Schweigekilometer

Diskutiere Schweigekilometer im Smalltalk und Offtopic Forum im Bereich Community; Eine gute Idee, sehr eindrucksvoll visualisiert, aber noch nicht umgesetzt. Schaut selbst:
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Reincarnator

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Es gibt zwei Momente in meinem früheren (Berufs-)leben, die ich nie vergessen werde:

1.
Ein 1. Mai in den 80ern, eine GPZ 900R knallt Ende der Zielgeraden am Glemseck auf regennasser Fahrbahn beim Überholen eines Porsche 911 über die Sperrfläche frontal in einen entgegenkommenden Opel Kadett D. Fahrer und Sozius sofort tot und grausam verstümmelt (Kopf abgetrennt). Die Unfallaufnahme ist Routine, die Feuerwehr reinigt die Straße von Blut und Hirnmasse, die sonst schnell zu stinken beginnt. Brutal? Nein. Realität.

Aber zwei Stunden später erhalte ich einen Anruf auf dem Revier. Der Anrufer hat denselben Nachnamen, wie der getötete Beifahrer. Der Satz, mit dem er das recht lange Telefonat begann, hat sich eingebrannt: "Stimmt das, dass mein Sohn tot ist?"

2.
Ein warmer Sommersonntag, Verbindungsstraße (Weil der Stadt-) Merklingen- (Renningen-) Malmsheim. Der sehr junge Fahrer eines sehr großen Traktors biegt links in einen Feldweg ab und übersieht die entgegenkommende GSX-R 1100. Die Gixxer knallt in den Motorblock des Treckers, der Fahrer wird im Halsbereich vom riesigen Hinterrad des Traktors überrollt.

Vollsperrung, Unfallaufnahme, die Leiche liegt noch zugedeckt auf der Straße, als eine Gruppe Radfahrer aus dem Wald kommt, stehen bleibt und schaut. Ich herrsche die "Gaffer" an, dass es hier nichts zu sehen gibt. Und einer sagt: "Das mag sein, Herr Kommissar, aber dieses Motorrad gehört meinem Sohn."
 
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Reincarnator

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Die Idee des Schweigekilometers auf der B500 finde ich gut. Die Hoffnungen von Kollege Westermann, dass sich das auf das Fahrverhalten dort auswirkt, teile ich leider nicht, dazu kenne ich unseren Schwarzwald lange genug. Wir Einheimischen meiden diese Strecke insbesondere an WE und Feiertagen. Die Leute, die dort das Knieschleifen üben, interessieren sich einen Feuchten für Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote.

Dasselbe gilt am Glemseck, im Mahdental, an der Nagold- und der Schwarzenbachtalsperre, auf der Zollernalb, im Oberen Donautal usw.
Am Ende stehen dann Fahrverbote.

Die Schwarzwaldhochstraße ist nicht gefährlicher als andere Strecken. Es sind die Fahrer, die ihr Limit suchen. Und eben zuweilen drüber hinaus fahren.

Trotzdem ein gut gemachter Clip. Ich werde im Frühjahr mal hochfahren (natürlich nur unter der Woche) und schauen, ob davon was umgesetzt wird. Bislang ist das ja nur eine Idee. Die Bewohner unserer schönen Gegend, die eben auch Motorradfahrer von überall her anzieht, wehren sich mehr und mehr gegen Krawallbrüder und Raser.
Ich bleibe schon seit Jahrzehnten an schönen Sonn- und Feiertagen lieber zu Hause. Vor Erscheinen der Dienstagsausgabe des "SchwaBo" nach Ostern und Pfingsten geben wir Schätzungen ab, wie viele Motorradfahrer es in unserer Region in die Zeitung geschafft haben. Ist stark wetterabhängig. Die Rettungsdienste und Polizeidienststellen jedenfalls freuen sich über Regen an diesen Tagen.
 
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Nordisch

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Moin!

Der Film ist natürlich entsprechend gemacht worden (z. B. die Musik), aber auch sehr gut, daher auch für mich defenitiv ein Gänsehautmoment.

Ich finde die Idee sehr gut und es käme aus meiner Sicht tatsächlich auf einen Versuch an, damit eine Verbesserung der Situation zu erreichen, ohne Verbote o. ä. aussprechen zu müssen. Wenn es klappt, wäre es ggf. eine gute Vorlage für andere Strecken, muss ja nicht jedesmal so monumental sein.

