Ich muss geschäftlich oft nach New York City (gut 30 mal in 5 Jahren). Dieses Wochenende habe ich mir mal einen Teil des restlichen New York State angesehen.

Nach ein wenig Recherche hatte ich mich für ein geliehenes Motorrad von Jupiters Motorcycle Rentals in Brooklyn entschieden, eine 2009er 1200er GS mit gut 48.000 Meilen Fahrleistung (mit ABS). Die Maschine war tiptop in Ordnung und alle anderen die ich dort gesehen habe sahen ebenfalls gut aus. Der Besitzer ist super freundlich und entgegenkommend - kann ich nur empfehlen.

Mein Ziel waren die Adirondack Mountains (gut 1000m hoch in der Spitze).

Der Hinweg ging ungefähr diesen Weg:

Nach Keene Valley

Es ging über die Brooklyn Bridge nach Manhattan, dann den Broadway hoch bis man aus NYC rauskam, die George Washington Brücke um den Hudson zu überqueren, und dann weiter nach Norden.

Die Landstrassen Strecke ging an West Point vorbei. Unzählige Soldatenfriedhöfe liegen direkt am Strassenrand, mit teilweise sehr eindrucksvollen Grabsteinen. Ich bin sicher nicht der patriotischste Mensch, aber in dieser Gegend konnte ich mich eines gewissen Gefühls der Andacht nicht verschliessen.

Je weiter es nach Norden ging, desto leerer wurden die Strassen. Der Zustand war im generellen gut, nur manchmal gab es lustige Schlaglöcher. Auch das Schild "Bump" (Hinweis auf einen kommenden Strassenbuckel) sollte nicht ignoriert werden, einmal verlor ich definitiv sämtliche Bodenhaftung....

Nach gut 10 Stunden war ich in Keene Valley zum Übernachten.

Der Rückweg sollte etwas über 11 Stunden dauern. In beiden Fällen war gut eine Stunde der Zeit Stau innerhalb NYC, das lässt sich anscheinend nicht vermeiden (mein Navi hatte kein Internet Zugang, so das verkehrsdaten nicht nutzbar waren. Das soll helfen). Ein Grossteil der Strecke ging durch städtische Zonen, die die Geschwindigkeit auf 30mph oder 40mph begrenzen. Mit Pausen dauern 1200km dann schon 21 Stunden.

Die Strecke ging von Keene Valley nach Nordwesten, einmal rund um den National Park.

Um die Adirondacks.

Es ging durch Lake Placid (Olympische Spiele), über Lake Tupper, Indian Lake, ake Pleasant... Eine Menge Seen. Eine Menge Landschaft. 2 mal lief mir ein Reh vor die Nase (mit genug Abstand so das es für alle Beteiligten ungefährlich war). Es gab Teilstrecken wo ich für 30min völlig alleine gewesen bin und mir dachte, wenn die Maschine jetzt abkackt stirbst du alleine weil dich ein Wolf futtert....

Fotos sind hier.

Landschaftlich gehört New York State mit zu dem schönsten erschlossenen Gebieten die ich bisher gesehen habe. Definitiv eine Reise wert. Motorrad technisch ist das eine andere Sache.

Die Geschwindigkeit ist auf 55mph begrenzt, also gut 90km/h. Nehmen wir 10mph mehr, also knapp 105 km/h. Selbst die kleineren Strassen dort lassen dann kaum ein Gefühl für Schräglage aufkommen. Es ist kein Wunder das ich fast nur T-Shirt bekleidete Harley Fahrer gesehen habe - mehr brauchst Du nicht.

Aber, landschaftlich super, und wenn man damit leben kann, das man gemütlich durch die Kurven gleitet, und man ganz alleine ist... Es gab mir die Gelegenheit an meinen Linkskurven zu arbeiten, und im Verhältnis zu meinen gewohnten Touren im Bergischen Land war die Leere einfach irre. An einem so schönen Wochenende so alleine durch die Gegend zu cruisen ist auch mal was besondreres.

Für mich bestand NY immer nur aus der City. Beim nächsten Besuch fahre im mal nach Osten zu den Niagara Falls....

Zum Bike. Normalerweise fahre ich eine 800GS. Ich war sehr positiv überrascht wie gut sich die 1200er anfühlte. Ich möchte Sie nicht gegen meine 800er tauschen, aber den Sitz hätte ich gerne Nach 21 Stunden in 2 Tagen könnte ich mit meiner 800er heute glaube ich kaum sitzen, trotz Wunderlich Sitz. Auch das Boxer brummen ist sehr sympathisch. Die verschiedenen ESA Programme waren rausgeschmissen - zum grossteil geradeaus fahren brauchte ich die nicht wirklich. Es gab kaum Schotterstrassen auf meiner Strecke, und die paar KM auf denen merkte ich keinen grossen Unterschied.

Frank