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Verlust der Gewährleistungsansprüche bei Umbauten?

Erstellt von desertbeast, 17.03.2010, 19:16 Uhr · 7 Antworten · 1.005 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Verlust der Gewährleistungsansprüche bei Umbauten?

    #1
    Hallo,

    ein Bekannter möchte seine F 800 GS tiefer legen. Er hat sich privat die Teile für Gabel und Fahrwerk gekauft und möchte nun selber umbauen.

    Meine Bedenken sind, das er dabei die Gewährleistungsansprüche verliert.
    Uns kann somit auch keine Garantieverlängerung erwerben.

    Dar Motorrad ist Baujahr 05/2009.

    Hat da jemand Erfahrung?

    Vielen Dank

    Harald

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Hi,

    ich hatte dieses meinen Händler auch gefragt, bevor ich meinen Zubehörauspuff eingebaut habe. Er sagte, dass es kein Problem sei, wenn man Zubehör- oder Umbauteile verwendet, die von Markenherstellern stammen und natürlich auch für das Mopped freigegeben sind (ABE, Gutachten). Auf diese Umbauteile erstreckt sich die Garantie natürlich nicht.

    Ich würde das konkrete Vorhaben aber bei dem in Frage kommenden Händler nochmals ausdrücklich nachfragen, dann weiß er es in jedem Fall. Oder aber er lässt die Arbeit gleich von der Händlerwerkstatt druchführen, was ja wohl kein Problem sein sollte, wenn es sich um Original BMW-Teile handelt.

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Zitat Zitat von desertbeast Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ein Bekannter möchte seine F 800 GS tiefer legen. Er hat sich privat die Teile für Gabel und Fahrwerk gekauft und möchte nun selber umbauen.

    Meine Bedenken sind, das er dabei die Gewährleistungsansprüche verliert.
    Uns kann somit auch keine Garantieverlängerung erwerben.

    Dar Motorrad ist Baujahr 05/2009.

    Hat da jemand Erfahrung?

    Vielen Dank

    Harald
    Wichtig sind wahlweise ABE (sofern vorhanden) oder fuer eintragungspflichtige
    Teile eine Anbaubestaetigung des TUEV (zumindest in D). Sind also nur fuer
    Das Kraftfahrzeug geeignete Anbauteile und / oder von Fachwerkstaetten
    Teile verbaut oder hat sich ein Sachverstaendiger den ordnungsgemaessen
    Anbau angesehen und abgenickt (TUEV/DEKRA/KUES), kann das Fahrzeug
    und damit der Halter, keinen Nachteil erleiden.

    Ist jedoch ein ausgetauschtes Bauteil kausal fuer einen Defekt verantwortlich,
    der ueber Garantie/Gewaehr behandelt werden soll, kann der Hersteller darauf
    abstellen, dass der ursprungszustand hergestellt werden muss damit der
    Nachweis erbracht werden kann, das bemaengelte Bauteil waere auch ohne
    die Modifikation defektiv geworden/gewesen.

    Das kann in A/CH alles ganz anders aussehen .. aber mit einfachen Worten,
    bau halt nicht grad den letzten Chinascheiss dran.


  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Hi
    Wenn der Gewährleistungsgebende bei einem Federbeindefekt sagt „Das Federbein wurde durch das Tieferlegen anders belastet als vorgesehen“ hat man eher schlechte Karten. Ich halte es zwar für eine Ausrede, aber das Gegenteil dürfte schwer (=teuer) nachzuweisen sein.
    Explodiert der Motor oder fallen die Bremsen ab wird es keine Ausreden geben.
    Ähnliches gilt für z.B. Ölwechsel in einer Nicht-BMW-Werkstatt. Weist man nach, dass das sachlich richtig durchgeführt wurde (von wem auch immer) ist das kein Grund für ein Hemmnis.

    Anders sieht das aus wenn die gesetzliche Gewährleistungszeit vorbei ist oder es um Garantie (=freiwillige Leistung des Garantiegebers!) geht. Für Vereinbarungen nach dieser Zeit können vertragliche Absprachen getroffen werden (nur bei BMW-Werkstätten; nur in MEINER Werkstatt; etc)
    War der Umbau zum Vertragszeitpunkt bekannt, dann gibt’s auch dazu keine Ausrede.
    gerd

  5. Registriert seit
    17.06.2009
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    Standard

    #5
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    1. Explodiert der Motor oder fallen die Bremsen ab wird es keine Ausreden geben.

