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Berlin: Ausfahrt am 24.04.2005

Erstellt von Ron, 19.04.2005, 15:38 Uhr · 6 Antworten · 1.467 Aufrufe

  1. Ron
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    Standard Berlin: Ausfahrt am 24.04.2005

    #1
    Auf den Spuren der Ritter im Fläming

    Als "ewiges Grenzland" hatte der Fläming in grauer
    Vorzeit eine Vielzahl an Burgen zu bieten. Sie dienten
    als Wehren, als Straßenwarten und als Residenzen für
    den Adel oder für Kirchenoberhäupter.

    Heute sind diese Anlagen Zeugen einer bewegten
    Geschichte, die zum Teil über das frühe Mittelalter
    hinaus bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. zurück reicht.

    Auf der Tour werden mehrere Burgen angefahren. An
    wenigstens zwei oder drei von ihnen ist eine kurze
    Pause geplant und eine wird von uns auch "erstürmt".

    Der Eintritt wird bei 1-2 Euro liegen und die Burgschänke
    wartet mit rustikalem Essen bei manierlichen Preisen auf.

    Der Wetterbericht verheißt auch Gutes. Es soll bei 12-13
    Grad leicht bewölkt aber trocken bleiben.

    Die Länge der Tour wird ca. 320 km betragen.

    Gruß Ron



    Hinweis:
    Die Tour findet zusammen mit der Motorradgemeinde-Europa
    statt. Treffen ist sonntags immer um 9.30 Uhr an der Spinner-
    Brücke in Berlin (AVUS=A115, Ausfahrt Spanische Allee).
    Abfahrt dann um 10.00 Uhr. Rückkehr ist je nach Länge der
    Tour zwischen 17.00 und 19.00 Uhr. Die Maschine sollte vollge-
    tankt sein. Pausen werden ausreichend gemacht, darunter eine
    längere Mittagpause i.d.R. in einem Restaurant, das irgendwo
    auf dem Weg liegt.

    Zu erkennen sind wir an der "rasenden Ente", die manche auf
    dem Ärmel oder Rücken der Jacke haben, sowie an dem GS-
    Forums-Cappie. Guckst Du hier:

  2. Ron
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    Standard

    #2
    Als moderne "Ritter der Landstraße" machten wir uns heute auf
    die Spuren unserer 1-PS-Vorfahren.

    Morgens an der Brücke trafen sich die Ritterinnen und Ritter
    Kathi+Matze, Tina+Boris, Helmut, Esteban und ich.



    Wir sattelten unsere Rösser und machten uns bei strahlender
    Sonne auf den Weg in den Fläming. Um die recht weite Anfahrt
    etwas zu beschleunigen, wählten wir für die ersten 40 km die
    Autobahn. Über A115 und A2 verließen wir sie wieder an der
    Ausfahrt Lehnin. Vorbei am gleichnamigen Kloster ging es Rich-
    tung Golzow auf die B102 und bei Ragosen drehten wir nach
    Rechts ab, um über Groß Briesen auf einer tollen kleinen Land-
    straße durch Wälder und Felder zu kurven. Weiter über Wollin
    und Welzow steuerten wir Ziesar an, unsere erste Station.

    Hier der "Storchenturm", das ehemalige Burgverließ.





    Es ging weiter in Richtung Lübars, wo uns ein Alt-Ritter-Leiden
    zu einer weiteren kurzen Rast zwang.



    An der Erreichung unseres nächsten Zieles hinderten uns aber
    die Ritter des Grünen Banners. Wegen eines Stadtfestes war
    uns die Zufahrt zur Burg und ebenso die Passage durch die
    Stadt verwehrt und so mussten wir improvisieren und uns eine
    Umgehung suchen. Wir fanden sie auch und fuhren über Rot-
    tenau nach Isterbies. Der Weg war so richtig nach meinem Ge-
    schmack: Schotter pur! :P Nach "Genehmigung" durch den
    Rittertroß segelten wir über den groben Weg und legten an
    dessen Ende eine Verschnaufpause ein. Die schotter-gestählten
    GS-Fahrer hatten natürlich einen großen Vorsprung und so
    erwarteten wir den Rest der Karawane.







    Der Anblick der gelangweilt rauchenden Vorhut hat dann Ritter
    Helmut glatt vom Ross gestoßen. Eine andere Erklärung gab
    es nicht dafür, was ihn denn sonst dazu bewegte, sich und
    seinen Falken in den Staub zu werfen.

    Glücklicherweise war der Schaden nicht so groß, daß die Fort-
    setzung der Tour gefährdet wäre. Es trat zwar Kühlflüssigkeit
    aus, aber offenbar war es nur der Überlaufbehälter.



    Na ja, Ritter Helmut ist ja nun kein solcher von trauriger Ge-
    stalt, und so ging es trotzdem in guter Laune weiter.



    Wir erreichten Lindau und die dortige Burg, wo wir eine weitere
    Pause einlegten.



    Wir erklommen die Burg und sahen uns den zentralen Burgfried
    aus der Nähe an.





