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Marokko 2013

Erstellt von bernrei, 01.01.2013, 17:32 Uhr · 28 Antworten · 3.985 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #21
    Zitat Zitat von Kardanfan Beitrag anzeigen
    Ich zitiere ein paar Passagen:
    Bitte spann nicht meinen Reisebericht vor deinen xenophoben Karren. Ich kann nur jedem empfehlen, nach Marokko zu reisen, und das schreibe ich auch so. Das einzige, worüber ich mir momentan Gedanken machen würde, wäre in der Tat die Sicherheitslage in Nordafrika. Da kann man sich aber schlau machen.

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    #22
    @ Feerk

    ..... nein, ich schreibe nichts mehr ... xenophob .... Frechheit. Und wenn Du nicht zitiert werden willst, dann behalte Deine Reiseberichte für Dich.

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    #23
    Hallo alle miteinander! Ich komme eben aus Marokko zurück und brauche sicher einen Monat, um von meiner Wolke 7 wieder herunterzukommen! Zur praktischen Seite der Reise: Fähre Sète-Tanger, dann Fès,Midelt, Mezouga, M'Hamid, Ouarzazate, Boumalne und zurück mit GS 1200 ADV, einen Koffer, eine Rolle, alleine. Ich muss dazu erwähnen, dass Französisch meine 2. Muttersprache ist und ich mir zwei Dutzend arabische Wörter aneignen konnte. Für mich der wichtigste Schlüssel, um sich in Marokko wohlzufühlen und die Bevölkerung zu verstehen. Lernt die paar Wörter auf Arabisch und viele Türen öffnen sich! Die Sicherheitslage war ohne jegliche Bedenken, Übernachtung Zelt oder Hotel, Essen köstlich wie immer, viele interessante Begegnungen, sternenklare Wüste, eine andere Welt!

    Apropos Xenophobie. Ich habe als Entwicklungshelfer in vielen extrem armen Ländern gelebt. Marokko ist kein wirklich unterentwickeltes Land, aber es gibt dort sehr viele arme Leute. Der Tourismus ist die Haupteinnahmequelle des Landes und man sollte jede Form eines vernünftigen Tourismus unterstützen. Nur damit kommt Geld unter die Bevölkerung und jeder kann dazu das seine beitragen. Gerade die Begegnungen mit anderen Kulturen erhöhen die Sensibilität für deren Probleme und auf der anderen Seite ist es gut, wenn die Marokkaner mit uns Christen diskutieren können und sehen, dass wir schlussendlich alle auf dem selben Planeten wohnen. Ich fühle mich auch nicht gedemütigt, wenn es heute bereits 800 neue Milliardäre in China gibt und ich selbst mit den 1,6 Mio. Millionären dort ebenfalls nicht mithalten kann! Der Austausch mit einem Bauern, mit einem Tankstellenbesitzer, einem Teppichverkäufer, einer Rezeptionistin in der Wüste ist mir wertvoller als goldene Wasserhähne. Ein Stück Käse, eine Ölsardinenbüchse, ein geteiltes Weissbrot, Geschichten am Lagerfeuer, die Befriedigung die GS über die Pisten schnurren zu lassen, Muskelkater zu haben.... Man kann Marokko lieben, sogar wahnsinnig lieben, wenn man den Zugang gefunden hat und auch die Zeit dafür aufbringen kann. Die aufdringlichen Händler, die bettelnden Kinder, die angeblich liegengebliebenen Autofahrer, die angeblichen Wüstenexperten überraschen und verstören am Anfang, später gehören diese alle genauso zum Dekor wie die bösen Gesichter in der Münchner U-Bahn. Dahinter steckt viel mehr, viel Wertvolleres. Marokkaner sind offen und herzlich, gastfreundlich und von einer faszinierenden Kultur!

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    #24
    Hallo Saint-Exupèry-Fan !

    Du sprichst mir mit Deinem Bericht voll aus dem Herzen.
    Was auch wieder beweist, dass Reisen gelernt sein will. Wenn die Einstellung zum Reisen und dem Verständnis für andere Völker nicht vorhanden ist, dann wirds leider nichts.
    Wie bei Saint-Exupéry der kleine Prinz so treffend sagt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar".

