Jungfux
Themenstarter
- Dabei seit
- 05.11.2019
- Beiträge
- 504
- Modell
- Meine kleine Herde: 2 x 1150 GS, 2 x ZZR 1100, GSX 750 F, XT 500, WR 250
Habe gerade mal auf der Karte gecheckt, das Gebiet zwischen Albertville – Grenoble – Briancon und Susa ist für mich eine so geniale Spielwiese, dass ich garnicht groß weiterweg reisen muss.
Diese Gegend gefällt mir so gut, viele noch unentdeckte Schotterstrecken für reinsten Adrenalin- und Abenteuerfreude. Naja, papperlapapp… am Ende (Nachmittag) habe ich es jedenfalls doch geschafft auf meine geplante Strecke zu gelangen, den Col de la Madeleine. Für mich auch wieder landschaftlich ein ganz besonderes Schmankerl. Diese grünen Hänge und die Weite, Blick bis zum Horizont, bei klarem Wetter Sicht aufs Mt. Blanc-Massiv.
Habe garkeine Fotos gemacht, bzw. finde ich sie nicht mehr... ärgerlich.
Als der Paß auf die Bundesstraße trifft, wollte ich eigentlich nach Norden Richtung Albertville weiter, doch der Hunger und die vorangeschrittene Uhrzeit veranlassen mich nach rechts abzubiegen und mir Moutiers anzuschauen.
Genial gelegen zwischen den Felsen eingeklemmt mit einem Fluß. Wenn ich mich recht erinnere kommen dort drei Täler zusammen und in deren Mitte liegt Moutiers. Ne kleine Stadtrundfahrt ist gleich gemacht und dann schnurstrax zur besten Pizzaria (die einzige, die offen hatte) am Platz.
19:47 Das Krokodeel in Sichtweite der Freßbude geparkt - immer alles im Auge behalten.
Voll die Verständigungsprobleme, checke nix auf der Speisekarte, bis ich die Pizza del Mare entdecke – ok, da weiß ich wenigstens, was ich bekomme… aber ich weiß nicht, bis wann ich es bekomme… Glaubst Du nicht… ne dreiviertel Stunde kommt nix auf den Teller. So langsam fängt mein Magen an zu knurren, dass sie es eigentlich hören müsste und nochdazu fänge es auch langsam an zu dämmern. Was für eine Shit-Laden. Mein Timing für den Tag war perfekt. Hätte jetzt fertig gefuttert und könnte mir in der Abenddämmerung nen Schlafplatz suchen. Aber nix zu Futtern auf dem Tisch. Frage noch mal nach und echt, meine Bestellung ist untergegangen. Die sind echt zu dämlich (im wörtlichen Sinne) nur junge Mädels im Stall und eine längere Fingernägel als die andere. Genau den Style liebe ich, bevor ich ins Kloster gehen würde.
Ach noch was… wegen der langen Wartezeit, schreibe ich mit nem Freund, der in Bonn wohnt und auch hier im Forum ist. Bedanke mich nochmal bei ihm, dass er mir die Teilenummer des Telelevers rübergeschickt hat und berichte, dass ich mich jetzt doch auf die Heimreise mache und alles ok ist…
Hahahaha… schön wäre es… alles ok… denn als ich nochmal zum Motorrad gehe um irgendwas aus den Koffern zu kramen und bekomme voll den Schooocccckkkkk.
Deutlich zu sehen, auf meinem Hinterrad ist Öl.
Lecken … tut mein Hintgeraxgetriebe.
Passt schon, wollte eh heim. Kann dann die Kiste mal wieder so richtig fit machen und alles durchchecken.
Ey mir langt´s grad. Die Pizza kann ja nix dafür, aber irgendwie habe ich keinen Hunger mehr – nee, besser gesagt, keinen Appetit und ich müsste mich mal übergeben.
Bis auf dass sie meine Bestellung vergessen haben, kann man nicht meckern. P.i.L = Pizza ist Lecker.
