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Motorradfahren und Angst

Erstellt von Toccaphonic, 25.08.2011, 15:15 Uhr · 32 Antworten · 8.031 Aufrufe

  1. Registriert seit
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    Standard klarer Kopf

    #11
    Zitat Zitat von Nordlicht Beitrag anzeigen
    Angst und Angstzustand haben soviel miteinander zu tun wie ein Niesen mit Lungenentzündung! Das eine ist alltäglich, das andere eine Krankheit. Und wenn das wieder als korinthen......ei angesehen wird, tuts mir leid. Ich hab die Begriffe nicht erfunden
    Gegenfrage: Wie soll man denn bittesehr Angst überwinden lernen, wenn man alles meidet, was Angst macht?
    Richtig. Man kann sich nicht wegschließen und alles meiden was könnte gefährlich werden. Man kann sich aber mit Verstand und Umsicht in seinem Leben bewegen und wenn man beim Motorradfahren nicht das Bedürfnis hat den Helden zu spielen, gibt man sich selbst eine Chance das sein Hoppy besser verläuft.

    Den Angst ist ein schlechter Ratgeber.

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    #12
    Angst beim Motorrad fahren ist kontraproduktiv, Respekt hingegen lebensverlängernd.

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    #13
    Zitat Zitat von Zebulon Beitrag anzeigen
    Angst beim Motorrad fahren ist kontraproduktiv, Respekt hingegen lebensverlängernd.
    So kann man es auch nennen....wobei der Respekt aus der Angst vor dem AUa entsteht

  4. Registriert seit
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    #14
    Als Schönwetterfahrer habe ich immer Angst davor, daß es anfängt zu regnen...
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  5. Lisbeth Gast

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    #15
    ich meine, hier denkt jeder ähnlich. es liegt nur an der mangelnden übereinstimmenden definition von angst. ich hab mich auf angst im sinne von hosen voll und hirntätigkeit einstellen bezogen. alle stufen der furcht, die davor kommen, müssen einen nicht vom leben abhalten. dürfen ja auch nicht. da kannst du dich ja gleich einsalzen. ich mache gerne mal sachen, vor denen ich mich fürchte. das sind herausforderungen, die frisch halten und man fühlt sich hinterher so richtig gut. das war auch beim motorradfahren so. zumindest am anfang nach 15 jahren pause. da verspürte ich ein klein wenig angst, als ich meine neuerwerbung 200 km weit nach hause fahren musste. ich wusste, dass ich es kann, weil ich vorher nochmal eine doppelstunde bei der fahrschule genommen hatte und ich wollte ganz dringend, weil es früher so genial war. und so hab ich halt meine komfortzone verlassen und die zähne zusammen gebissen. man sagt halt so, dass man da angst hatte. aber da wäre vermutlich ein anderer begriff besser dafür.
    das ist doch erstaunlich. da haben wir eine sprache, mit der man sich höchst differenziert ausdrücken kann und schon bei einem so popeligen begriff wie angst versteht jeder was anderes darunter.

  6. Registriert seit
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    #16
    Ja, Lisbeth, genau da liegt der Hase im Pfeffer. Deshalb wehre ich mich ja so vehement gegen diese Pauschalaussagen, die nur eine kleine Gruppe meinen aber eine riesige Menge Menschen treffen können. Wenn einem eine Aussage so wichtig ist, dass man sie im Internet posten möchte, dann kann man sich doch auch darum bemühen, dies möglichst exakt zu tun, oder? Und wenn ein Begriff unterschiedlich verstanden wird, dann wäre es an sich sinnvoller, die eigene Aussage zu präzisieren, so wie du es jetzt getan hast, anstatt ein und den selben Satz immer nochmal zu wiederholen...
    Wenn ich mich nach meinem Unfall damals an die angeblich weisen Ratschläge der angeblich weisen Mitmenschen gehalten hätte, dann wäre ich wegen meiner Angst vor erneutem Wegrutschen damals auf Rollator umgestiegen. Satt dessen habe ich aber Trainings absolviert und bin gefahren, gefahren, gefahren. So, dass ich meine Angst in den Griff bekam und nicht sie mich. vielleicht reagiere ich deshalb so allergisch auf das unüberlegte Nachgeplapper eines Satzes, der so platt und pauschal einfach unwahr ist. fahren mit Angst ist KEIN PROBLEM, solange die Angst dich nicht lähmt.
    Jeder, der mit Angst fährt und diese überwindet, beweist Mut. Für die, die angeblich keinerlei Angst beim Fahren kennen, habe ich andere Bezeichnungen im Sinn...

  7. Registriert seit
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    #17
    Zitat Zitat von Lisbeth Beitrag anzeigen
    ich meine, hier denkt jeder ähnlich. es liegt nur an der mangelnden übereinstimmenden definition von angst.
    Ich denke, die allermeisten Menschen haben in den verschiedensten Gelegenheiten Angst davor, dass ihnen etwas passiert, das für sie schmerzhaft und für ihre Angehörigen tragisch sein könnte. Ich denke auch, dass die allermeisten Motorradfahrer schon mal Situationen hatten, in denen sie gedacht haben "Scheiße, jetzt stürze ich gleich und tue mir weh".

