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Route des Grandes Alpes - 90 Days after!

Erstellt von Herbert_s41, 26.01.2011, 21:20 Uhr · 53 Antworten · 13.781 Aufrufe

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    Standard Route des Grandes Alpes - 90 Days after!

    #1
    Liebe Genießer und Glückssucher!

    Glück ist nicht eine Station, wo man ankommt, sondern eine Art zu reisen. Deshalb möchte ich Euch zu einer Kurzreise einladen, bei der Ihr mit Geist und Auge zu Glücksforschern werdet. Wir erlebten mit glücklichen Fügungen und Ausflügen täglich die Alpenkulinarik.


    Nun bin ich von meiner Kreativtour zurück und ich freue mich, Euch über die erlebte Tour berichten zu dürfen. Die erlebte kulinarische Menüreise durch zufällig ausgewählte Hotel-Restaurants auf der Strecke hat sich zu einem zusätzlichen Vergnügen in Frankreich ergeben. Bei meiner Tour Ende Mai habe ich bereits erlebt, das die französischen Alpen für mich ein unbestrittenes Paradies darstellen.


    Die Zeit bis zum zweiten Tourstart verging wie selten zuvor, bei meiner letzten Exkursion (29.05. – 06.06.10) wurden wir, wg. dem diesjährigen langen Winter immer wieder von der „Route des Grandes Alpes“ über naheliegende Tunnel und Täler an unser Ziel umgeleitet. Somit wurden die meisten klassischen Pässe der „Route des Grandes Alpes“ angefahren aber nur selten überquert. Mehr dazu findet ihr in meinem letzten
    Tourbericht.

    Meine zweite Reise durch die französischen Alpen war als Solotour geplant, da meinem üblichen Begleiter die notwendigen Urlaubstage fehlten. Daher wurde ich nicht wie sonst üblich, von Klaus und seiner blau/weißen 1150 GS begleitet.


    Wenige Wochen vor meinem Tourstart hat es sich ergeben, dass Dirk, ein erfahrenen Pan-Treiber aus Viersen, als Begleiter die Rolle von Klaus übernommen hat, wir kennen uns vom Pan-Stammtisch.


    Die Tour-Planung verlangte keinen großen Aufwand, es galt die ursprüngliche Tour, nun wie geplant abzuspulen. Kleine Änderungen bezüglich eventueller Übernachtungsmöglichkeiten wurden eingearbeitet und die Streckenführung stand fest.


    Auch am Kartenmaterial hatte sich nichts geändert, wie bei der letzten Tour wurden die Michelinkarten 333; 334 u.341 im M 1:150 000 (1cm = 1,5 km) und das Garmin, GPSmap 276c mitgeführt.


    Am Sonntagmorgen, 05. Sep. um 6:00 Uhr trafen wir uns am Rastplatz Peppenhoven, an der A61. Nach einem kurzen Hallo, fuhren wir gleich los.


    Als wir bereits am Vormittag Colmar im Elsass erreicht hatten, konnte ich nicht an meinem Lieblings-Cafe in Munster vorbeifahren, also wurde eine Cafepause im
    Hotel Cigogne eingelegt.

    Unser voraussichtliche Ankunftszeit in der Schweiz, sollte lt. Navi am frühen Nachmittag sein, also haben wir uns kurz Abgestimmt, dass wir bereits jetzt eine Änderung der Tour durchführen und über die „Route des Crétes“ (Le Hohneck u. Le Markstein) den Weg nach Basel weiterfahren.


    In der Schweiz angekommen, kurz die Vignettenkontrolle über uns ergehen lassen und weiter geht es, über die Autobahn zu unserem ersten Ziel.


    Als wir die Schweizer Autobahn verlassen, erblicken wir bereits von weitem die sichtbare Kirche von Wassen im Urner Oberland, dem Dorf am Fuße des Sustenpasses, sowie die weltberühmten Kehrtunnels der Gotthardbahn, sie bilden unseren ersten Anziehungspunkt bei unsere Anreise, beim Versuch die Kirche zu besuchen, stellten wir fest, dass die letzten Meter zur Kirche nicht mit der Pan zu erreichen sind, also belassen wir es mit einigen Bildern aus der Ferne.