    2. Ähnliches gilt für z.B. Ölwechsel in einer Nicht-BMW-Werkstatt. Weist man nach, dass das sachlich richtig durchgeführt wurde (von wem auch immer) ist das kein Grund für ein Hemmnis.

    3. Anders sieht das aus wenn die gesetzliche Gewährleistungszeit vorbei ist oder es um Garantie (=freiwillige Leistung des Garantiegebers!) geht. Für Vereinbarungen nach dieser Zeit können vertragliche Absprachen getroffen werden (nur bei BMW-Werkstätten; nur in MEINER Werkstatt; etc)
    War der Umbau zum Vertragszeitpunkt bekannt, dann gibt’s auch dazu keine Ausrede.
    gerd
    1. In diesem fall wird bei einem Motorrad von 05/09 ehr die Garantie
    greifen, da bei der Gewährleistung der Mangel schon beim Kauf vorhanden sein muss und die Beweislast beim Kunden liegt.

    Gewährleistungsansprüche gelten kraft Gesetzes (§ 437 BGB) und nur für ursprüngliche Mängel. Innerhalb der ersten sechs Monate spricht eine so genannte "gesetzliche Vermutung" dafür, dass der Mangel bereits beim Kauf vorlag.
    Nach Ablauf dreht sich die Beweislast um und der Kunde muss beweisen das der Mangel schon beim Kauf bestand, dies ist nah zu Unmöglich.

    2. Betrifft nur die Gewährleistung, eine Garantie ist, wie von Gerd erwähnt an Bedingungen knüpfbar (z.B. nur in einer Vertragswerkstatt).

    3. Begriffliche Erklärung:
    Eine Garantie ist eine freiwillige Leistung des Verkäufers und/oder des Herstellers und gilt anders als die Gewährleistung auch für später entstehende Fehler. Es wird etwas Garantiert, eine Funktion, eine Haltbarkeit oder anderes, Garantien immer durchlesen.
    Es gibt Garantien mit der Bedingung der Neuwertigkeit, also wird nichts Garantiert aber das sieht man eventuell zu Spät!

    Gesetzliche Mängelansprüche gelten immer, z.B. auch bei Reduzierter Ware.

    Die freiwillig gewährte Garantie ist zu beschränken (z.b. keine Garantie bei Reduzierter Ware).

    Des weiteren sind meist die Anspruchsgegner verschieden (bei BMW direkt natürlich nicht).

    Bei einer Gewährleistung ist der Verkäufer, bei einer Garantie meist der Hersteller Anspruchsgegner gegenüber dem Käufer.

    Das die meisten Händler Garantieansprüche für ihre Kunden abwickeln ist also ein Service.

  6. Registriert seit
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    Standard

    #6
    BMW bietet bei Neufahrzeugen "Gewährleistung" und verzichtet während der ersten 24 Monaten auf die Beweislast durch den Kunden.

  7. Registriert seit
    17.06.2009
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    Standard

    #7
    Zitat Zitat von qtreiber Beitrag anzeigen
    BMW bietet bei Neufahrzeugen "Gewährleistung" und verzichtet während der ersten 24 Monaten auf die Beweislast durch den Kunden.
    BMW muss die Gewährleistung bitten da sie Gesetzlich vorgeschrieben ist und die Gewährleistung beträgt per Gesetz vierundzwanzig Monate.

    Das mit dem Verzicht auf die Beweislast von BMW war mir nicht bekannt, ich habe aber auch weder in einem Kaufvertrag noch in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen einen Hinweis gelesen/gefunden.


    Dieser Verzicht bedarf der Schriftform.

  8. Registriert seit
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    Standard

    #8
    Hi
    Dieser Verzicht steht zum Beispiel im Internet und in so ziemlich allen Prospekten. Sicherlich auch irgendwo im Kleingedruckten
    gerd


 

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