Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 25

Schottertagebuch Slowenien/Friaul

Erstellt von dergraf, 13.06.2010, 09:37 Uhr · 24 Antworten · 4.647 Aufrufe

  1. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard Schottertagebuch Slowenien/Friaul

    #1
    Samstag 5. Juni 2010

    Diesmal war ich vernünftiger und hab mich wenigstens noch für 3 Stunden auf´s Ohr gehauen bevor es um halb 3 Richtung Slowenien losging.
    Vorteil im Juni: nach knapp einer Stunde, Höhe Ulm, fing es schon an zu dämmern.
    Kaum am Campingplatz angekommen und die Mopeds ausgeladen, hab ich mich gleich dran gemacht unseren beiden Dicken die Hawker Batterie zu verbauen, die ich die Woche davor bestellt hatte, zuhause hatte ich einfach keine Zeit mehr dazu gehabt.



    Ansonsten haben wir den Nachmittag gemütlich angehen lassen, zu mal die nicht mehr gewohnte Wärme irgendwie lähmte. Denn der wolkenlose Himmel und die Wärme der ganzen Fahrt war uns auch hier hold. Kaiserwetter.
    Ein bisschen fahren wollten wir aber schon noch, da bot sich die letztjährig entdeckte Strecke, die quasi hinter dem Campingplatz losgeht, an.
    Gleich im Anschluss hatten wir noch von einer Schotterroute Richtung Triglav gehört mit kernigen 25% Steigung, leider inzwischen zum Teil asphaltiert, die haben wir noch angeschlossen, aber kräftemässig war heute nicht viel drin, und wir haben es gut sein lassen.
    Erst mal ausschlafen und Kräfte sammeln.


    gruß mathias

  2. HP2Sascha Gast

    Standard

    #2
    Das scheint interessant zu werden! Bitte weiterführen und per reichlich Bildmaterial zum Zahnwachstum beitragen!

  3. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #3
    Sonntag 6. Juni 2010
    Nach reichlich Schlaf und ausgiebigem Frühstück bei strahlend blauem Himmel stand noch eine leichte Batterie-Überarbeitung bei der Adventure an.
    Da es dadurch doch schon fast wieder Mittag geworden war haben wir den Plan heute ans Meer zu fahren wieder verworfen und haben es vorgezogen eine Schotterstrecke zu fahren die wir letztes Jahr schon mal in Angriff genommen hatten.
    In unserer Erinnerung gingen dort noch unzählige andere Strecken ab. An fast allen Waldwegen steht ein Schild mit dem Hinweis dass es sich um eine schmutzige Straße handelt deren Befahren auf eigene Gefahr erfolgt. Wer ein Auge für diese Schilder hat kann sich hier in Slowenien schotter-schwindelig fahren.







    Nach dreiviertel der Strecke haben wir auch unsere Route verlassen und haben uns grob Richtung Porezen durchgeschlagen und sind auf kurvigsten Straßen dort hin geführt worden. Es gab kein einziges Stück Asphalt das länger als 100 Meter gerade war. Was für ein Paradies. Und kaum ein Mensch unterwegs und es ist Sonntag!!!
    Beim Einstieg zum Porezen sind war nach einem kurzen grobschottrigen und sehr steilen Anstieg plötzlich bei einem alten Bergbauern auf dem Hof gestanden. Sackgasse!!
    Zurück und einen anderen Abzweig genommen. Treffer.
    Wenn einem überhaupt jemand begegnet wird einem so freundlich zu gewunken und man wird angestrahlt als ob sich die Leute freuen dass man da ist. Der Anstieg war gut zu fahren, ein paar ausgewaschene Stellen, das war es schon.
    Der letzte Anstieg auf 1400 m bis zum Gatter , das man unserer laienhaften Übersetzung nach sicher hätte öffnen dürfen, war sehr rumplig und die Moppeds haben getanzt wie Rodeopferde.