    Somit ist Wassen der Ausgangspunkt unserer ersten Alpenstrecke am Anreisetag. Wir starten beim Kreisel im Dorf, biegen rechts ab Richtung Sustenpass. Der Sustenpassstrasse folgen wir nur 150 Meter und biegen sofort bei der ersten Rechtskurve links ab zum Fotostop. Nach weiteren 100 Meter unterqueren wir die SBB-Bahnlinie und treiben die Pan auf der Sustenstrasse weiter voran. Diese führt auf guter Fahrbahnoberfläche in vier Kehren hinauf Richtung Sustenpass. Dort gibt es eine kurze flachere Bergabstrecke bis man die Meienreuss überquert.


    Oben auf dem Pass sollte man nicht die Mühe scheuen, die wenigen Stufen zum Susten Hospitz zu überwinden und den markanten Bruchsteinbau zu besichtigen. Dort oben kann man sich dann beim kleinen nebenan gelegenen Restaurant auf dem Scheitelpunkt des Passes bei Cafe und Gebäck verwöhnen lassen.


    Vor dem schweizer Ort Innertkirchen weicht die karge Bergwelt wieder einer mehr bewaldeten Landschaft, erste kleine Siedlungen tauchen auf und laden uns zu einem Schweiz typischen Zwischenstopp ein. Hier in Innertkirchen am Ostufer des Brienzersees endet der Kurventanz des Sustenpasses. Ab hier führen Abzweige zum Grimselpass, zur Eigner Nordwand und zur Aaresschlucht, für einen Besuch fehlt uns leider die Zeit.


    Der Sustenpass ist mit 2264 m einer der "hohen" Schweizer Alpenpässe und bildet die kürzeste Verbindung vom Reusstal ins Berner Aaretal. Der Pass selber, wird durch einen 300 Meter langen Scheiteltunnel unterfahren, trotzdem gehört der Sustenpass, zu den Pässen, mit der längsten Wintersperrenzeit in der Schweiz.


    Weiter fahren wir nach Ulrichen, hier wohnen wir im
    Hotel Alpina

    Die Zimmer entsprechen unseren Vorstellungen, jedoch die Speisekarte zeigt keinerlei regionaler Spezialitäten, somit nicht weiter erwähnenswert.



    Uns ist klar, dass wir uns im Herzen der Zentral-Alpen befinden.


    Hier finden wir alles nur Wünschbare! Geniale Strassen, alpine Schmugglerpfade die unsere Bilder lockern, blau leuchtende Bergseen, weiß glitzernden Gleschter- Kulissen.


    Ausgangspunkt einer fantastischen Runde und Weiterfahrt ist Ulrichen an der Tankstelle u. Stationspunkt des hiesigen Abschleppdienstes. Wir fahren Richtung Nufenen Pass, bis kurz unterhalb Allacqua, hier geht es rechts über die Brücke, dann die Strecke über Ronco, da dort wenig Verkehr herrscht. Dabei können die beschaulichen kleinen Dörfer durchfahren werden.


    Der frühe Aufbruch hat sich gelohnt, wir haben auf der Passstrasse keinen Reiseverkehr. Oben auf dem Nufenenpass, nach circa einer Stunde Fahrzeit angekommen, können wir den verdienten Kaffee genießen.


    Von der Nufenenpasshöhe geht es auf der gegenüberliegenden Seite des Nufenen bergab. Es ist schwer sich von diesem fantastischen Hochalpen-Panorama loszureißen. Die wunderschön angelegte Strasse führt zum Griessee. Als Kontrast dazu sieht man schon durch die Wolken hinunter auf das Zwischenziel Airolo. Hier überqueren wir die Grenze zu Bella Italia.






