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Schottertagebuch Piemont

Erstellt von dergraf, 20.09.2009, 22:49 Uhr · 30 Antworten · 11.321 Aufrufe

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    Standard Schottertagebuch Piemont

    #1
    samstag 12.09

    abfahrt am freitagabend um 21 uhr direkt nach dem verladen der moppeds auf den hänger gleich nach geschäftsschluss.
    über singen, schaffhausen, gotthard,mailand, turin nach oulx.
    ankunft um 8uhr.
    das ganze haus ist voll mit deutschen kampfcrossern die damit prahlen dass sie durchs grüne bolzen und keine ahnung hatten wo sie waren, wenn die idioten so weiter machen ist bald alles gesperrt.
    wir zögern nicht lang und laden gleich die moppeds ab, aber der hausherr drängelt schon wir sollen doch zum frühstück kommen, nette überraschung.
    dann noch kurz die klamotten in unser neues zuhause schleppen und sich häuslich einrichten,
    die sonne lacht, nix wie auf´s mopped. (zu diesem zeitpunkt bin ich bereits 30 stunden ohne schlaf).
    trotz samstag und drohendem ausflugsverkehr fahren wir nach maena di susa um den finestre in angriff zu nehmen.
    na mit meiner blickführung hapert es bei dem schlafmangel etwas, aber müde fühle ich mich nicht, dafür wird monika mit jedem meter flotter und fährt mir immer mehr davon.



    dann die spannende frage kann man die assietta wirklich fahren so wie hoechst es am montag zuvor erlebt hat, und das obwohl auf http://www.stradadellassietta.it/ ein sperrung angekündigt war.
    und siehe da offen!! nur der hinweis dass es behinderungen wegen der bauarbeiten gebe.


    und was soll ich sagen, uns ist auf der ganzen strecke bis sestriere ein einziges auto begegnet sonst nichts und niemand.

    in sestriere angekommen ist es eigentlich noch zu früh um in die ferienwohnung zu fahren.
    kurz meine routen gecheckt was noch in der nähe liegt und dabei beschlossen den lago nero noch mitzunehmen.
    wir hatten soviel drüber gehört waren aber beide von der fahrerischen seite eher enttäuscht, das hatten wir uns aufregender vorgestellt.


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    #2
    sonntag 13.9

    nach 11 stunden schlaf war ich doch einigermaßen wieder hergestellt.
    den ursprünglichen plan heute am sonntag wenn keine bauarbeiter da sind, nochmal die assietta zu fahren haben wir verworfen und auf nächsten samstag verschoben.dafür haben wir uns die ecke um mt. cenis vorgenommen, da hatte ich ja auch reichlich ziele. von susa kommend bietet sich als einstieg von unten der über den lac roterel an.bis zum ersten see und der fischerhütte alles noch wunderbar, der strassenbautechnische leckerbissen (wie herr denzel sich ausdrückt) war auch noch in ordnung.

    aber danach kam das was herr denzel ruppig nennt und in seinem buch mit kategorie 5 nominiert ist. leck mich am ärmel. für alle die dort mal fahren wollen. luftdruck nicht über zwei bar!!
    die federbeine müssen richtig leiden und die cockpit einheit bzw. die scheibe schwanken einen gefühlten halben meter hin und her. wahnsinn was da für fette brocken rumliegen.

    mit dem jäger der mit seinem pajero da hoch ist hätte ich nicht tauschen wollen. was für eine rumpelei. für 7 kilomteter haben wir 20 minuten gebraucht. dann haben wir den lac mont cenis auf der westseite umrundet, haben uns aber vorher vergewissert ob das fort variselle wirklich gesperrt ist. leider ja.



    dafür hatte eine kuh interesse an meiner.

    also auf zum fort de la turra. an der strasse ein schild: gesperrt nach 2 kilometern. wird schon passen. vorbei am berühmten viehgatter das man wieder schliessen soll: stand offen. aber danach war schluss.ein fetter 20mm t-eisenträger, fest einbetoniert, das geperrt-schild nigel-nagel neu und mit einer schraubensicherung der speziellen art versehen. die mutter mit der das schild festgeschraubt ist war verschweißt. eindeutiger geht’s nicht. schade.

