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Verständnisfrage: Warum 20W50 bei modernem Motor?

Erstellt von Kuhtreiber1988, 23.03.2015, 15:22 Uhr · 42 Antworten · 8.609 Aufrufe

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    #21
    Hi
    Im Prinzip sind alle Aussagen der Hersteller Öl bis zu einer Aussentemperatur von x Grad verwenden zu können sinnlos.
    Dem Öl ist die Aussentemperatur eigentlich egal., die Aussagen der Hersteller beruhen letztlich auf einem "Messmotor" nach irgendeiner Aminorm und auf Erfahrung bei der Anwendung. Anwendung heisst heutzutage "wassergekühlt".

    Praktisch alle "offen" vertreibenen Öle entsprechen ausserdem den API-, VW-, DB-, etc-. Normen. Bei Internetverkäufern unterstelle ich einigen "Ultragünstigen" (nicht allen Vertreibern!!) knallhart, dass sie "Restposten" aufgekauft haben und Öle nach überholten Normen verschleudern. Wenige drucken vielleicht ihre Labels sogar selbst und füllen "irgendetwas Glitschiges" ein.

    Folglich ist in der Summe interessant welche Belastungen ein Öl in einem Motor ertragen muss und wie es dabei belastet wird. Hat es nur Schmieraufgaben oder muss es auch Kühlprobleme bewältigen. Muss es, bei integriertem Getriebe, auch grosser Punkt- oder Linienlasten aushalten (>nur deshalb "Motorradöl" weil andere Additive!)?
    Kein Ölhersteller weiss wie sein Öl eingesetzt wird, aber es gibt spezielle Motorradöle (doch der Luft-Boxer ist konstruktiv sozusagen ein Auto mit nur zwei Rädern!!)

    In einem Motor mit X PS fällt eben wenigstens 60% Abwärme an. Wird diese Abwärme von H2O abgeführt hat das Öl weniger zu tun und wird thermisch weniger beansprucht. Beim Luftkühler ist die themische Belastung eben grösser, wobei "Luftkühler" bei den 4V ohnehin falsch ist. Der Bereich der Auslassventile (heisseste Stelle des Motors) ist ölgekühlt!

    Erwärmt man Öl so wird es dünnflüssiger, und lässt sich leichter durch die Schmierstellen drücken. Wird es zu dünnflüssig sackt der Öldruck ab (wenn der Motor "in Bozen" klappert "wie Sau", dann flackert auch das Öldrucklichtlein). Das ist die Grenze einer vernünftigen Schmierung im Leerlauf. Bei höherer Drehzahl ist das zwar "weg" aber wenn zu wenig Druck anliegt besteht (an den Kolbenlaufflächen) die Gefahr eines Risses des Ölfilms, und in den Lagern gibt's Probleme den hydrostatischen Druck aufzubauen wenn das Öl nicht ausreichend zäh ist.
    Da könnten die "Versager" in der Konstruktion die Spiele dann kleiner machen (dann fressen die Teile eben bei niederen Temperaturen) oder exotische Materialpaarungen verwenden (kann sich niemand leisten) oder man kauft sich einen wassergekühlten Japaner (und ereifert sich über Anderes). Für "Nicht-Wasser-Kühler" gelten eben etwas andere Randbedingungen.
    Doch auch BMW bietet wassergekühlte Motoren!

    Das Alles muss nicht heissen, dass der Motor schlagartig zerfällt, sondern nur dass der Verschleiss erheblich steigt.

    Auch exakt nach den Angaben der Hersteller eingesetztes Öl könnte zu erheblichen Reklamationen führen. "Komplette Elektronik versaut, Lager gefressen, etc., aber immer im angegebenen Temperaturbereich!" Hä?? Oops, das wäre evtl. eine Reklamation der NASA weil ja kein Hersteller angibt, dass sein Produkt nicht in der Schwerelosigkeit geeignet ist :-).
    gerd

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    #22
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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    #23
    Zitat Zitat von Jamnukah Beitrag anzeigen
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Vielleicht noch eine aktuelle Auskunft von BMW Motorrad vor 5 Tagen:

    Sehr geehrter Herr xyz,

    vielen Dank für Ihre E-Mail.

    Bei den luftgekühlten Boxermotoren kann selbstverständlich mineralisches, aber auch teil- oder vollsynthetisches Motorenöl verwendet werden. Grundsätzlich sollte aber kein zu dünnflüssiges Motorenöl verwendet werden. Im Sommerbetrieb (März bis Oktober) empfehlen wir Motorenöle der Viskosität SAE 20 W – XX oder SAE 15 W - XX.

