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Schnupperrunde Marokko Anfang März 2014

Erstellt von MiraculixSertao, 26.03.2014, 22:44 Uhr · 30 Antworten · 4.711 Aufrufe

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    Standard Schnupperrunde Marokko Anfang März 2014

    #1
    Hallo Foristi !

    Auf Wunsch Einiger von Euch ein in Tagestranchen ( aufgrund der Datenmenge der Fotos ) geteilter Marokko - Schnupperbeitrag von meiner Reise Anfang März 14.

    1.) Anreise : 28.2.2014 Bezirk Oberwart ( Südburgenland / Österrreich ) - Castell Arquato ( bei Piacenza ) - 770 km

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    Nebel und minus 2 Grad, also Heizgriffe auf " Grillen " gestellt und über Graz auf den Packsattel ( 1169 m ) bei nun minus 4 Grad, - Auftauen bei einem Cafe im Rasthaus und weiter an den Wörthersee ( Foto 2 ) bei Sonnenschein und nun etwas über Null. Wetterprognose für Italien grauslich, Starkregen und Schnee. Weiter nach Tarvis, kurz nach Pontebba wars dann so weit , ab in die Gummikluft und als Michelin Männchen auf der Autobahn bei Regen und etwas über null Grad über Udine, Venedig, Verona und Piacenza nach Castell Arquato. Dort hatte ich mir ein Agritourismo herausgesucht, und nach einiger Fragerei auch bei strömendem Regen im Finsteren gefunden, ... aber es öffnet keiner... also weitersuchen, nun ist bei diesem Wetter und nach knapp 800 km jedes Quartier recht. Nettes, aber hochpreisiges Albergo gefunden, trockener Platz fürs Moped, also ok und Dusche und Bier an der Bar. Eigentlich wollte ich am nächsten Morgen über die schönen Appenninnenstrecken nach Genua, aber da es schon herunten schneite / Schneeregen, war an Pässe nicht zu denken wegen Sperren und Schnee.

    Also zurück auf die Autobahn und auf dieser bei Schneeregen, Wolkenbruch und dann im Appennin dichtestem Schneetreiben ( da hat Frau Holle voll ausgeschüttet ) mit der linken Hand als Scheibenwischer ( das Visier war nach 3 Sekunden immer wieder zugeschneit ) Daumen innen und Finger außen nach Genua ... brrrr...... war ein Genuß, als der weiße Segen mit abnehmender Seehöhe wieder in Regen überging.

    Im Hafen dann Futter und Getränke für 2 Tage gebunkert ( da gibts einen großen Supermarkt im Abfahrtsgebäude zu guten Preisen ), eingecheckt und um ca. 16 h boarding auf der GNV ( Grande Nave Veloci ) nach Tanger.

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    Unzählige hochbepackte Lieferwägen fuhren auf das Schiff, teils mit Abschleppen durch Schleppfahrzeuge der Reederei, da sie bepackt die Steigung aufs SChiff nicht schafften und die Kupplung qualmte, ... Flücktlingstreckatmosphäre.

    Ich schaffte es, 3 Pullmannsitze für mich zu ergattern, mit hochklappbaren Armlehnen, also ein einigermaßen bequemes Bett und so brauchte ich die mitgebrachte Luftmatratze nicht.

    Auslaufen um ca. 18 Uhr in Richtung Barcelona, der Riviera und Cote d Azur entlang.

    Morgens ein erster Blick auf die tief verschneiten Pyrenäen, da wollte ich ca. 4 Wochen später herumkurven.

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    5 Stunden Pause in Barcelona, sonnig und angenehm, mit ein paar Bayrischen Bikern geplaudert, die nach Senegal unterwegs sind... Erfahrungen und Storys ausgetauscht.

    Nach Barcelona wurde der Wind zum Sturm und die Fähre ( gut 200 m lang ) schaukelte ordentlich.
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    Abends gibts dann den Einreise Stempel für Marokko in den Paß, marokkanische Polizei ist an Bord und erledigt dieses routinemäßig und freundlich.
    2.3. auf See, wir schippern entlang der spanischen Küste, vorbei an den schneebedeckten Bergen der Sierra Nevada, in denen ich 14 Tage später herumkurven wollte...