Die Hoffnungen von Kollege Westermann, dass sich das auf das Fahrverhalten dort auswirkt, teile ich leider nicht, dazu kenne ich unseren Schwarzwald lange genug. (...) Die Leute, die dort das Knieschleifen üben, interessieren sich einen Feuchten für Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote.
Wenn das ganze so umgesetzt werden sollte, wie es im Film gezeigt wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass das keinen Eindruck machen würde. Wer in dem Bereich noch posen oder rasen würde, hätte die kollektive Mißachtung aller anderen (nicht nur) Motorradfahrer verdient.
 
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Gast2878

Gast
Ja mal eine neue Idee aber ob das was bei den Hohlköppen bewirkt? Bin die letzten Jahre viel mit dem Oldie-Cabrio auf der B500 unterwegs gewesen und was ich da mehrfach am/unterhalb des Helbingfelsens durch einige Sportmotorradfahrer erlebt habe, konnte man nur mit Vorsatz der Körperverletzung oder in Kauf genommene Tötung beschreiben.
Da ging es nicht mehr darum, das auf der 50-70 km/h begrenzten Strecke die Kurven mit weit über 120 km/h genommen wurden sondern es wurde mehrfach im Pulk voll auf der Gegenfahrbahn mit 120-150 km/h vor nicht einsehbaren Kurven eine Schlange von Autos überholt ohne sich um möglichen Gegenverkehr zu kümmern.
Wenn da nur aus einer der Kurven ein Motorradfahrer oder sonstiges KFZ mit normaler Geschwindigkeit entgegen gekommen wäre hätte es unweigerlich geknallt.
Ich bin ja mit den Mopeds auch viel im Taunus/Odenwald/Spessart etc unterwegs und auch da gibt es Verrückte aber solche Aktionen wie zwischen Zimmerplatz und Sand habe ich sonst nirgendwo erlebt. Leider sind auch viele Schweizer und Franzosen dabei und zunehmend auch Holländer, die aufgrund der strikten Strafen in ihrem Heimatland meinen, sich im Schwarzwald austoben zu müssen.
Bin mal gespannt, wie lange der erste Teil der B500 noch offen ist für Motorräder.
 
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Reincarnator

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Moin!

Der Film ist natürlich entsprechend gemacht worden (z. B. die Musik), aber auch sehr gut, daher auch für mich defenitiv ein Gänsehautmoment.

Ich finde die Idee sehr gut und es käme aus meiner Sicht tatsächlich auf einen Versuch an, damit eine Verbesserung der Situation zu erreichen, ohne Verbote o. ä. aussprechen zu müssen. Wenn es klappt, wäre es ggf. eine gute Vorlage für andere Strecken, muss ja nicht jedesmal so monumental sein.


Wenn das ganze so umgesetzt werden sollte, wie es im Film gezeigt wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass das keinen Eindruck machen würde. Wer in dem Bereich noch posen oder rasen würde, hätte die kollektive Mißachtung aller anderen (nicht nur) Motorradfahrer verdient.

Dein Wort in Gottes Ohr.

Aber ich kenne den Schwarzwald und die B500 nun seit 47 Jahren aus der Sicht eines Motorradfahrers. Ich wohne hier. Das ist Segen in einer der schönsten Gegenden Deutschlands zu leben, aber auch Fluch zugleich. Das Verkehrsaufkommen an Motorrädern hier bei uns ist derart dramatisch angestiegen, das hätte ich nie für möglich gehalten. Irgendwie zieht es alle aus den Ballungsräumen, aus der Schweiz usw. in den Schwarzwald. Wir nennen diese Wochenendmeute "Waldverscheißer".

Diejenigen, die zum Heizen auf die B500 kommen, wird das nicht beeindrucken. Sie zu ächten, war mal ein schöner Versuch. Aber sie sind anonym. Es ist ein Anteil von unter 10%. Das genügt, um alle in Mißkredit zu bringen und hat zu drastischen Beschränkungen (Tempo 50) geführt. Fahr da mal mit 50. Die schießen an einem vorbei wie die Gestörten.

