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Südamerika 2015/2016

Erstellt von pickypalla, 09.07.2015, 00:26 Uhr · 73 Antworten · 8.247 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #61
    Nur weil die Brücken nicht deutschem Standart entsprechen heisst es nicht, dass sie nicht funktionieren spricht einen über den Fluss bringen. "Augen zu und durch" ist jedoch die falsche Strategie ;-)



    Motorrad Rundreise 50.000 km um Afrika Südafrika & Namibia

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    #62
    Ich habe neue Videos in unserem Youtube-Channel hoch geladen...

    Einmal mit dem Motorrad quer durch Villa Mar, einem Dorf am Rande des Nationalparks Eduardo Avaroa und für jeden der diese Strecke bewältigt ein Muss, da es die einzige Möglichkeit weit und breit ist um zu nächtigen.

    Part 1

    Part2

    Zur Info, am Ende des Dorfes kann man tanken...über die Spritqualität müssen wir aber nicht reden...


    Außerdem noch eins vom Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Erde! Der Salzsee ist in Bolivien allerdings eine der besten Straßen



    Liebe Grüße

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    #63
    Das Öl ist gewecshelt, der Rucksack gepackt und die Boxen wieder angebracht.

    Nach einiger Zeit in Abadiania-Brasilien, geht es morgen weiter, Abschnitt 2Stadtkinder-unterwegs liegt nun an der Reihe! Mich erwarten ca. 12.000km bis nach Ushuaia.

    Vorher aber noch ein paar Worte über den Ort, in dem ich eine Menge Zeit verbracht habe:

    So eine lange Zeit an diesem Ort zu bleiben, ich hätte es mir vorher nicht denken können.
    Abadiania, eine kleine 15.000 Einwohner zählende Stadt, zwischen Brasilia und Goiania. Ein ländliches Städtlein, das jeden Sonntag wie ausgstorben wirkt, jeder Gang über einen Bürgersteig gleicht einem Hindernissparcours und der Gartenabfall wird mit der Pferdekutsche abgeholt.

    Direkt am Highway liegend ist Abadiania zweigeteilt. Der große Teil auf der einen Seite des Highway spiegelt das typische Brasilien in Goias wieder. "Machen wir Segunda"! Ob Montag in dieser Woche in nächster oder im folgenden Jahr, Segunda wird es geschehen. Man lernt damit umzugehen und das anfängliche Kopfschütteln weicht mit der Zeit einem Lachen.

    Doch auf der anderen Seite sieht das Leben anders aus. Mitten in der Einöde liegt einer der meistbesuchtesten Orte Brasiliens. Es gibt kein meisterliches Bauwerk, keine Sehenswürdigkeit, keinen Nationalpark. Trotzdem kommen die Menschen aus aller Welt in dieses kleine Städtchen. Jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag ist die Hauptstraße voll von ganz in weiß gekleideten Touristen. Alle pilgern Sie in die "Casa", alle haben sie Fragen über sich und Ihr Leben, alle erwarten sie ein Wunder, zu tausenden.

    Es ist ein magischer Ort, dieses Abadiania. Es hat keinen Charmé, ist aber außergewöhnlich. Es zwingt einen dazu an das übersinnliche zu glauben, was sonst soll man tun, wenn man damit direkt konfrontiert wird!

    Wer Lust hat, findet im Netz genug über diesen Ort und das Medium Joao de Deus (oder fragt mich per PN). Vorweg: man kann durchaus an den Verantwortlichen Menschen Kritik üben, sie sind alle nur Menschen. Weswegen die Touristen jedoch nach Abadiania pilgern, ist nicht um Menschen zu befragen!

    Und zum nachdenklich werden noch ein Zitat von Lame Deer, einem Dakota-Indianer...

