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Teneriffa im Januar 2015

Erstellt von Pendeline, 20.01.2015, 22:12 Uhr · 18 Antworten · 2.683 Aufrufe

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    Standard Teneriffa im Januar 2015

    #1
    In unseren Breiten ist der Winter ja leider mehr oder weniger Mopped-frei. In Deutschland hat es Usselwetter, es ist nass, kalt, Schnee liegt. Außerdem sind die Tage im Winter hier doch sehr kurz für eine längere Moppedtour.

    Seit einigen Jahren fliege ich daher mit Freunden in den Süden. Die letzten Tage Resturlaub soll verbraten werden. Eine gute Gelegenheit, ferne Regionen zu erkunden, fremde Mentalitäten zu erfahren und auch mal neue Eindrücke von anderen (Miet-)Motorrädern zu bekommen.

    Viermal war ich jeweils im Dezember auf Mallorca. Die Infrastruktur dort stimmt. Flüge und Hotels gibt es zur Genüge. Vor Ort hat sich ein sehr kompetenter Motorradvermieter etabliert. Spannende, vielfältige Straßen, von Autobahn bis Schotterpisten, hat es sowieso. Aufpassen sollte man dort bei nassem Wetter. Vor allem die von Autoreifen blank polierten Kreisverkehre können rutschig sein.

    Für diesen Winter hatten wir uns ein anderes Ziel ausgesucht. Teneriffa soll es werden. Leider haben wir ein bissel spät mit der Planung angefangen. Zeitfenster, freie Urlaubstage, verfügbare Finanzen ließen sich für eine größere Gruppe nicht unter einen Hut bringen. Ans und ich wollten es wagen. Da die Finanzen begrenzt waren, hat Ans die Planung übernommen. Sie hat bei Verwandten den Schlüssel zu einer Ferienwohnung organisiert. Dort durften wir in der ersten Januar-Woche kostenlos wohnen, weil die Bude gerade im Umbau war. Für uns beide war das OK. Flug und Mietmoppeds wurden dann im Internet bestellt. Die Herausforderung war, auf der Insel die Transfers zwischen Flughafen (Süden), Mietstation (Südwesten) und Ferienwohnung (Norden) zu organisieren. Taxi (zu teuer), Leihwagen (in unserer Konstellation nur die Notlösung) und öffentliche Verkehrsmittel (Ans liebt das Abenteuer ) standen zur Auswahl. OK, Ans war der Planungschef und war fest entschlossen, die Öffis zu verwenden. (Und ich habe mir einen Hunni für Taxifahrten weggelegt ).

    Der Plan war, vom Flughafen direkt mit Öffis zum Vermieter zu fahren, dort die Moppeds zu übernehmen, Navis ranzufriemeln, Gepäck aufzuschnallen und dann in die FeWo zu fahren. Auf der Rückreise dann entsprechend umgekehrt. Ich war skeptisch. Als erstes galt es, das Gepäck auf moppedreisentauglichen Umfang einzudampfen und entsprechend unterzubringen. Da kommt die Malle-Erfahrung zum Einsatz. Die Reise starten wir mit angezogenem Motorradanzug und –Stiefel. Der Helm reist im Flieger als Handgepäck. Eine Ortlieb-Rolle mit dem sonstigen Krempel wird am Flughafen aufgegeben. Der Flug war also organisiert. Am Flughafen in Teneriffa angekommen, war die Freude groß. Ich stand am Gepäckband und wartete auf unsere Ortlieb-Taschen. Ans war schon draußen, um sich ein Bono-Ticket für die Öffis zu organisieren. Da klingelte mein Handy. Eine Nummer mit 0034 bimmelt mich an. Der Mopped-Vermieter war es: “Bin gerade auf dem Weg zum Flughafen, andere Kunden dort abzuliefern. Soll ich euch auf der Rückfahrt mitnehmen? Goil! Stilecht wurden wir dann mit einem 40 Jahre alten Rover abgeholt.