    In Airolo suchen wir den Einstieg zur Tremola, ausgeschildert folgen wir den Schildern zur Kaserne. Wir geraten kurz auf die falsche Straße, aber hier gibt es an diesem Tag relativ wenig Verkehr, weil die meisten Autofahrer in diesem Abschnitt die Autobahn bevorzugen. Schon bald sind wir zwischen den Edelkastanien des italienischsprachigen, engen Valle Leventina, von alters her eine Hauptreiseroute, wo Autobahn, Eisenbahnlinie und Kantonstraße soviel Raum beanspruchen, dass kaum noch Platz auf dem Talboden übrig bleibt.


    Die Auffahrt zum Pass durch das Val Tremola ist wirklich atemberaubend: Wir spüren ein leichtes holpern im Vorderrad, verursacht vom Kopfsteinpflaster der alten Straße, die vor drei Monaten noch mit einer Schranke abgesperrt war. Im Tal sehen wir die Autos in langen Schlangen in den schützenden Galerien hinab und hinauf fahren.



    Gotthardpass, vor drei Monaten noch in einer alpinen Landschaft mit immer höheren Schneewällen neben der Straße -- der Pass war erst kurze Zeit geöffnet -- steigen wir nun zur schneefreien Passhöhe auf, direkt am Hospiz zieren drei Bergseen, das Denkmal General Suvorovs, der Norditalien immerhin von den Franzosen befreite u. über den Gotthard heimwärts zog. Auf dem letzten Teil gibt es keinen Kraftverkehr; die alte Straße wird nur für Oldtimer, Töff-Fahrer und Spaziergänger instand gehalten.

    Auf der Passhöhe von fast 2.100 Meter herrscht ein fröhliches Treiben. Hunderte von Touristen und Schulklassen genießen in der prallen Sonne die schöne Aussicht auf die schneebedeckten Berge. Im 18. Jahrhundert überquerten jährlich etwa 16.000 Händler, Pilger, Soldaten und Arbeiter den Pass. Es ist zu vermuten, dass diese Zahl heute leicht an einem sonnigen Tag erreicht wird.


    Aber wir müssen weiter. Es warten noch viele Kilometer traumhafter Strassen auf uns.



    Furka, der Blick und die warme Luft zu dieser Jahreszeit haben uns zu unserer zweiten Rast kurz hinter Realp gebracht. Den wenigen Autoverkehr genießen wir bei der Auffahrt, oben angekommen finden wir am Wegrand blühende Alpen Blumen, die zwischen den Steinen und dem kargen Alpenboden sprießen. Wahrlich ein Erlebnis, das uns in Erinnerung bleiben wird. Das einzige Manko dieser Rund will ich nicht verschweigen: uns Töff-Fahrer bleiben im Grunde nur vier stets viel zu kurze Sommermonate für diesen Tourengenuss.




    Rhonegletscher am Fuße des Dammastock. Der Gletscher hat sich in den letzten Jahren stark zurückgezogen. Hier sehen wir die Furkapassstrasse mit dem Belvedere.

    Wenn die Passstrecke gesperrt ist, besteht zwischen Oberwald und Realp die Möglichkeit, den Pass per Verladung mit der Eisenbahn zu unterqueren, wie wir es vor 90 Tagen erlebten.
    Weiter geht's, denn es wartet noch ein langer stupider Weg bis Martigny auf uns, wo wir zu günstigen Mineralölpreisen die Tankkörper der Pan bis zur Oberkante ein letztes Mal in der Schweiz befüllen.


    Nun war es soweit, der große St. Bernhard überraschte beim letzten Mal mit einer mindestens 2m hohen Schneewand, weil der italienische Straßedienst seinen Winterdienstteil nicht erfüllte. Der Grosse Sankt Bernhard Pass ist der dritthöchste Pass der Schweiz und führt von Martigny nach Aosta in Italien. In einer Höhe von 2.469m und einer Länge von 55 Kilometern kann der St. Bernhard Pass sowohl über die Straße als auch durch den Tunnel überquert werden.


    Nun oben angekommen, die klassischen Bilder aufgenommen, damit es einen Kontrast zu den Bildern im Schnee gibt. Danach rollen wir wenige Meter weiter zum Hotel Italia, hier genießen wir den verdienten italienischen Kaffee bzw. Cappuccino und lernen ein nettes Motorrad interessiertes Pärchen aus Darmstadt kennen, bei diesem Gespräch soll es nicht bleiben, wir treffen sie auf unserer Route häufig wieder, aber Später mehr dazu. Napoleons Spuren sind weiterhin überall zu finden, wie bereits in meinem letzten Tourbericht beschrieben.