    Kurzes Päuschen und dann den Heimweg angetreten .Runter ging es auf gleichem Wege da der Porezen eine Sackgasse ist.
    Die Landschaften erinnern mich oft an eine Mischung aus Allgäu und Schwarzwald. Die Balkone in den Orten sind mit Geranien behängt wie in der Schweiz, die Schotterstrecken haben teilweise echtes Westalpen/Piemont Feeling und der Asphalt ist griffig wie bei den Franzosen und das ganze nicht weniger kurvig.

    gruß mathias

  4. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #4
    Montag 7. Juni 2010
    Heute hatten wir uns dazu entschieden eine Asphalt- Tour ans Meer zu machen.
    Ich weiß nicht wie viel Bergkämme wir auf dieser 420 Kilometer Tour überquert haben, erst recht weiß ich nicht wie viel Kurven und Serpentinen es waren.
    Was ist dieses Slowenien nur für ein Motorradfahrer Paradies. Ich dachte nie dass es auch mal erholsam sein kann ein Stück geradeaus zu fahren. Kurven Kurven Kurven Kurven Kurven….und kein Mensch unterwegs. Wir haben minutenlange Pipi/Rauchpausen gemacht; es kam nicht ein Auto vorbei. Polizei? Hab ich noch nicht einmal gesehen. Wenn man auf der Höhe ankommt und freie Sicht hat sieht man bis zum Horizont nur Berge und noch mal Berge und Wald Wald Wald.



    Was für Schock als es auf Triest zu ging. Ich war noch nie dort, aber bei Triest hatte ich immer die Assoziation „trist“. Und genau das trifft es. Man kommt wohl nur auf der Stadtautobahn um die Stadt drum rum.
    Von viel Verkehr und großer Hitze leicht angenervt beschlossen wir uns nicht bis nach Piran durch zu schlagen sondern das erste der slowenischen Hafenstädte an zu steuern und haben nach einigem Suchen auch ein ansprechendes Kaffee direkt am Wasser entdeckt. Endlich Cappuccino und Eis.






    Für die Rücktour hatte ich mir noch ein paar Variationen einfallen lassen. Man glaubt es kaum aber es gibt noch einsamere und noch kurvigere Strassen……



    gruß mathias

  5. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #5
    Dienstag 8. Juni 2010
    Nachdem wir letztes Jahr aus Zeitgründen den Stol auslassen mussten wollten wir ihn heute in Angriff nehmen, wobei das was bei alpenrouten.de zu lesen war, nicht gut klang. Aus diesem Grund hatte ich unsere Anfahrt bewusst so gelegt dass wir nach dem Vrisc Pass von der Nordrampe an den Stol heran fahren. Die letzten Kommentare ließen den Schluß zu dass es von Norden her noch machbar sei. Aber schon aus der Kurve heraus kurz vor dem ehemaligen Grenzhäuschen leuchtet einem das nagelneue Schild entgegen.




    Kurzes Photo zur Dokumentation und weiter über italienisches Gebiet um den Stol und das dazugehörige Massiv zu umrunden und zum Südeinstieg des Stols zu gelangen. Kein Mensch unterwegs auf diesen winzigen Strassen die mit Kurven nur so übersäht waren.




    An dem Südeinstieg erwartete uns das was wir eigentlich schon wussten und wovor Harald Denzel schon gewarnt hatte. Der Stol ist für Motorradfahrer Geschichte, und zwar NUR für Motorrad fahrer.




    Etwas enttäuscht haben wir auf gleichem Weg den Rückzug angetreten. Aber den Vrisc Pass kann man gut gerne zweimal befahren und die Soca unten im Tal ist für mein Empfinden der schönste Fluss überhaupt. Derart kristallklares und türkisblaues Wasser habe ich noch nie gesehen, das in der Verbindung mit fast weißen Steinen, Geröll und Felsen, ist ein Anblick an dem ich mich nicht satt sehen kann.
    Kleine Überraschung noch in der drittletzten Kehre. Autos und Menschen standen auf der Strasse die uns mit Zeichen zum langsamfahren anhielten. Wir haben uns trotzdem weiter vorgetastet und nach der nächsten Kurve war der Grund des Staus sichtbar. Ein holländischer(!!!) Reisebus mit Doppelachse hinten blockierte die ganze Kehre. Das Heck saß auf und war total demoliert und von der Doppelachse war ein Rad abgerissen. Die ganze Besatzung des Busses (geschätzte 50 Rentner) standen wild schnatternd und gestikulierend drum rum. Wir konnten uns so gerade eben zwischen Felswand und Busfront aussen vorbei mogeln und sind locker entspannt zum Campingplatz geschwungen.


    gruß mathias

  6. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #6
    Mittwoch 9. Juni 2010

    Heute haben wir mal einen Ruhetag eingelegt und haben den See zu Fuss umrundet und waren im Ort für Eis-essen, Cappuccino, Shopping und co.
    Hin wie Rückweg waren geprägt von Wasservögeln und ihrem Nachwuchs.
    Ansonsten faul am Zelt abhängen. Viel mehr ist bei der Hitze auch nicht möglich.









    gruß mathias

  7. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #7
    Donnerstag 10. Juni 2010
    So heute war Italien- tag. Auf ins Friaul.
    Um uns 170 Kilometer An- und abreise zu sparen haben wir die Moppeds verladen und sind bis Pontebba an den Fuß des Cason die Lanza mit dem Transporter gefahren.
    Das war letztes Jahr eines von vier Vorhaben die letztes Jahr aus witterungs-technischen Gründen gescheitert sind. Gleich nach 3 Kilometern war eine Gerölllawine abgegangen. Auch heute war sie noch zu sehen aber diesmal freie Fahrt.