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    Gegen Abend, wir haben aufgrund der hohen See inzwischen ca. 3 Stunden Verspätung, kommt Gibraltar in Sicht.

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    Ca 19 Uhr Ankunft in der Abenddämmerung in Tanger Med, einem neu aus dem Nichts gestampften modernen aber unübersichtlichen Hafen.


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ID:	124231 Sturmverzurrung der Mopeds durch die Crew

    Nach den ca. 1 Stunde dauernden Einreiseformalitäten mit Paßkontrolle, Zollkontrolle, Eintragung des Mopeds in den Paß, Formularen und doppelten Kontrollen, ob die Beamten davor auch wirklich genau gearbeitet hatten und Geldwechsel ( 1 € = ca. 11 Dirham ) Nachtfahrt in den nächsten Ort zum Tanken, 1,20 € statt 1,85 € in Italien und weiter auf der bestens ausgebauten Mautautobahn ( 1 € Maut ) nach Tanger in das vorgebuchte Hotel in der Altstadt "Continental" . Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

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    Von der Lage direkt am Rand der Medina und einem herrlichen Blick über den Hafen empfehlenswert, bewachter Parkplatz, durch enge Gasserln erreichbar und für sportliche Naturen die 4 Stock höher gelegenen Zimmer ohne Aufzug mit Gepäck zu erklimmen mit 5 m Stockwerken. Historisches Bauwerk mit sehenswerter Architektur und wunderschöner Frühstücksterrasse.

    Das Gute Nacht Bier ist ausgefallen, es gab Cola oder Mineral... willkommen in der islamischen Welt, aber ist ok so. Und ein Bett anstatt 2 Nächten auf den Pullmannsitzen ist natürlich neben einer eigenen Dusche ein Hochgenuß!

    Fortsetzung 3.3. morgen.

    LG MiraculixSertao

  2. Registriert seit
    15.02.2007
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    Standard

    #2
    Dichtestes Schneetreiben. Bibber. Frier.
    Ansonsten: Weiter bitte ;-)

    LG
    Elke

  3. Registriert seit
    05.06.2008
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    #3
    Hallo!

    Vielen Dank für die Bilder und den Bericht!


    Bitte weitermachen!

  4. Registriert seit
    14.11.2013
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    #4
    Hallo !

    2. Teil, 3.3.2014 Tanger - Marrakech. 2. Versuch, nun mit Bildern

    Nachdem das Hauptthema meiner Saisonauftakttour Spanien und Portugal war, und die Fähre nach Tanger zum selben Preis zu Buche schlug, wie die Teilstrecke nach Barcelona, hängte ich eine Schnupperrunde Marokko davor.

    Morgens in Tanger ein herrlicher Ausblick vom Zimmerfenster über den Hafen und die hafenseitigen Teile der Medina, Wecker brauchst keinen, das erledigt schon der Muezzin unüberhörbar.

    *img_2215.jpgimg_2220.jpg
    Ein schön orientalisch gestalteter historischer Frühstücksraum und eine Terrasse für das Frühstück im Freien mit Blick über den Hafen erwartet mich und läßt den für heute geplanten Fahrtag nach Marrakech äußerst angenehm beginnen.


    Nach einem Rundgang durch die Altstadt, die Souks und zur Kasbah gehts dann Kilometer fressen auf die Autobahn in Richtung Rabat.

    Autobahn auf marokkanisch heißt schön ausgebaute Fernstrasse mit 2 Fahrbahnen und Pannenstreifen je Richtung, dazwischen ein sehr breiter bewachsener Grünstreifen ( in dem gelegentlich Kühe, Schafe und Ziegen weiden ) mit querenden Fußgängern, Kindern und Last - Mulis, also umsichtig zu fahren. Manche Einheimische sind bei 120er Beschränkung sehr flott unterwegs, die trifft man oft bei der nächsten Ausfahrt, bei der das Polizei - Empfangskommando mit 8 - 10 Mann schon wartet, um das Inkasso flüssig zu gestalten. Im Grünstreifen weiden nicht nur Tiere, sondern lauern auch Polizisten mit Radar oder Lasergeräten auf Schnellfahrer.
    Also brav mit 120 in Richtung Süden, so ca. 600 km warten auf mich. An den Mautstellen wird cash kassiert, zwischen 80 ct. und 2,5 €, natürlich in Dirham.