Egal, was willste machen. Es ist schon dunkel bis ich los komme. Habe mir während dem Essen schon mal am Smartphone auf Google-Maps ein paar kleine Käffer rausgesucht, bei denen ich hoffe, dass ich auf den Ministraßen dorthin einen passenden Schlafplatz finde.
Alder, das ist die bescheuertste Aktion, die mir je passiert ist. Mopedgabel im Dutt, HAG leckt ÖL, Stockdunkel und keinen Schlafplatz.
Ja, hast doch gebetet für Abenteur. Da hast Deinen Dreck, überlegs Dir vorher.
Kleiner Nebengedanke: Ist doch im Land das gleiche, da wollen sie alles öko, Bio und klimaneutral und jetzt stehen überall diese Propeller in der Landschaft rum und der Sprit und die Heizung ist teuer. Alles für einen guten Zweck.
Denke ich mir auch, denn was mich nicht umbringt, macht mich stark.
Sitze wieder auf dem Bock und habe den Asphalt unter den Rädern. Mäps zeigt ca. 30 min Fahrzeit bis zu einem kleinem Kaff. Auf dem Weg muss ich was finden, sonst kann ich im Stehen anner Hauswand pennen.
Also fahr ich raus aus dem Ort, so ca. 4 Km und muss in 1 km rechts abbiegen. Da leuchtet ein Supermarkt und daneben ein Parkhaus – also volle Zivilisation – aber in einem Bruchteil einer Sekunde erhasche ich im Augenwinkel noch das Glitzern von Wasser und daneben ne echt staubige, dreckige Straße. Habe garnicht bemerkt, dass ich über eine Brücke fahre und bin auch schon dran vorbei.
Noch 800 m bis zum Abbiegen.
Das Gesehene geht mir nochmal durch den Kopf und irgendwie ist klar, dort finde ich meinen Schlafplatz.
Umdrehen, zurück zu der staubigen Straße am Supermarkt vorbei.
Direkt nach dem Supermarkt und dem Parkhaus bin ich in der totalen Einsamkeit. Kein Verkehr mehr, Dreck auf der Straße, ein Kieswerk, Dunkelheit. Bin gespannt, was das wird. Habe echt keinen Bock auf lange Suchen heute Nacht. Nach einem Kilometer ist Schluss. Es ist ne Sackgasse.
Am Ende ist ein geschlossenes Tor. Auf der linken Seite ist ne verlassene Fabrik. Spannende Gegend. Fahre mit dem Krokodeel auf das offene Firmengelände und erkunde die Lage. Ok, nicht schlecht. Windgeschützter Platz, allerdings Betonboden, nicht so der Hit. Steige ab und schaue mich um. Als ich von dem erhöhten Firmengelände in die Richtung blicke, aus der ich gekommen bin, erkenne ich einen Abzweig ins Grüne, der hinter einem Erdwall parallel zur Straße führt, keine 30 m entfernt.
Den Schotterweg bin ich gekommen, daneben ist der Erdwall und dahinter das Plateau. Das gibt´s doch garnicht.
Also aufsitzen, hingefahren und inspiziert. Wie geil, voll der Blindabzweig (nur ca. 25 m lang) in eine genial versteckte kleine Ebene. Erst mal mit Taschenlampe zu Fuß erkundet und für gut befunden. Besser hätte es nicht laufen können. Bin keine 15 min seit der verpennten Pizzabude gefahren. Wenn ich weit genug nach hinten rein fahre, sieht mich keine Sau und genau das ist es, was ich so liebe auf meinen Reisen. Dunkel und Hell (im wahrsten englischem Wortsinn), Licht und Schatten sind bei mir so nah beieinander.
Bevor ich mich dort mit dem Krokodeel verstecken kann, muss ich erst noch ne Wurzel aus dem Weg räumen. Aber dann scheint der Weg frei und fahrbar zu sein. Gehe nochmal zu Fuß rein, um mir die Unebenheiten einzuprägen. Es ist schon dunkel, aber der Geländeritt muss heute noch sein. Die Schlüsselstelle am Anfang ist echt schmal. Meine Koffer kratzen fast links und rechts an den Erdwällen, aber ich schaffe es und bin drin im Versteck. Was für ein genialer Platz. Voll versteckt, von der Straße aus nicht einsehbar und hinten genügend ebener Platz für Moped und Zelt. So Glück muss man haben. Zelt aufgebaut und reingeschlupft. Die letzten zwei Stunden haben mir voll den Nerv geraubt und bin am Ende doch entschädigt worden. Was gibt es schöneres, als wenn einem ein Krokodeel ins Zelt schaut.