    *********** E N D E ******* T E I L 1 ***********************


    Herbert

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    #2
    2. Teil

    Die mit eindrucksvollen Serpentinen angelegte Sankt Bernhard Pass Straße windet sich besonders auf der italienischen Südseite in ausgedehnten Kehren, die eine Meisterleistung der Straßenbaukunst sind. Bei der Abfahrt kommen wir mit den zahlreichen Kurven voll und ganz auf unsere Kosten. Ortschaften, wie zum Beispiel Sembrancher zeugen noch heute mit ihren mächtigen Steinhäusern von einer Zeit, in denen diese als Stationen am Pass dienten.


    Der Col de l’Iseran ist der ungekrönte König aller Alpenpässe, er verbindet das Tal der Isere mit dem Tal der Arc. Mit einer Passhöhe von 2.764 m ist er hinter der Cime de la Bonette der zweithöchste asphaltierte Alpenpass. Wie wir alle wissen, streitet er sich mit dem Col de la Bonette seit Urzeiten um das Prädikat des höchsten aller Alpenpässe. Die 77 km lange Strecke hat ihren nördlichen Ausgangspunkt in Seez, etwa 3 km östlich von Bourg St. Maurice auf ca. 900 m Höhe im Tal der Isère gelegen, und ihren südlichen in Lanslebourg auf ca. 1400 m im Tal der Arc.




    An diesem Tag sind wir von Seez im Ortsteil Aime gestartet. Unser
    Hotel Tourmaline hatte uns am Vorabend den kulinarischen Genuss der Region vorgestellt, wir spürten ein essentielles Stück Lebensqualität an diesem Abend. Unter der Berücksichtigung, dass wir für ÜF incl. HP 65.- Euro zuzügl. Vin Rouge nur zu zahlen hatten.

    Wir brechen gegen 8 Uhr morgens auf in Richtung Col du Télégraph u. Galibier, bei der Auffahrt haben wir einen großartigen Blick zurück ins Tal der Arc. Hier steigt die Straße in vielen Kehren an, jenseits des kleinen Passes bis Valloire, einem toten Skiort, der zu dieser Jahreszeit gerade das Gegenteil von einladend ist. Nach einer kleinen Pause, mit Baguett u. Fromage machen wir uns auf, den letzten Teil zum Galibier zu erreichen. In der kargen Natur der Felslandschaft überrascht uns eine Nebelfront, und wir stolpern beinahe über einige Rindviecher, die den Weg versperren.


    Bei dem Gedanken, dass der Galibier fester und wohl zum gefürchtesten Bestandteile der legendären „Tour de France“ gehört, ist er mit seiner Höhe von satten 2.642 Metern, immerhin der fünfthöchste Straßenpass der Alpen und fahrerisch wie landschaftlich eine echte Wucht. Und dazu bietet er uns eine wunderbare Kombinationsmöglichkeit mit den folgenden Pässen der Seealpen.




    Die Abfahrt führt über den ganzjährig geöffneten Col Lautaret, der die direkte Verbindung von Briancon und Grenobel darstellt. Hier treffen wir das Paar aus Darmstadt wieder, mit voller Begeisterung zum Motorradfahren versucht der freundliche Herr seine liebe Gattin zu überzeugen, dass sein BMW-Roller C1 für solche Alpentouren nicht geeignet ist und eine Ersatzbeschaffung notwendig wird. Ob wir sie im nächsten Jahr mit einem Motorrad hier antreffen, bleibt abzuwarten.


    Das Briancon mit 300 Sonnentagen pro Jahr Werbung betreibt, passt zu diesem Nachmittag, an dem wir bei Chantemerle in die Stadt zum Parc-Hotel in Briancon einfahren, in diesem Fall habe ich mal wieder über HRS eine günstige Reservierung erhalten und der Weg am Abend zur
    gegenüberliegenden Küche vom Hotel Chaussee ist in wenigen Minuten erreicht.

