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Unfall und keiner kann Englisch! Meine Erfahrungen mit den spanischen offiziellen

Erstellt von noIR, 07.04.2016, 21:18 Uhr · 72 Antworten · 9.817 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #31
    Ich sehe das tatsächlich komplett anders. Sprache entwickelt sich "demokratisch". Die Worte die von vielen Sprechern gerne benutzt werden, weil sie einfach das gewollte Ausdrücken, werden irgendwann normal.
    Klassisches Beispiel: der Dauerlauf. "Lass uns mal zum Dauerlaufen verabreden" habe ich in meiner Lebenszeit (24 Jahre) noch nicht gehört. Es heißt gemeinhin "joggen" und damit hat auch anscheinend keiner mehr ein Problem.
    Man stört sich nur an Wörtern, deren deutsches äquivalent man selbst früher noch benutzt hat. Und das dann auch eher weil der Mensch allgemein nicht so auf Abweichung vom gewohnten abfährt.

    Allgemein halte ich diese Angleichung in der Business-Welt für sinnvoll weil es Hürden in der internationalen Kommunikation abbaut und damit Projekte effektiver umgesetzt werden können, aber das ist ja hier eigentlich nicht das Thema.

    Ich habe auch nie verlangt, dass ich in den tiefsten Regenwald reise und dort dann englisch gesprochen wird.
    Jedoch finde ich, wie im ersten Post geschildert, dass in einem Land welches viel wirtschaftlichen Reichtum durch Tourismus erfährt, eine rudimentäre Verständigung auf English möglich sein sollte. Nicht zuletzt weil wir uns zu einer Europäischen Union zusammengefunden haben, die ja eigentlich auf dem Interesse der Länder untereinander basieren sollte.

    Klar, auch ich versuche wie gesagt immer ein bisschen was in der Landessprache zu lernen, bevor oder während ich das Land bereise.
    Aber gerade für Notfallsituationen wie Pannen und Unfälle ist das einfach unmöglich die Vokabeln wie "Platzwunde", "Benzinpumpe" und "Luftfilterverstopfung" für alle Sprachen zu lernen, deren Länder man bereist.

    Dazu kommt noch: wer kein English spricht verpasst einfach (meiner Meinung nach) unglaublich viel von der Welt. Das geht los bei Fachliteratur zu interessanten Themen, und hört beim Austausch mit einem anderen Reisenden in der Kneipe am Campingplatz auf. Ich finde es einfach schade, dass sich das in manchen Ländern einfach noch nicht rumgesprochen hat.

    Ich habe in Spanien versucht, mich mit eine, Campingplatzbesitzer irgendwo im nirgendwo zu unterhalten. Der Mann war circa 70 und allem Anschein nach sein halbes Leben lang auf diesem Platz zu gange. Kein einziges Wort english.
    Was der Mann alleine von den ganzen Reisenden an Geschichten verpasst hat, die in den letzten 35 Jahren so seinen Platz besucht haben... das will ich mir gar nicht vorstellen.

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    #32
    Zitat Zitat von noIR Beitrag anzeigen
    Ich sehe das tatsächlich komplett anders. Sprache entwickelt sich "demokratisch". Die Worte die von vielen Sprechern gerne benutzt werden, weil sie einfach das gewollte Ausdrücken, werden irgendwann normal.
    Das ist genau das Schlimme dabei, ein Stück kultureller Identität geht verloren. Ich sehe das sicherlich etwas anders als ein 24 Jähriger, der in diese Zeit rein geboren wurde und dies somit als normal empfindet.

    Zum Joggen könnte man natürlich auch einfach laufen sagen und zum Fitness-Training beispielsweise Kraft- oder Konditionstraining. Und der Kaffee To go ... Ich laß das jetzt, es bringt nix. Beim deutschen Arbeitsamt gibt es übrigens auch Team-Manager. Was das mit internationalen Geschäftsbeziehungen zu tun hat?

    Ja es scheint wohl so zu sein, daß ich von Vorgestern bin. Das ist nicht mehr meine Welt.

    Was heißt eigentlich Luftfilterverstopfung auf englisch? Ich könnte natürlich jetzt mein Smartphone verwenden, um es erfahren. Das zeigt mir das mit Sicherheit dann auch in anderen Sprachen an.

    Gruß Tom

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    #33
    Si fueris Rōmae, Rōmānō vīvitō mōre; si fueris alibī, vīvitō sicut ibi!
    Und das gilt auch für die Sprache. Wenn ich irgendwohin Reise, eigne ich mir vorher ein paar wesentliche Worte in der jewiligen Landessprache an. So kann ich kaum Italienisch, schlecht Französich und nur gebrochen Englisch. Zwei drei Worte Schwedisch hab ich auch noch drauf.