    Entscheidend sind für mich zwei Levels:

    Das erste Level besteht darin, dass die Angst einen unsicher fahren lässt, zum Beispiel aus Angst vor Schräglage nicht in der Lage sein, eine saubere Linie in der Kurve zu fahren, oder wenn jemand aus genereller Anspannung heraus nicht mehr situationsbezogen angemessen bremst, sondern dauernd die Bremse zuknallt. Diese Angst muss überwunden werden, weil sie die Fahrsicherheit gefährdet. Wer nicht in der Lage ist, aus Angst sein Fahrzeug mit einer verkehrsangepassten Geschwindigkeit zu steuern, der muss sich diese Angst entweder abtrainieren oder - wenn sie immer noch nicht weggeht - das Fahren aufgeben.

    Damit eng verbunden ist das zweite Level:

    Niemand zwingt uns zum Motorradfahren. Motorradfahren muss unterm Strich mehr Spaß und Freude als Ärger und Sorgen machen, sonst wäre man dumm, wenn man es dennoch täte. Ich denke, es ist durchaus sinnvoll, auf die eigene innere Stimme zu hören, die sagt einem dann schon, bei welchem Tempo und welchem Fahrstil man sich am wohlsten fühlt.

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    #18
    Angst ist doch nur ein Grundgefühl und Gefühle lassen sich nicht in Level (Stufen) einteilen.
    Angst ist erstmal nicht bedrohlich sondern nützlich, wir lernen durch die Bewältigung der Angst.
    Angst lässt uns nicht übermütig werden oder unvorsichtig.
    Bedenklich wird es wenn die Angst zu groß wird, uns lähmt, falsche Entscheidungen treffen lässt oder zu Überreaktionen verführt.
    In der Psychologie wird nicht ohne Grund zwischen gesunder Angst, Angststörungen und Phobien unterschieden.
    Jeder der sich der Gefahren bewusst ist und nicht Lebensmüde ist, hat Angst davor getötet oder verletzt zu werden, die Angst lässt uns mit dem nötigen Respekt an die Sache gehen. Respekt vor dem Motorradfahren haben wir nicht aus Moralischen gründen oder Höflichkeit, Respekt ist nur eine Verbale Verpackung für Angst meiner Meinung nach, aber einer gesunden, ganz normalen Angst.
    Mit zwanzig verhalten sich darum die meisten anders als mit zunehmendem alter, man kennt die Gefahren nicht also ist die Angst gering solange die Gefahr nicht eindeutig Sichtbar ist.
    Angst und dadurch Respekt haben und die nötige Sorgfalt und Vorsicht ist Lebenserhaltend, wird die Angst Lähmend wird es bedrohlich.

    Ich hatte z.B. höhen Angst meine Angst behinderte mich früher sogar, schon auf einer drei Meter Leiter verkrampfte ich und hoffte auf Rettung durch die Bergwacht.
    Also habe ich mich selbst therapiert in dem ich mich der höhe gestellt habe.
    Meter für Meter, angefangen mit dem Garagen Dach, einem Balkon im fünften Stock, Fernsehturm und schliesslich Bergsteigen mit zwei befreundeten Bergsteigern.
    Natürlich haben wir nicht die Eiger-Nordwand bestiegen, für die beiden ist es eine Lächerlichkeit gewesen aber für mich ein grosser Schritt (eigentlich viele kleine).
    Heute bin ich nicht frei von höhen Angst aber ich bin in höhen nicht mehr gelähmt, ich habe "Respekt" vor der höhe.

    Der Freikletterer Alain Robert (Spiderman) sagte mal in einem Interview auf die frage ob er keine Angst habe (inhaltlich Zitiert):
    "Natürlich habe ich Angst, sonst würde es mich nicht Reizen und ohne Angst würde ich unter Garantie Abstürzen. Die Angst darf nur nicht hinderlich werden aber Übermut ist noch gefährlicher."

    Angst ist ein Gefühl und Gefühle sind nicht Konstant, ist die Angst zu Verunglücken einmal zu groß lasse ich mein Motorrad stehen, bin ich Übermütig lass ich es ebenfalls stehen.
    Meistens fahre ich mit einer Gesunden Angst und habe einfach viel Spaß dabei!

  9. Registriert seit
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    #19
    @Mortenhh: Du hast es noch einmal schön auf den Punkt gebracht, finde ich.

    In Calenbergers Beitrag, auf den ich mich ursprünglich bezog, ging es neben dem Umgang mit diesen Empfindungen aber vielleicht noch um etwas Anderes, falls ich das inzwischen richtig verstanden habe. Über die Gefahren des Kradelns nachzudenken und mich zu fragen, welche Konsequenzen das für mich haben sollte, ist nämlich nur eine Sache. Was aber, wenn ich wirklich einen furchtbaren Unfall gesehen habe und die vorher theoretischen Gedanken nun zu einem schrecklichen Kopfkino werden. Wie geht man dann damit um? Hilft dann nur Verdrängung oder Aufhören?

