Ein Reparaturbericht


Seit einiger Zeit beobachte ich den zunehmenden Verschleiß der Topfgelenke:
Begonnen hat es vor ca. 2 Jahren und vielen tausend Kilometern mit dem lösen der Innenbuchse vom Gummi.

Das ist daran festzustellen, das trotz korrekt verschraubtem Standrohr in der oberen Gabelbrücke, sich selbiges verdrehen lässt.

Dieser Zustand tritt bei sehr vielen Fahrzeugen auf und ist noch nicht besonders Besorgnis erregend.


Seit ca. 5000 km habe ich ein Geräusch bemerkt, das beim Bremsen und gleichzeitigen Überfahren von kurzen/harten Bodenwellen wie Schlaglöchern auftritt.

Ein „klack klack“, metallisch hart klingend.
Dazu ein Gefühl, als ob die Gabel oder das Vorderrad locker wären.




Nach Prüfung aller relevanten Bauteilen, war festzustellen, das sich die Standrohre in der Gabelbrücke 2 mm hoch-runter bewegen lassen.


Die Topfgelenke haben die Teilenummer: 31422314135


zum Wechsel:

- Fahrzeug auf Hauptständer stellen

- die schwarze Abdeckkappe aus Kunststoff entfernen

p1070204.jpg p1070205.jpg

- mit 14mm Nuss die Mutter lockern, dabei mit 19mm Maulschlüssel am Standrohr gegenhalten

p1070206.jpg


- mit einem kleinen Schraubendreher die Gummidichtung entfernen

p1070207.jpg p1070208.jpg


- den danach sichtbar gewordenen Scherungsring entfernen

p1070210.jpg


- zum Aus und Einbau gibt es bei BMW ein Spezialwerkzeug, das aus passenden Hülsen besteht, mit dem die Gelenke per Hammer aus- und eingetrieben werden.

- ich habe einen anderen Weg gewählt


- mit einer langen Schaube der Festigkeitsklasse 10.9 und zugehöriger Mutter sowie Nüssen aus dem Werkzeugkasten habe ich das Gelenk ausgepresst

p1070211.jpg p1070212.jpg p1070213.jpg p1070214.jpg p1070215.jpg p1070216.jpg

- das eh schon defekte Lager wird dabei zerstört

p1070217.jpg


- das neue Lager hat eine große Fase (links) mit der es nach unten eingebaut wird, zuvor ist der Dichtgummi oben zu entfernen


p1070218.jpg


- das neue Lager mit 17 mm Nuss, Verlängerung und Hammer so weit wie möglich einschlagen

p1070220.jpg p1070219.jpg


- den Rest wie gehabt mit einer 17mm Nuß und unten einer passenden Scheibe einpressen


p1070221.jpg


- wenn das Lager richtig sitzt, lässt sich der Sicherungsring einsetzen

p1070222.jpg


- danach Dichtgummi aufschieben, ich habe zum abdichten noch etwas Fett aufgetragen

p1070223.jpg



- Standrohr einfädeln und mit Mutter anziehen, Anzugsdrehmoment 40 Nm

p1070224.jpg

- Kunststoffkappe aufsetzen, fertig.

Arbeitszeit: ganz gemütlich in 1h zu schaffen

Nach erfolgter Probefahrt ist sowohl das Geräusch, als auch das "lockere" Gefühl weg.


Viele Grüße Microbi