    „ICH BIN EIN MEDIZINMANN – ein wicasa wakan. Medizinmann das ist ein Wort, das die Weißen erfunden haben. Ich wünschte, es gäbe ein besseres Wort, um auszudrücken, was „Medizinmann" für uns bedeutet, aber ich finde keines und du auch nicht, und so müssen wir uns wohl damit zufrieden geben. Ein wicasa wakan muss viel und oft mit sich allein sein. Er will weg von der Menge, weg von den kleinen, alltäglichen Dingen. Er liebt es zu meditieren, sich an einen Baum oder an einen Felsen zu lehnen und zu fühlen, wie sich die Erde unter ihm bewegt und wie über ihm das Gewicht des weiten flammenden Himmels lastet. Auf diese Weise lernt er zu verstehen. Er schließt die Augen und beginnt klarer zu sehen. Was du mit geschlossenen Augen siehst, das zählt. Der wicasa wakan liebt die Stille, er hüllt sich in sie ein, wie in eine Decke – eine Stille, die nicht schweigt, die ihn mit ihrer donnergleichen Stimme vieles lehrt. Solch ein Mann liebt es, an einem Ort zu sein, wo er nur das Summen der Insekten hört. Er sitzt, das Gesicht gegen Westen, und bittet um Beistand. Er redet mit den Pflanzen, und sie antworten ihm. Er lauscht den Stimmen der wama kaskan – der Tiere. Er wird einer von ihnen. Von allen Lebewesen fließt etwas in ihn ein, und auch von ihm strömt etwas aus. Ich weiß nicht, was und wie, aber es ist so. Ich habe es erlebt. Ein Medizinmann muss der Erde angehören, muss die Natur lesen können wie ein weißer Mann ein Buch.
    ALLES, WAS IHR ESST, wird in eine Plastikhülle gepackt, ist sauber zerteilt und vorbereitet für die Pfanne, hat keinen Geschmack und erweckt in euch keine Schuldgefühle. Wenn ihr eure Pelz- oder Ledermäntel tragt, wollt ihr nicht daran erinnert werden, wie viel Blut und Schmerz sie gekostet haben. Wenn wir einen Büffel töteten, dann wussten wir, was wir taten. Wir baten seinen Geist um Vergebung und sagten ihm, warum wir es tun mussten. Wir ehrten mit einem Gebet die Gebeine derer, die uns ihr Fleisch als Nahrung gaben, wir beteten, dass sie wiederkommen sollten, wir beteten für das Leben unserer Brüder, des Büffelvolkes, genauso wie für unser eigenes Volk. Für uns ist alles Leben heilig. Der Staat Dakota hat eigene Beamte für die Schädlingsbekämpfung. Sie setzen sich in ein Flugzeug und erschießen die Kojoten von der Luft aus. Sie führen Buch darüber, jeder tote Kojote wird in ihr Notizheft eingetragen. Die Vieh- und Schafzüchter bezahlen sie dafür. Kojoten ernähren sich von Nagetieren, von Feldmäusen und anderem kleinem Getier. Gelegentlich fressen sie ein Schaf, das sich verlaufen hat. Sie sind die natürlichen Abfallverwerter, sie säubern das Land von allem, was faulig ist und stinkt. Wer sich die Mühe macht und sie zähmt, für den sind sie gute Spielgefährten. Doch wenn sie am Leben bleiben, haben einige Leute Angst, ein paar Cent zu verlieren – und deshalb tötet man sie vom Flugzeug aus. Die Kojoten waren in diesem Land, bevor die Schafe hierher kamen, aber sie sind euch im Weg, denn ihr könnt aus ihnen keinen Profit schlagen. Mehr und mehr Tiere sterben aus. Die Tiere, die der Große Geist in dieses Land gesetzt hat, müssen fort. Nur die Haustiere, nur die vom Menschen gezüchteten Tiere dürfen leben – zumindest so lange, bis man sie in den Schlachthof treibt. Dieser entsetzliche Hochmut des weißen Menschen, der sich anmaßt, mehr als Gott zu sein, mehr als die Natur! Der Weiße sagt: „Ich lasse dieses Tier leben, denn es bringt mir Geld“; und er sagt: „Jenes Tier muss sterben, ich kann an ihm nichts verdienen, den Platz, den es braucht, kann ich besser verwenden. Nur ein toter Kojote ist ein guter Kojote“. Die Weißen behandeln die Kojoten fast so schlimm wie sie einst uns Indianer behandelt haben.
