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Über Geld spricht man nicht genug - Abrechnung nach 25 Tagen Spanientour

Erstellt von noIR, 12.04.2016, 12:51 Uhr · 34 Antworten · 5.371 Aufrufe

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    Standard Über Geld spricht man nicht genug - Abrechnung nach 25 Tagen Spanientour

    #1
    Hallo! Was mir bei den meisten Reiseberichten fehlt, ist die für einen Studenten oft wichtigste Frage: was kostet eine Motorradreise in die genannten Regionen? Ich versuche auf unserem Reiseblog ( Fernwind - Fernwind ) solche Infos aufzubereiten, damit man seine eigene Urlaubskasse besser planen kann

    Vielleicht für den ein oder anderen von euch interessant.

    Seit gestern sind wir wieder aus Spanien zurück, es wird also Zeit für Fakten! Wir sind am 16.3.losgefahren und am 9.4.2016 wieder in Aachen angekommen. Wir waren also 25 Tage und damit 24 Nächte unterwegs. Von den 25 Tagen hatten wir 3,5 Regentage.

    Wir sind mit beiden Motorrädern jeweils 6113 km gefahren. Davon sind wir ungefähr 2500km Landstraße, 1500km Autobahn (gerade an den Regentagen sowie der letzten etappe) und 2000km kurvige Strecken gefahren. Durchschnittlich haben wir für 1,20€ je Liter getankt (Frankreich: 1.24€ - 1.35€, Spanien: 1,08€-1,20€). Internationale Spritpreise für die Planung der nächsten Reise kannst du hier oder hier nachschauen. Die Honda CBF 600 (2004) hat durchschnittlich 5 Liter/100km und die BMW 1200gs (2007) 5,5 Liter/100km verbraucht. Das macht Spritkosten von 366€ sowie 403€. Zusätzlich brauchte die CBF 600 eine H7-Birne fürs Abblendlicht (6€) und 0,4 Liter Öl (SAE 10w40) für ca. 3€. Für die GS haben wir einen Benzinkanister für 7€ und ein Überbrückungskabel für 15€ gekauft, Öl oder Ersatzteile waren nicht nötig. Nicht eingerechnet wird hier die Abnutzung von Verschleißteilen (Reifen, Bremsbeläge, Wertverlust, anteilige Inspektionskosten etc.). Während der ganzen Reise hat Fabian insgesamt 7 Motorrollerfahrer fälschlicherweise gegrüßt.

    Unsere komplette Route auf Googlemaps:
    https://www.google.com/maps/d/viewer...50&usp=sharing

