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Räder einspeichen und zentrieren

Erstellt von boxertrx, 13.12.2013, 20:14 Uhr · 13 Antworten · 4.275 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    #11
    Zitat Zitat von gerd_ Beitrag anzeigen
    Hi
    Der Gag an der Einspeicherei einer Kreuzspeichenfelge ist, dass die deren Speichen kaum gespannt werden.
    Der durch die Geometrie bedingte Speichenverlauf genügt. Haben sich die Speichenenden dann etwas in ihren Endpunkten gesetzt, so erscheinen die Speichen als "etwas locker". Deshalb sind die Speichennippel gekontert (Madenschraube)!

    Nimmt man 6 gleich lange Strecken (Stäbe; Streichhölzer; Zahnstocher) und verbindet sie so, dass jeweils 3 unterschiedliche Enden einen Knoten bilden, so entsteht ein Tetraeder.

    Bei den Rädern:
    Legt man ein Rad hin und zwickt gedanklich alle Speichen am oben liegenden Felgenrand(!) ab (entfernt sie), so hängt die Felge mit der Hälfte der Speichen am oberen Nabenrand. Sie ist verdrehsicher weil ein Viertel der Speichen (die Hälfte vom Rest) im Uhrzeigersinn schräg laufen, das andere verbliebene Viertel gegen den Uhrzeigersinn. Nachdem alle Speichen gleich lang sind, sinkt die Felge auch dann nicht ab wenn man das Rad nur an der Nabe unterstützen würde und die Felge frei schwebt. Theoretisch kann man es nicht einmal anheben, praktisch geht es nur weil die Speichen dann auf Druck beansprucht sind, nichts aushalten und sich biegen (oder in den Bohrungen verrutschen). Deshalb gibt es auch noch die andere Hälfte der Speichen :-).

    Vollzieht man das Beschriebene gedanklich nach, begreift man auch, weshalb meist ein "Rad" gemeint ist wenn von einer "Felge" gesprochen wird. Klar wird auch, dass ein Speichenrad nicht auf seinen jeweils unteren Speichen steht, sondern seine Nabe an den oberen hängt! Beanspruchungen können die Dinger nun mal nur auf Zug aufnehmen!
    Klar werden sollte auch weswegen ein Kreuzspeichenrad nicht durch das Spannen der Speichen zentriert ("gerichtet") werden kann sondern (leider) ausgespeicht, die Felge gerichtet und neu eingespeicht werden sollte.
    gerd
    Moinsen,
    wenn ich mir das Ganze nun mal im Kopf so vorstelle kommt mir der Gedanke das es bei den Kreuzspeichenräder doch einfach sein sollte diese neu einzuspeichen. Als Voraussetzung muss dann ein gerader bzw. gerichteter Felgenring, ein Drehmomentschlüssel, neue gerade Speichen vorhanden und das "Kreuzspeichenmuster" bekannt sein. Wo ist bei mir die Unwissenheit oder wo ist der Denkfehler? Warum schreiben alle das es so schwierig ist diese Räder einzuspeichen?
    Gruß
    Roland

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    #12
    Hi
    Das Muster ist bekannt (es reicht ja ein Foto)
    Wenn Du die erste Speiche mit dem Drehmo anziehst bietet sie z.B. keinen Widerstand. Es hält ja nichts dagegen. Also kann man die Nabe aussermittig speichen.
    Speicht man dann alle inneren Speichen korrekt, dann wird die Nabe nach li/re verschoben und die Einpresstiefe stimmt nicht. Beim Kombinieren beider Probleme steht die Nabe windschief und das Rad taumelt 3-dimensional.
    Das Einspeichen habe ich mir auch schon mal überlegt und daran gedacht erst mal die Felge und die Nabe zueinander räumlich passend zu fixieren. Brett, die Felge mit 3 "Nägeln" am Rutschen (nicht am Drehen) hindern. Die Nabe zentrisch dazu auf ein passendes "Podestchen" und mit einer Mittelachse am Rutschen hindern.
    Dann die Speichen rein, reihum das Spiel rausnehmen und dann pro Speiche nach Schraubumdrehungen arbeiten bis die geringe Vorspannung erreicht ist.
    Soweit die Überlegung die aber dann daran scheitert, dass man auf diese Weise nur die Speichen auf einer Seite anziehen kann :-).
    Ich hab's nicht ernstlich in Betracht gezogen.
    gerd

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    #13
    Tach,
    sehr interessante und auch logische Einwände. Muss ich nochmal was drüber nachdenken und mit meinem Kumpel mal durchsprechen.
    Schönen Sonntag
    Roland

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    #14
    Einspeichen war schon immer eine relative Gefühlssache, ob man da mit Zehnteln Drehmoment (was für die meisten Drehmomentschlüssel von Haus aus nicht zu realisieren ist) weiterkommt halte ich für fraglich. Damit bringt man höchstens eine Art Grundeinstellung hin. Nicht umsonst gibt es so wenig Leute die diese Arbeit übernehmen, und viel wichtiger auch sehr gut beherrschen.

    Interessant ist Gerds Überlegung dennoch.
    Ob jedoch eine simple Holz- oder Stahlplatte mit Fixierdornen dafür ausreicht?
    Ich habe selbst erst ein paar gebrochene Speichen ersetzt aber noch nie ein komplettes Rad eingespeicht (und bin froh darüber).
    m.E.n. wäre eine Messplatte hilfreich mit welcher man per Messuhr den Felgenrand in der Horizontalen liegend auf Planschlag (Seitenschlag) und Umschlag (ET) messen kann. Aufrecht stehend könnte man so auch den Höhenschlag am inneren Lagerring bzw. der Nabe messen.
    In der Theorie somit durchaus machbar, ich kann mir aber nur allzu gut vorstellen wie lange diese Prozedur in der Praxis dauern wird..... Das misst man am besten nicht mehr in Zeiteinheiten sondern in Halbe Bier.

    Mich wundert es nicht wenn Profis dafür richtig Schotter verlangen, jeder ausgebildete Kfz-Mechatroniker darf vor Neid erblassen angesichts des Erfahrungsschatzes derer, die eine solche Arbeit in einer überschaubaren Zeitspanne ausführen.
    Das wird wohl auch der Grund dafür sein warum die Felgen (Räder) schon von Werk aus eiern dass einem bei genauerem Hinsehen regelrecht schwindelig davon wird.


 
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