    Die Radardichte ist speziell auf der Umfahrung Rabat sensationell, da stehen an fast jeder Kreuzung Polizisten mit ihren dreibeinigen Meßgeräten.

    Die Küstenlandschaft ist kitschig grün und Gärten, Felder und Obstplantagen dicht aneinandergereiht. Aufgrund der Flüßchen aus dem Atlas und der höheren Niederschläge entlang der Atlantikküste ist dies sicher der fruchtbarste Bereich Marokkos.

    Kurz vor Marrakech ist das Atlasgebirge mit seinen tief verschneiten 3 - und 4 Tausendern eindrucksvoll zu sehen und weckt Vorfreude auf die kommenden Bergetappen.

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    Nach 2 Kaffe & Tankpausen bin ich dann am späteren Nachmittag am Stadtrand von Marrakech, rechtzeitig zur "Rush Hour ".

    Bewaffnet mit einem Google Maps Anfahrtplan zum vorgebuchten Quartier Hotel Chems und ohne Navi hab ich mich dann im dichtesten orientalischen Verkehrsgewühl der 900.000 Einwohnerstadt ohne Hinweisschilder natürlich verfranst und such mir einen Guide.
    Ein netter Herr aus Rabat lotst mich ins Hotelviertel, und die letzten 3 km bekomm ich zweckdienliche Hinweise von einem Touristenbus Reiseleiter. Geschafft, und das bevor es finster wurde !

    Das Hotel Chems ist guter westlicher Standard und kaum 10 Gehminuten von der Altstadt entfernt, also eine absolute Empfehlung mit bewachtem Hotelparkplatz. Der Parkwächter deckt mir noch das Moped ab mit einer Plastikplane, morgens weiß ich dann warum, da die Vögel die Plane kräftig verziert haben.

    img_2235.jpgimg_2238.jpg
    Die abendliche Runde durch die Medina und die Souks war eindrucksvoll, das bunte Treiben mit Ständen, Essensbuden, Gauklern, Schlangenbeschwörern und Musikern am Platz Jemaa el - Fna ein Erlebnis. Der Minarettturm der Koutoubia Moschee ( 17 schiffig ) ist aus dem 12. Jahrhundert und 77 m hoch.

    img_2233.jpg

    2 angenehme und kühle Bierchen an der Hotelbar und nach längerem Kampf mit dem elektronischen Zimmerschloß ab ins Bett.

    Fortsetzung : Marrakech - Boumalne /Dades

    LG MiraculixSertao

  5. Registriert seit
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    #5
    danke für den Bericht, ich hab mal angeregt, den in den Reiseberichte Bereich zu verschieben. Hoffe das mit den Fotos klappt dann. Bleib am Ball!

  6. Registriert seit
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    #6
    3. Teil 4.3.2014 Marrakech - Boumalne / Dades - Nach dem Komprimieren lassen sich nun die Fotos hochladen und auch ansehen...
    Danke für den Tipp dem Forumteam



    Nach einem guten Frühstücksbuffett noch eine Runde zu Fuß durch die ins warme Morgenlicht getauchte Altstadt von Marrakech.

    img_2244.jpgimg_2246.jpgimg_2247.jpgimg_2249.jpgimg_2241.jpg

    Nun aber aufs Bike und los in die Berge, ... aber zuvor steht noch die Fahrt durch die Großstadt Marrakech an und das Suchen der richtigen Strecke zum Tizi n Tika Paß. Nachdem mein verläßliches Navi die Sonne ist, und Wegweiser an den Kreuzungen Mangelware, bin ich quer durch die Altstadt gefahren in die richtige Richtung, und das war ein einmaliges Erlebnis. Enge Gäßchen, Esel- und Maultierfuhrwerke, die die Läden morgens beliefern, Unmengen an Mopeds und Trauben von Fußgängern, ein herrliches Gewirr zum mitschwimmen, um darin einzutauchen und gespannt darauf zu warten, wo einen diese Mischung wieder auf etwas Straßenähnliches ausspuckt. Nach einer halben Stunde war ich dann am anderen Ende der Stadt angelangt, froh, dies erlebt zu haben und suche mir die richtige Abzweigung auf der Hauptstraße in Richtung Quazazarte.