    Dann setzten wir unseren Kreuzzug fort und fuhren vorbei an
    Zerbst mit seinem Kloster nach Rosslau unserem nächsten Stopp.



    Bei der Burg Rosslau handelt es sich um eine ehemalige Wasser-
    burg, die auf den Resten einer früheren slawischen Siedlungsburg
    errichtet wurde.



    Gleich nebenan wurde von Johann-August von Anhalt-Zerbst im
    Jahre 1740 ein Jagdschloß erbaut. Hier im Bild links zu sehen.



    Inzwischen war es 13.00 Uhr und uns hing der Magen in den
    Kniekehlen. Also schirrten wir die Gesapnne ein weiteres Mal
    auf, um zur Schenke auf Burg Rabenstein zu gelangen. Über
    eine wunderschöne Strecke über blühende Felder, Wiesen und
    dunkle Wälder ging es über Luko, Düben, Buko und Köselitz
    weiter vorbei an Cobbelsdorf und Groß Marzehns nach Raben.
    Wir folgten der gut ausgebauten Strecke hinauf zur Burg Ra-
    benstein, wo neuzeitlich ein Parkplatz direkt an der Burg an-
    gelegt worden war und der Fußmarsch in unserer schweren
    Rüstung nicht allzu anstrengend wurde.







    So nahmen wir denn Platz an der Tafel im Burghof und mussten
    feststellen, daß die ersehnten Speisen à la carte nicht im Hof
    serviert wurden. Da wir bei dem super Sonnenschein nicht frei-
    willig in die dunklen Stuben ziehen wollten, mussten wir mit
    dem Vorlieb nehmen, was uns traute Maiden im Hof an zwei
    Verkaufsständen offerierten: Bratwürste und Kartoffelsuppe mit
    Bockwurst!





    Auch hier gab es natürlich den Vortrag zur Geschichte der Burg
    und zur Sage um die schöne Rosmarie.



    Körperlich und kulturell gestärkt packten wir dann wieder unsere
    Sieben Sachen und marschierten zurück zu unseren Gäulen.



    Über Grubo und Jeserig führte uns der Weg nach Wiesenburg,
    dessen gleichnamiges Schloß wir aber diesmal links liegen ließen
    und weiterritten gen Belzig. Zuvor mussten wir aber noch un-
    sere Rösser tränken. Bei der Gelegenheit wurden Kathi und
    Matze fahnenflüchtig und machten sich auf direkten Heimweg,
    weil -so wurde von Kundschaftern berichtet- sie zu Hause noch
    "Vögel zu versorgen" hätten. Wir machten uns also zu fünft
    weiter auf nach Belzig.

    Die dortige "Burg Eisenhardt", deren Geschichte bis in das 5. Jahr-
    hundert v. Chr. zurück reicht, war über enge Gassen auf Kopf-
    steinpflaster quer durch die Belziger Altstadt zu erreichen. Aller-
    dings statteten ihr die inzwischen doch sehr ermatteten Rittersleut'
    keinen Besuch ab und beließen es bei einer Rauchpause auf dem
    Parkplatz.



    Wir sehnten uns nach heimatlichen Gefilden und nahmen nun
    den kürzesten Weg nach Hause. Dabei passierten wir Lüssen,
    Gömnick und Brück und schwenkten der B246 folgend kurz
    vor Beelitz auf die A9 ein und folgten ihr bis zum Berliner Ring,
    von dem wir auf der A115 dann kurz darauf die Spinnerbrücke
    erreichten. In Anbetracht des immer noch anhaltenden Sonnen-
    scheins war dort auch allerhand los.



    Und so trennten sich hier unsere Wege und nach 291 km traten
    dann alle den Heimweg an.



    Hat wieder riesen Spaß gemacht. Und hoffentlich bleibt uns der
    Wettergott weiterhin so treu!

    Bis zum nächsten Mal,

    Gruß Ron

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Ron, haste schön geschrieben !

  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Zitat Zitat von Mister Wu
    Ron, haste schön geschrieben !
    In der Tat - da wär ich auch gerne mitgefahren!

    Viele Grüße
    Mikele

  5. Registriert seit
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    Standard

    #5
    Hi Ron.

    Toller Bericht und tolle Bilder. Nur das mit dem
    sie zu Hause noch "Vögel zu versorgen" hätten.
    , das habe ich nicht so richtig verstanden.

  6. Ron
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    Standard

    #6
    ... mir lag da ja auch noch so ein gewisses Wortspiel
    auf den Lippen, bzw. in der Feder. Aber ich habe mich
    dann doch zurückgehalten. :twisted:

    Gruß Ron

  7. Registriert seit
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    Standard

    #7
    Zitat Zitat von Ron
    ... mir lag da ja auch noch so ein gewisses Wortspiel
    auf den Lippen, bzw. in der Feder. Aber ich habe mich
    dann doch zurückgehalten. :twisted:

    Gruß Ron
    Deine Selbstbeherrschung ist bewundernswert


 

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