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Beliebt bei Dieben - in 5 Minuten war sie weg

Erstellt von Demokrit, 30.07.2017, 17:36 Uhr · 184 Antworten · 23.287 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #91
    Ich bin im normalen Leben Softwareentwickler, und durchaus mit der kompetenten Absicherung komplexer Systeme vertraut. Die sichersten Systeme basieren heutzutage auf 2-Factor-Authentification. Zwei Sicherheitspartner, die NICHTS miteinander zu schaffen haben - außer, dass beide vorhanden sein müssen. Bei Computersystemen ist dies jedoch leichter, als bei Mobilien. Erstere können auf eine Online Verbindung zugreifen, die man bei einem Motorrad nicht voraussetzen darf.

    Ich denke, es gibt zwei typische Klauszenarien:

    1) Kiste in einen (ebenfalls geklauten) Sprinter hieven - ab die Post. Falls ein mechanisches Schloss/Kette dran ist, dieses vorher binnen 30 s knacken (siehe YouTube). Nachteil: Langsames Fluchtfahrzeug, eventuelles Getröte einer Alarmanlage und mehr als 1 Person erforderlich, relativ auffällig. Vorteil: Fast kein Know-How erforderlich, durchführbar durch Doofe.

    2) Kiste hacken und wegfahren - wie in meinem Fall. Vorteil: Schnelles Fluchtfahrzeug, total unauffällig. Nachteil: Know-How und Tools erforderlich.

    Gegen 1) dürfte es gar keinen Schutz geben. Gegen 2) würde ein zweiter Faktor einer Authentifizierung helfen - der im Idealfall NICHT vom Fz-Hersteller stammt. Z.B. ein zusätzlicher kleiner Schalter im Stromkreislauf der Benzinpumpe, gut versteckt am Bike. Auch diesen Schalter kann man natürlich finden - dies würde aber dauern. Ich denke, dass alles Unerwartete zu einem sofortigen Abbruch des Diebstahl führen würde. Nachteil: Geht der Schalter kaputt, so steht man da.

    Noch besser wäre es, wenn das zuständige Steuergerät ein Programmieren einer Tastensequenz erlauben würde. Z.B. 1x Blinker links, 3 x Blinker rechts. Nach 3 Fehlversuchen 10 Minuten Pause. Da dies 95% der (zeitgenössischen, komfortgewohnten) Nutzer nerven würde, wäre die Sequenz ab Werk abgeschaltet - ließe sich aber programmieren durch den sicherheitssensiblen Anwender. Dazu steckt er einen eineindeutigen, fahrzeugspezifischen Kodierstecker (im Standardlieferumfang der Kiste) auf einen Port. Nach der Programmierung muss der wieder ab - und bleibt zu Hause. Wesentlich wäre, dass diese programmierte Sequenz nicht in einem Speicher der ZFE abgelegt werden dürfte - diese aber - ausschließlich lokal und verschlüsselt, darauf zugreifen darf. Und die ZFE dürfte kein Recht haben, die Sequenz zu löschen oder zu beeinflussen (außer, der Kodierstecker liegt vor). Dies würde einen Hersteller nichts kosten, außer 10 Minuten nachdenken. Dies würde aber voraussetzen, dass dem Hersteller an einer Verbesserung der Diebstahlresistenz gelegen ist. Genau dies stelle ich in Frage.

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    #92
    Genau. Gäbe es an allen Motorrädern 100%igen Diebstahlschutz, ließen sich die Diebe andere Wege einfallen um illegalen Eigentumsübertrag zu vollziehen. Dann steigt man halt um auf bewaffnete Überfälle mit Motorrad-Entführung. Und dann? Suchen wir dann auch dagegen irgendeine Schutzmaßnahme? Fahren mit schusssicheren Westen?

    Die Täter müssen verfolgt und für lange Zeit aus dem Verkehr gezogen werden. Alles andere ist Gemurkse an den Symptomen, ohne die Ursachen zu bekämpfen.

    Vergleichbar ist das mit den Wohnungseinbrüchen und den vielen Millionen Euros, die die Leute in die Sicherung ihrer Häuser stecken. Wie soll es dann weitergehen, wenn wir alle quasi in Bunkern leben? Geht man dann davon aus, das Problem der Einbrecher gelöst zu haben? Sind wir so naiv zu glauben, die dann erfolglosen Verbrecher wechseln zu den barmherzigen Brüdern?

    Ich bin ja ein Freund der offenen innereuropäischen Grenzen, aber solange die Behörden noch mit imaginären Grenzen arbeiten müssen, sind die Verbrecher gerade ganz klar im Vorteil. Diese Themen muss sich die EU-Politik viel intensiver zur Brust nehmen.

