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Gelesen und für gut befunden

Erstellt von achimL, 12.11.2016, 00:28 Uhr · 4 Antworten · 1.213 Aufrufe

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    Standard Gelesen und für gut befunden

    #1
    Der Herbst hat ja auch seine schönen Seiten, und dazu gehört, dass man (nach einer ausgiebigen Motorradtour, versteht sich) auch mal gemütlich am Kaminofen sitzend, ein Glas Lagavulin neben sich, ein gutes Buch lesen kann. Genau das habe ich heute getan, und möchte den Zufallsfund hier mal empfehlen:

    Water Kappacher, Die Werkstatt.

    Auf dem Klappentext klingt das so: "Die Geschichte eines Jungen aus einfachen Verhältnissen, der eine immer engere Beziehung zum Motorradfahren und zur Arbeit an seiner Maschine gewinnt und dabei langsam erwachsen wird."

    Erzählt wird die Geschichte dieses Jungen, der, inzwischen in den USA lebend, nach einigen Jahren die Motorradwerkstatt in Österreich besucht, in der er in den Fünfziger Jahren Motorradmechaniker gelernt hat, in Form von Erinnerungen an diese Zeit. Eine Zeit, in der man mit dem straßenzugelassenen Motorrad zu einem Rennen fuhr, dort das Nummernschild abschraubte und den Luftfilter durch offene Ansaugtrichter ersetze, das Rennen fuhr, um danach alles wieder umzubauen und auf dem gleichen Motorrad heimzufahren. Eine Zeit, in der passionierte Motorradfahrer, wie der Protagonist, Autos als "Invalidenfahrzeuge" betrachteten.

    Nur mal ein Zitat, in dem ich mich selbst sofort wiederfand: "Er bevorzugte die weniger befahrenen Landstraßen. (...) Er saß auf und verspürte, sobald er losdonnerte, ein Hochgefühl, als sei er in ein anderes Sein versetzt."

    Und schon damals beklagte der Meister in der Werkstatt: "Was sie heute machten, sei nur ein Ersatzteil-Auswechseln; das könne jeder Idiot".

    Wer sich für diese Zeit interessiert und auch mit Büchern ohne Action, aber mit feinem Gespür für Stimmungen etwas anfangen kann, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

    So, jetzt gieße ich mir noch einen Lagavulin als Betthupferl ein...

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    #2
    Hallo Achim,

    danke für den Tipp, ich werd' mir das Buch mal besorgen. Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich den Lagavulin durch einen Talisker Port Ruighe ersetzen werde.....

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    #3
    Zitat Zitat von Torfschiffer Beitrag anzeigen
    Ich hoffe du hast nichts dagegen, wenn ich den Lagavulin durch einen Talisker Port Ruighe ersetzen werde.
    Nein, das it völlig o.k. Geschmäcker sind ja ohnehin verschieden...Insofern bin ich gespannt, wie Dir das Buch gefällt. Die Erinnerungen werden nicht chronologisch geschildert, sondern - wie es eben mit Erinnerungen so ist - mit Zeitsprüngen. Das ist zwar manchmal ein klein wenig anstrengend, macht aber auch irgendwie den Reiz des Buches aus.

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    #4
    ich hänge mich mit einem andern Lesetip mal hier dran. Jetzt kein Buch, sondern ein sehr lesenswerter Beitrag von Clemens Gleich zur Ducati Scrambler, nein nicht zum Motorrad ausschließlich, sondern zur dritten Wende in der Motorradkultur in der Nachkriegszeit, der Wende auf dem Motorradmarkt. Enthalten sind so herrliche Formulierungen, wie:
    "Wie bei den Rockern damals kann man sich natürlich auch einen Bart und ein Flanellhemd wachsen lassen, ohne Motorrad zu fahren. "

    "Es folgte mit den Achtzigern und Neunzigern die Zeit des Motorikhobbys Motorrad, mit immer wilderen, schnelleren, schrägeren Maschinen, in einer Kultur der sportlichen Konkurrenz. Wer kann am besten fahren? Ich. Sonst habe ich eine Ausrede. "

    "Es war klar, dass die Zeit reif war für eine Ducati, die anders war als die aktuellen Ducatis — etwas ohne Hightech, ohne High Performance, sondern etwas Schlichteres mit einer Geschichte. Ein Motorrad, das einfachen Spaß verspricht, und auf dem Leute das Gefühl haben, auch in normaler Kleidung fahren zu können statt auszusehen wie auf der Mar5expedition.“ Männer mit Bärten und Frauen mit Führerschein setzten sich zusammen, um genau so ein Motorrad zu bauen"


    hier der LInk:
    Ducati Scrambler: Tiefer, langsamer, kürzer ? Mojomag

  5. Registriert seit
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    #5
    Is' ja nett. Nur fehlt uns in der BRD, zumindest hier am Niederrhein, der Toskana Deutschlands, das passende Gelände. . .



    Der Mann mit Bart, grau, setzt sich jetzt trotz ordentlichem Gebläse, draussen, ohne Flanellhemd (ich hasse Hemden), auf sein Motorrad, das alte, und lässt sich 'n bisken durchblasen. . .


 

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