Supersportreifen

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Serpel

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BMW K 1300 S, Triumph Street Triple 765 RS
Umgekehrtes Spiel bei der Street: Erwartungsgemäß war der vordere Supercorsa V2 (SP) viel schneller unten als der hintere (vorne < 1.6 mm, hinten ca. 3 mm). Um auch hier zu sparen hab ich heute einen Budgetreifen (Mitas Sport Force+) aufgezogen und ihn gerade eben am Julier eingefahren.

Nach dem, was ich mal mit einem Power 2CT erlebt habe (unruhiger Lauf auf der Bahn), waren meine Erwartungen nicht gerade hoch und ich hatte den Kauf im Grunde schon etwas bereut. Aber bereits nach wenigen Kilometern war klar, dass das kein Billigreifen ist, sondern durchaus mit den großen Sechs konkurrieren kann.

Beim Aufziehen machte die äußerst harte Karkasse (wie Plastik, nicht wie Gummi) durch Knackgeräusche auf sich aufmerksam. Beim Fahren dann durch ähnlich geringen Federungskomfort (von Eigendämpfung rede ich hier nicht, weil ich noch keine Gelegenheit hatte, das zu testen) wie der direkte Vorgänger, der Pirelli. Der Geradeauslauf ist allerdings eine Extraklasse für sich! Was der Street besonders gut tut, denn diese Disziplin ist eine der wenigen Schwächen der Triumph.

Dann der Pass mit seinen Kurven und weiten Kehren. Anfänglich fahre ich sehr verhalten, weil ich Mitas nicht kenne und daher die Einfahrphase nicht einschätzen kann. Beim zweiten Mal Raufrunter dann aber müsste die Schulter belastbar sein und ich nähere mich den üblichen Geschwindigkeiten und Schräglagen. Das Anlehngefühl eines Dunlop D212 kann der Mitas nicht bieten, so viel ist gleich klar. Und dann beim Anbremsen einer flotten Rechtskehre ein unerwarteter Rutsch, der ums Haar in die Horizontale geführt hätte. Aha - die Grenze ist bei einem solchen Reifen (Sport Force+ ohne EV oder RS) also doch spürbar früher da als bei einem echten Hypersport. Und vor allem: wenn er rutscht, fühlt sich das an wie ohne Netz und doppelten Boden. Irgendwie aber klar, denn die Gummimischung ist ein Singlecompound, nicht gerade von der weichen und klebrigen Sorte.

Für das Segment also ein Reifen mit wenigen Schwächen, aber durchaus bemerkenswerten Stärken. Lenkverhalten, Zielgenauigkeit, Stabilität, Geradeauslauf - alles top! Nur bei der Haftung müssen Abstriche hingenommen werden. Dafür erwarte ich eine gute Laufleistung. Und wer’s schräger möchte, greift auf die EV- oder RS-Varianten zurück. Nur spielen die preislich dann bereits in einer Liga, wo man für wenig mehr doch vielleicht lieber einen Bridgestone, Conti, Dunlop, Metzeler, Michelin oder Pirelli nimmt.

Gruß
Serpel
 
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Serpel

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Wieder zurück zur K 1300 S. Stehengeblieben war ich ja bei der Mischbereifung Sportec RS vorne/D211 hinten:
Weil mir das echt zu teuer wird, hab ich den fertigen Sportec 01 RS (hinten, siehe oben) durch einen Dunlop D211, den ich spottbillig im Netz ergattert habe, ersetzt. Der Plan ist, damit den vorderen Sportec 01 RS noch komplett runter zu fahren.

Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass der hintere Reifen auf das Lenkverhalten wenig Einfluss hat. Aber weit gefehlt: mit dem Dunlop hinten lenkt der Metzeler vorne deutlich weniger agil/nervös - fast schon ein wenig zäh. Positiv ausgedrückt liegt das Motorrad damit stabiler, erfordert aber deutlich höhere Lenkkräfte und geht wie in Zeitlupe in Schräglage. Was mir beim Metzeler zu unruhig war, ist mir beim Dunlop beinahe schon ein wenig zu träge. Dafür zaubert die neue Kombination eine sehr präzise Linie auf den Asphalt und gibt durch die extreme Ruhe zusätzliche Sicherheit.

Selbst das Einklappen des auf den Schultern bereits ein wenig gelittenen Vorderreifens ist mit dem Dunlop besser geworden. Jetzt heißt es, auf "Trail Braking" komplett zu verzichten, um die zurückgewonnene Neutralität zu bewahren.
Das Einklappen des Metzeler wurde nun auch mit dem D211 so unangenehm, dass ich heute den fertigen RS gegen einen ebenso fertigen D212 getauscht habe, obwohl eine frische Garnitur (Sportsmart MK4) bereits bestellt ist. In den Abendstunden bei Temperaturen von plus 2 (Tal) bis minus 4 Grad (Passhöhe) eine Testfahrt über den Bernina gemacht und da war sofort wieder dieses schienengleiche Fahrverhalten des Dunlop. Harmoniert mit der K einfach um Welten besser als der Metzeler und lässt mich die Kälte komplett vergessen. Kein Einklappen, kein Wackeln in Schräglage. Millimetergenaues Einlenken in Kurven - Grad um Grad nach unten. So einfach und kontrolliert, dass ich singen könnte. Und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Wieso schafft es Metzeler nicht endlich mal, einen Reifen zu konstruieren, der seine Neutralität auch unter erschwerten Bedingungen behält? Andere können’s ja auch.

Gruß
Serpel
 
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