    auch am col de la met hat uns an der einfahrt ein schild vom einfahren abgehalten. es ist kein offizielles verkehrsschild aber der bauer der 20 meter weiter oben seinen bauernhof betreibt hat ein schild hingehängt. das haben wir respektiert. monika wollte unbedingt den lac roterel wieder zurück fahren, ich habe nur zugestimmt weil bei meinem uralt garmin gps III plus, das ich nur zum tracken benutze bei der hinfahrt die trackfunktion ausgeschaltet war. die schlüsselstelle die beim hinweg fast als unpassierbar zu bezeichnen war ließ sich auf dem rückweg ohne schwierigkeiten meistern.. aber das vordere federbein ist dabei glaube ich voll durchgeschlagen.

    trotzdem muss ich feststellen dass man mit so dicken eisenhaufen mehr anstellen kann als man denkt. in susa dann im strassencafe zwei cappuccino getrunken und beschlossen wir lassen es nach der rumpelei für heute gut sein. auf dem heimweg dann aber doch schnell nach fenils gefahren. in einem thread hier im forum kam das gerücht auf dass der chaberton wieder aufgemacht wird.

    kurz nach fenils setzt die schotterpiste ein und geht ein paar kilometer bis zum nächsten ort aber dort ist dann definitiv schluss.

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    #3
    montag 14.9

    nachdem wir gestern abend ganz voll getankt hatten haben wir beschlossen mit vollen fässern nicht sommeiller oder jafferau zu machen und sind heute auf große tour gegangen. briancon, izoard und dann den parpallion. keine wolke am himmel, sonne satt. nichts wie los. auf dem izoard kaum jemand begegnet.

    die anfahrt zum parpallion zog sich etwas, aber dann endlich ging der schotter los. im gegensatz zu der holperei gestern fast ein spaziergang. und schon standen wir oben am berühmten tunnel, dort dann auch die drei österreicher die bei unserer pause zu beginn der strecke an uns vorbei gezogen waren. ich hatte eigentlich die ganze zeit davon gesprochen das übliche foto zu machen mit den moppeds auf dem tunnelportal. aber da wurde nichts draus. bauarbeiter haben zur auffahrt einen unüberwindbaren halben meter breiten graben gezogen.schade.

    wir haben die österreicher zuerst durch den tunnel geschickt -J aber die durchfahrt war problemlos. die südseite war etwas länger als die nordseite aber die vom denzel veranschlagten 3 stunden fahrzeit fand ich dann doch übertrieben.

    wenn man den bonette schon vor der nase hat muss man den auch hoch, zudem gab es noch die roche madeleine strecke die ich unbedingt machen wollte. aber je höher wir kamen um so dunkler und nasser wurde es. der regen ging dann auf der passhöhe in graupel über und ruckzuck waren die berge weiß.

    dazu hat es gedonnert. nichts wie weg hier, unwetter im hochgebirge damit ist nicht zu spaßen. leider auf kosten des roche madeleine in den ich soviel planungsarbeit gesteckt hatte. die direkte heimfahrt über col de vars, guillestre und briancon war ein wechsel aus regen, sonne und viel wind. die letzten 30 km bis oulx komplett im regen. ein ktm pärchen erzählte uns dann in der hauseigenen garage dass es schlecht bleiben soll.

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    #4
    dienstag 15.9.
    und er sollte recht behalten. aber der reihe nach. viele wolken zogen morgens vorbei, helle weiße; ganz tief, dunkle graue; etwas höher, dazwischen blaue löcher. um nicht am entferntesten punkt wieder kalt erwischt zu werden beschlossen wir das zu fahren was vor der haustür liegt um im zweifel schnell daheim zu sein. jafferau! dank guter vorarbeit haben wir den einstieg sofort und tomtom geführt gefunden. als man dann mal aus den weißen wolken raus war ließ der nieselregen auch nach. wir hätten keine sekunde früher vor dem 800 meter langen tunnel ankommen sollen. genau in diesem moment kamen zwei landis raus. ein viertel stündchen gequatscht und über strecken gesprochen und dann gings ab durch den tunnel. mit jedem höhenmeter wurde es frischer und der wieder einsetzende nieselregen ging in schnee über. tapfer haben wir uns bis unter das fort hochgekämpft und waren um die fahrradjacken mit anti windchill funktion die wir für 15 euro bei lidl erstanden hatten und unter den motorradjacken an hatten, dankbar. was für ein eisiger wind.



