Meine Erfahrung: Nach Ablauf der sog. Garantie habe ich bei ca. 60.000 erstmals das Ventilspiel selbst kontrolliert. Die alte Dichtung habe ich - fälschlicherweise - dünn mit Öl benetzt, wie bei einem Ölfilter. Als der Motor warm wurde bildete sich an der Dichtung natürlich ein kleiner Tropfen, der wie eine Undichtigkeit aussah. Daraufhin erstand ich beim Freundlichen zum Sonderpreis von 100 EUR beide Dichtungen. Draußen sprach ich kurz mit einem freundlichen Schrauber. Er meinte, ich solle das mal 1000 km beobachten, bevor ich tausche. Tatsächlich passierte nichts, alles war dicht. Die Dichtungen lagen dann 5 Jahre in der Garage, bis sich auf einer Seite ein leichter Ölnebel zeigte. Bei meiner letzten Ventilspielkontrolle im letzten Winter (ca. 110.000) habe ich diese Dichtung erneuert.
Die Dichtung hält länger, wenn man sie mit dem vorgeschriebenen Drehmoment, bei mir 10 Nm, anzieht. Sonst werden die "Lamellen" zu stark gequetscht. 10 Nm sind weniger als man denkt! Vorsorglich würde ich die Dichtungen nicht tauschen. Sie wird ja auch nicht plötzlich undicht, sodass das Öl herausläuft. Nachdem sich bei mir ein erster leichter Nebel zeigte, bin ich problemlos noch 10.000 km gefahren.
Den Wechsel der Dichtung kann man übrigens relativ einfach selbst machen, sogar ohne das Öl abzulassen. Zum Abnehmen des Ventildeckels ist ein Abzieher für die Zündspule hilfreich (es genügt aber auch ein Schraubendreher zum raushebeln). Außerdem braucht man einen schlanken Zündkerzenschlüssel. Der größte Aufwand ist bei mir das Ab- und Anbauen der Sturzbügel.