Die Zuflucht von Oppenau hochzufahren, grenzt an einem schönen, arbeitsfreien Tag an Selbstmord. Nur Bekloppte.

Wir haben ein doppeltes Problem. Im Sommer sind es die Motorradfahrer, im Winter die Schnee-Ausflügler, die aus ihren verdreckten Ballungsräumen die Winterlandschaft des Schwarzwaldes genießen wollen. Die parken erbarmungslos alles zu. Bushaltestellen, Wendeplatten, auf der Fahrbahn, Rettungswege usw.

Im Winter 20/21 war es trotz Corona-Ausgangssperren extrem. Teilweise wurden Straßen für "Auswärtige" gesperrt, oder sie von der Polizei zur Umkehr gezwungen.
 
G

Gast-55153

Gast
Versteh ich das falsch oder seh ich da ein „Denkmal“ für Raser?
Das würd ich denn doch nochmal überdenken.
Bei mir löst das Kopfschütteln aus statt Gänsehaut.

Ein Denkmal für Einsatzkräfte, die mit Unfällen aus Übermut, um es milde auszudrücken, klarkommen müssen und für unschuldig darin Verwickelte? Sofort.
Aber für die, die rücksichtslos und dumm sich und andere gefährden? Nein danke.
Auf wirkliche „Problembiker“ macht das, denke ich, ohnehin keinerlei Eindruck.
 
Ralsch

Ralsch

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Wenn das ganze so umgesetzt werden sollte, wie es im Film gezeigt wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass das keinen Eindruck machen würde. Wer in dem Bereich noch posen oder rasen würde, hätte die kollektive Mißachtung aller anderen (nicht nur) Motorradfahrer verdient.
Posen bedingt ja die Anwesenheit anderer. Ich selbst fahre am liebsten "Harakiri" wenn die Straßen frei sind und ich alleine bin. In der Gruppe nehme ich mich zurück, und auch wenn am Rand andere Fahrer oder andere Personen stehen.
Zum Thema Rasen: Wann beginnt selbiges? Und - wie oft endet es tödlich?
Ich denke hier wird viel Show gemacht, das Gros der Verkehrstoten sind Hilde und Franz im Golf, umgemähte Radfahrer und Fußgänger und auch "abgeschossene" Motorradfahrer. Die laufen aber unter dem Radar weil "ist halt so" und sind nicht so werbewirksam.
Klar - jeder Fall ist an sich betrachtet tragisch, aber rein statistisch liegen wir mit unserem Hobby im Bereich des erhöhten Risikos, nicht der Selbstmörder.
Kaum jemand hier fährt nach dem Buchstaben des Gesetzes, die Frage ist im Endeffekt ob man seine Grenze kennt oder nicht, bzw. Straßenverhältnisse und ähnliches nicht richtig eingeschätzt hat, kurz abgelenkt war, was auch immer.
Mglw. bin ich wenig feinfühlig, aber jeder, der sich so eine Maschine kauft und entsprechend einsetzt, kennt das Risiko. Ebenso wie der Skifahrer der im "freien Fall" unterwegs ist, der Fallschirmspringer, Taucher, Sportflieger oder wer auch immer.
Mein Gedanke wenn ich die großen Schilder, z.B. im Taunus, sehe mit "Achtung! Langsam! Unfallstrecke!"?
"Das ist bestimmt eine tolle Strecke!"
Man muss eben die Grenzen kennen und für sich entscheiden ob man das Risiko in Kauf nehmen will oder nicht. Irgendwelche Marketingaktionen helfen dabei nicht wirklich, die hat man nach drei Kurven wieder verdrängt und sie sind aufgrund ihrer Ausprägung eher geeignet die Motorradfahrer zu stigmatisieren.

p.s.: Ich beziehe mich hier auf das Schnellfahren (Rasen), nicht auf ein allgemein gefährdendes Verhalten. Wenn man in Kurven blind überholt, andere schneidet, nötigt oder sonstwie vorsätzlich gefährdet hat das erstmal nix mit Schnellfahren zu tun.
 
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akkuschrauber

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Hallo Miteinander,

Schöne und gute Idee. Aber meiner Ansicht wirkungslos, es gibt schon so viele Kreuze am Wegesrand. Die sind für jeden ersichtlich und sollten schon genug Anlass zum Innehalten bieten. "Größer" ist meist nicht wirkungsvoller.

