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Kein Strom für Gäste - ich spinn´s mal weiter...

Erstellt von h.p, 14.08.2013, 09:38 Uhr · 8 Antworten · 1.275 Aufrufe

  1. h.p
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    8

    Standard Kein Strom für Gäste - ich spinn´s mal weiter...

    #1
    Hallo Christian,
    nachdem Bier und Chips morgens beim Lesen als ungesund einzustufen sind, schreib ich lieber...

    Ich denke und erlebe das auch selbst, dass solche Erfahrungen mit den Jahren abgenommen haben.
    Ob das nun am mehr oder weniger zunehmend seriöser wirkenden Auftreten meinerseits (ja, ich sah in der Jugend auch mal abgerissen aus) liegt, oder sich die Hotelerie/ Gastronomiezunft meiner Kreditwürdigkeit endlich mal aufgeschlossen gezeigt hat weiß ich nicht!

    Folgende Anekdote kann ich als Beitrag leisten:
    Sept. 2001, Seealpen - so weit so gut.
    Schönes Wetter, aber das hat ja dort nix zu meinen. Nachdem ich assiettageschwächt in Briancon angekommen und von dort französisch gestärkt (also das Frühstück halt) wieder aufgebrochen bin hat´s halt geschifft. Nicht so ein leichter Niesel...geschifft!
    Ok, die R100GS ist ja nun nicht gerade für ihre äußerst wasserdichten Zündspulen bekannt, wollte ich bis dato auch nicht glauben.

    Restefond/ la Bonette soll´s auch in schön und ohne Nebel zu der Zeit geben - ich glaub´s dann mal.
    Die GS also oben angekeucht und zwecks mangelndem Überblick dann auch gleich fotolos abgehakt. Und nun ging´s los. Wasser in der Zündspule, weil rissig - wußte ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht.
    Der geneigte Leser und Seealpenkenner weiß jetzt, dass auf der Abfahrt vom la Bonette dann doch das eine oder andere aufgegebene Häuschen den Wegesrand ziert. und wie das beim einen oder anderen aufgegebenen Häuschen nun mal so ist, die wenigsten haben ein Dach.
    Lange Rede, lange Suche - ich hab dann doch eins mit Dach und mit ohne Türen und Fenster gefunden. Es hat auch kaum reingeschneegeregnet.

    Die Fehlersuche hat sich dann als gar nicht mal so schwierig gestaltet. Schwieriger war dann doch, den nahezu noch vollen 42l-Tank mit feuchten und klammen Fingern runterzuhebeln. Übrigens das einzige mal, bei dem ich das Ding verflucht habe...
    Ganz lustig dabei war, dass der Typ mit kölschem Kennzeichen sich doch tatsächlich auch als Vertreter der rheinischen Frohnaturen dargestellt hat und mir im Vorbeifahren ein "gebadet wird aber nur Samstags" zugerufen hat (Junge, ich weiß immer noch wie du aussiehst...)
    Nun gut, die Karre nach Diagnose trockengelegt, zusammengebaut und mit nun feuchten und klammen UND ölverschmierten Griffeln ins Tal gerollt.

    Der nette Ort Saint-Etienne-de-Tinee empfing mich ääh trostlos, verlassen und,... halt, eine Pension hat doch auf!!
    Und wer bis jetzt gelesen und gedacht hat, was hat das alles mit Christians Beitrag zu tun - jetzt fängt´s an.

    Kurz und gut - die Madame am Empfang, äh also hinter dem Tresen in der Gaststube hat mich angesehen wie George McFly seinen Sohn Marty in Zurück in die Zukunft I
    Ich bin bis heute noch der Meinung, das meine ablaufenden Klamotten einen Beitrag zur Fußbodenhygiene geleistet haben...

    Egal, bin also dort auf´s Wärmste empfangen worden - nicht so wie du Christian. Und Wärmste ist dann auch wörtlich zu meinen. In meinem Leben nicht, hab ich jemals wieder so ein warmes Hotelzimmer gehabt. Diese franz. Deckenheizungen, bis dato wußte ich nicht, dass es sowas überhaupt gibt bullerte dermaßen, dass meine Klamotten morgens dann trocken waren, so richtig trocken.
    Den Helm hab ich noch abends vom Schrank auf den Fußboden gestellt. Ich wollte den Leuten von Shoei dann doch keinen Bericht für ihre Materialforschungsabteilung zukommen lassen.
    Das Moped hatte es auch schön kuschelig im Heizungsraum, alles natürlich unisoliert. Ich hatte beim Einschlafen noch Bedenken - ihr wisst ja, der fast volle 42l-Tank usw...