    Von den 24 Nächten haben wir 7 bei AirBnB Hosts, 5 bei der Gastfamilie in Jete, 11 auf verschiedenen Campingplätzen und eine in der Wildnis verbracht. AirBnB hat uns im Schnitt pro Nacht 22€ gekostet (von 14€ in Nancy bis 32€ in Fribourg). Die Nächte bei der Gastfamilie so wie beim Wildcampen waren kostenlos. Eine Nacht auf dem Campingplatz kostete im Durchschnitt ca. 20€ (17€ bis 23€). Das macht für uns beide zusammen 374€ oder 7,80€ pro Nacht pro Person.
    Bei AirBnB bezahlt man meistens das Zimmer pauschal. Hier hätte man also als Alleinreisender skaliert höhere Kosten. In diesem Preissegment typisch ist ein kleines (ca. 10-12qm), privates (also nur von dir benutztes), Zimmer mit einem Doppelbett (140-160cm), einer großen Bettdecke (üblich in Frankreich und Spanien) und wenn du danach fragst ein kleines Frühstück am morgen.
    Eine typische Rechnung für einen Campingplatz sieht wie folgt aus:
    Erwachsene: 2x 5€
    Zelt: 5€
    Motorrad: 2x 2,50€
    20€
    Man würde also beim alleinigen Campen ca 7,50€ sparen.
    Verpflegung haben wir nicht konkret nachgehalten. Diese Kosten unterscheiden sich bei uns nicht groß von dem Leben in der Heimat. Spanien ist in Bezug auf Nahrungsmittel leicht günstiger, dafür kommen Ausgaben für den Kauf von Wasser hinzu – das Leitungswasser sollte man in Spanien zumeist besser nicht trinken. Die Kosten in Frankreich sind ähnlich zu jenen in Deutschland. In der Schweiz versuchen wir so wenig wie möglich zu kaufen, da hier alles viel teurer ist: vor der Landesgrenze Tanken und einkaufen.
    Der Gesamte Urlaub hat uns jeweils also ca 600€ gekostet (ohne Verpflegung). Möglichkeiten um diesen Preis noch weiter zu drücken, gab es meiner Meinung nach nicht viele. Tankstops kann man besser planen, und eher bei kleinen freien Tankstellen tanken, als bei Rapsol direkt an der Landstraße. Hier würde man nochmals ca 10c/Liter sparen. Allgemein haben wir durch das weit entfernte Ziel der Workaway Gastfamilie auch mehr Strecke gemacht, als nötig gewesen wäre. Unser nächster Urlaub wird ein geringeres Kilometerpensum und damit mehr Freizeit zum Erkunden von Natur und Städten sowie weniger Spritkosten haben. Verbringt man den Urlaub in einem Land, wo Wildcampen erlaubt ist (oder alternativ: man liebt die Gefahr) kann man auch an den Campingplatzkosten noch sparen. Alles in allem ist eine Motorradreise also nicht günstig, aber dennoch, meines Erachtens nach, preiswert. Motorradfahren ist einfach kein kostengünstiges Hobby, dafür macht es uns beiden mehr Spaß als eine Pauschalreise als Klimaflucht in den Poolurlaub

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    #2
    schön, wenn man 50% seiner Reisezeit mit Buchhaltung verbringt.

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    #3
    Danke für diesen tollen Kommentar

    Ich habe tatschächlich für diese Buchaltung während der Reise genau 5 Sekunden investiert:
    ein foto vom KM-Stand vor abfahrt gemacht.

    Den Rest habe ich nach Rückkehr zuhause am PC ausgerechnet (Kreditkartenabrechnung, Campingplatzrechnungen, Getrackte GPS routen...)

    Also nicht so schlimm :P

    Edit: ahja, jeden 2. Tankstop noch in ~7 sekunden in eine App eingetragen.

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    Standard Über Geld spricht man nicht genug - Abrechnung nach 25 Tagen Spanientour

    #4
    Lieber Noir,
    Sehr schöne Auflistung! Ich kann mich an meine Studentenzeit zurückerinnern, wo wir für 600Mark drei Wochen als Sparbrötchen unterwegs waren. Dennoch hatten wir eine geile Zeit und wenn man anderen erzählt hat, dass man drei oder vier Wochen Urlaub machte, dann waren sie erstaunt, weil sie davon ausgegangen sind, dass ein vierwöchiger Urlaub doch bestimmt viel teurer sei. Die sind eben von ihren Preiserfahrungen mit Pauschalurlaub ausgegangen. Bei uns haben aber drei oder 4 Wochen Urlaub so viel gekostet wie bei anderen Leuten eine Woche.

    Heute als alter Sack habe ich eine andere Situation, da muss ich zum Glück nicht mehr mit aller Gewalt an jedem Ende sparen.

    Ich weiß jedoch, im Zweifel kann ich auch wieder dahin zurück und einen sparsameren Urlaub verbringen als heute.

    Euch weiterhin viel Spaß bei der schönsten Art, Urlaub zu machen. Vielleicht, wenn das Studium zuende ist und ihr zu den Großverdienern gehört, ersetzt ihr das Zelt durchs Hotel - aber die Freiheit auf 2 Rädern in einem langen Urlaub zu verbringen ist unbezahlbar.

    Sonnige Grüße
    Golem

    PS: Rollerfahrer grüßen.... Tststs....