Genug für heute – gute Nacht.
Noch ein Foto vom See. Weil ich jetzt immer meine Steine fotografiere, wo ich sie gefunden habe.
Diese Gegend gefällt mir so gut, viele noch unentdeckte Schotterstrecken für reinsten Adrenalin- und Abenteuerfreude. Naja, papperlapapp… am Ende (Nachmittag) habe ich es jedenfalls doch geschafft auf meine geplante Strecke zu gelangen, den Col de la Madeleine. Für mich auch wieder landschaftlich ein ganz besonderes Schmankerl. Diese grünen Hänge und die Weite, Blick bis zum Horizont, bei klarem Wetter Sicht aufs Mt. Blanc-Massiv.
Habe garkeine Fotos gemacht, bzw. finde ich sie nicht mehr... ärgerlich.
Als der Paß auf die Bundesstraße trifft, wollte ich eigentlich nach Norden Richtung Albertville weiter, doch der Hunger und die vorangeschrittene Uhrzeit veranlassen mich nach rechts abzubiegen und mir Moutiers anzuschauen.
Genial gelegen zwischen den Felsen eingeklemmt mit einem Fluß. Wenn ich mich recht erinnere kommen dort drei Täler zusammen und in deren Mitte liegt Moutiers. Ne kleine Stadtrundfahrt ist gleich gemacht und dann schnurstrax zur besten Pizzaria (die einzige, die offen hatte) am Platz.
19:47 Das Krokodeel in Sichtweite der Freßbude geparkt - immer alles im Auge behalten.
Voll die Verständigungsprobleme, checke nix auf der Speisekarte, bis ich die Pizza del Mare entdecke – ok, da weiß ich wenigstens, was ich bekomme… aber ich weiß nicht, bis wann ich es bekomme… Glaubst Du nicht… ne dreiviertel Stunde kommt nix auf den Teller. So langsam fängt mein Magen an zu knurren, dass sie es eigentlich hören müsste und nochdazu fänge es auch langsam an zu dämmern. Was für eine Shit-Laden. Mein Timing für den Tag war perfekt. Hätte jetzt fertig gefuttert und könnte mir in der Abenddämmerung nen Schlafplatz suchen. Aber nix zu Futtern auf dem Tisch. Frage noch mal nach und echt, meine Bestellung ist untergegangen. Die sind echt zu dämlich (im wörtlichen Sinne) nur junge Mädels im Stall und eine längere Fingernägel als die andere. Genau den Style liebe ich, bevor ich ins Kloster gehen würde.
Ach noch was… wegen der langen Wartezeit, schreibe ich mit nem Freund, der in Bonn wohnt und auch hier im Forum ist. Bedanke mich nochmal bei ihm, dass er mir die Teilenummer des Telelevers rübergeschickt hat und berichte, dass ich mich jetzt doch auf die Heimreise mache und alles ok ist…
Hahahaha… schön wäre es… alles ok… denn als ich nochmal zum Motorrad gehe um irgendwas aus den Koffern zu kramen und bekomme voll den Schooocccckkkkk.
Deutlich zu sehen, auf meinem Hinterrad ist Öl.
Lecken … tut mein Hintgeraxgetriebe.
Passt schon, wollte eh heim. Kann dann die Kiste mal wieder so richtig fit machen und alles durchchecken.
Ey mir langt´s grad. Die Pizza kann ja nix dafür, aber irgendwie habe ich keinen Hunger mehr – nee, besser gesagt, keinen Appetit und ich müsste mich mal übergeben.
Bis auf dass sie meine Bestellung vergessen haben, kann man nicht meckern. P.i.L = Pizza ist Lecker.