    Nach dem Schwung ins Tal kommt als nächstes der Monte Paularo auf der Perlenkette der Schmankerln. Letztes Jahr ging es bis Kehre zwei dann hat eine Lawine das weiterkommen verhindert. Auch dieses Jahr lag dort noch Schnee aber diesmal kamen wir durch.







    Berg Nummer drei der bei uns etwas gut zu machen hatte war der Zuofplan. Auch dort machte im vorigen Jahr, kurz nach einsetzen der Schotterstrecke eine Lawine das weiterkommen unmöglich. Auch hier hatten wir dieses Jahr Glück und wir kamen ganz hoch.





    Blieb noch die Nummer vier. An der Panoramica sind wir letztes Jahr vom Westeinstieg kommend an Forstarbeitern gescheitert die mit ihrem schweren Gerät alles blockierten. Dieses Mal wählten wir den Osteinstieg und kamen diesmal auch bis ganz an die ohne Steigungen verlaufende Schotterstrecke. Aber die Panoramica mag uns nicht. Diesmal war es hier eine Lawine die eine komplette Befahrung der Panoramica ein weiteres Mal nicht wahr werden ließ. Zumindest konnten wir diesmal einen Eindruck gewinnen warum diese Strecke so heißt.





    Über den Cason di Lanza sind wir wieder zurück nach Pontebba wo unser Transporter geduldig auf uns wartete.



    gruß mathias

  8. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #8
    Freitag 11. Juni 2010
    Aus einem Geländewagen-Tourenbuch hatte ich den Einstieg für die heutige Tour wieder auf slowenischem Boden. Die vom Autor beschriebene Tour war mit 12 Kilometern eindeutig zu kurz, zumal er schrieb dass es ein riesiges Gebiet sei mit mannigfachen Möglichkeiten. Also saß ich im Winter stundenlang vor Google Earth und Map source und habe in akribischer Geduldsarbeit selber gebastelt. Theoretisch kamen so 120 Schotter-offroad Kilometer abseits jeglicher Zivilisation zustande und die sind es in Wirklichkeit auch geworden. Wir sind bis knapp an die kroatische Grenze gelangt. Uns ist auf diesen 120 Kilometern, ein Quad und ein Forstarbeiter begegnet. Sonst nichts. Kein Haus, keine Ansiedlung, kein Auto..Nichts, nulla, zero, nothing, niente, litschi….Fahrerisch nicht anspruchsvoll aber einfach ein einmaliges Erlebnis mitten im stark besiedelten Europa sich so lange legal auf Schotter bewegen zu können und zu dürfen.




    Gelber Schotter








    gruß mathias

  9. Registriert seit
    28.09.2009
    Beiträge
    9.459

    Standard

    #9
    ne schöne tour seid ihr da gefahren. macht spass,
    die bilder zu gucken und deine texte zu lesen ...
    hoffentlich geht es bald weiter!

  10. Registriert seit
    23.07.2007
    Beiträge
    5.159

    Standard

    #10
    Zitat Zitat von HP2Sascha Beitrag anzeigen
    Das scheint interessant zu werden! Bitte weiterführen und per reichlich Bildmaterial zum Zahnwachstum beitragen!

    feddich!!

    du warst einfach zu schnell


 
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Friaul und Slowenien
    Von AmperTiger im Forum Touren- & Reiseberichte
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 20.02.2015, 19:33
  2. 2. Schottertagebuch Piemont
    Von dergraf im Forum Touren- & Reiseberichte
    Antworten: 150
    Letzter Beitrag: 27.09.2010, 15:21
  3. Schottertagebuch Piemont
    Von dergraf im Forum Touren- & Reiseberichte
    Antworten: 30
    Letzter Beitrag: 22.06.2010, 19:45
  4. Friaul
    Von gap im Forum HP2 Enduro und HP2 Megamoto
    Antworten: 224
    Letzter Beitrag: 16.06.2009, 23:35
  5. Zurück aus Slowenien/Friaul/Dolomiten
    Von MP im Forum Motorrad allgemein
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 21.01.2005, 09:08