    Als wir morgens in Briancon starten, ahne ich noch nicht, was ich hätte erreichen können. Abgesehen von der Tatsache, dass wir auf einer Höhe über 2.802 m ankommen werden. Nun an diesem Morgen überwinden wir den Col de Vars ohne die eigentliche Kuppe zu realisieren. Da sich die Passhöhe in einer Art Hochtal befindet, überfährt man sie so nebenbei, dass nur ein kurzer Fotostopp eingelegt wird. Bei der Weiterfahrt streifen wir den kleinen Ort St. Paul, unweit von Jausiers, wo wir nicht zum Marktplatz mit dem tollen Käsehändler vorbeikommen, sondern am Ortseingang links abbiegen. Nun sind wir auf der klassischen Anfahrt zum Restefond und dem anschließenden Bonnette. Nach kurzer Zeit schließen wir auf ein Stauende auf, dass ich mir nicht erklären kann, also fahre ich wie immer einfach an der Schlange von PKW, Wohnmobilen und Motorrädern vorbei, bis das unübersehbare Schild vor uns steht.




    Abgelenkt von zwei Tourenmotorrädern mit Münchener Kennzeichen, die ich nicht recht wahrgenommen habe, aber ein auffälliger Rücksack der am Rücken der Fahrer mit unterschiedlichen dünnen Schläuchen unter die Sitzbank geführt war. Zuerst dachte ich an ein neumodisches Getränkesystem für den Fahrer, aber dann kam die Erleuchtung als ich die 2x3 Abgassrohre u. eine Lederverkleidung der Frontverkleidung entdeckte, meine Frage an den Fahrer: Ist das der neue 6-Zylinder von BMW? Antwort: ja. Nun, bis ich im Tankrucksack meine Canon ausgekramt hatte, waren die zwei neuen GT´s blitzschnell auf und davon.


    Schade, gerne hätte ich meine Reise mit einigen Fotos subventioniert, die ich an die Fachpresse verkauft hätte.


    Jausiers ist der Talort für den Col Bonette, der als der höchste Alpenpass gilt, Ein weiterer Name ist bekannt für diesen Pass. Restfond, hier ein Blick auf die gleichnamige, verfallene Garnisonstadt.




    Die Auffahrt führt über zahllose Serpentinen und durch eine völlig karge Geröllwüste. Ortschaften gibt es hier keine mehr. Oben angekommen, sollte man das Bike ordentlich an der Seite parken, da hier auch so manch überforderter Wohnmobilist herumeiert.


    Bei der Höhenangabe für den Col Bonette haben die Franzosen etwas nachgeholfen, denn die Passhöhe liegt deutlich sichtbar, unter der einzigartigen, pyramidal geformten Bergspitze, deutlich unterhalb der höchsten Stelle der Straße. Am Ende führt nur noch ein sinnloser Weg auf die Höhe 2.802m hinauf, der nur zu Fuß zum Aussichtspunkt führt. Selten spürte ich die dünne Luft beim Aufstieg im GoreTex-Anzug, wie hier.





    Es geht weiter nach Süden, zum Gorges Cians und zur Strasse nach Pierlas. Unser Streckenabschnitt, der durch die Schluchten des Cians führt, zählt zu den schönsten der französischen Seealpen, die ich bislang gesehen habe. Auf einer Strecke von nur 25 km überwindet der Bergfluss Cians einen deutlichen Höhenunterschied von einigen 100 Metern.
    Den Weg von Fluss und Strasse begrenzen an vielen Stellen steile Felswände aus rötlichem Schiefer des Cians. Die Strasse windet sich entlang der zerklüfteten Felswände, aus deren Spalten unzählige kleine und größere Wasserrinnsäle dringen.