    Motorenöle mit dünnerem Grundöl, wie zum Beispiel SAE 5 W – XX oder SAE 10 W - XX, sollten dagegen nur im Winterbetrieb (November bis Februar) oder bei besonders niedrigen Außentemperaturen verwendet werden, da diese Öle bei den luftgekühlten Boxermotoren aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften einen höheren Ölverbrauch verursachen können.

    Mit freundlichen Grüßen
    xxx yyy
    --
    BMW Motorrad Direct
    80788 München

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    #24
    "... da diese Öle bei den luftgekühlten Boxermotoren aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften einen höheren Ölverbrauch verursachen können...".

    Aber es schadet dem Boxer definitv nicht. Und Öl kontrolliere ich ohnehin routinemäßig. Wenn bissi was fehlt, dann wird eben nachgekippt. 10Wxx kostet im Gegensatz zum 20Wxx auch nicht so viel. Das ÖL - Thema ist auch bisschen ein "Jihad"


    Grüße

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    #25
    Hi
    Zitat Zitat von Jamnukah Beitrag anzeigen
    Wenn bissi was fehlt, dann wird eben nachgekippt. 10Wxx kostet im Gegensatz zum 20Wxx auch nicht so viel.
    Spässle? Mein Dealer verlangt für 10W40 das Gleiche wie für 50W50 (ab 4 EUR/l).
    Aber es ist blöd bei 37 Grad zuzusehen wenn die Öldruckleuchte unter 1500 1/min nicht mehr ausgeht und man weiss, dass dann die Schmierung "am Rand" ist. Nach einem "Fresser" nützt das Nachgiessen nichts.
    gerd

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    #26
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Hi


    Spässle? Mein Dealer verlangt für 10W40 das Gleiche wie für 50W50 (ab 4 EUR/l).
    Aber es ist blöd bei 37 Grad zuzusehen wenn die Öldruckleuchte unter 1500 1/min nicht mehr ausgeht und man weiss, dass dann die Schmierung "am Rand" ist. Nach einem "Fresser" nützt das Nachgiessen nichts.
    gerd
    Das würde Deiner Aussage nach dann bedeuten, dass man bei Aussen-Temp um die 37 Grad und mit 10Wxx dann gut Gefahr läuft dass man einen Fresser bekommt?
    Welches Öl sollte man dann als Ganzjahresöl (Betrieb des Gefährts ausschließlich in D) dann reinkippen? 15W??

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    #27
    Na ja, grundsätzlich kommt ein BMW Boxer ja mit Baumarktplörre klar, nur gibt es 20W50 in der Literflasche eben nicht so oft im Baumarkt wie 10W40. Also kauft man's beim Louis...

  8. Registriert seit
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    #28
    20-50 Mineralisch von Polo ....geht bei - 10 bis 40 .....Fertisch habe damit fröhliche 66 000 Km geschafft ...und es geht weiter ....!

  9. Registriert seit
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    #29
    Nun möchte ich mich als TE doch nochmals melden, obwohl das Thema für mich abgehakt war. Ich bin vorgestern aus Schottland gekommen. Dort hatten wir 5-10°C. Der Boxer hat sich mit dem 20W50 gut angefühlt. Dann bin ich über NL nach D eingereist. Da hatten wir 25° Das war auch noch OK, jedoch war er deutlich lauter. Vor Stuttgart hatten wir 36°C. Ich stand im Stau und habe mich langsam vorgearbeitet. Die Öltemp. Anzeige war auf maximum, das Teil hat erbämlich gerasselt. Ich habe mich sehr unwohl gefühlt. Die anderen Motorradfahrer waren da deutlich entspannter, haben jedoch immer wieder mitleidig herübergeschaut. Ein LC Fahrer habe ich gefragt wie es bei Ihm mit der Temperatur aussieht. Bei ihm war alles im Grünen Bereich. Da sind mir meine Reisen mit der alten 100 GS in Afrika durch den Kopf gegangen. Ich hatte eine Öldruck und Ölthermometer montiert. Auch da war es oft so das bei Tiefsandfahrten die Temp. auf 150° gestiegen ist. Der Öldruck ging dann bis zum flackern der Öldrucklampe. War glaube ich 0,5 bis 0,7 bar. Trotzdem habe ich ihm vertraut und mich einigermaßen gut gefühlt. Dies fehlt mir bei diesem Motorrad noch. Ich war dort im Stau auf jeden Fall froh 20W50 drin zu haben und nicht 15 W40 oder 10W40.

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    #30
    ....oder schnell zum rennen und eine LC kaufen....dann sind alle Probleme gelöst ...oder???


 
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