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Recht am eigenen Bild

Erstellt von nypdcollector, 02.08.2008, 19:17 Uhr · 17 Antworten · 2.482 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard Recht am eigenen Bild

    #1
    Ich habe heute durch einen Tipp im aktuellen "Motorrad" mal auf dieser Seite rein geschaut und festgestellt, dass der Typ dort u.a. ein Foto von mir (klick) gegen nicht unerhebliches Geld verhökert. Ich selbst wurde nie gefragt, ob er das Foto überhaupt machen durfte, geschweige denn, ob er es gegen Geld publizieren oder verkaufen darf.
    Der Gutste macht offenbar Fotos von allen, die an diesem Tag einen bestimmten Pass fahren (in meinem Fall der Galibier) und bietet diese dann nachher zum Kauf offen an.

    Wie sieht es hier mit dem recht am eigenen Bild aus? Darf er dieses Bild ohne mein Einverständnis überhaupt verkaufen?
    Was meint ihr, habe ich eine reelle Chance das Foto ohne Gebühr im Tausch gegen meine Erlaubnis zum Verkauf zu bekommen?

  2. Registriert seit
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    Standard

    #2
    Kein Nummernschild, kein erkennbares Gesicht -viel Spass allein beim Identitätscheck.
    Und dann müstest du dich meines Wissens nach auch noch nach dem französischen Recht in diesen Dingen erkundigen, nicht nach dem deutschen Recht...
    Aber wenn du ihm schreibst, dann gibt er dir ja eventuell einen Mailabzug. Auf deine Erlaubnis wird er wohl eher nicht angewiesen sein.

  3. Registriert seit
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    Standard

    #3
    Genau das war die Frage: Wie sieht es nach französischem Recht aus?
    Nach deutschem Recht darf er es nicht. Da spricht der §22 Kunsturhebergesetz dagegen und auch der einschränkende §23 macht es nicht wett.

  4. Registriert seit
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    Standard

    #4
    Es bleibt aber der Aspekt der UNkenntlichkeit. Auf dem zur Rede stehenden Bild ist deine Identität nicht nachweisbar - ergo kein verletztes Persönlichkeitsrecht...

    Hier mal ein bei Wikipädia geklauter Abschnitt:
    Dazu führte das Landgericht Frankfurt am Main in seinem Urteil vom 19. Januar 2006 (Az.: 2/03 O 468/05) aus:
    „Unter Bildnissen im Sinne des § 22 KUG versteht man die Darstellung einer natürlichen Person in einer für Dritte erkennbaren Weise. Zumeist ergibt sich die Erkennbarkeit aus der Abbildung der Gesichtszüge. Es genügt aber auch, wenn der Abgebildete – mag auch sein Gesicht kaum oder gar nicht zu erkennen sein – durch Merkmale, die sich aus dem Bild ergeben und die gerade ihm eigen sind, erkennbar ist oder seine Person durch den beigegebenen Text oder durch den Zusammenhang mit früheren Veröffentlichungen erkannt werden kann (vgl. BGH NJW 1979, 2205 – Fußballtorwart; Prinz/Peters, Medienrecht, Rz. 827). Nicht notwendig ist, dass der Abgebildete tatsächlich von bestimmten Personen erkannt wurde. Das Recht am eigenen Bild ist bereits dann verletzt, wenn der Abgebildete begründeten Anlass hat, er könnte identifiziert werden. Nicht erforderlich ist, dass schon der flüchtige Betrachter den Abgebildeten auf dem Bild erkennen kann, es genügt die Erkennbarkeit durch einen mehr oder minder großen Bekanntenkreis (vgl. BGH NJW 1979, 2205 – Fußballtorwart; v. Strobl-Alberg in: Wenzel, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 5. Aufl., Kap. 7 Rz. 15). Entscheidend ist der Zweck des § 22 KUG, die Persönlichkeit davor zu schützen, gegen ihren Willen in Gestalt der Abbildung für andere verfügbar zu werden. Der besondere Rang des Anspruchs darauf, dass die Öffentlichkeit die Eigensphäre der Persönlichkeit und ihr Bedürfnis nach Anonymität respektiert, verlangt eine Einbeziehung auch solcher Fallgestaltungen in den Schutz dieser Vorschrift (vgl. Peters/Prinz, a.a.O.).“http://de.wikipedia.org/wiki/Recht_am_eigenen_Bild

    Nur mal so zur Einordnung, wie wenig eindeutig die ganze Sache mal wirklich ist... sonst bräuchte es ja auch keine Anwälte

  5. Registriert seit
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    153

    Standard

    #5
    da kann ich noch was anfügen... (aus Sicht des schweizerischen Rechts)

    Bei uns wird zusätzlich zwischen Allgemein-, Privat und Geheimsphäre unterschieden.