Lieber Gruß,

Christian (der die B500 am WE und Feiertagen meidet)
 
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Gast2878

Gast
Posen bedingt ja die Anwesenheit anderer. Ich selbst fahre am liebsten "Harakiri" wenn die Straßen frei sind und ich alleine bin. In der Gruppe nehme ich mich zurück, und auch wenn am Rand andere Fahrer oder andere Personen stehen.
Zum Thema Rasen: Wann beginnt selbiges? Und - wie oft endet es tödlich?
Ich denke hier wird viel Show gemacht, das Gros der Verkehrstoten sind Hilde und Franz im Golf, umgemähte Radfahrer und Fußgänger und auch "abgeschossene" Motorradfahrer. Die laufen aber unter dem Radar weil "ist halt so" und sind nicht so werbewirksam.
Klar - jeder Fall ist an sich betrachtet tragisch, aber rein statistisch liegen wir mit unserem Hobby im Bereich des erhöhten Risikos, nicht der Selbstmörder.
Kaum jemand hier fährt nach dem Buchstaben des Gesetzes, die Frage ist im Endeffekt ob man seine Grenze kennt oder nicht, bzw. Straßenverhältnisse und ähnliches nicht richtig eingeschätzt hat, kurz abgelenkt war, was auch immer.
Mglw. bin ich wenig feinfühlig, aber jeder, der sich so eine Maschine kauft und entsprechend einsetzt, kennt das Risiko. Ebenso wie der Skifahrer der im "freien Fall" unterwegs ist, der Fallschirmspringer, Taucher, Sportflieger oder wer auch immer.
Mein Gedanke wenn ich die großen Schilder, z.B. im Taunus, sehe mit "Achtung! Langsam! Unfallstrecke!"?
"Das ist bestimmt eine tolle Strecke!"
Man muss eben die Grenzen kennen und für sich entscheiden ob man das Risiko in Kauf nehmen will oder nicht. Irgendwelche Marketingaktionen helfen dabei nicht wirklich, die hat man nach drei Kurven wieder verdrängt und sie sind aufgrund ihrer Ausprägung eher geeignet die Motorradfahrer zu stigmatisieren.
Das was du da beschreibst oder vielleicht sogar beschönigst hat nicht in geringsten etwas damit zu tun, was auf der B500 abgeht. Es geht nicht darum, das wir Motorradfahrer ein generell höheres Unfall oder Verletzungsrisiko haben oder auch mal etwas schneller fahren sondern es geht um eine kleine Gruppe von Motorradfahrern, die sich auf Teufel komm raus ihren speziellen Kick auf diesem Streckenabschnitt holen und mit Vorsatz das Leben anderer mit aufs Spiel setzen.
Google mal nach den Unfällen am Helbingfelsen; da wird dir auffallen, das Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern häufig dabei sind und es seltener Alleinunfälle sind, wo der Kollege halt die Kurve nicht mehr geschafft hat und dann in der Leitplanke endet.
Ähnliches habe ich allenfalls vor ein paar Jahren auf der B276 zwischen Laubach und Schotten erlebt, wo in einem Jahr fast 10 Motorradfahrer auf der 20km langen Strecke ums Leben kamen. Seit die Polizei mehr kontrolliert, ist da Ruhe eingekehrt.
Kann mich dort noch an einen Unfall erinnern, als ein KTM-Fahrer sein leben in einer Kurve lies (GSD Alleinunfall): Seine Racerkumpels standen nebeneinander auf dem kleinen Kurvenparkplatz mit dem Helm unter dem Arm wie salutierende Soldaten für einen gefallenen Kameraden und schauten andächtig dem Abtransport zu. Da schien der Tod bei der Ausfahrt auch mit einkalkuliert zu sein.
 
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Reincarnator

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Da steht ein Denkmal für tote Motorradfahrer. Ein feiner Unterschied.
Da steht gar nichts.

