Fahren auf Schotter

Diskutiere Fahren auf Schotter im Motorrad allgemein Forum im Bereich Community; Hallo, habe leider nichts mit der Suchefunktinion gefunden... Ich musste während meinen Ferien in Portugal/Spanien/Frankreich oder auch bei einem...
A

Andras

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Hallo,

habe leider nichts mit der Suchefunktinion gefunden... Ich musste während meinen Ferien in Portugal/Spanien/Frankreich oder auch bei einem Ausflug gestern in Österreich (wegen einer Baustelle) Schotterwege befahren. Auch ein Teil des Umbrail ist ja nicht geteert. Irgendwie hatte ich ein mulmiges Gefühl dabei. Was gibt es zu beachten, v.a. wenn der Schotter nicht eben ist, sondern auch noch Furchen etc. aufweist? Gibt's ein brauchbares Buch über sowas? Bisher habe ich nur Literatur über Fahren im richtigen Gelände gefunden und dort will ich eigentlich (noch?) nicht hin. Gibt's Übungen zum die Hemmungen abzubauen?

Grüsse,
András
 
S

shorty

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GAS GEBEN, würde ich als "insider" behaupten...
schotter mit rillen und furchen gibt nach, insofern er auf losem untergrund liegt. sich im sand mit full speed zu bewegen bedarf der gleichen überwindung. hier liegt für viele die gefahr, das in dem medium zu langsam gefahren wird, der gripp verloren geht und der "umfaller" damit vorprogrammiert ist.
gewichtsverlagerung sowie belastung von vorder- und hinterrad sollten trainiert werden...

reifendrücke und sorte der selben sind ein kapitel für sich.
im allgemeinen würde ich in deinem fall sagen, learning by doing.

loser untergrund hat seinen absoluten reiz, wenn man die technik beherrscht!
 
E

elendiir

Gast
Servus Andras,

als erstes - gerade wenn es auch mal bergab geht - ABS aus. Der Bremsweg mit ABS ist auf Schotter um Welten länger wie ohne ABS. Probier das aber vorher unbedingt auf der Shootergeraden aus. Im Stehenfahren und dann erst mal nur mit der Hinterradbremse bis zum Stilstand abbremsen (ein blockierendes Hinterrad ist hier gewollt) und das bei steigender Ausgangsgeschwindigkeit. In der Kombination mit der Vorderradbremse wirds dann schon etwas schwieriger. Mit zwei Fingern bremsen - Blockieren des Vorderrads ist natürlich nicht gerade so gut!

Bei Furchen ist eine gewisse Grundgeschwindigkeit von Vorteil. Wichtig: immer im Stehen fahren und locker am Lenker bleiben. Somit kann man weit besser ausgleichend einwirken. Du kannst mir`s glauben: die GS fährt fast überall drüber - ob Furchen oder kleinere Felsen einen dicken Baumstamm oder großen Felsen mal ausgenommen.

Schwierig wird`s wie Shorty schon beschrieben hat, wenn der Schotter/Sand (womöglich noch ohne Vorankündigung) tiefer werden. Weg vom Gas bedeutet hier ein Einsinken des Vorderrads und somit auch unweigerlich das Umkippen/Steckenbleiben. Also hier fest ans Gas, Lenker locker lassen, mit dem Hintern ausgleichen und durch.

Bücher habe ich noch keine vernüftigen gefunden - empfehlen kann ich aber das Endurotraining von BMW z.B. in Hechlingen. Da lernt man die Grundzüge und noch besser das Abbauen der eigenen Angst und die Zuversicht in die GS. Wenn du siehst was man mit dem Eisenhaufen alles fahren kann, sind Schotterwege mit oder ohne Rinnen wie Autobahnen.

Viel Spaß!
 
A

Andras

Themenstarter
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Hallo,

danke für die Tipps. Ich muss mal sehen, ob so Endurotrainings auch in der Schweiz abgehalten werden ;)
Frage zum Gasgeben: Was mach ich, wenn das Hinterrad durchdreht? Oder kann man das einfach ignorieren?

Grüsse,
András
 
M

Michi (ein anderer)

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Hallo Andras

Ich würde auch sagen: ABS aus, stehend fahren, den Lenker nicht umklammern sondern locker halten, Schräglagen (besonders die um die 90°) vermeiden und dann mit Schmackes durch...
Ein durchdehendes Hinterrad ist eher lustig als problematisch, solange es geradeausgeht stört das in keiner Weise.

Ich würde als Grundübung empfehlen, auf einer schönen Geraden mal mit dem Hinterrad zu "spielen", d.h. bemsen bis es blockiert, gasgeben bis es durchdreht, und wenn das soweit gut klappt die Bremsübung auch vorne zu wiederholen.
Hinten gewöhnt man sich schnell dran, das Vorderrad zu blockieren und die Bremse wieder auszumachen ohne das Vorderrad zu verziehen kostet einige Überwindung. Daher ist es empfehlenswert, das unter kontrollierten Bedingungen mal geübt zu haben.
Ansonsten ist die GS sehr gutmutig und vertägt (und verzeiht) so einiges.