    Im weiteren Verlauf sind mehrere Tunnel von bis zu 300m Länge zu durchfahren. Bis auf den ersten lassen sich diese rechts aus der alten Straße jedoch auch umfahren. Etwa 10km nach Beginn der Serpentinen und nach ca. 20 Kilometern gesamter Strecke durch die Gorges du Cians Schlucht erreicht man den Schluchtausgang.
    Im oberen Teil der Straße, biegen wir in einer starken Rechts-Kurve nach Pierlas ab.
    Entsprechend der Bedeutungslosigkeit des Ortes ist stellenweise auch der Straßenzustand. In der Michelin-Karte ist die Straße bis Pierlas als schwierig und gefährlich gekennzeichnet. Die Straße verläuft praktisch die ganze Zeit auf der linken Talseite und vermittelt stellenweise beängstigende Blicke in den Talgrund, vor allem unter Berücksichtigung der recht knapp gehaltenen Straßenbefestigung. Ich war von der Gebirgsschichtung fasziniert, die hier durch eine extreme 45-Grad-Plattenschichtung längs der Straße sichtbar wird, ähnlich der Schieferlandschaften. Obwohl das Tal mit reichlich Buschwerk bewachsen ist, verläuft die Strecke fast durchgehend in der prallen Sonne an diesem Tag. Auf halber Strecke nach Pierlas wird mittels traumhafter Kehren eine Felswand überwunden, doch zuvor muss noch ein Abgrund mittels einer extrem schmalen Brücke gequert werden. Nach 8 km erreichen wir das Bergdorf Pierlas, wenden und nehmen den gleichen Weg zurück.



    Hier der Link zum entsprechenden Video von Mimoto:

    [youtube]http://www.youtube.com/watch?v=IeCWfAjrclg[/youtube]


    Schon wieder muss ich aus medizinischen Gründen die spektakulärsten Schluchten Europas in der Provence im Departement Alpes-de-Haute-Provence durchfahren. Der bis zu 700 Meter tiefe "Gorges du Verdon" ist auch bekannt als zweitgrößter Canyon der Welt (nach dem Grand Canyon in Colorado) oder als größter Canyon in Europa. Der Canyon beginnt nahe der Stadt Castellane in der wir letzte Nacht, im
    Hotel Du Levant verbracht haben und endet nach 21 Kilometern grandioser Landschaft am Lac de Sainte-Croix.



    Die Verdon-Schlucht ist ein Eldorado für Wassersportler. Vom Lac de Sainte-Croix kann ein Stück sogar per Ruderboot befahren werden. Ansonsten sind einige Abschnitte per Wildwasser-Kanus befahrbar. Der Wasserzufluss wird durch die flussaufwärts gelegenen Stauseen reguliert.


    Am westlichen Ausgang des Canyon-Verdon wurde der Verdon angestaut, ein durch seine türkisblaue Farbe wunderbarer See Südfrankreichs.


    ************ E N D E ***** Teil 2 *************


    Herbert

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    Standard

    #3
    Teil 3


    Vorbei am heute blau schimmernden Lac de Castillon fahren wir hoch nach Demandolx und auf einer kleinen Straße durch dichte Eichenwälder wieder hinab ins Tal zur Retenue de Chaudanne. Zuerst noch direkt am Ufer der türkisen Verdon fährt man auf höher liegender Ebene bei Trigance hinauf, während die Verdon unten in ihrem Bett bleibt, das sie sich über Jahrmillionen tief eingegraben hat.


    Es herrscht merklicher Fahrradverkehr, was mich aber nicht verwundert wg. der grandiosen Ausblicke. Bis zu 700 m tief geht der Blick nach unten und nur klein ist der Fluss dort zu erkennen. Auf dem Hochplateau oberhalb herrscht trockenes Busch- und Strauchgewächs vor, das in dieser Wärme und Trockenheit bequem überleben kann. Gewunden schlängelt sich die Straße auf der Südseite der Schlucht entlang, bis sich der Blick in die Weite der Provence und den Lac de Sainte-Croix öffnet. Dieser Stausee liegt am Ende des Canyon und bietet einen farblich starken Kontrast zur umgebenden Landschaft. An dieser Stelle haben wir auch die Sportwagen zum Fotoshooting angetroffen.