    für die abfahrt wählten wir die andere route nach savoulx. unten angekommen fiel mir die wettevorhersage ein, es sollte noch schlechter werden, und wenn es oben weiter schneit kämen wir garnicht mehr auf den sommeiler. also kurs rochemolles und aufi auf den berg. zu beginn der schotterpiste ein kurzes stärkungspäuschen, da kamen 4 österrreicher mit ihren zweiventilern runter.also nichts wie los. inwischen hatte dauerregen eingesetzt,aber offroad macht das irgendwie nichts aus. bis kurz hinter das refugio scarfotti war die welt auch noch in ordnung. aber so langsam wandelte sich die bergwelt in eine schneelandschaft. schneeflocken kamen von vorne waagerecht, ein eisiger wind, und ein kostenloses tausend-nadelstiche-peeling durch den crosshelm gabs dazu.

    meine gräfin aber immer tapfer vorneweg und das mit zwei jahren führerschein. respekt. die kehren wurden zusends schlammiger und glitschiger. wir gingen dazu über die kehren sitzend zu fahren und in alter crossermanier das kurveninnere bein vorzustrecken.aber 400 höhenmeter vor dem ziel war schluß.

    binnen sekunden war die crossbrille immer wieder vereist. sicht gleich null. zudem war die strecke immer schlechter erkennbar. es half nix.

    wir haben den geordneten rückzug angetreten, und mussten feststellen dass die ganzen kehren in der kurzen zeit noch weiter aufgeweicht waren. als ich für ein foto abstieg bin ich richtig erschrocken wie weich und tief der untergrund war.

    an dieser stelle mal ein lob an den heidenau k60, der alles besser kann als der tkc 80, aber dazu im reifenthread mehr. trotzallem glücklich und durchgeweicht sind wir wieder in unserer ferienwohnung gelandet. ab unter die heiße dusche.

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    #5
    mittwoch 16.9
    vorteil wenn man mit moppeds auf dem hänger anreist: man hat ein auto dabei. heute hat es dermaßen geschüttet dass wir erst nach susa gefahren sind, waren da aber schnell fertig, und sind weiter nach turin, und sind jetzt vom bummeln fast erschlagener als vom offroad fahren. für morgen sehen die vorhersagen etwas besser aus. die offroad strecken werden trotzdem total aufgeweicht sein. wir werden sehen.

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    #6
    donnerstag 17.9
    na geht doch! aufstehen und blauen himmel sehen,so ist´s recht. für heute haben wir uns ein weniger populäres ziel ausgesucht:conca cialancia. dass hieß erstmal mal ein bißchen asphaltkurven schwingen über sestriere und pragelato. blauer himmel und die ganzen bergspitzen waren mit puderzucker überzogen. die auffahrt zum conca cialancia war recht unspektakulär und oben traf dann auch das ein was ich in anderen reiseberichten schon gelesen hatte:am lago lauson ist schluss.

    eine dicke schranke und ein verbotsschild verhindern jede weiterfahrt. nachdem alles recht flott ging die große frage was nun. wir einigten uns den finestre von der anderen seite als letzten samstag zu fahren, an dem einstieg in depot waren wir auf dem hinweg sowieso vorbei gekommen. und wenn schonmal da oben ist können wir auch sehen wie die lage auf der assietta ist. vor dem assietta schild haben wir ein päuschen gemacht und uns gestärkt. inzwischen wurde das infoschild über die bauarbeiten um ein „gesperrt ab kilometer 8“ ergänzt. die ersten kilometer waren ganz schön schlammig, kein wunder nach dem ganzen regen gestern.