    In der Mietstation waren die Moppeds schon vorbereitet. Ans hat sich eine F650GS (den Zweizylinder) und ich mir eine F800GS rausgelassen. Beide nicht mehr die aktuelle Ausbaustufe. Die Dinger standen aber tiptop da. Als ich daran ging, den „Tankdeckel“ abzuschrauben, um an die Batterie für die Navistromversorgung zu kommen, hat der Vermieter ein bissel komisch gekuckt, aber dann doch geholfen. Das nächste mal organisiere ich mir einen kleine 12-Volt-Stecker für die Bordsteckdose. Versprochen.

    Zwischenzeitlich hat die Dämmerung eingesetzt. Für die Fahrt von der Mietstation zur Wohnung auf der gegenüber liegenden Inselseite hatte ich 2 Routen vorbereitet. Eine westlich über die Masca-Schlucht oder östlich über die Autobahn. Im Dunkeln ist die Landschaft nicht zu sehen, also dann die Autobahn.

    Den eigentlichen Moppedurlaub auf der Insel möchte ich hier nicht mit Worten beschreiben. Bilder sprechen für sich. Nur soviel: Eine Bekannte von Ans, die in Teneriffa eingeheiratet hat, beschreibt es: „Innerhalb von 2 Stunden könnt ihr auf Teneriffa jede Landschaft Südamerikas finden, Meer, Strände, Vulkane, Berge, Wüsten, Steppen, Urwald.



    Noch ein Wort zu „meiner“ F800GS.
    Das Ding hatte 130.000 km als Leihmotorrad hinter sich. Außer dass der schwarze Lack am Motorengehäuse in der südlichen Sonne etwas matter geworden war und einige Schauben nach jahrelangen Seeklima etwas Flugrost angesetzt hatten, stand die GS tiptop da. Der Motor stand voll im Futter, unterstützt durch ein Ritzel mit 2 Zähnen weniger. Auf der Autobahn dreht der Motor bei 120 km/h mit 5.500 RPM. Mehr als 180 wären also nicht drin gewesen. Da war Feuer in der Bude. Das Motorrad hat dermaßen angerissen, dass ich einen Tag brauchte, um damit klar zu kommen. Einfach immer einen Gang höher fahren und gut isses.

    Die Straßen auf Teneriffa und auch auf La Gomera sind sehr abwechslungsreich. Die Strecken folgen der Topographie der Insel. Es hat einen Kurvenanteil von 95 % . Der Asphalt ist auf den Hauptstrecken erstklassig. Wenn man sich traut, auf Nebenstrecken zu fahren und auch mal Stichstraßen durch die Barrancos runter zu Küstenorten nimmt, um dort aufgegebene Häfen für den Bananen-Export zu erkunden, dann findet man alle Straßentypen bis hin zu Schotterpisten. Nur oben auf der Hochebene vor dem Teide und auf La Gomera, oben im Lorbeerwald, ist Rücksicht geboten. Abseits der legalen Straßen ist Wanderer-Revier. Also seit anständig und respektiert eure Gastgeber.

    Gruß - Pendeline

    P.S.
    Auf Anregung von Apfelrudi findet man den Bericht hier an dieser Stelle an einer passenderen Stelle.

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    #2
    Schönes, stimmungsvolles Video, danke sehr.

    Macht Lust, mal dorthin zu fliegen.

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    #3
    Hallo
    Hättest Du mal vorher hier gefragt, dann hätte ich dir den Tipp gegeben den Joachim zu fragen
    mit dem Transfer, der hätte das organisiert mit einer Elke.
    Mit dem Landi geht es aber auch trotz Dieselgeruch und nur wenigen PS.
    Konnte / durfte man schon wieder zum Tenno fahren, ganz im Nordwesten?
    Gruß.

  4. Registriert seit
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    #4
    Zitat Zitat von juekl Beitrag anzeigen
    Konnte / durfte man schon wieder zum Tenno fahren, ganz im Nordwesten?
    Können? Habe ich nicht versucht. Dürfen? Nein, darf man nicht. Die mehrsprachigen Verbotsschilder sind dermaßen präsent und schreiend, dass sich NIEMAND daran mit klarem Verstand vorbeimogeln kann. Es wird vor extremen Steinschlag gewarnt. Die Tenerifferos sind es einfach leid, immer wieder in ein Gefahrenzone reinzugehen um leichtsinnige Touris zu bergen.