Das Konzept und das Video sind Teil einer Bachelorarbeit eines Studierenden der Dualen Hochschule BaWü in Ravensburg. Das Bild bei 4:18 und die Namen bei 4:50:

450.JPG

sind erfunden. Wieviele Tote es auf diesem Streckenabschnitt in welchem Zeitraum gegeben hat, ist hier nicht dokumentiert. Als Baden-Württemberger würde ich auch nicht zwingend sagen, dass dieser Abschnitt tatsächlich der gefährlichste, bzw. der mit den meisten getöteten Motorradfahrern in unserem Bundesland ist. Da gibt es noch jede Menge weiterer, Schauinsland, Lochen, Neuffen... die sind schon an WE und Feiertagen dank der raserposer gesperrt.
 
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Reincarnator

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Die B500 ist auf jeden Fall ein Schwerpunkt und ein Problem für den Strobelix und seine Einsatzkräfte in Uniform. Die VPD Baden-Baden und das PP Pforzheim, das für den Landkreis FDS zuständig ist, sind personell nicht in der Lage, hier wirksam tätig zu werden. Das ist der berühmte Tropfen auf den heißen Stein.

Ich weiß nicht, wie es jetzt aussieht, aber als ich noch im aktiven Dienst war, hatten die genau ein Videokrad, eine K1200S. Und das Warnsystem, wenn gemessen wird, funktioniert perfekt, bis hin zu "Streckenposten", die schauen, ob die Luft rein ist.

Der größte Druck kommt aus der Bevölkerung. In letzter Zeit wurden entlang der B500 Schmierereien wie "Biker verrecke" und ähnliches entdeckt. Diese Heizerei und poserei ist nunmal vor allem mit Lärm verbunden. Und das geht den Leuten auf den Sack.

Das muss man realistisch sehen. Wenn da einer den Löffel abgibt, ist das eine Zeitungsnotiz, die keinen interessiert. Da muss man schon froh sein, wenn das nicht noch in Leserbriefen beklatscht wird.

Der Versuch des Studierenden Tobias Gaiser, hier was zu installieren ist schön gedacht. Er scheitert spätestens an der Finanzierung.
 
juekl

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In Frankreich gibt / gab es auf solche Strecken, Pappmenschen mit gespaltene Köpfen, roter Spalt.
In GB gibt / gab es Schilder " in 1992 sind hier XX Menschen gestorben" . Of course in English, blind Summit... bla blub
Da denkt man auch nach.
 
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Reincarnator

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Ich denke, es ist mehr.

Es ist auch ein Mahnmal für die lebenden Motorradfahrer.

Ob es was bringt?
Ich bin da eher pessimistisch...
Nochmal:

Dieser "Schweigekilometer" ist eine Fiktion. Auf der B500 steht nichts derartiges. Das hätte ich längst im SchwaBo gelesen. Selbst wenn nur "offiziell" darüber diskutiert würde, stünde das in der Zeitung. Und ich denke auch nicht, dass das umgesetzt wird. So wie das gedacht ist, wird das eine sechsstellige Summe kosten. Das Land bezahlt das schon deshalb nicht, weil der Bund für die B500 zuständig ist. Deshalb heißt die auch "Bundesstraße"

Und wenn der Bund das finanziert, werden so manche Landkreise mit ähnlichen Wünschen kommen.
 
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ufoV4

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Kaum jemand hier fährt nach dem Buchstaben des Gesetzes, die Frage ist im Endeffekt ob man seine Grenze kennt oder nicht, bzw. Straßenverhältnisse und ähnliches nicht richtig eingeschätzt hat, kurz abgelenkt war, was auch immer.
Wenn das so lese, wird mir richtig schlecht :facepalm:. Auch ich habe eine Zeit beim Rettungsdienst verbracht und durfte solche Leute aus der einen oder anderen "Show-Kurve" bergen. Wenn viel mehr Leute das Gehirn zusammen mit der Zündung eingeschaltet lassen würden, bräuchte es solche Filme gar nicht. Und wer glaubt, immer alles richtig einschätzen zu können, ist auf dem Holzweg. Fakt und Lebenserfahrung...
 
Benno

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Ich denke auch, dass es eine Vision bleiben wird. Aber wenn es nur einen einzigen Menschen retten würde , wäre es gut angelegtes Geld.

Ich habe jetzt gut 36 Jahre schwere und schwerste Personenschäden reguliert, in 10 Wochen ist Schluss damit. Am Schreibtisch sind das erst mal nur Zahlen und mit den Jahren blendet man die Schicksale immer mehr aus, aber was da an Leid bei den Betroffenen entsteht ist endlos.
 
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