    Die schneebedeckten Berge des hohen Atlas leuchten im Morgenlicht und es geht vorbei an grünen Feldern, Wiesen mit Schafhirten und durch kleine Dörfer den Bergen entgegen.

    img_2260.jpgimg_2261.jpg

    Rauchpause bei einem Standl mit frischgepreßtem Orangensaft und Eintauchen in die Mieralienshow. Ab nun werden an allen nur möglichen Stellen, an denen Touris halten könnten, Mineralien angeboten, wunderschöne Stücke, in allen Farben leuchtende Steindrusen, Mineralienherz was willst Du mehr. Schön anzusehen, aber am Bike nicht mitzunehmen, Platz und Gewicht sind da das Thema. Trotzdem machts Spaß, ein wenig zu handeln, mir ebenso, wie den Marokkanern.

    img_2263.jpg Tizi n Tika Paß

    Die kurvenreichen Straße mit mäßigem Verkehr windet sich die Berghänge entlang, immer wieder mit grandiosem Fernblick ins Tal oder auf die Gipfel und je höher wir uns hinaufschrauben, desto schöner wird die Kehren - und Kurvenstrecke, bis ich dann am wenig spektakulären Paß ( 2.260 m ) angelangt bin und Pause mache.
    Natürlich ist gleich ein Einheimischer Mineralienhändler bei mir um mir seine Prachtstücke näherzubringen. Ich dreh mir eine Zigarette, er wünscht sich auch eine und wir sind schon gemütlich beim Feilschen. Ein wirklich schöner Stein, Sonderangebot für mich 450 Dirham,... nach einer Viertelstunde sind wir bei 20 Dirham, aber er ist mir zu groß zum Mitnehmen und so gehts ohne Mineralien weiter talwärts, bis zur Abzweigung nach Telouet. Aus der Asphaltstraße wird nun eine gut einspurige Strecke mit Asphaltmittelteil bzw. Asphaltresten in der Piste, Teile nur Schotter, das wechselt, und ich swinge bei Postkartenwetter durch die Berglandschaft, die Schneegipfel im Rückspiegel, Mandelbaumblüte, Weiden, Schafherden, gelegentlich ein Dörfchen in Richtung Quazazarte.

    img_2266.jpgimg_2269.jpgimg_2272.jpg

    Abstecher in Seitentäler und in die Dörfer sollten nicht versäumt werden, da gibts viele schöne Eindrücke und Begegnungen mit freundlichen einfachen Menschen, zu denen sich Touris normal nicht verirren. Da ein Minzetee, dort eine reife Frucht, im Gegenzug eine Zigarette, ein Lächeln... einfach schön.

    img_2274.jpgimg_2278.jpgimg_2280.jpg

    Die Strecke nach Quazazarte ( 1150 m ) geht ständig durchs Tal bergab vorbei an Kasbahs und Dörfern, - viele davon waren Drehorte bekannter Filme, - die Architektur und die Landschaft sind einfach reizvoll. Quazazarte beherrbergt Filmstudios. Je weiter ich hinunterfahre, desto wärmer wird es, waren die Heizgriffe in den Bergen noch angenehm, jetzt ist ein T Shirt unter der Kombi schon fast zu warm. 28 Grad zeigt das Thermometer einer der vielen Pharmacie`-en an.

    img_2286.jpgimg_2288.jpg

    Nach einer Kaffeepause in Q gehts weiter auf der Kasbahroute durch die weiten Ebenen des südöstlichen Atlasvorlandes in Richtung Dadestal, eher eintönig zu fahren, aber immer wieder mit schönen Blicken in die nun schon weit entfernten Atlasketten und die im Südosten näher kommenden Gebirge des Djebel Sarhro ( bis 2700 m ) in Richtung Sahara.