    Ich denke, die Lehren aus dem Unfall darf man nicht verdrängen, sofern man an die korrekten Infos zum Unfallhergang kommt. Solange man aber fortan nur noch diese Bilder und nicht mehr die aktuelle Verkehrssituation vor Augen hat, sollte man vorerst nicht mehr fahren. Hier kann auch ein gesundes Maß an Verdrängung hilfreich sein. Gesunde Verdrängung unterdrückt meiner Ansicht nach zu starke Gefühlseindrücke, die einen überfordern würden. Mit der Zeit kann man sich dem unterdrückten Thema dann immer wieder zuwenden und es in kleineren Portionen, die man bewältigen kann, verarbeiten. Wie schnell
    man damit durch ist, wird wohl sehr persönlich sein. Einige schrieben ja, sie würden bereits nach wenigen Minuten wieder wie gewohnt fahren. Ggf. kann dafür auch eine Auszeit mit späterem Wiedereinstieg und vorsichtigem Herantasten sinnvoll sein. Auch Aussteiger kann ich gut verstehen. Wer meint, dass dies für ihn das Beste ist, der hat sicher Recht. Wie es mit mir wäre? Keine Ahnung! Hoffentlich muss ich es nicht rausfinden. Was meint Ihr?

    Mir fällt ein, ich habe einen Bekannten, der begeisterter Biker ist und als Rettungssanitäter arbeitet. Der hat sicher schon Bikerreste in sämtlichen Aggregatzuständen zusammengekehrt. Werde ihn mal zu seinem Umgang damit befragen und Euch dann berichten.

  10. Registriert seit
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    #20
    Zitat Zitat von Toccaphonic Beitrag anzeigen
    ...
    Mir fällt ein, ich habe einen Bekannten, der begeisterter Biker ist und als Rettungssanitäter arbeitet. Der hat sicher schon Bikerreste in sämtlichen Aggregatzuständen zusammengekehrt. Werde ihn mal zu seinem Umgang damit befragen und Euch dann berichten.
    ...
    Hallo Toccaphonic,

    bei einem ähnlichem Thema habe ich vor kurzem es schon einmal geschrieben, mir ist meine Wiederholung also bewusst, sollte es jemanden langweilen bitte meinen Beitrag überspringen.

    Ich habe 16 Jahre auf einer Chirurgischen Intensivstation und im Rettungsdienst gearbeitet.
    Habe hunderte oder tausende Verletzte, Sterbende und Tote Menschen gesehen, durch Unfälle jeglicher Art, Gewaltdelikte also tägliche und hin und wieder auch absurde Situationen.
    Hätte ich durch das Gesehene übermässige ängste entwickelt könnte ich nicht weiterleben.
    Zu Fußgehen viel zu gefährlich, Fahrradfahren viel zu gefährlich, Autofahren viel zu gefährlich, Motorradfahren viel zu gefährlich, Fensterputzen viel zu gefährlich, Fondue essen viel zu gefährlich, Kochen, Gemüse Schneiden, die Treppe runtergehen, alles viel zu gefährlich.

    Ich könnte vermutlich nur in einem Atombunker mit Gummiwänden relativ gefahrlos leben, würde dort aber vermutlich wegen Bewegungsmangels an einem Herzinfarkt jung sterben.

    Statistisch ist Motorradfahren viel gefährlicher als Autofahren, da es aber viel mehr Autos als Motorräder gibt habe ich etwa zwanzig mal mehr Autofahrer verletzt/tot gesehen, ich fahre trotzdem auch Auto.
    Das Leben selbst bedeutet Gefahr und jede Aktivität steigert die Gefahr, die Aktivität Motorradfahren ist mir dieses mehr an Gefahr es wert weil Motorradfahren mir Spaß macht und für mich wichtig ist.

    Wie geht man mit Erlebnissen dieser Art um, mit der Begegnung mit Verletzten, Sterbenden und Toten, hierfür gibt es kein Patentrezept, wir sind alle anders, darüber zu sprechen hilft.

    Manch ein(e) Kollege(in) wirkte anfangs viel zu Sensibel hatte aber kein Problem und manch einer der anfangs ganz cool gewesen ist (interessanter weise habe ich dies nur bei Männlichen Kollegen erlebt) musste aufhören weil er es nicht verkraftete.
    Warum?
    Weil Frauen es gewöhnt sind über Gefühle zu sprechen und "coole" Jungs nicht aber doch nicht so cool sind.

    Im Beruflichen ist es die Routine, in schweren Momenten hilft die Professionalität, es gibt aber auch Momente da hilft auch dies nicht mehr, es gibt Ereignisse deren Bilder einen ewig Verfolgen.


 
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