Gruss
Michi
 
Ron

Ron

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Zur letzten Frage: ein durchdrehendes Hinterrad ist oftmals
gewollt, weil es bei unebenem Grund viel zur Stabilität
beiträgt. Ein paar sehr nützliche Infos findest Du auf "Possis
Webseiten": http://www.possi.de/ (Rubrik Fahrtechnik).

Gruß Ron
 
B

BoGSer-Rüde

Gast
Hallo Andras,

kann die Ausführungen meiner Kollegen nur bestätigen. Eines erscheint mir noch wichtig: beim stehend fahren solltest Du immer die kurvenäußere Fußraste belasten. Das verhindert oft, dass Dir in Kurven auf losem Untergrund die ganze Fuhre wegrutscht. Ich habe im Juni 6 Tage in den Seealpen verbracht (viel Schotterstrecken, teilweise auch Geröll und ziemlich große Steine). Ganz wichtig: ABS immer aus, stehen, Blickführung eher 10 m voraus als direkt vors Moped und ja nicht zu langsam werden. Ich war wirklich erstaunt, was meine Dicke (1150 GS mit Normalbereifung) so alles wegbügelt. Insgesamt gilt natürlich: Übung macht den Meister!

Viel Spaß im Sandkasten, Wallace
 
Donaldi

Donaldi

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Moin.

elendiir schrieb:
Der Bremsweg mit ABS ist auf Schotter um Welten länger wie ohne ABS. Probier das aber vorher unbedingt auf der Shootergeraden aus.
Meiner Erfahrung nach (und ich fahre oefters gerne ein wenig Schotter), ist gerade fuer Ungeuebte das eingeschaltete ABS auf Schotter genau richtig.
Soviel unterscheidet sich der Bremsweg meiner Erfahrung nach (ABS II, nix TI, GSA, TKC80 udn Pilot Road) nicht, und Ungeuebte liegen dann mit der Vierteltonne BMW gerne gleich auf der Seite, wenn das Vorderrad ABS-los ueberbremst wird.

Erst wenn man das Bremsen mit teilblockierendem Vorderrad gelernt hat (z.B. in Hechlingen) sollte man meiner Meinung nach auf das ABS auf Schotterstrassen verzichten, nur dann traut man sich erst, im Rollkies auch vorne ordentlich in die Eisen zu gehen und hat tatsaechlich einen kuerzeren Bremsweg, ohne hinzufallen.
's ist erstaunlich, wie die GS mit ABS vor allem vorne auf Schotter "noch" bremst. So traut sich ein Anfaenger ohne ABS im Dreck gar nicht reinzulangen.

Das Fahren mit der kurvenausseren Raste wird in Hechlingen auch gelernt, aber eher aus einem ganz banalen Grund: Wenn die Fuhre umkippt, liegst Du sonst drunter. Also immer so fahren, dass man im Sturzfall oben liegt.

Gruss, Dirk
 
E

elendiir

Gast
Servus Dirk,

du hast im Prinzip schon recht. Aber versuch das Ganze einmal mit einer GS samt Teilintegral auf Holperpiste. Du glaubst, du sitzt auf einem Springbock und der Bremsweg ist - selbst im Vergleich zur Bremsung mit der Hinterradbremse ohne Vorderradbremse bei deaktiviertem ABS - deutlich (2-5mal) länger. Je nach "Holperzustand".
Es funktioniert noch einigermaßen, wenn es eben dahin geht und du nicht wirklich schnell stehen bleiben musst. Aber bergab und dann Bremsen bis zum Stillstand. Vergiss es. Da kann man nur noch auf die Motorbremse hoffen.

Ach ja ein Tipp für die Anfängerübungen: Spiegel abbauen, dafür Zylinderschützer besser noch Sturzbügel anbauen. So kann man im Fall eines Falles Lehrgeld sparen.
 
Crespo

Crespo

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Hallo,

imho ist auch die Blickführung recht wichtig.

Grad als Anfänger neigt man dazu, den Blick zu sehr nach unten direkt vors Vorderrad zu senken, und sich jeden Stein und jedes Loch genau einzeln anzuschauen.
Beim Blick nach unten wird man im Oberkörper / Schultern weich, das heißt man macht die Bewegungen des Vorderrades viel aktiver mit, und steuert nicht automatisch dagegen.

Bei einem Blick weiter nach vorne wird der Oberkörper stabiler, man gleicht Bewegungen des Vorderrades durch automatisches Gegenlenken viel besser aus.
Dies ist grad auf weichem Untergrund essenziell wichtig.

Grad im Matsch/Sand/Wasser etc. sollte man sich einen festen Punkt in der näheren Ferne suchen, und diesen fixieren. Frei nach dem Motto "Da wollen wir hin".
Dann kommt man da meistens auch hin :rolleyes::D
 
Crespo

Crespo

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Ach und nochwas.