  3. SLK
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    #93
    Zitat Zitat von Demokrit Beitrag anzeigen
    1. Noch besser wäre es, wenn das zuständige Steuergerät ein Programmieren einer Tastensequenz erlauben würde. Z.B. 1x Blinker links, 3 x Blinker rechts. Nach 3 Fehlversuchen 10 Minuten Pause. Da dies 95% der (zeitgenössischen, komfortgewohnten) Nutzer nerven würde, wäre die Sequenz ab Werk abgeschaltet - ließe sich aber programmieren durch den sicherheitssensiblen Anwender.

    2. Dies würde einen Hersteller nichts kosten, außer 10 Minuten nachdenken. Dies würde aber voraussetzen, dass dem Hersteller an einer Verbesserung der Diebstahlresistenz gelegen ist. Genau dies stelle ich in Frage.
    Moin,

    Deine Erklärung ist super. Ich glaube aber, dass das Hauptproblem eher bei Punkt eins als bei Punkt zwei liegt.

    Der Gedanke, dass der Hersteller bei jedem geklauten Mopped ein neues verkaufen kann, mag ja erst mal richtig erscheinen, ist aber nicht bis zu Ende gedacht. Dafür kann er aber eben dann keine Ersatzteile mehr verkaufen, denn die werden ja von den Dieben verkauft.

  4. Registriert seit
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    #94
    Nein, das passt schon alles.
    Ebay & Co. verdienen an zusätzlichen Inseraten für Teile, Monteure an deren Montage. Aber: Nicht alle Kisten werden zerlegt. Manche laufen auch weiter in irgend welchen Schwellenländern, wo die Herkunft keine Sau interessiert. Und diese Fahrzeuge brauchen Teile, irgendwann. Hersteller und Handel verkaufen i.d.R. eine neue Maschine - in meinem Fall gar mit Helm und Teilen des Gepäcks. Der Zubehörhandel verkauft neue, wirkungslose Schlösser - da Versicherer diese einfordern. Für die Versicherer landet der Vorfall auf der steuerlich absetzbaren Kostenseite, und alle eventuellen Kosten sind (mit gewaltigem Aufschlag) durch alle Kunden abgedeckt. Der Staat verdient nicht unüppig durch Umsatzsteuer und Besteuerung des Gewinns des Handels. Die Pharmaindustrie verkauft mehr Beruhigungsmittel. Alles Gewinner.

    In westlichen Ländern liegt das Hauptaugenmerk des Staates auf dem Wohlbefinden der Wirtschaft. Dies bekommen wir gerade trefflich vorgeführt in der Dieselgate Affäre. Auch Frau Aigner hat als Verbraucherschutzministerin bereits kompetent die Industrie vor dem Verbraucher geschützt. Gleiches gilt für's KBA.

    Der einzige Loser bleibt am Ende das Opfer, dessen finanzielle Verluste keine Sau interessieren. Ein weiteres Opfer ist die Polizei, die - staatlich verordnet - gegen Windmühlen ankämpfen muss. Windmühlen übrigens, die ein KBA mit einem Federstrich beenden könnte - durch Einführung WAHRER Sicherungssysteme. Bei ABS geschieht so was, bei Diebstahlschutz hingegen nicht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

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    #95
    Zitat Zitat von Demokrit Beitrag anzeigen
    ......