    Es besteht keine Notwendigkeit einem Polizisten den ganzen Unfallhergang noch direkt auf der Unfallstelle zu erläutern. Viel wichtiger ist es, einem Arzt sagen zu können wo es weh tut.

    Edit: Deutsch kann ich auch immer schlechter :/

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    #34
    In dem Zusammenhang ein Tipp: Es gab vor Jahren ein Lexikon namens Point It, das war eine geordnete Sammlung von Bildern, es wahren mehrere hundert, von Dingen, die man auf Reisen brauchen kann. Der Gedanke dabei: Man tippt auf den Gegenstand und zeigt ihm dem Gegenüber. Deshalb funktioniert Point It auch in allen Sprachen. Auf die Art und Weise hat zum Beispiel mal meine Frau in der DomRep ein Fieberthermometer gekauft. Ich weiß nicht, ob es das Buch heute noch gibt, ich habe es vor über 15 Jahren beim Därr Expeditionszubehörladen gekauft, waren glaube ich irgendwelche 5 Euro.

    Jetzt gibt es das gleiche Prinzip auch als App für iOS, heißt Icoon und kostet 99 Cent. Es enthält, sortiert nach Themen, schematische Zeichnungen von allen möglichen Sachen, nur die Sektion mit den Nahrungsmitteln hat echte Fotos, die sind deutlicher als Zeichnungen.

    Okay, am Telefon nützt so was nix, aber im Live-Gespräch...


    Beste Grüße vom Sampleman und seinem Tatschpätt

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    #35
    Ich hatte leider kein Latein, aber es gibt ja mittlerweile Möglichkeiten.

    Meine Devise und genau das meine ich wenn ich von "gleich in Englisch losplärren" rede. Und sich dann anschließend drüber wundert, warum der Gegenüber keinen Brocken Englisch versteht. Insbesondere wenn der Gegenüber älteren Datums ist und wohl auch nie Englisch in der Schule gelernt hat. Er hatte wohl eine andere Lebensgeschichte als wir. Kann ich ihm deswegen einen Vorwurf machen.

    Zur Polizei:
    ich bin mir nicht sicher, ob alle Polizisten bei uns, insbesondere die älteren im Ostteil unseres Landes, Englisch reden können. Eher wohl russisch oder polnisch. Es hängt halt auch mit ihrer Lebensgeschichte zusammen. Soll ich denen dafür einen Vorwurf machen?

    Und ein letztes bevor ich auf Tour gehe:
    ich habe nichts gegen Fremdwörter in unserer deutschen Sprache und auch nicht gegen Veränderungen. Beides gab es schon immer, auch zu Goethes Zeiten schon. Mich stört es, daß immer mehr englische Ausdrücke für Wörter gebraucht werden für die es auch passende deutsche Ausdrücke gibt. So stirbt mit der Zeit die Sprache aus und damit m. E. auch ein Teil der Kultur die sich dahinter verbirgt.

    Gruß Tom

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    #36
    Natürlich, man kann alles schönreden, immer für die anderen Verständnis haben und immer die Schuld bei sich suchen. Aber das Unvermögen, sich in einer anderen als der eigenen Muttersprache auszudrücken, ist in meinen Augen auch Ausweis einer engen Denkkweise, in der die weite Welt einfach nicht vorkommt.

    Und, ja, ich denke, eine Telefongesellschaft in der EU, die es nicht schafft, dafür zu sorgen, dass jemand mit Fremdsprachenkenntnissen abhebt, wenn man dort anruft, die gehört aus Brüssel abgemahnt.

    In Frankreich gibt es eine Behörde, die dafür sorgt, dass nicht zu viele englische Musik im Radio läuft und dass die Medien nicht zu viele Anglizismen verwenden. Die Grande Nation erfindet zwar nichts mehr, aber dafür erfindet sie muttersprachliche Worte für das, was sie nicht erfunden hat. Ich finde, das hat nichts mit Kultur zu tun, das ist nationalchauvinistisch. Und wenn du in einer 50.000-Einwohner-Stadt im ersten Hotel am Platz stehst und niemand vom Personal spricht auch nur ein Wort in einer fremden Sprache, dann ist das vor allem eins: peinlich.