Wer sich verkrampft, hat meist den Mund verbissen geschlossen.

Versuch mal mit offenem Mund zu fahren, Unterkiefer ein wenig runterhängen lassen.

Das macht imho einiges aus ;)
 
B

BoGSer-Rüde

Gast
Crespo schrieb:
Hallo,

imho ist auch die Blickführung recht wichtig.

Grad als Anfänger neigt man dazu, den Blick zu sehr nach unten direkt vors Vorderrad zu senken, und sich jeden Stein und jedes Loch genau einzeln anzuschauen.
Beim Blick nach unten wird man im Oberkörper / Schultern weich, das heißt man macht die Bewegungen des Vorderrades viel aktiver mit, und steuert nicht automatisch dagegen.

Bei einem Blick weiter nach vorne wird der Oberkörper stabiler, man gleicht Bewegungen des Vorderrades durch automatisches Gegenlenken viel besser aus.
Dies ist grad auf weichem Untergrund essenziell wichtig.

Grad im Matsch/Sand/Wasser etc. sollte man sich einen festen Punkt in der näheren Ferne suchen, und diesen fixieren. Frei nach dem Motto "Da wollen wir hin".
Dann kommt man da meistens auch hin :rolleyes::D
Hallo Crespo,

genau meine Rede (siehe 3 Beiträge weiter vorne!):D
Stimmt wirklich, die Blickführung ist im Gelände noch wichtiger, als auf Asphalt!

Gruß, Wallace
 
M

mit-dem-wind

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hallo andras
ich weiß nicht ob es in der schweitz so sein training gibt. ich kann dir nur aus erfahrung sagen das hechlingen sehr empfehlenswert ist und nüchtern betrachtet sogar sehr preiswert trotz des hohen preises. mit meinem eigenen motorrad (was damals gerade 6 monate alt war) hätte ich das was ich dort gelernt habe nie gelernt!! an dem spruch wer sein motorrad im gelände im grif hat den bringt auf der strasse so schnell nichts aus der ruhe ist nicht nur ein werbespruch von bmw, ich finde da ist was dran....

gruß ulli
 
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Andras

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Hallo,

habe nachgesehen. BMW Schweiz bietet auch Fahrertrainings an, aber für den Endurokurs geht's ebenfalls nach Hechlingen. Leider sind alle Termine für alle Trainings für dieses Jahr schon ausgebucht. Wird wohl nächstes Jahr werden.

Grüsse,
András
 
Crespo

Crespo

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Donaldi schrieb:
Meiner Erfahrung nach (und ich fahre oefters gerne ein wenig Schotter), ist gerade fuer Ungeuebte das eingeschaltete ABS auf Schotter genau richtig.
Ja, aber wie soll ein Ungeübter dann das richtige Bremsen üben können ?

Er muss im einfachen Gelände das ABS ausschalten, um mal zu erleben, was passiert, wenn das Vorderrad blockiert, und das Moped bockt :rolleyes:

Oder wieviel Spass es macht, hinten blockieren zu lassen :D
(und sich dabei auf die Nase zu legen - siehe Roki Tour :rolleyes: :cool: )


Nur so lernt man gefühlvolles und effektives Bremsen ...
 
A

Andras

Themenstarter
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Hi,

sieht interessant aus... Ich bin in ZH-City. Von der Distanz her wär's machbar.

Grüsse,
András
 
flugniGSe

flugniGSe

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R 1200 GS
Andras schrieb:
Hallo,
Gibt's Übungen zum die Hemmungen abzubauen?
Übungen satt gibt es im Enduropark Hechlingen, und zwar auf Leihmaschinen. Da fallen die Hemmungen weg, seine eigene nicht in den Dreck zu schmeißen zu wollen.
 
E

elendiir

Gast
Moin,

flugniGSe schrieb:
Da fallen die Hemmungen weg, seine eigene nicht in den Dreck zu schmeißen zu wollen.
und das wird da wirklich auch jedem mal passieren. Wenn man dann noch etwas ungestümer ist (böser Fritz) und den kleinen 2 Meter Steilhang mit dem 20 Meter Steilhang verwechselt, kann so eine GS auch schon mal 2 Meter hoch und noch etwas weiter durch die Luft fliegen. Leider gibt’s hiervon kein Foto, da alle auch der Instruktor sich in Sicherheit gebracht haben.
Dank Schutzpanzer und rechtzeitigem Lösen von der GS habe nur einen blauen Fleck an Schulter davongetragen. Der GS hat wie durch ein Wunder nix gefehlt. Keine neue Delle, kein neuer Kratzer, kein kaputter Zylinderdeckel und auch keine Gabelstauchung. Trotzdem war ich froh, dass es nicht meine war.

Kurzum Hechlingen ist extrem lehrreich und macht auch super Spaß. Absolut empfehlenswert und wie Uli, alias mit-dem-wind schon schreibt, auch für die Strasse kann man was mitnehmen.
 
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