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    #5
    Hi Golem, danke für deine Wünsche,

    bisher macht uns Zelten sogar noch spaß zumindest, wenn es trocken ist.
    AirBnB hat für mich das klassische Hotel nach diesem Urlaub eindeutig überholt. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder klassisch ein Hotel buchen werde, außer im Notfall wenn alles andere zu kurzfristig wäre.
    Auch bei AirBnB kann man nach oben hin so viel Geld ausgeben, wie man will. Ist aufjedenfall auch für deinen nächsten Urlaub einen Versuch wert, würde ich meinen

    ---

    Was uns aufjeden fall aufgefallen ist: gut 50% von dem Zeug, das man so mitnimmt, hat was mit Campen zutun.
    Man kann also wirklich viel Zeug weglassen, wenn man einfach nur Hotel / AirBnB macht.
    Vorallem wenn man zu 2. auf einem Motorrad fährt, wird campen imo sehr schwierig - aber auch hier gibt es Blogs die das Gegenteil beweisen.

    Im Sommer gehts dann für uns nach Irland, wir haben viel gelernt und wollen dann vieles besser machen

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    #6
    Auch wenn ich alt bin kenne ich AirBnB. Was ich meinte war im Grunde der Verzicht auf Campen, unter anderem aus den angeführten Gründen. Mit macht die Camperei einfach keinen Spaß im erschlossenen Europa. In der Mongolei und in Afrika etc siehts anders aus.

    "Zum Glück bin ich ein alter Mann,
    Das geht mich alles nichts mehr an.
    Und wenn die Erde explodiert,
    Entschuldigt wenn es mich nicht interessiert."


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    #7
    Moin Noir,

    guter Gedanke. Bin selbst Student und kenne das Problem. Ich habe festgestellt, dass gerade im Ausland auch Maut einen erheblichen Faktor ausmachen kann. Eine Fahrt durch den Mont-Blanc Tunnel kostet allein mit dem Motorrad schon um die 32€, dass ist eine Übernachtung mit Mahlzeit/ein Tag ...

    Gleichzeitig können einem aber auch die Autobahnen in Italien und der Schweiz viel Stress und Zeit sparen, gerade da sie nicht wie in Deutschland total überfüllt und mit Baustellen gespickt sind.

    An die tollen Hengste mit 12er GS und unendlichem Budget: Als ich vor zwei Jahren mit meiner vollbepackten 650er DR im 1000€ Budget an der Mittelmeerküste umringt von neuen 1200er GS stand und einen Flachköpper machte, war das Gefühl doch befriedigend. Die edlen Herren standen in ihrer Weltreise Kombi daneben und erzählten was von kaltem Wasser. Der Blick auf das norddeutsche Kennzeichen hat den Jungs den Rest gegeben ...
    War übrigens ne geile Reise ohne Ausfälle. Das Mittelmeer hat im Mai mehr Temperatur als die Ostsee im Spätsommer ...

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    #8
    Wow dein Erlebnis hört sich klasse an
    Wie viel Tage warst du alleine mit 1000€ budget unterwegs? Hast du irgendwo deine Route zum anschauen?

    Mautstrassen sind wir auf unserem Trip genau 0km gefahren. Gerade in Frankreich hat das teilweise echt genervt, wie du schon gesagt hast; die ganzen LKW weichen auch auf die Landstrassen aus und verstopfen alles. darüber werde ich auch noch schreiben. Aber die Maut ist in Frankreich einfach unbezahlbar.

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    #9
    Zitat Zitat von FP91 Beitrag anzeigen
    Gleichzeitig können einem aber auch die Autobahnen in Italien und der Schweiz viel Stress und Zeit sparen,
    Dabei ist bei einer Motorradreise der Weg das Ziel. Gerade die Schweiz und die Alpen machen abseits der Mautpflichtigen Strassen so viel mehr Spass!

  10. Registriert seit
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    #10
    Zitat Zitat von ta-rider Beitrag anzeigen
    Dabei ist bei einer Motorradreise der Weg das Ziel. Gerade die Schweiz und die Alpen machen abseits der Mautpflichtigen Strassen so viel mehr Spass!
    Schonmal durchs Emmental oder die Poebene bei Mailand gegurkt?

    @ Noir

    mit 1000€ Budget meinte ich die Karre *gg*. Ich bin glaube ich mit grob 500€ um die 14 Tage in Süddeutschland, Schweiz und Italien gewesen.


 
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