von Odda geht es links den Berg hinauf, an den Rand des riesigen Folgefonna-Gletschers. Der Weg hinauf ist eng und geschottert und wir haben Spaß damit. Umso enttäuschender ist dann der Blick auf den Gletscher, den man zwar in einiger Entfernung sieht, aber wirklich näher heran kommt man leider nicht. Auch wenn der Schotterweg auf der Rückfahrt wieder etwas entschädigt, gehört dieser Ausflug eindeutig zu denen, die man sich sparen kann. So geht es wieder auf die E13 Richtung Norden am östlichen Ufer des Sørfjord entlang. Hier herrscht ein sehr gemäßigtes Klima und es wir sehr viel Obstanbau betrieben. Eine schöne Strecke, die uns bis nach Brimnes führt. Mit der Fähre setzen wir über den Eidfjord nach Bruravik und nach 6 km Tunnel geht es westwärts, entlang dem Hardangerfjord bis nach Norheimsund und dann weiter auf der E7 in Richtung Bergen.



    Der Folgefonna-Gletscher ist der drittgrößte Gletscher Norwegens


    Auf dem Weg zum Folgefonna-Gletscher

    Auf dieser Strecke geraten wir in einen Stau. Nach ein paar Minuten stehen, beschließen wir, nachdem während dieser Zeit kein Gegenverkehr kommt, uns nach vorn vorzutasten. Als wir am Stauanfang ankommen stehen dort auch bereits einige andere Motorradfahrer und etwas weiter die Straße hinunter sehen wir die Überreste eines ausgebrannten Linienbusses, sowie Feuerwehr und Polizei. Von den anderen Wartenden erfahren wir, dass sie dort bereits seit zwei Stunden stehen. Wir allerdings haben Glück, die Polizei macht die Straße frei und so können wir bereits nach wenigen Minuten unsere Fahrt fortsetzen.


    Ein norwegischer LKW zeigt dem niederländischen Wohnmobilfahrer wie man sich schön schmal macht


    Jeden Tag mindestens einmal Fähre fahren ist in Norwegen normal


    Unterwegs am Eidfjord


    Hier der ausgebrannte Linienbus. Zum Glück ist niemanden etwas passiert.

    Als wir gegen 15:30 in die Nähe der Stadt Bergen kommen, herrscht dort bereits beste Rushhour mit 3-spurigem Stop-and-Go je Richtung bis in die Innenstadt hinein. Die wunderschön renovierten Häuser am Hafen sind sehenswert. Sonst ist der Trubel der dort herrscht irgendwie garnicht norwegisch und erschlägt uns etwas.


    Der Hafen in Bergen


    Auch einer der Aida-Kreuzfahrer liegt dort

    Somit besorgen wir uns etwas zu essen und zu trinken, sehen uns ein wenig um und machen ein paar Fotos. Vor uns werden derweil Unmengen von Menschen, überwiegend im Rentenalter, aus Bussen und Taxis in Ausflugsboote „verladen“, die mit ihnen ein paar Stunden durch irgendeinen Fjord schippern und sich nebenbei vermutlich mit dem Verkauf von Heizdecken oder ähnlichem beschäftigen. Unser Fazit: eine rappelvolle Stadt, hektisch, voller Touriprogramm mit den dazu gehörenden Preisen. Nichts wie wieder auf die Motorräder und auf dem schnellsten Weg raus aus dem Trubel.
    Wir fahren weiter auf der E16 in Richtung Voss, die wir allerdings bei Dale verlassen, um auf eine kleine Nebenstraße durchs Gebirge zu wechseln. Hier erleben wir dann echtes Kontrastprogramm zu Bergen, eine alte, schmale Straße, tolle Kurven und hin- und wieder ein paar Schafe auf unserem Weg. Nach ca. 50 km endet diese empfehlenswerte Strecke und wir erreichen den Wintersportort Voss. Nun brauchen wir noch ein Bett für die Nacht. Das Wetter ist grenzwertig und es hat immer mal ein wenig geregnet, seitdem wir Bergen verlassen haben. Martin hat einen Campingführer dabei und dort sind die GPS-Koordinaten der einzelnen Plätze angegeben. Wir wählen also einen Platz mit Hytten aus, füttern das Navi mit den Koordinaten und stehen nach kurzer Zeit genau vor der Rezeption. Direkt am Platz rauscht ein Wasserfall den Berg hinab und verursacht dabei das Geräusch heftigen Dauerregens. Aber es ist eine Hytte frei, die wir sogleich mit Beschlag belegen. Martin und ich fahren noch einmal 6 km zurück, denn dort haben wir einen Supermarkt gesehen. Es ist Martins Geburtstag und er möchte uns heute bekochen. Nach einem wirklich ausgezeichnetem Nudelgericht mit Lachs-Sahne-Soße und einer Flasche Rotwein beschließen wir den Tag und gehen früh schlafen.


    Martin testet die Hängebrücke. Zum Glück müssen wir nicht darüber fahren


    Immer wieder treffen wir kleine Schafherden auf der Straße


    Der Wasserfall liegt direkt hinter unserer Schlafstatt

    Fahrstrecke: 352 km, Fahrzeit ca. 9 Stunden


 
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