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4 Tage Istrien. Eine Erzählung mit Bildern...

Erstellt von fmantek, 06.10.2013, 17:34 Uhr · 18 Antworten · 2.788 Aufrufe

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    Standard 4 Tage Istrien. Eine Erzählung mit Bildern...

    #1
    Bis nach Österreich.

    Bin am 2.10., 5 Uhr morgens, Kilometerstand 11350, losgefahren. Stockdunkel, kalt - bei uns im Bergischen war es noch 6 Grad, aber bereits 40 Minuten später war es nur noch 3.5 Grad. Zum Glück gibt es Heizgriffe.


    Kurz vor Frankfurt ging dann die Sonne auf, Charles Bradley sang “Give love a chance” - es ist gut wieder unterwegs zu sein.


    Anstatt am Rasthof Spessart zwang mich meine Tankanzeige nach 220km zum halten - 15 Liter, und das bei einem Tempo von 120-140km/h, also fast 6.8l/100.


    Aber nach einem guten Frühstück, und den Wechsel auf einen Fleece Pulli anstelle des langärmligen T-Shirts wird es gegen 8 Uhr weitergehen. Frankfurt ist hinter mir, und damit hoffentlich die grossen Verkehrsprobleme, bis ich dann bei München vorbei muss.


    Die zweite Pause gibt es dann kurz nach dem Kreuz Nürnberg am Rasthof Nürnberg-Feucht. Wieder 220km, wieder 15 Liter Sprit. Wie jemand eine GS angeblich mit weniger als 5 Liter auf 100 fahren kann, geht mir im Moment nicht ein.


    Die Fahrt bisher war ereignislos, keine Staus, keine Vorkommnisse. Kurz nach Frankfurt ging die Sonne auf, ein blutroter Himmel mit Marius Müller Westernhagen “Ich brauch ne Frau”, das passte.


    Die Sonne schien gnadenlos ins Gesicht, zum Glück hatte ich mir die Shades nach der ersten Pause aufgezogen. Es ist jetzt kurz nach 10, immer noch unter 10 Grad. Ich hätte meine Winterfütterung in die Kombi tun sollen, ich hab ja noch genug Platz in den Koffern…. Dumm. Da sollte ich noch ein paar mal fluchen....


    Der dritte Stop, 225 km mit 14.4 Litern findet mich bei Rosenheim.Der Himmel ist zugezogen mit Wolken, und es ist gerade mal 11 Grad. Der Weg hierhin war allerdings herrlich, immer noch kein Stau, bis gerade noch wunderschönes Wetter, und ich komme langsam in den Rhytmus, in die Zone, in der ich nur noch die Luft, das Gefühl auf dem Moped zu sitzen, geniesse.


    Dabei fangen dann die Gedanken an zu schweifen, nachzudenken über das was wichtig ist, was man möchte. AC/DC “Back in Black” erscheint sehr passend für diese Passage.


    Slovenische Autobahnmarken habe ich hier dann auch noch erstanden, der lokale ADAC hatte nur noch die für Österreich, Zeit das Moped zu verschandeln , die Grenze ist nicht mehr weit.


    265km/15l 5.6liter hat die letzte Etappe verschlungen, keine Ahnung warum es da solche Differenzen gibt. Es ging die finalen 70 Kilometer durch die Berge, über den Nockalmpass, einen der schönsten Pässe in Österreich.

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    Die Wolken rissen auf sobald ich in Österreich angekommen bin, und selbst die Autobahnstrecke war auf Grund des blauen Himmels, den paar weißen Wolken mit den Anfängen der Alpen als Hintergrundkulisse sehr schön.

    Gegen 5 Uhr war ich dann in Villach angekommen, einer Stadt in der alles um 6 Uhr schliesst. Netterweise machte die Jack Wolfskin Verkäuferin noch einmal auf, so das ich mir noch einen weiteren warmen Fleecepullover kaufen konnte, damit ich morgen nicht erfriere…..

    Ansonsten scheint Villach kaum eine Reise wert zu sein, zuwenig Altstadt, zuviele 50er Jahre Bauten dazwischen geschoben. Aber das Zimmer im Gasthof ist prima, das Döner war lecker….