    Windmühlen übrigens, die ein KBA mit einem Federstrich beenden könnte - durch Einführung WAHRER Sicherungssysteme. Bei ABS geschieht so was, bei Diebstahlschutz hingegen nicht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
    Auch wenn ich mit Dir bzgl. Deiner, von mir "ausgepunkteten" Ausführungen weitgehend übereinstimme, ist mir nicht ganz klar, wie das KBA "mit einem Federstrich Wahre? Sicherungssysteme" einführen könnte. Die vorhandenen, egal ob vom Versicherer geforderte, wirkungslose Schlösser, oder die, vom Versicherungsnehmer freiwillig erstandenen, die theoretisch fast unknackbaren Abu u. anderer Schlösser u. Ketten, die durch die Abschirmung des Transportmittels wirkungslosen GPS-Tracker etc., wurden doch hier schon bis zum Abwinken als wirkungslos gegen geballte kriminelle Energie beschrieben.
    Was also sollte das KBA "mit einem Federstrich" bewirken können?
    Solange die Kisten abtransportiert werden können, egal ob die Alarmanlage lärmt, o. der GPS-Tracker ein letztes, verzweifeltes GPS Signal sendet, solange werden sie geklaut. Und wenn der Schutz die ultimative Zerstörung der ECU ist, na dann gibt's ne neue, o. der kundige Dorfschmied adaptiert einen o. zwei Vergaser und eine altmodische Kontaktzündung, und schon fährt das Ding wieder (nicht hier, aber "anderswo", wo auch immer das ist).
    Und Du, als IT-Mensch, willst mir (und anderen) doch nicht ernsthaft weiß machen, daß ein menschengemachtes, zwei-, drei- o. wievielfaches Sicherungssystem auch nicht immer von anderen Menschen geknackt werden kann, oder?
    Die IT-Mär habe ich noch vor ca. 30 Jahren geglaubt, als uns erzählt wurde, daß die 128 Bit Dallas Dongles unknackbar seien, weil der beste Rechner (mit der Rechenleistung eines heutigen, preiswerten "Familienrechners") ungünstigstenfalls einige 10 Jahre brauchen würde, um den Code zu ermitteln.
    Wie bereits erwähnt: Ich (nicht nur) brauche den "Softwarescheiß" -und die damit verbundenen, zwangsweisen Sicherungsmaßnahmen gegen ungerechtfertigten Gebrauch- nicht, um einen simplen Verbrennungsmotor wieder zum laufen zu bringen.
    "Back to the Roots" und er funzt wieder, wie er das zu Ottos Zeiten auch getan hat (Nat. nicht unter Einhaltung der bei uns geltenden Abgasvorschriften, aber wen interessiert's?).

    Grüße
    Uli

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    #96
    Geschlachtet werden die Mopeds auch nicht immer, guck doch mal was das kleine Stück Rahmen mit der Fahrgestellnummer und dem Brief dazu im Netz kostet, oder sogar ganz offiziell neu beim Händler und schon hat man ein tolles Moped und das mit ganz legalen Papieren

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    #97
    Ähnlich wie es bei Autoscheiben auch gemacht wird, sollten viele Teil am Motorrad die Fahrgestellnummer haben. Dann kann man die Herkunft der Teil leichter nachweisen. Eine Nummer in ein Teil zu lasern ist ja kein Hexenwerk mehr.

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    #98
    Software -Entwickler?? denken nur über Software Entwicklungen nach,Blinker 12 nach utzedbutz 13mal Blinken, mit 15 sekunden Aussetzen,? bis dahin sieht dann sieht das Motorrad eh keiner mehr. Moped is wech und blinkt, "irgendwo", haha
    Steuergeräte werden von legalen Firmen geknackt um nur Kilometerstände zu vergleichen, zB Carly, Drecksfirma, haben null Mehrwert für nicht geklaute Möps.
    ihr Entwickler solltet zu aller erst mal auf einem StücK "Eisen" rumfeilen, um zu erfahren was Spanabhebendes Verfahren bedeutet. Eisen ist mit Absicht geschrieben. ein Doktor wird den unterschied kennen, lol

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    #99
    Soviel Software die in eine BMW passt, Durchschnittsverbrauch, Luftdruck Vorder- Hinterrad, ab jetzt können sie noch 45Km fahren, Aussentemperatur, mich hat es a bissle angeschissen, ich wollte mit Absicht auf alle Zusatzinfos verzichten, ich kann zum Bsp den Verbrauch einschätzen,natürlich vom Fahrstil, Aussentempabhängig, oderes gibt sogar eien Warnlampe für Reserve... aber das dadurch auch keine Ganganzeige existiert, bei einem 6 Gang Motorrad, das wusste ich nicht und wurde mir beim Kauf auch nicht erklärt und sowas finde ich mehr als sicherheitsrelevant, wer schaltet in den 5. Gang, wenn er 80 km am <stück fährt, und eigentlich den5#er drin hat

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    Zitat Zitat von Jan-Gerd Beitrag anzeigen
    Ähnlich wie es bei Autoscheiben auch gemacht wird, sollten viele Teil am Motorrad die Fahrgestellnummer haben. Dann kann man die Herkunft der Teil leichter nachweisen. Eine Nummer in ein Teil zu lasern ist ja kein Hexenwerk mehr.
    Nach (unbestätigter) Aussage meines Freundlichen steht die VIN in mindestens zwei Steuergeräten, ebenso der Kilometerstand. Ich vermute aber, dass man diese Daten bei Zugang zur FZE ändern kann. Speziell der Kilometerstand lässt darauf schließen, denn er ändert sich ja täglich.


 
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