    img_2290.jpgimg_2292.jpg

    Angekommen in Boulmane / Dades die Sertao auftanken und durchschauen für den nächsten Gebirgsrunden - Tag und Quartiersuche.
    Im am Südostufer gelegenen höheren Ortsteil gibts da ein Hotel in traumhafter Aussichtslage mit Sonnenuntergangsterrasse, das Hotel Chems ( gleicher Name wie das in Marrakech ), etwas orientalische Zimmer, aber herrliches Essen und beste und freundlichste Bedienung, 400 DH EZ /HP


    img_2294.jpgimg_2299.jpgEin schmackhaftes vegetarisches Couscous, die Portion hätte für 3 gereicht...

    Nachdem für den nächsten Tag die Dades - Todra Runde ansteht, die " Königsetappe" der Reise, früh ins Bett und Frühstück für halb acht Uhr bestellt.

    Fortsetzung 5.3.2014 Dades - Todra Runde bis Erfoud.

    LG MiraculixSertao
    Miniaturansichten angehängter Grafiken Miniaturansichten angehängter Grafiken img_2241.jpg  

  7. Registriert seit
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    #7
    Tolle Eindrücke. Ich warte auf Fortsetzung.

  8. Registriert seit
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    Standard

    #8
    toll! danke fürs zeigen

  9. Registriert seit
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    Standard

    #9
    4. Teil 5.3.2014

    Morgens früh raus und gutes Frühstück um halb 8 mit den einzigen unfreundlichen Menschen, die ich auf der Reise getroffen habe.
    Eine Gruppe französischer " Turtles " war spät abends im selben Hotel abgestiegen und frühstückte, das Personal kommandierend lautstark. Nachdem sie mich offenbar für einen Aleman hielten, konnten sie nicht einmal zurückgrüßen. Mit größtmöglichem Lärm verschwanden sie - Gott sei dank - bald mit ihren Motocrossmaschinen im Rudel von der Bildfläche.

    Strahlender Sonnenschein und warmes Morgenlicht begleiteten mich ins Dadestal


    Nach der kurzen und ebenso, wie die "berühmten" Spitzkehren unspektakulären Klamm weitete sich das Hochtal wieder und giftgrüne Landwirtschaftsflächen mit blühenden Bäumen boten einen wunderschönen Kontrast zu den kargen, in allen Brauntönen schimmernden Bergen darüber.


    Durchs Grün, entlang der Berghänge und durch kleine und größere Ortschaften schlängelt sich die Asphaltsraße das Hochtal entlang, stetig steigend, bis es in eine schöne Kurvenstrecke mit " Grand Canyon " - ähnlicher Landschaft weicht.


    Nach einigen Kilometern, die sich die Straße weit oberhalb der Talsohle entlangschlängelt, immer wieder mit grandiosen Ausblicken ind ie tief darunter sich windende Dades Schlucht, geht es wieder in ein grünes Hochtal mit einigen größeren Ortschaften. Dort zweigt die Abkürzung in die Todra Schlucht hinüber ab, ich wollte aber über Agoudal fahren und so blieb ich im Tal. Gelegentlich gibts auch hier oben schöne Kasbahs


    Nun wird der Asphalt nach insgesamt ca. 50 km seit Boumalne / Dades rarer, und hört dann unvermittelt auf. Eine mit passender Bereifung angenehm zu befahrende Schotterpiste geht nun bergwärts, die Dörfer hinter mir lassend gehts ab in die eher einsame und in allen Brauntönen spielende Hochgebirgswelt.


