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Griechenland Quo vadis?

Erstellt von AmperTiger, 05.05.2010, 15:24 Uhr · 77 Antworten · 5.671 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #31
    Hi Jonni ! Was willst du nun sagen ? Alles in Ordnung -alles paletti ?
    Es gibt keine Verantwortung und somit auch keine Verantwortlichen ?
    Genau so verhalten wir uns schon immer - wir lassen uns zutexten und
    sind Meister im Vergessen !

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    #32
    Zitat Zitat von Jonni Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollten wir die jetzt notwendigen Zahlungen an andere EU-Länder einfach unter dem Punkt "Folgeschäden zweier deutscher Amokläufe" ausbuchen und zur Tagesordnung übergehen. Trifft ja kein armes Land.
    ooohh, mir erschließt sich zwar nicht ganz, was ein vor 65 Jahren zu Ende gegangener Krieg mit der heutigen (selbstverschuldeten) griechischen Wirtschaftslage zu tun hat, aber Reparationszahlungen haben in D ja Tradition
    Im übrigen habe ich mich schlau gemacht, schuld ist das bayrische Reinheitsgebot für Bier aus dem Jahr 1516, das dem Bier seinen Siegeszug ermöglichte und die Griechen zwang auf Oliven und Wein umzusatteln, was für den kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Niedergang Griechenlands ursächlich ist

  3. Registriert seit
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    #33
    Mit den Reparationszahlungen hast du völlig recht. Solche haben in Deutschland seit 1870/71 Tradition. Deutschland hat Frankreich damals auferlegt, 5 Milliarden Francs als Reparation ans Reich abzuführen. Diese Zahlung hatte in der Folge einen wesentlichen Anteil daran, dass Deutschland seine Infrastruktur der fortschreitenden Industriealisierung anpassen konnte und zur kontinentalen Großmacht aufstieg.

    CU
    Jonni

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    #34
    Servus,

    mit Griechenland ist es es doch wie bei allem anderen, halt eine Nummer größer.

    Es ist doch im eigenen Land nicht anders, das fängt doch schon auf kommunaler Ebene an. Die Eine Stadt ist pleite, der Nacbarkreis hat noch genug Kohle, da er höhere Steuereinnahmen hat aber die gleichen Ausgaben. Nächste Stufe, die Bundesländer intern. Nur als Bsp. Bayern, der "reiche" Süden und der strukturschwächere Norden (Franken), dann D selbst, unsere "neuen" Bundesländer werden auch seit mittlerweile 20 Jahren vollsubventioniert (nicht falsch verstehen, ich freu mich, das die Einheit wieder da ist!) wieviele Milliarden sind da im Sand versickert???? Von Aufbau Ost ist da in vielen Regionen nicht viel zu merken, ausser Infrastruktur.

    Und dann Europa.....

    was ich immer nicht ganz verstehen will, wie kann man selbst ein Haushaltsdefizit im 3-stelligen Bereich haben und dann noch Geld im selben Umfang verleihen oder sonst wie abdrücken?

    Alle haben hohe Schulden, und irgendwann platzt die Inflationsblase

  5. Registriert seit
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    #35
    Zitat Zitat von Jonni Beitrag anzeigen
    Solche haben in Deutschland seit 1870/71 Tradition.
    mir ist, als wärs gestern gewesen ..........

  6. Registriert seit
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    #36
    Gerade gefunden, ein lieber Brief an die Griechen:

    Streng genommen seid Ihr pleite

    Und weil sich da jemand auf die Füße getreten fühlt, gleich noch ne Erklärung dazu:

    Liebe Griechen!

  7. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #37
    kannst auch gleich den ganzen Brief einstellen...:


    Liebe Griechen!

    Kennt Ihr das bei Euch auch, eine Tante, die einem die ganze Kindheit
    und Jugend hindurch das Sparschwein füttert??
    Beim ersten Fahrrad, dem ersten Radio, der ersten Urlaubsreise - immer gibt sie ein paar Scheine dazu. Und dafür verlangt sie nichts weiter als ab und zu mal ein
    freundliches Dankeschön!
    Liebe Freunde, dies ist ein Brief von Eurer Geldtante. Keine Angst, Ihr müsst nicht Danke sagen. Das Einzige, was wir uns wümnschen, ist: Versetzt Euch mal in unsere Lage.