    Beste Grüße vom Sampleman und seinem Tatschpätt

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    #37
    Na ja, ich denke mal, daß dies ein Generationsproblem ist. Viele jungen Franzosen sprechen schon englisch, mache auch deutsch. Aber Du hast recht, die Franzosen sind diesbezüglich schon etwas besonderes, meinetwegen auch beengt im Denken.

    Und ja, es ist tatsächlich peinlich. Aber es entspricht nicht unbedingt meinen Erfahrungen. Meist können die, manchmal wollen sie nur nicht oder sie sind unsicher und trauen sich nicht.

    Meine Erfahrung mit Franzosen im Privatbereich: ich spreche Sie auf französisch an, soweit ich das kann. Danach gibt ein beiderseitiges Lächeln aufgrund meines Unvermögens und anschließend geht es i. d. R. in englisch weiter. Das hat bislang gut funktioniert. Ich würde allerdings nie auf die Idee kommen, die in ihrem Land gleich auf englisch anzusprechen. Das hat für auch so bißchen was von Nötigung zu tun. Und deutsch im nicht deutschsprachlischen Ausland als Deutscher, das geht ganz und gar nicht (siehe Malle). Das hat m. E. dann so ein bißchen was mit Überheblichkeit zu tun.

    Und genauso erwarte ich von einem Ausländer der mich in Deutschland anspricht, zumindest gefragt zu werden, ob ich engisch spreche. Und irgendwelche Fragebögen oder Service-Hotlines auf Englisch, werden von mir als Privatperson in Deutschland ignoriert. Das ist nicht enges Denken, sondern konsequent. Ich muß allerdings zugeben, daß mir bis auf irgendwelche Service-Mitarbeiter von Banken (es war tatsächlich eine Französische Bank) und einem vermeintlichen Anruf von Microsoft sowas bislang auch nicht passiert ist. Die Gespräche liefen bislang immer in deutsch ab, egal ob die Service-Mitarbeiter nun in Irland, Polen, der Ukraine oder sonstwo saßen.

    Gruß Tom

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    #38
    Zitat Zitat von sampleman Beitrag anzeigen
    Natürlich, man kann alles schönreden, immer für die anderen Verständnis haben und immer die Schuld bei sich suchen. Aber das Unvermögen, sich in einer anderen als der eigenen Muttersprache auszudrücken, ist in meinen Augen auch Ausweis einer engen Denkkweise, in der die weite Welt einfach nicht vorkommt.

    Und, ja, ich denke, eine Telefongesellschaft in der EU, die es nicht schafft, dafür zu sorgen, dass jemand mit Fremdsprachenkenntnissen abhebt, wenn man dort anruft, die gehört aus Brüssel abgemahnt.

    In Frankreich gibt es eine Behörde, die dafür sorgt, dass nicht zu viele englische Musik im Radio läuft und dass die Medien nicht zu viele Anglizismen verwenden. Die Grande Nation erfindet zwar nichts mehr, aber dafür erfindet sie muttersprachliche Worte für das, was sie nicht erfunden hat. Ich finde, das hat nichts mit Kultur zu tun, das ist nationalchauvinistisch. Und wenn du in einer 50.000-Einwohner-Stadt im ersten Hotel am Platz stehst und niemand vom Personal spricht auch nur ein Wort in einer fremden Sprache, dann ist das vor allem eins: peinlich.


    Beste Grüße vom Sampleman und seinem Tatschpätt
    Völlig Wurscht, wie man es sieht oder wo man den Schuldigen sucht.

    Der Reisende ist der Fremde im Land. Wenn er keinen Weg findet sich zu verständigen ist es ganz allein sein Problem. Man sollte sich generell vor der Reise die Gedanken machen, nicht erst, wenn das Kind im Brunnen liegt. Auch bei anderen Fremdsprachenkenntnisse vorrauszustzen, nur weil sie bei der Polizei, Rettungsdienst o. ä. arbeiten halte ich da für etwas naiv!

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    #39
    Nein, nicht in ´nem Urlaubsland, besser Urlaubsgegend. Die Kassiererin im Super-U muß es nicht können. Und das Bier oder den Café sollte man schon in der Landessprache bestellen können.

    Bei einem Unfall und ähnlich dramatischen Ereignissen, ist das aber eine andere Sache."Herzkatheder" pantomimisch zu übersetzen, dürfte schwerer sein, als "Erdbeeryoghurt". . .

    Im Berfusleben sind mir nur Südfranzosen und einige Italiener als sehr unwillig und arrogant in Erinnerung geblieben, wenn man deren Landessprache nicht kann.

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    #40
    Warst Du schon mal im russischsprachigen Raum?


 
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