    ICH HABE DEN EINDRUCK, die weißen Menschen fürchten sich so sehr vor der Welt, die sie selbst geschaffen haben, dass sie diese nicht mehr sehen, fühlen, riechen oder hören wollen. Regen und Schnee auf dem Gesicht zu spüren, von einem eisigen Wind wie erstarrt zu sein und an einem rauchenden Feuer wieder aufzutauen, aus einer heißen Schwitzhütte zu kommen und in einen kalten Fluss zu tauchen – diese Erfahrungen zeigen dir, dass du lebst. Aber ihr wollt das gar nicht mehr empfinden. Ihr wohnt in Kästen, die Sommerhitze und Winterkälte aussperren, ihr lebt in einem Körper, der seinen Geruch verloren hat, ihr hört den Lärm aus der Hi-Fi-Anlage anstatt den Klängen der Natur zu lauschen, ihr seht den Schauspielern im Fernsehen zu, die euch Erlebnisse
    vorgaukeln, euch, die ihr längst verlernt habt, irgendetwas selbst zu erleben. Ihr esst Speisen, die nach nichts schmecken. Das ist euer Weg. Er ist nicht gut.
    BEVOR UNSERE WEISSEN BRÜDER KAMEN, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel und deshalb gab es bei uns keine Diebe. Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt. Wir waren viel zu unzivilisiert, um großen Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können. Wir kannten kein Geld und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum bemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte und Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen. Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen, und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die – wie man uns sagt – für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind.
    AUCH DER MENSCH BESTEHT AUS VIELERLEI. Woraus immer die Luft ist, die Erde, die Kräuter, die Steine, all das ist auch Teil unserer Körper. Wir müssen wieder lernen, wir selber zu sein und die Vielfalt in uns zu fühlen und zu entdecken. Wakan Tanka, das Große Geheimnis, lehrt Tiere und Pflanzen, was sie tun sollen. In der Natur gleicht nichts dem anderen. Wie verschiedenartig sind die Vögel! Einige bauen Nester, andere nicht. Manche Tiere leben in Erdlöchern, andere in Höhlen, andere in Büschen. Wieder andere kommen überhaupt ohne Behausung aus. Sogar Tiere derselben Art – zwei Hirsche, zwei Eulen – verhalten sich unterschiedlich. Ich habe viele Pflanzen aufmerksam betrachtet. Von den Blättern einer Pflanze, die alle auf demselben Stängel wachsen, ist keines ganz wie das andere. Auf der ganzen Erde gibt es keine zwei Blätter, die einander völlig gleichen. Der Große Geist hat es so gewollt. Für alle Geschöpfe auf der Erde hat er den Lebenspfad bloß im Großen vorgezeichnet; er zeigt ihnen die Richtung und das Ziel, lässt sie aber ihren eigenen Weg dorthin finden. Er will, dass sie selbständig handeln, ihrem Wesen gemäß und ihren inneren Kräften gehorchend. Wenn nun Wakan Tanka will, dass Pflanzen, Tiere, sogar die kleinen Mäuse und Käfer, auf diese Weise leben – um wie viel mehr werden ihm Menschen, die alle dasselbe tun, ein Gräuel sein: Menschen, die zur selben Zeit aufstehen, die gleichen im Kaufhaus erstandenen Kleider anziehen und dieselbe U-Bahn benützen, die im selben Büro sitzen, die gleiche Arbeit verrichten, auf ein und dieselbe Uhr starren und – was am schlimmsten ist – deren Gedanken einander zum Verwechseln ähnlich sind. Alle Geschöpfe leben auf ein Ziel hin. Selbst eine Ameise kennt dieses Ziel – nicht mit dem Verstand, aber irgendwie kennt sie es. Nur die Menschen sind so weit gekommen, dass sie nicht mehr wissen, warum sie leben. Sie benützen ihren Verstand nicht mehr und sie haben längst vergessen, welche geheime Botschaft ihr Körper hat, was ihnen ihre Sinne und ihre Träume sagen. Sie gebrauchen das Wissen nicht, das der Große Geist jedem von uns geschenkt hat, sie sind sich dessen nicht einmal mehr bewusst, und so stolpern sie blindlings auf der Straße dahin, die nach Nirgendwo führt – auf einer gut gepflasterten Autobahn, die sie selber ausbauen, schnurgerade und eben, damit sie umso schneller zu dem großen leeren Loch kommen, das sie am Ende erwartet, um sie zu
    verschlingen.“ (Lame Deer 1890 bis 1974)

    Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit und eine "Gute Fahrt" in den Wintermonaten!

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    #64
    Interessanter Text. Die Geschöpfe in diesem Forum leben auch auf ein Ziel hin: Motorradfahren.

    Buen viaje !

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    #65
    es gibt mal wieder neues von Mir. Meine Reise hat so manch eine Überraschung gebracht, auch für mich... aber das folgt noch wann anders.

    Heute berichte ich erst einmal über die erste Etappe von Abadiania zu den Thermalquellen von Caldas Novas/RioQuentin

    Zu den Thermalquellen von Caldas Novas: Stadtkinder-unterwegs



    Allen daheimgebliebenen, die trotz der frühlingshaften Temperaturen in Deutschland, wegen ihrem Saisonkennzeichen, kein Motorrad fahren können, wünsche ich besonders viel Spaß ;D

    Liebe Grüße aus Brasilien

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    #66
    Allen wunderbare Weihnachtstage!

    Damit euch nicht zu langweilig mit der Familie wird und ihr kurz dem Stress, der um das Weihnachtsfest entsteht, in einem Minutentraum entschwinden könnt, habe ich einen weiteren Blogeintrag hoch geladen.

    Es ging von den Thermalquellen Rio Quentin nach Delfinopolis. Delfine habe ich leider nicht gesehen, jedoch hätten sie bei dem Regen überall überall schwimmen können...

    Die Matschschlacht nach Delfinopolis:
    Stadtkinder-unterwegs

    Ein Foto aus dem Beitrag, noch bei Sonnenschein gemacht, als kleiner Appetizer


    Genießt die Feiertage!

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    #67
    Ich wünsche allen ein Frohes Neues Jahr. Lasst all Eure Wünsche für 2016 in Erfüllung gehen und macht das Jahr zu etwas besonderem! :L

    Damit Ihr heute, noch leicht verkatert oder einfach erschöpft von der gestrigen Nacht, etwas zu lesen habt, gibt es einen Blogeintrag für euch!

    Ich hatte ja bereits angekündigt, dass eine Überraschung bevor steht. Nun kommt sie zu Tage...
    aber schaut es euch am besten selbst an!
    Stadtkinder-unterwegs



    Für alle eine Unfallfreiefahrt 2016 und liebe Grüße aus Brasilien

    PS: Bei Interesse an Emma schreibt mir eine Mail oder PN. Ich versorge euch, wenn Ihr denn wollt, gerne weiterhin mit Ankündigungen über aktuelle Blogeinträge aus Südamerika....

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    #68
    Gesundes neues Jahr und viel Glück für deine Pläne ! Warum du aber das Motorradfahren aufgibst, habe ich nicht richtig verstanden.

  9. Registriert seit
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    #69
    Eine schwere Entscheidung die es natürlich zu respektieren gilt. Ich hoffe für dich das du sie nicht bereuen wirst denn deine Reise wird eine andere sein...aber vielleicht ist es genau das was du jetzt brauchts. Gute Weiterfahrt und ebenso gutes neues Jahr 2016

  10. Registriert seit
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    #70
    Zitat Zitat von cruisifix Beitrag anzeigen
    Gesundes neues Jahr und viel Glück für deine Pläne ! Warum du aber das Motorradfahren aufgibst, habe ich nicht richtig verstanden.
    Kurz gesagt, weil es mich nicht mit der Zufriedenheit und Freude erfüllt hat, wie ich es mir vorgestellt hatte.

    Warum das nun so ist, darüber kann man rätseln. Daher ja auch mein Zitat, welches ich extra zu Anfang geschrieben hatte....Der Mensch kann was er will, er kann aber nicht wollen was er will...


 
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