    Seit 1981, seit 29 Jahren, gehören wir zur selben Familie, zur EU. Kein
    anderes Familienmitglied hat in dieser Zeit so viel Geld in die
    Gemeinschaftskasse gesteckt wie wir, nämlich netto rund 200 Milliarden
    Euro. Und pro Nase hat kaum einer so viel bekommen wie Ihr, zusammen
    netto fast 100 Milliarden. Rund die Hälfte also von dem, was wir in den
    EU-Topf gekippt haben, habt Ihr mit großer Kelle abgeschöpft!. Oder
    anders ausgedrückt: Rein rechnerisch haben wir Deutschen mit den Jahren
    jedem von Euch Griechen, vom Säugling bis zum Greis, 10000 Euro
    geschenkt. Einfach so. War doch nett, oder? Freiwillig hat wohl noch nie
    ein Volk ein anderes Einen so langen Zeitraum so großzügig
    unterstützt. Ihr seid fast unsere teuersten Freunde.

    Wie es uns dabei ging, in all den Jahren, das habt Ihr nie gefragt. Ich
    vermute, auch heute brennt Ihr nicht gerade darauf, etwas über Unsere
    Sorgen zu erfahren. Ich erzähle es Euch trotzdem: Unsere Straßen sind so
    löchrig wie antike Bauwerke, weil uns das Geld für Instandhaltung
    fehlt. Bibliotheken und Schwimmbäderr werden geschlossen. Manche Städte
    schalten nachts jede zweite Straßenlaterne aus, weil sie die
    Stromrechnung nicht bezahlen können. Im Gegensatz zu Euren steigen
    unsere Löhne seit der Einführung des Euros praktisch gar nicht mehr.
    Und jetzt sollen wir auch noch Euch Griechen retten. Die Sorgen um Euch,
    die haben uns gerade noch gefehlt.
    Ihr habt Euch unser Misstrauen redlich verdient: Im Sommer fackelt Ihr
    regelmäßig dieses schöne Land ab, das Gott Euch geschenkt hat Und dann
    ruft Ihr nach unserer Feuerwehr, weil Ihr es nicht allein gelöscht
    kriegt. Ihr wollt alle in den öffentlichen Dienst, aber keiner will
    Steuern zahlen. Wenn auch nur ein Teil der Berichte stimmt, die wir in
    den vergangenen Wochen lesen mussten, dann seid Ihr offenbar nur bereit
    zu arbeiten, wenn Ihr dafür Schmiergeld bekommt. Vor allem Eure Ärzte
    und das Krankenhauspersonal langen kräftig zu. Ihr betrügt Euch also
    gegenseitig, wo Ihr nur könnt.
    Das kann uns egal sein. Doch Ihr betrügt auch uns. Seit vielen Jahren. Das ist uns nicht egal.
    Ihr kassiert für mehr Olivenbäume EU-Subventionen, als in Euer Land
    passen. Offenbar versteht Ihr doch was von Buchführung, denn um die
    Stabilitätskriterien für den Euro zu erfüllen habt Ihr Eure Bilanzen so
    systematisch und geschickt gefälscht, dass die Brerater nichts gemerkt
    haben. In Wahrheit habt Ihr den Euro nie verdient. Trotz Eurer
    erschwindelten Daten ist es Euch seit der Einführung des Euro noch nie
    gelungen, die Stabilitätskriterien zu erfüllen! Um Eure Wirtschaft
    größer erscheinen zu lassen, habt Ihr Euch 2006 einen helenischen
    Taschenspielertrick einfallen lassen und kurzerhand die Erlöse aus
    Geldwäsche, Rauschgifthandel und Schmuggel in die jährliche
    Wirtschaftsleistung Eurer stolzen Nation eingerechnet.
    Für Jahrzehnte mehr Geld ausgeben, als man sich erarbeitet, wie
    selbstverständlich auf Kosten von anderen zu leben, laufend betrügend
    tricksen - das kann nicht ewig gut gehen. Irgendwann bricht das
    Kartenhaus zusammen.
    Irgendwann ist jetzt. Streng genommen seid Ihr pleite.
    Macht Euch keine Illusionen. Wenn Angela Merkel verspricht,
    "Griechenland wird nicht allein gelassen", dann geht es unserer
    Kanzlerin und uns Deutschen nicht mehr um Euch Griechen.