    Das Bild mit deiner Q wurde auf dem Galibier aufgenommen und fällt somit in die Allgemeinsphäre. Dies macht es schon mal schwieriger, etwas dagegen zu unternehmen.

    Kannst dich ja an einen franz. Rechtsanwalt wenden



    Ich wurde vor ca. 1 Monat am Galibier auch geknipst, habe mich aber nicht aufgeregt.




    Take it easy
    Lg
    LUK_GS

  6. Registriert seit
    03.05.2006
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    2.737

    Standard

    #6
    Gegen das knipsen habe ich nix, aber dass er die Bilder verkauft geht mir etwas gegen den Strich.

  7. Oldtimer Gast

    Standard

    #7
    Vielleicht isses nur ne arme Sau und will, dass Du ihm das Bild abkaufst.

  8. Registriert seit
    30.03.2007
    Beiträge
    229

    Standard

    #8
    Moin!

    Evtl. kann das hier weiterhelfen!

    http://www.dforum.de/

    Auf der Startseite findest Du Fotorecht

    Auszug:

    b) Personenfotografie

    Frage:
    Unter welchen Umständen darf ich andere Personen fotografieren.

    Antwort:
    Grundsätzlich dürfen Fotos von Personen nur dann gefertigt werden, wenn man diese Fotos auch veröffentlichen darf. Siehe dazu die Fragen weiter unten (3 b).

    3 b) Personenfotografie

    Frage:
    Unter welchen Umständen darf ich Fotos von Personen veröffentlichen?

    Antwort:
    Entweder mit der Einwilligung der betreffenden Person(en) oder bei Vorliegen eines besonderen Erlaubnistatbestands (siehe dazu weiter unten).

    4. Folgen unzulässiger Veröffentlichung von Fotos

    Frage:
    Welche Ansprüche hat jemand, dessen Foto unberechtigt veröffentlicht wurde?

    Antwort:
    Zunächst einen Unterlassungsanspruch (keine neue Veröffentlichung; bisherige Veröffentlichung sofern möglich beenden). Dann einen Schadensersatzanspruch, sofern die unerlaubte Veröffentlichung fahrlässig oder vorsätzlich erfolgte. Der Schaden kann
    konkret oder abstrakt berechnet werden. Eine konkrete Berechnung ist meist mit Ausnahme der stets zu erstattenden Anwaltskosten kaum möglich. Die abstrakte Abrechnung erfolgt auf Basis der fiktiven Lizenzgebühren für das Foto. Schließlich kann
    alternativ auch Auskunft über den mit der Fotoveröffentlichung erzielten Gewinn und dessen Herausgabe verlangt werden. Auch ohne Verschulden kommt eine fiktive Lizenzgebühr unter bereicherungsrechtlichen Gesichtspunkten in Frage. Ausnahmsweise
    kommt auch eine Geldentschädigung ("Schmerzensgeld") in Betracht. Dies betrifft Fälle der schuldhaften und besonders schweren Persönlichkeitsrechtsverletzung, insbesondere bei Veröffentlichung von Fotos Prominenter zu Werbezwecken oder in der Presse und
    im Fernsehen. In diesen Fällen kann die Entschädigung leicht hohe fünfoder sogar sechsstellige Beträge erreichen.

    Gruß aus Mittelhessen

    Thomas

  9. Registriert seit
    25.06.2007
    Beiträge
    149

    Standard

    #9
    Vielleicht hilft Dir das hier als Anhaltspunkt weiter

    anwalt-im-netz.de/urheberrecht/recht-am-eigenen-bild.html

    Gilt natürlich nicht für französisches Recht.
    Du bist zwar nicht "schmückendes Beiwerk" der Landschaft, aber das Thema der Erkennbarkeit (Foto wird zum "Bildnis") dürfte das Streitthema werden.
    Zitat aus obiger Quelle: "
    Für die Erkennbarkeit ist es nicht ausreichend, wenn nur der engere Familien- und Freundeskreis jemand anhand des Bildnisses identifizieren könnte. Es muss schon mindestens ein etwas weiterer Kreis von Personen sein."

  10. HvG
    Registriert seit
    15.09.2005
    Beiträge
    3.624

    Standard

    #10
    wenn ich das sehe, dass der Typ in Frankreich sitzt wirst du aufgrund deiner hohen Anwaltskosten schnell das Handtuch werfen...

    hacke es einfach ab

    Denn Recht haben und Recht bekommen sind schon hier in Deutschland zwei Paar verschiedene Socken und wenn du es auch noch im Ausland erkämpfen willst, dann viel Spass.

    Also Fotograf möcht eich zu dem Thema Datenschutz nichts dazu sagen weil ich mich das ganze Jahr damit herumschlagen muss, aber was das Foto betrifft:

    Na er hat dich doch Gut getroffen....

    Auch wenn der Bursche ganz schön Frech ist und zig Biker abgelichtet ins Web stellt


 
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