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    #2
    Nach Rovinj.

    Um 6:45 klingelt der Wecker, schnell duschen, und dann ab zum Frühstück. Gasthof Kramer hat frisch gebackenes Vollkornbrot mit Käse, lecker….

    Dann geht es los, ganz ohne Autobahnen. Zuerst durch Slovenien, durch den grossartigen, einzigen Nationalpark des Landes.


    Es gibt viele Stellen auf dieser Welt, wo man sieht das jemand es gut mit uns gemeint hat, aber nicht so viele in Europa, die zugleich eine solche Wildheit ausstrahlen. Die enge, sehr kurvige Strasse, teilweise in eher schlechten Zustand, die gepflasterten Spitzkehren, die Aussicht mit den schroffen, steilen Bergwänden. All das gibt mir das Gefühl das jeden Moment ein Rudel Wölfe über die Strasse springt, oder ein Bär… stattdessen steht mir nach einer Spitzkehre eine Kuh vor den Moped, zum Glück ist diese gutmütig….

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    Danach geht es durch kurvige, enge Landstrassen erst mal bis nach Kanal, einer bildhübschen Kleinstadt mit gutem Kaffee.
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    Kurz vorher zeigte Suzie mir den berüchtigten LAMPF an, also muss ich mal sehen wo ich hier H7 Birnen auftreiben kann. Die Maschine hat ja schon mehr wie 10tkm hinter sich, da muss ja mal was kaputt gehen…. Mit einer Harley wäre das nicht passiert…


    Die Pause hinter mir bin ich dann, nur mit einem kurzen Tankstop (und da gab es dann keine Birnen für meinen Scheinwerfer) durchgefahren bis nach Rovinj.


    Die Strecke war ein Traum. Schöne Gegend, im Schnitt enge, kurvige Landstrassen ohne nennenswerten Verkehr. Es war viel zu schön um anzuhalten.


    Ich fand das Hotel auf anhieb, und der erste Eindruck bestätigt alles was auf booking.com so zu finden war. Jetzt zu Fuss in die Stadt, Sightseeing und was Essen.

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    Nach 3 Stunden durch die Marina geschlendere, habe ich noch eine Stunde totzuschlagen, bevor ich eine kleine Bootstour mitmache. In einem Cafe probiere ich San Servolo, aus Buie, ein dunkles Lager das nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellt wird. Sehr lecker, empfehlenswert.

    Die Bootstour ist dann ausgefallen, nicht genug Touristen. Der Nachteil wenn man ausserhalb der Saison unterwegs ist.

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    #3
    Rundtrip durch Istrien.

    Heute geht es gegen 8:30 los zur Istrien Rundfahrt. Durch den Berufsverkehr ist es fast so voll das man es schon bald als Verkehr bezeichnen kann, es geht klar langsamer als sonst.


    Das erste Etappenziel ist Umag, nach kurzer Stadtdurchfahrt stellt sich dann raus, das man da nicht hinmuss. Aber, es gibt eine grosse Tankstelle, an der ich mich dann mal mit 2 H7 Lampen eindecke. 10 Minuten später ist die Birne gewechselt, der LAMPF verschwunden, und das befriedigende Gefühl mal was selber an einem modernen motorisierten Gefährt repariert zu haben stellt sich ein.


    Als nächstes geht es nach Buij, der Stadt des Bieres vom Vorabend. Eine nette, auf einem Hügel liegende Altstadt mit einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die durchaus sehenswert ist.


    Über Groznjan, einem ebenso sehenswerten Künstlerdorf, geht es über ein wenig Schotter, aber sonst malerischen 1.2 spurigen Strassen Richtung Labin. Auf dem Weg dahin wird eine gut Pizza in der Pizzeria Napoli am Ortseingang gegessen. Es ist jetzt 1:30 und gut 17 Grad und sonnig.

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    (Mann beachte das Post Moped)

    Nach der Pizza kam das bisherige Highlight des Urlaubs. Eine gerade mal einspurige Strasse die von Labin zum Zipfel der Halbinsel führt, die Berge in engen Spitzkehren rauf, mit einer gigantischen Aussicht über die Adriatische Bucht sobald man oben angelangt ist.