    Unsere Sorge gilt allein unserer eigenen Zukunft Das Unglück ist nur: Wir sind an
    Euch gekettet. Wenn Ihr untergeht, zieht Ihr uns mit unter Wasser. Zum
    Beispiel durch die 300 Milliarden Schulden, die Ihr mit den Jahren
    aufgesammelt habt. Rund 30 Milliarden davon gehört den Sparern bei
    deutschen Banken, in Form von Staatsanleihen. Ob Ihr das jemals
    zurückzahlen werdet?
    Euretwegen geht der Euro in die Knie. Uns droht die Inflation. Das bedeutet: was deutsche Sparer auf dem Sparbuch oder in Lebensversicherungen für die Zukunft zurückgelegt haben, wird immer weniger wert. Wegen Euch. Solche Gedanken sind Euch natürlich fremd, denn sparen oder investieren ist nicht Euer Ding. Ihr haut die Euros lieber raus. In der EU seid Ihr Griechen das Volk, das von seinem Geld
    den größten Anteil für Konsum verprasst.
    Die Regierungschefs der EU haben zwar beschlossen, dass Ihr keine
    direkten Finanzhilfen bekommen sollt. Erst mal. Doch Ihr braucht Hilfe.
    Und in der EU bedeutet Hilfe am Ende immer Geld, genauer: unser Geld.

    So langsam wird uns Deutschen klar: Zuerst mussten wir die Banken
    retten, jetzt müssen wir Euch Griechen retten und schließlich alle
    Länder mit einer Schweinewirtschaft -die sog. "PIIGS", Portugal, Italien,
    Irland, Griechenland, Spanien. Ein Staatsbankrott eines dieser Länder,
    darin sind sich die Experten ausnahmsweise einig, würde eine Tragödie,
    die selbst die Bankenkrise wie ein Lustspiel erscheinen ließe.

    Kluge deutsche Staatsrechtler haben schon vor der Einführung des Euro
    gewarnt: Die Wirtschaftsunion kann ohne die politische Union nicht
    funktionieren. Sie hatten recht. Jetzt erkennen wir das dramatische
    Demokratie-Defizit. Wir Deutschen sind von den Entscheidungen der
    Regierung Griechenlands abhängig.

  8. ArmerIrrer Gast

    Standard Teil 2

    #38

    Aber wir können sie nicht wählen. Ihr Griechen könnt sie wählen, aber Ihr habt ganz andere Interessen. Wir wollen, dass Euer Ministerpräsident Georgios Papandreou sein Sparprogramm durchzieht. Mindestens.
    Besser wäre es, wenn er beim Reformieren noch einen Zahn zulegte. Aber Ihr wollt das ganz offensichtlich nicht. Ihr macht, was Ihr immer macht: Ihr streikt.

    Letzte Woche der öffentlichentliche Dienst, nächste Woche alle, Generalstreik.

    Liebe, teure Griechen, wenn Ihr nächste Woche auf die Straße geht, dann
    streikt, dann demonstriert, dann protestiert Ihr nicht gegen Eure Regierung, sondern gegen uns. Dem Zorro, der Euch stets gerettet hat und weiter retten soll, dem versetzt Ihr einen Tritt zwischen die Knie.
    Liebe griechische Finanzbeamte, geht nächste Woche bitte nicht streiken,
    sondern treibt endlich mal die Steuern Eurer Millionäre ein, von denen
    Ihr bislang für das Wegschauen so fürstlich entlohnt werdet.