    Der nächste Morgen war dann wieder schön, der freundliche Ehemann der Matrone eine Tube Windschutzscheibeneinbaukleberderzwardiezündspulen dichtdiefingerdafüraberimprägnierte für mich übrig hatte und ich glückselig meine Tour fortsetzen konnte - mit Strom!
    So, jetzt hab ich den Bogen doch noch zu Christians stromlosen Erlebnis gekrieg - hm, a bissle schon, oder.

    Egal, ich wollt mir nur mal mein schönstes Urlaubserlebnis von der Seele schreiben, quasi Vergangenheitsbewältigung. Den diversen genervten Beitragsmitauffüllern sei gesagt, wen´s interessiert gut - wen nicht, ich kann damit leben.

    Ach ja, falls du kölsche Frohnatur hier mitliest - ich weiß immer noch wie du aussiehst...!

    Beste Grüße
    hp

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Schön geschrieben.

    Ich habe in Frankreich übrigens fast nur positive Erfahrungen gemacht. Ein schönes Land mit netten Leuten.

  3. Lisbeth Gast

    Standard

    #3
    wie hübsch zu lesen, man hat bilder vor augen. liest sich das nur so humorig, weil du es mit einem gewissen abstand schreibst oder hättest du es zu dem zeitpunkt auch schon so gesehen

  4. h.p
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    #4
    Hallo Oberschwäbin,
    wäre ja schlimm, wenn ich für o.g. soo lange zur Verarbeitung brauchen würde - nein, bin auch kein Psychoanalytiker. Für die meisten meiner Neurosen hab ich ja die GS

    Grüße
    hp

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    #5
    Zitat Zitat von Benno Beitrag anzeigen
    Schön geschrieben.

    Ich habe in Frankreich übrigens fast nur positive Erfahrungen gemacht. Ein schönes Land mit netten Leuten.

    Guten Tag
    Ich kann mich Benno nur anschliessen, im Vorteil ist allerdings, wer französisch spricht.
    Noch was zum eigentlichen Thema. Ich hätte von der Hotellerie nichts Besseres erwartet. Dass der Kunde König sei, ist ein unbewiesenes Gerücht, wobei sicher einige Ausnahmen die Regel bestätigen. Ich lade Handy und Laptop nur noch während der Fahrt über das Bordnetz, ich habe ein geniales 12V Netzteil mit 19V und USB-Ausgang.

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    #6
    Jep, so'n Erlebniss mit der französische Hotelerie, aber nur der mit zweidrei Zimmern, im schweren Landregen, hatte ich auch. War auch 'n super Restaurant. Mutter und Tochter machten das. Zimmer halt sehr „Oldtstile". Aber herrliche Betten. Nasse Klamotten in die Waschküche, Mopeds in den Stahl. . .



    Stephan

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    #7
    Hallo Ihr Frankreich Reisenden,

    In grauer Vorzeit, im September 1987 mit meiner Frau und der 90S, nach 3 Wochen problemloser Frankreich tour mit ausschließlichen Hotelübernachtungen, nach ausgiebigem Gewitter zwischen Nizza und Grenoble in einer Ortschaft Unterkunft gesucht. In einem kleinen Hotel wurden wir aufgrund der "Auslastung" abgewiesen, fast alle Schlüssel am Brett und der Parkplatz war auch leer. Eine Empfehlung konnten Sie uns auch nicht geben, also im gleichen Ort weiter gesucht und ein 4 Sterne Haus gefunden, Wasser triefend hinein und siehe da, ein Zimmer bekommen und sofort die Frage, ob das Motorrad in die Garage gebracht werden soll!!! Habe ich dann lieber selbst gemacht.
    Trotz sehr guter Erfahrung bei Moped Touren in Frankreich, gibt es auch dort nicht nur liebe Zeitgenossen, es lag auch nicht an der Sprache, wir haben alles in der Landessprache erledigt, Dank meiner Frau.

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    #8


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    #9
    Also ein ähnliches Erlebniss hatte ich 2006 in Österreich. Triefend nass in Zell am See angekommen. Ziemlich nobles Hotel mit Mamorboden. Mir war die Pfütze die ich vor dem Empfang hinterlies schon richtig peinlich. Die Tochter des Hauses streifte mich mit einem strafenden Blick und machte die Ansage; "Tasche stehen lassen Motorrad in der Garage parken und dann wieder kommen". Als ich dann zurück kam, meinte sie ich soll ihr mal in den Keller folgen. Dort hies es dann nasse Klamotten auszeihen und in den Heizungskeller hängen. Ich dachte mir schon, hoppla die Kleine geht ja ganz schön ran. Als ich mich dann umdrehte, stand sie hinter mir in der einen Hand einen Bademantel, in der anderen Hausschuhe.

    Ihr Kommentar war dann grinsend, ich lass dich doch nicht so klatsch nass durch das ganze Hotel laufen und was du eben gedacht hast, habe ich dir angesehen.

    Die Klamotten waren am nächsten Tag trocken und ich hatte eine wirklich gute Unterkunft.


 

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