    Ich komme seit 1987 immer wieder mal von Zeit zu Zeit nach Marokko und mir geht jedesmal wieder das Herz auf.
    Was mich auch dazu verleitet hat, etwas Arabisch in der Volkhochschule zu lernen.

    Viele Grüsse an alle vorurteilsfreien Marokkofahrer

    Fred

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    #25
    Hey Fred und Petitprince,

    Mit Euch würde ich gerne mal abends am Lagerfeuer sitzen und "über Gott und die Welt" pilosophieren oder in die Ferne aufbrechen!
    Selten hier so gute Postings gelesen!


    Gruß

    der Kurze

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    #26
    Hallo ,
    bei manchen hier kann man sich doch so das eine oder andere fragen
    Ich war 2010 dort (allein) und ich habe es lieben gelernt .Und im Mai fahre ich wieder ,aber diesmal mit Frauchen die schon sehr neugierig ist.
    Meine Meinung : wer sich auf solche Reisen einlässt ,sollte dafür auch offen sein. Armut gibt es genug auf dieser Welt und diese Menschen können wohl nichts dafür dort geboren zu sein.(gerade bei meiner letzten Reise viel schlimmeres gesehen und trotz all dieser Umstände sind diese menschen glücklicher)

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    #27
    Zitat Zitat von yessy Beitrag anzeigen
    Hallo ,
    bei manchen hier kann man sich doch so das eine oder andere fragen
    Ich war 2010 dort (allein) und ich habe es lieben gelernt .Und im Mai fahre ich wieder ,aber diesmal mit Frauchen die schon sehr neugierig ist.
    Meine Meinung : wer sich auf solche Reisen einlässt ,sollte dafür auch offen sein. Armut gibt es genug auf dieser Welt und diese Menschen können wohl nichts dafür dort geboren zu sein.(gerade bei meiner letzten Reise viel schlimmeres gesehen und trotz all dieser Umstände sind diese menschen glücklicher)
    Glück ist eben nicht mit monetären und materiellen Werten zu messen. Marokko ist für uns wie ein Schule der Demut und wir sollten daran unser ganz persönliches Glück zu messen versuchen! Vielleicht mal keine Lederausstattung für das neue Auto mitbestellen, sondern für den Gegenwert 6 Monate Auszeit in Marokko nehmen... Das Leben ist so kurz und sollte - so lange wir das noch können - in vollen Zügen genossen werden. Vielleicht denkt auch der eine oder andere daran, ein eigenes kleines Projekt in Marokko zu unterstützen!? Einer Schule fehlt das Geld für die Schulhofmauer, einem Jungunternehmer ein paar tausend Euro, um eine Kasbah zu einer Pension umzubauen, ein Campingplatz sucht einen Partner, der das Marketing übernimmt. Das schafft Verbindungen und kann für alle nützlich sein.

    Mein persönlicher Tipp: lasst mal einen oder zwei Tage die GS stehen und mietet euch eine KTM, um in die Wüste hinauszufahren! Der Engländer Peter in Ouarzazate ist so eine gute Adresse, es gibt aber auch noch andere. Wem die KTM zu giftig ist, sollte es mit einem Quad versuchen! Mit der GS in die Dünen zu fahren ist sicher möglich, aber dafür ist sie nicht wirklich gebaut und Spaß dürfte das nur harten Profis machen.