    besonders an der stelle die wohl die sperre hätte sein sollen. die bauarbeiter waren aber dermaßen bemüht uns auf´s freundlichste zu winken und uns platz zu machen. in der mitte der strecke(wir kommen gerade über eine kuppe) sehe ich plötzlich einen abschleppwagen!!! mitten auf der assietta!!! zu dem zeitpunkt habe ich aber noch nicht gesehen was der fahrer des abschleppwagens da gerade aufladen will, und dachte erstmal an irgendein baugerät, aber was wir dann zu sehen bekamen hat all unsere verrücktesten ideen bei weitem übertroffen. einen porsche 924!!! deutsches kennzeichen!!und der fotografiert auch noch voller stolz wie seine karre aufgeladen wird .wie der bis an die stelle gekommen ist, ist uns auch ein rätsel. mit einer mischung aus kopfschütteln und still vor uns hin grinsen sind wir die assietta zuende gefahren. 16uhr. zufrüh um in die ferienwohnung zu fahren. da wir nicht wissen wie das wetter morgen werden soll und die sonne schon ganz gute trockenarbeit geleistet hatte der entschluss:sommeiler der zweite versuch des gipfelsturms. schnell über den aspahlt hingebraust und um 17uhr in rochemeolles gestanden. kein vergleich zu dienstag. die kehren waren so gut wie abgetrocknet, keine schlammlöcher mehr.

    fast die ganze sommeilerstrecke hat bis abends sonne. nur die letzten kehren wurden ein wenig haarig. es waren wohl im laufe des tages etliche autos oben die eine spur frei gefahren hatten aber daneben lag noch knietief der schnee,hei das hat schön gedampft wenn sich die zylinder den weg frei geschmolzen haben.



    teilweise konnte man nur die spur der talseite nutzen weil auf der bergseite zu viel schnee lag. jetzt bloß nicht den lenker verreißen sonst geht’s im freien flug ins tal!!! etwas entkräftet aber glücklich kamen wir oben an, haben uns aber nicht zuviel zeit gelassen weil die sonne hinter den bergen zu verschwinden drohte. bis wir schließlich wieder in rochmeolles waren, war es schon fast dunkel.

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    #7
    Freitag 18.9

    Den heutigen tag kann man getrost als sch…tag bezeichenen. wir wollten eigentlich den versäumten moutiere und roche madeleine nachholen, und auf dem weg schauen ob wir den bithalter von harald´s und doro´s superwerkzeug-geburtstagsgeschenk wieder finden dass eigentlich noch am einstieg vom parpallion liegen muss. bis kurz davor sind wir auch gekommen, aber je weiter wir fuhren umso schwärzer wurde der himmel und die tropfen immer dicker.also umdrehen und wieder richtung hellerem himmel. aber das tief und die tropfen waren schneller als zwei gs auf der bolzgeraden n94.regen bis zum stützpunkt.

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    #8
    samstag 19.9
    dafür war uns das wetter heute milder gestimmt. spontan entschieden wir uns den jafferau nochmal zu fahren, haben aber angesichts der 10 gruppe die bei uns im haus stationiert war und weiteren gruppen das gipfelfort ausgelassen und sind gleich die abfahrt nach savoulx runter was uns die entscheidung leicht machte gleich „gegenüber“ den punta colomion unter die räder zu nehmen. vor einem gesperrt schild haben wir zwei mopped fahrern im vorbeiflug noch den zusatztext übersetzt der besagt dass die strasse nur im sommer in stand gehalten wird und das befahren auf eigenes risiko erfolgt. monika hatte richtig spaß an der strecke und hat es gut laufen lassen.

    auf dem gipfel haben wir keine anstrengungen unternommen den mulatteria zu fahren, die beschreibung im denzel war uns dann doch zu abenteuerlich.

    wieder unten war es trotz angesagtem packen und mopped verladen noch zu früh und wir beschlossen nochmal richtung lago nero zu fahren zumal ich am ersten tag den garmin zum tracken nicht dabei hatte und wir wollten den anderen abzweig zum colle bercia noch fahren. dort war der gipfel in wolken gehüllt und es war gut frisch. auf dem weg runter nach bousson sind wir dann in einen almabtrieb geraten und haben uns mühsam den weg durch die kühe gebahnt.

    direkt mit erreichen des ortsschildes von oulx fing es wieder an zu regnen…….

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    Rotes Gesicht

    #9
    scheiss die wand an, wie geil. mein neid ist dir gewiss.

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    #10
    Schöne Bilder !
    Schade das Ihr so ein Pech mit dem Wetter hattet.
    Schnee ist zwar mal ein Abenteuer, muß aber nucht wirklich sein.


 
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