    Mit die schönste Strasse, die ich je gefahren bin, immer vorausgesetzt man hat keinen Gegenverkehr.
    Danach ging es nach Pula, wo ich nur kurz das Amphitheater von aussen umrundet habe - warum auch reingehen…. aber einen Abstecher wert.


    Von dort zurück nach Rovinj. Der ganz Tip dauerte 9 Stunden für gute 300km (für die Suzi 5.6Litern auf 100 schluckte), aber es waren lange und viele Pausen.


    Insgesamt war es ein wundervoller Tagesausflug, der mich gelehrt hat immer schön weit rechts auf meiner Spur zu fahren. Die Kroaten schein im generellen nicht viel von Spuren zu halten, gewiss nicht in Kurven, und selbst wenn sie ein Motorrad sehen das Ihnen entgegenkommt, ist das kein Grund wieder auf ihre Spur zurückzugehen .
    Da die meisten PKWs stärker sind als Suzie, habe ich ihnen einfach mal Vorrang gelassen, und gelernt schön weit aussen zu bleiben….

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    #4
    Bilder, die im obigen nicht mehr passten...
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    - - - Aktualisiert - - -

    Die Rückfahrt. Oder warum man einen Bootsführerschein braucht....

    Samstag, 5.10, die Rückfahrt naht. Nach dem Frühstück, gut 8:30, ein erster Regenschauer. Symbolisch für den restlichen Tag, aber das wusste ich da zum Glück noch nicht.
    Kurz den Wetterbericht begutachten, eigentlich wollte ich durch die Dolomiten und über die Felbertauernstrasse nach Wald im Pinzau um dort zu übernachten. Aber eine Gewitterfront hat sich quer über diese Gegend geschoben, mit angekündigten heftigen Gewittern ab Mittags.


    Regen habe ich kein Problem mit, Gewitter schon. Also spontan entschieden das leichter Regen in Österreich besser ist, also dem Navi gesagt: Landstrasse Richtung Villach bitte.


    Der Schauer hört auf, gegen 9 Uhr geht es los, eine feine, kurvige Strasse hoch, zur Grenze. Dort angekommen höre ich in nicht schlechtem Deutsch: das hier ist eine lokale Grenze, da darf man als Deutscher nicht rüber.


    Das es so was noch gibt, wusste ich nicht, und mein Navi anscheinend auch nicht. Also, dem Zumo gesagt, Strasse gesperrt. Berg wieder runter, am nächsten Bauernhof rein und quer über den Acker. Die Option “unbefestigte Strasse” stand auf erlaubt, aber das ist mehr ein breiter, leicht angefeuchteter Bach…. Na gut, sollen ja nur 3km sein.


    Nach 1km wird der Weg so schmal das ich dort zu Fuss kaum durchkäme, also wieder umgedreht.

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    Ab nach Buji, dort ist die Grenze, dann über Slowenien, Italien, nach Österreich. Sobald ich in Österreich ankam, fängt es an zu regnen.

    Ach was, Regen ist zu leicht, zu luftig. Auf 3 spurigen Autobahnen mit 130km/h fahren alle nur noch 80…. Es schüttet.
    Und es schüttet. Es schüttet von Villach bis 80km vor Köln.


    Spass macht das nur noch wenig. Das sind gut 750km Regen auf der Autobahn, selbst die Defender lässt dann irgendwann, irgendwo Tropfwasser durch, das so langsame selbst die Unterwäsche nass werden lässt. Dabei noch 14 Grad Temperaturen….

    Aber nochmal übernachten? Da sitze ich dann nur im Regen im Hotel, ohne was unternehmen zu können. Also, durchfahren, wenn ich zu müde werde, gibt es eine Kaffeepause.

    Nach 15.5 Stunden bin ich dann wieder zu hause. Kalt und müde, aber froh diese Nacht in meinem Bett schlafen zu können.

    Was hab ich alles gelernt:

    Einen Gruß an Gütsch und die Jungs von ECM, Eure Sitzbank ist super. Selbst so eine Marathon Strecke, und keine Problem. Ich denke IB nächstes Jahr kann kommen.

    Eine Gruß an Held und ihre möchtegern wasserdichten Handschuhe. Score II haben nicht gescored….