    Resume: Die Rundreise hat uns zahlreiche Eindrücke vom Motorradreisen in den französischen Alpen vermittelt. Bei bestem Wetter haben wir eine der reizvollsten Gegenden der Alpen gesehen, die man mit einem Tourer, wie der Pan hervorragend bereisen kann. Warme Herbstabende haben uns Essen im Freien erlaubt. Dazu eine fast ungestörte Natur, wenige Autos und viel südliches Flair - kein Wunder so nahe bei Nizza.

    Weitere Bilder guggst du hier im Fotoalbum.

    Den restlichen und letzten Abschnitt unserer Reise habe ich bereits in meinem ersten Bericht geliefert, nur dieses Mal verbrachten wir die letzte Nacht im schwarzen Wald, bei einem Zäpfle und dem, was aus der Küche dazu gehört. Am letzten Morgen der Tour, starten wir zur direkten Heimfahrt ausschließlich über die Autobahn bis Viersen bzw. Köln.

    Bei dieser Tour haben wir insgesamt 3.730 km und unzählige Kehren bis Köln zurückgelegt u. bewältigt.

    Somit habe ich meinen größten möglichen Teil zur Heilung der Virusinfektion beigetragen. Nun fehlt mir noch die Kostenübernahmeerklärung meiner Krankenversicherung, damit es bald wieder los gehen kann.


    !!!!!!!!!!!!!!! E N D E !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Herbert

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    #4
    Wie gehabt: sehr schön!!!!

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    #5
    Zitat Zitat von Herbert_s41 Beitrag anzeigen


    Glück ist nicht eine Station, wo man ankommt, sondern eine Art zu reisen.
    Glück ist ein Rindvieh und sucht sich seinesgleichen (Sorry konnt ich mir nicht verkneifen )

    Schöne Bilder, aber vor allem klasse geschrieben !!!! Danke !!!!!!!

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    Lächeln

    #6
    Glück ist auch, ...

    ... diesen Thread hier mit seinen durchweg lesenswerten, weil sehr schön geschriebenen, Texten und ganz hervorragenden Bildern gefunden zu haben.

    SUPER! Danke.

  7. Registriert seit
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    Daumen hoch Grandes Alpes

    #7
    Hallo von der Ostsee,

    beim Stöbern bin ich auf den Reisebericht gestoßen. Ich habe mir auch alle Bilder im Fotoalbum angesehen. Einiges kam mir bekannt vor. Ein großartiger Reisebericht und tolle Bilder. Da bekommt man leichtes Fernweh. Auch ich kann die Seealpen nur empfehlen. Anschließend zum Relaxen noch ein paar Tage an die Cote d' Azur.

    Allzeit schräge Fahrt
    Thomas

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    #8
    Zitat Zitat von GS Q Beitrag anzeigen
    Wie gehabt: sehr schön!!!!
    @GS Q / Guido,

    schön, wenn auch der zweite Bericht deine Aufmerksamkeit fesseln konnte.

    Danke für deine Zeit, meine Zeilen zu lesen u. die Bilder zu betrachten.


    Herbert

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    #9
    Zitat Zitat von Kusti Beitrag anzeigen
    Glück ist ein Rindvieh und sucht sich seinesgleichen (Sorry konnt ich mir nicht verkneifen )

    Schöne Bilder, aber vor allem klasse geschrieben !!!! Danke !!!!!!!
    @ Kusti,

    das mit dem Glück ist so eine Sache.
    Ich gehöre zu den Menschen, die nur sehr ungern alles dem Zufall überlassen.

    Es freut mich sehr, wenn dir mein Reisebericht sowie einige Bilder gefallen u. ich vielleicht damit einige Glückshormone, bei Dir freisetzen konnte.

    Vielen Dank!


    Herbert

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    #10
    Zitat Zitat von femto Beitrag anzeigen
    Glück ist auch, ...

    ... diesen Thread hier mit seinen durchweg lesenswerten, weil sehr schön geschriebenen, Texten und ganz hervorragenden Bildern gefunden zu haben.

    SUPER! Danke.

    @ femto / Stephan,

    vielen Dank für deine lobenden Worte.

    Es freut mich sehr, wenn der Bericht Gefallen gefunden hat, sowie zum Nachfahren animieren konnte.

    Gruß, Herbert


 
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