    Nach einer halben Stunde kommt eine Abzweigung - Wegweiser natürlich keiner - also fahr ich dem Tal folgend auf der breiteren Spur weiter und lande nach ein paar Kilometern in einem abgelegenen Dorf mit freundlich winkenden Kindern. Mitten im Ort steht als einziges Fahrzeug ein bunt bemalter alter Bedford LKW, offenbar das Versorgungsfahrzeug des Dorfes. Ich rätsel noch, ob der LKW vor, oder nach dem 2. Weltkrieg gebaut wurde... und ende von liebenswert gestikulierenden Kindern umringt in einer Sackgasse. Also andere Gasse probiert, und diese endet bei einer Gemüse putzenden Frau, die mir dann mit Gesten auf meine Frage nach Agoudal den richtigen Weg weist, nämlich zurück. ( keine Fotos, da hab ich gefilmt ) Am Rückweg treffe ich noch einen Einheimischen, der seine Felder - Bewässerung herrichtet, und nun ists klar, daß es an der Abzweigung doch bergwärts geht. Schön , daß ich mich in das Dorf verfahren habe, die Eindrücke möchte ich nicht missen. Nun aber schraub ich mich auf einer langen Kurvenpiste, die sich öfters in mehrere Spuren verzweigt, die aber wieder zusammenlaufen auf über 2600 m hinauf.


    Im Schatten kommen die ersten Schneefelder und die Aussicht in die Bergwelt des Atlas ist umwerfend. Ich bin der Einzige, der diese Stille mit dem Knattern des Einzylinders stört, und so gibts immer wieder Halts zum Schauen und Fotografieren.


    Nach einer Stunde treffe ich 2 Hirten mit ihrer Schafherde und mach Pause bei ihnen. Zwei liebenswerte und freundliche Burschen, Mitte 20 und wißbegierig wo ich herkomme, schnorren mir selbstgedrehte Zigaretten ab und laden mich zum Tee ein. Wie sie in dieser wüstenhaften Landschaft ihre Herde ernähren können, bleibt mir ein Rätsel, da es kaum mehr als vereinzelte Grasbüschel gibt.


    Nach gemütlichem Palaver mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Französich gehts weiter. Ein paar Schnee - und Gatschpassagen auf rund 2800 m sind mit den Stollenreifen gut machbar, und weiter gehts über einen Paß und in trockene Hochtäler. Gelegentliche Treffs mit trockenes Buschwerk sammelnden Frauen und Fahrweg füllend beladenen Eseln führen zu einigen off road Einlagen, die Spaß machen.

    Nach einigen Kilometern und Trocken - Flußbettdurchfahrten komm ich schließlich nach Agoudal, einem Ort ohne Infrastruktur - ohne Tankstelle, es ist also ratsam, vor der Fahrt in die Berge das Faß voll zu haben.

    Auf Asphalt gehts nun über einen schönen Paß
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    ins Todra Tal ( da hab ich gefilmt, keine Fotos ) und ca. eine Stunde zwischen imposanten Steilwänden, manchmal klammartig, dann wieder weiter, in vielen lang gezogenen Kurven mit heftigem Licht - Schatten Wechsel talwärts.
    Die trockenen Furten sind mit Vorsicht zu passieren, Schotter, und die Straße ist in der Schlucht immer wieder mit Schlaglöchern und Schotterpassagen gespickt, die im Schatten erst im letzten Moment erkennbar sind. Kurz vor der touristisch bewirtschafteten Todra Schlucht mit unzähligen Verkaufsständen trifft man wieder auf Mietwägen und Touris. Zurück also in der " Zivilisation " . Die Schlucht selbst ist im untersten Teil spektakulär mit sehr hohen eng aneinandertretenden Felswänden.
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    Ende der Todra Schlucht.
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    Auf breiten Asphaltstraßen fahr ich nun in Richtung Wüste, wiederum Kasbahs entlang der Straße, und viele für mich eher langweilige Geradeaus - Strecken am Weg in Richtung Merzouga.

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    Die Sonne steht schon tief, als ich in Richtung Erfoud komme, und nachdem ein Fahren in der Dunkelheit in Marokko wenig empfehlenswert ist, suche ich mir nach einem herrlichen Sonnenuntergang ein Bett in einer Kasbah am Ortseingang von Erfoud.

    Fortsetzung 6.3. Merzouga folgt.

    LG MiraculixSertao
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  10. Registriert seit
    04.11.2012
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    6.429

    Standard

    #10
    Och ne! Nicht schon wieder 'n Reisebericht der mir den Hals langmacht . . .


 
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