    Immer eine alternativ Route planen. Als dir Rückfahrt ins Wasser fiel, hätte ich mir einiges an Zeit sparen können, hätte ich eine
    Alternative zur Hand gehabt.

    Immer eine Ersatzbirne dabei haben.

    Ab September immer das Winterfell der Kombi miteinpacken. So was dödeliges.

    2800km in 4 Tagen. Es hat eine Menge Spass gemacht. Und selbst während der versauten Rückfahrt hatte ich meistens eine gute Zeit, das Moped ist einfach gut, und wie sagt man so:

    "Der Weg ist das Ziel"

    Frank

  5. kraichgauQ Gast

    Standard

    #5
    kurze knackige runde, waren vor 4 wochen unten in rovinj auch da lag der fünf Master schon vor Anker,oder wieder mal? weiss jemand wie das Schiff heist? Ist das die Royal Clipper?


    Gruß KraichgauQ

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    #6
    Hallo Frank,
    danke für Bericht und die schönen Bilder.

    Bin ein wenig erschrocken, was Deine Kuh so schluckt.
    Ziehst Du zu stark am Seil oder hat Dein keine gute Arbeit geleistet

  7. Registriert seit
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    Standard

    #7
    Servus Frank,
    freu mich, dass dich mein Tip über Labin auf die Halbinsel geführt hat, klasse oder?

    das mit der lokalen Grenze ist mir dort oben schon öfter passiert zwischen Buje und Buzet gibt es keinen Grenzübergang der für Touris erlaubt wäre. Die wurden nach dem Krieg in Jugoslawien für Slowenen und Kroaten eingerichtet, damit sich Familien treffen konnten und die Leute diesseits wohnen und jenseits arbeiten konnten.
    tolle Reise

  8. Registriert seit
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    Standard

    #8
    Hallo Frank,
    ein sehr schöner Bericht, welchen du eingestellt hast.

    Da wir in den letzten 3 Jahren ebenfalls mit dem Mofa ab Villach gestartet sind und ich dein Zeitfenster der Anreise nachrechne,
    sind wir mit der Dose und Anhäger im gleichen Zeitfenster in Villach inkl. 2 Pausen bei einem Tankstopp.
    Ähm und der Verbrauch liegt dann unwesentlich höher als du alleine mit deiner Suzi.
    Wenn du noch einmal nach oder in die Richtung von Villach inkl. Übernachtung reist, kann ich dir eine sehr schöne Pension in Altfinkenstein empfehlen mit traumhaften Blick auf den Faaker See.

    Bugl. Grenzübergang waren die Herren in diesem Jahr im Mai selbst auf abgelegenen Granzübergängen zwischen SLO & HR absolut entspannt.
    Dies war im letzten Jahr aber auch noch anders.
    Ansonsten ist Istrien schon sehr schön....
    Wer noch einen kleinen "Geheimtipp" bzgl. Übernachtung oder einfach nur eine traumhafte Pause mit tollem Blick auf das Mittelmeer benötigt, möge sich bitte per PN melden.

    Ansonsten benötigt keiner solch ein Wetter auf Reisen.
    Respekt für dein Willen, ich persönlich wollte und könnte die Km nicht auf'm Bock abspuhlen!

  9. Registriert seit
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    Standard

    #9
    Zitat Zitat von AmperTiger Beitrag anzeigen
    Servus Frank,
    freu mich, dass dich mein Tip über Labin auf die Halbinsel geführt hat, klasse oder?
    Das war absolut Klasse. Bald ein Grund umzuziehen, nur um eine so schöne Hausrunde zu haben...

    Frank

  10. Registriert seit
    09.03.2008
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    5.233

    Standard

    #10
    Servus Frank,

    trotz des subobtimalen Wetters ein schöner Bericht... erinnere mich gerne an die Tour in Istrien (gell Tiger),
    und wenn du schon in Groznjan warst- gegenüber wäre Motovun gewesen -auch ein sehr schönes Städtchen...

    aber man kann ja nochmal hinfahren (ich werds auf jeden Fall nochmal machen),

    (und ganz nebenbei - zwischen Kroatien und Österreich ist Slowenien - nicht die Slowakei )


 
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