    Liebe griechische Ärzte, geht nächste Woche bitte nicht streiken,
    sondern behandelt Eure Patienten. Von jetzt an, ohne vorher um einen
    Geldumschlag zu bitten. Und dann versteuert einfach Euer Einkommen. Ja,
    dann könnt Ihr Euch den nächsten Porsche erst ein Jahr später bestellen.
    Ihr werdet es überleben.

    Liebe Rentner Griechenlands, wenn bei uns jemand sein ganzes Leben lang
    gearbeitet hat, bekommt er nicht mal 40 Prozent seines durchschnittlichen Einkommens als Rente. Damit sind wir auf dem viertletzten Platz der OECD-Länder.
    Und wer ist auf Platz eins? Richtig:

    Ihr!
    Für 95 Prozent Eures durchschnittlichen Einkommens gönnt Ihr Euch
    als Rente. Um das hinzukriegen, greift Ihr wieder in die Trickkiste:
    Ihr bezieht einfach die Rentenhöhe nicht aufs ganze Leben, sondern nur
    auf die letzten drei bis fünf Arbeitsjahre. Darum ist es bei Euch
    üblich, dass der Arbeitgeber den Lohn am Ende noch mal kräftig erhöht.
    Von dem Geld, mit dem wir Euch fast 30 Jahre lang gesponsert haben,
    gönnt Ihr Euch eine komfortablere Altersversorgung, als wir uns leisten
    können. Findet Ihr das gerecht?
    Also, liebe Rentner in Griechenland: Ihr seid die Generation, die diese Misere verursacht hat. Jetzt haltet mal die Füße still, geht nicht demonstrieren, und lasst Eure Regierung die Sparpläne durchziehen.
    Und, liebe Bürger Griechenlands, redet Euch nicht damit heraus, Eure Politiker seien allein schuld an der Katastrophe. Ihr habt doch die Demokratie erfunden und solltet wissen, dass Ihr, das Volk, regiert und damit verantwortlich seid. Niemand zwingt Euch, Steuern zu hinterziehen, Schmiergelder anzunehmen, gegen jede vernünftige Politik
    zu streiken und korrupte Politiker zu wählen.
    Politiker sind Populisten. Die machen genau, was Ihr wollt. Sicher werdet Ihr jetzt einwenden: Ihr Deutschen, Ihr seid doch auch nicht viel besser. Stimmt. Ein Rentensystem, dem kaum einer noch traut, Beamtenpensionen, von denen niemand weiß wie sie in der Zukunft bezahlt werden sollen, ein Steuersystem, das so aussieht, als hätten erfahrene Hinterzieher es sich ausgedacht, und vor allem ein Schuldenberg, der irgendwann ins Rutschen gerät und alles unter sich begräbnt -genau diese Probleme haben wir auch. Und Ihr seid uns auf diesem Pfad der Untugend nicht so weit voraus, wie viele glauben. Früher habt Ihr Griechen uns den Weg gewiesen, habt der Welt die Demokratie, die Philosophie und das erste Verständnis für Nationalökonomie beigebracht. Jetzt weist Ihr uns wieder den Weg. Nur ist es diesmal der Irrweg. Da, wo Ihr seid, geht's nicht weiter.

    Herzliche Grüße

    Walter Weber

    PS: Meldet Euch doch mal! Über eine Antwort würden wir uns freuen

  9. Registriert seit
    07.07.2009
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    3.024

    Standard

    #39
    Zitat Zitat von ArmerIrrer Beitrag anzeigen
    kannst auch gleich den ganzen Brief einstellen...:
    Ja, schon richtig, aber da muß man wieder so lange bis zum nächsten Post scrollen

    Oder meinste, die anderen können nicht mit der Maus auf den Link gehen

  10. ArmerIrrer Gast

    Standard

    #40
    Zitat Zitat von HaJü Beitrag anzeigen
    Ja, schon richtig, aber da muß man wieder so lange bis zum nächsten Post scrollen

    Oder meinste, die anderen können nicht mit der Maus auf den Link gehen

    nee, das trau ich net allen zu, nee im ernst, ich hab grad drauf geklickt und hab bei jedem Link nur Ausschnitte davon gefunden...


 
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