    Es soll aber ein Wanderweg von der anderen Seite her geben. Schilder an der Ortschaft Teno/Alto (bei La Mesita) weisen dorthin mit einer 6 km-Strecke. Wir haben es mit Moppedstiefeln auf irgendwann später verschoben.

    Gruß - Pendeline

    Gruß - Pendeline

  5. Registriert seit
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    #5
    Hi
    bis vor 2 Jahren durfte man bei normalen Wetter dort ganz normal hinfahren, erst die letzten Male
    war dann die Schranke zu.
    Ein Kollege ist im November mal durchgefahren, die Strasse war ganz normal in Ordnung.

    Sonst dürften da die Bauern ja auch nicht zu Ihren Grundstücken fahren.

    Ich kann mich erinnern, dass man vor 15 Jahren dort auch nicht fahren durfte,
    das machen die wohl so, wie gerade ihr Gemütszustand ist.

    Gruß

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    #6
    Mehrere Schilder in den wichtigsten europäischen Sprachen, in Signalfarbe, jeweils in einer Größe von ca. 1,5 x 2,5 Meter, fest in den Untergrund einbetoniert, scheinen mir nicht auf ein vorübergehendes Provisorium hinzudeuten.

    Gruß - Pendeline

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    #7
    ich hab mir gerade das Video angeguckt, wer sagt denn das Männer nicht weinen dürfen....................
    Im Ernst, das macht Fernweh, Danke für den Bericht.

  8. Registriert seit
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    #8
    Da steigt die Vorfreude. Nächste Woche geht es zum sechsten Mal auf die geile Insel. Letztes Mal habe ich bei Teneriffa-on-bike gebucht. Wo hast Du die Moppeds gemietet?

    bis neulich Andreas

  9. Registriert seit
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    #9
    Gebucht habe ich bei www.Canarymoto.de

    Gruß - Pendeline

  10. Registriert seit
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    #10
    Hatte ich auch 2 mal. Solange du bei der Rückgabe der Maschine dabei bist ist auch alles ok. Wenn du aber mit gebrochenem Bein im Krankenhaus liegst, musst du dich nicht wundern, wenn du dann hinterher Schäden genannt bekommst, die du gar nicht verursacht hast, oder in keiner Relation stehen. Dabei kannst du leider nur schlucken und blechen. So bei mir im Januar 2013. Ich bin mit der Maschine umgekippt und hatte mir dusseligerweise mein Bein gebrochen. Beim Abstützen anscheinend unter Druck das Bein verdreht und dabei einen Spannungsbruch des Schienbein zugezogen. Maschine ist zum Glück nicht auf mich gefallen. Nur auf die seite. Fussraste, Schalthebel und Kupplungsgriff verbogen. Habe ich beschädigt, muss ich bezahlen.
    Später habe ich Fotos erhalten von verkratzen Griffschalen, Lenkerendgewicht und verschiedene Spritzgussteilen mit Kratzern. Die Maschine hatte damals über 80.000 Kilometer auf der Uhr. Als Krönung war ein Foto einer beschädigten Felge dabei. Ich bin nicht über Stock und Stein gefahren. Aber wenn du in der Zeit im Krankenhaus liegst musst du das einfach hinnehmen. Du kannst nicht das Gegenteil beweisen. Lamentieren bringt nichts. Da kannst du nur hinterher jeden anderen Interessenten warnen. Bei meiner ersten Miete 2012 war ich von Joachim echt begeistert und habe ihn entsprechend weiterempfohlen. Deshalb hatte ich ja auch 2013 wieder bei ihm gemietet. Aber egal. Schwamm drüber. Ihr habe meine Lehre gezogen und rate jedem ab. Ich werde das nächste mal bei Teneriffa on Bike buchen. Wer wirklich Interesse hat, kann auch jederzeit Bilder von den verschmutzten und verkratzen Teilen sehen, welche berechnet wurden. Wie gesagt, über 80.000km. Da hat der Rand des Spiegels Kratzer und Lenkergewichte auch. Ob das BMW Logo eine Macke hatte, habe ich vor Übernahme leider auch nicht kontrolliert.


 
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