    Meine Philosophie für Marokko: im Gegensatz zu anderen Ländern, die ich mit dem Motorrad durchquert habe (Kamerun, Tschad, Madagaskar), kann man sich in Marokko wunderbar an den Fäden des ADAC und der Kreditkarten baumeln lassen! Unbedingt ADAC Plus Mitglied werden, drei, vier Kreditkarten und eine Auslandskrankenversicherung, dann kann nichts passieren. Ich habe immer nur Minimalgepäck dabei. Eine Thermarest Matte, einen Polyester Schlafsack, Fleecedecke, 3 Liter Benzin, 1 Luftpumpe und Kleinigkeiten. Fotoapparat, Karten, etc. im Tankrucksack. Ein Koffer reicht mir, vor allem, weil er absperrbar ist. So leicht wie möglich reisen, Camping immer wenn man lustig ist, dann wieder gerne Pensionen oder bezaubernde Hotels. Mit den Einheimischen leben, mit ihnen essen, Zeit für lange Palaver mitbringen, den Tag geniessen ohne Muss und Aber und Stress und Termine und Reservierungen! Klappt es nicht mit Hotels, dann fahre ich eben ein paar Kilometer raus und suche mit einen Platz unter einer Zeder. Ein erstaunlicher Nebeneffekt in Marokko ist der Alkoholkonsum. In den meisten Ländern der Erde gibt es an jeder Ecke Bier und Wein. Die Supermärkte haben ein gigantisches Angebot an hunderten Weinsorten, die kaum jemand wirklich kennt, aber sie scheinen sich alle prächtig zu verkaufen. Bei jeder gesellschaftlichen Gelegenheit gibt es einen Grund anzustossen. Man hat einen Weinkeller zuhause, man hat seinen Getränkespezialmarkt und man ist kein Mann, wenn er hier nicht mithalten kann. In Marokko wird einem bewusst, dass es auch sehr gut ohne geht, weil Alkohol eben nicht überall zu finden ist. Das macht den Kopf freier, die Sinne offener und man hat mehr Zeit, sich auf andere Dinge zu konzentrieren, als immer nur die Pulle in der Hand zu halten.

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    #28
    Moin zusammen,

    ich halte es auch eher wie petitprince und Fred. Es ist nur leider so das der Norden Afrikas leider immer mehr zum Sandkasten Europas verkommt. Das finde ich sehr schade. Zeigt es doch gerade eben die NICHT Wertschätzung eines Landes. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen positive Erfahrungen auf Reisen.

    Gruss Tim

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    #29
    Ja, die Meinung von Tim kann ich nachvollziehen! Für viele, wenn nicht gar für die meisten, ist Marokko eben lediglich eine Alternative zu Ägypten oder Mallorca. Dass es in Marokko viel mehr als nur Sand gibt, wird von vielen leider nicht wahrgenommen und das ist traurig. Und trotzdem bewundere ich die Marokkaner, wie sie gezielt versuchen, den Tourismus zu fördern und zu erhalten. Denken wir nur an die Terroranschläge, in Marrakech zum Beispiel, an erschossene französische Touristen im Atlas, an den Krieg im (Fast-) Nachbarland Mali, an die enormen politischen Spannungen mit Algerien im Osten und mit der Polisario im Süden. Die Alternative für Marokko ist ringsherum zu sehen: arabischer Frühling, Überfälle, Anschläge. Viele Länder sind kaum mehr zu bereisen. In Marokko wird dahingegen noch ein gewisses Gleichgewicht gehalten und die Sicherheit gewährleistet. Letztes Jahr wurden 130 korrupte Polizisten verhaftet und die all gegenwärtigen Strassenkontrollen beruhigen das Land.

    Marokko kämpft um den Tourismus und nur so kann das Land sich weiter entwickeln, trotz aller negativen Begleiterscheinungen der Touristenkohorten. Dieses Jahr werden wegen der Eurokrise viel weniger portugiesische und spanische Touristen kommen, die drei Fähren der Verbindung Sète-Tanger sind seit Anfang Februar 2013 blockiert und konfisziert worden, einige Hotels in Marrakech haben aus Touristenmangel bereits zugemacht. Östlich des Atlas sind so gut wie alle Hotels weit unter Wert zu verkaufen, weil die Besitzer kein Vertrauen mehr in die politische Lage haben und die Touristensaison zu kurz und zu schwach ist. Man kann also heute keine wirkliche Entwicklung des Tourismus mit all seinen Gefahren der Betonierung feststellen, eher das Gegenteil. Deshalb finde ich es gut, wenn der Biker-Tourismus weiter entwickelt wird. Das kommt dem Ausbau der Infrastruktur zugute und erhöht die allgemeine Sicherheit im traumhaften Marokko. Ergo: lieber Sandkastentouris als Islamisten!


 
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