Egal, was willste machen. Es ist schon dunkel bis ich los komme. Habe mir während dem Essen schon mal am Smartphone auf Google-Maps ein paar kleine Käffer rausgesucht, bei denen ich hoffe, dass ich auf den Ministraßen dorthin einen passenden Schlafplatz finde.
Alder, das ist die bescheuertste Aktion, die mir je passiert ist. Mopedgabel im Dutt, HAG leckt ÖL, Stockdunkel und keinen Schlafplatz.
Ja, hast doch gebetet für Abenteur. Da hast Deinen Dreck, überlegs Dir vorher.
Kleiner Nebengedanke: Ist doch im Land das gleiche, da wollen sie alles öko, Bio und klimaneutral und jetzt stehen überall diese Propeller in der Landschaft rum und der Sprit und die Heizung ist teuer. Alles für einen guten Zweck.
Denke ich mir auch, denn was mich nicht umbringt, macht mich stark.
Sitze wieder auf dem Bock und habe den Asphalt unter den Rädern. Mäps zeigt ca. 30 min Fahrzeit bis zu einem kleinem Kaff. Auf dem Weg muss ich was finden, sonst kann ich im Stehen anner Hauswand pennen.
Also fahr ich raus aus dem Ort, so ca. 4 Km und muss in 1 km rechts abbiegen. Da leuchtet ein Supermarkt und daneben ein Parkhaus – also volle Zivilisation – aber in einem Bruchteil einer Sekunde erhasche ich im Augenwinkel noch das Glitzern von Wasser und daneben ne echt staubige, dreckige Straße. Habe garnicht bemerkt, dass ich über eine Brücke fahre und bin auch schon dran vorbei.
Noch 800 m bis zum Abbiegen.
Das Gesehene geht mir nochmal durch den Kopf und irgendwie ist klar, dort finde ich meinen Schlafplatz.
Umdrehen, zurück zu der staubigen Straße am Supermarkt vorbei.
Direkt nach dem Supermarkt und dem Parkhaus bin ich in der totalen Einsamkeit. Kein Verkehr mehr, Dreck auf der Straße, ein Kieswerk, Dunkelheit. Bin gespannt, was das wird. Habe echt keinen Bock auf lange Suchen heute Nacht. Nach einem Kilometer ist Schluss. Es ist ne Sackgasse.
Am Ende ist ein geschlossenes Tor. Auf der linken Seite ist ne verlassene Fabrik. Spannende Gegend. Fahre mit dem Krokodeel auf das offene Firmengelände und erkunde die Lage. Ok, nicht schlecht. Windgeschützter Platz, allerdings Betonboden, nicht so der Hit. Steige ab und schaue mich um. Als ich von dem erhöhten Firmengelände in die Richtung blicke, aus der ich gekommen bin, erkenne ich einen Abzweig ins Grüne, der hinter einem Erdwall parallel zur Straße führt, keine 30 m entfernt.
Den Schotterweg bin ich gekommen, daneben ist der Erdwall und dahinter das Plateau. Das gibt´s doch garnicht.
Also aufsitzen, hingefahren und inspiziert. Wie geil, voll der Blindabzweig (nur ca. 25 m lang) in eine genial versteckte kleine Ebene. Erst mal mit Taschenlampe zu Fuß erkundet und für gut befunden. Besser hätte es nicht laufen können. Bin keine 15 min seit der verpennten Pizzabude gefahren. Wenn ich weit genug nach hinten rein fahre, sieht mich keine Sau und genau das ist es, was ich so liebe auf meinen Reisen. Dunkel und Hell (im wahrsten englischem Wortsinn), Licht und Schatten sind bei mir so nah beieinander.
Bevor ich mich dort mit dem Krokodeel verstecken kann, muss ich erst noch ne Wurzel aus dem Weg räumen. Aber dann scheint der Weg frei und fahrbar zu sein. Gehe nochmal zu Fuß rein, um mir die Unebenheiten einzuprägen. Es ist schon dunkel, aber der Geländeritt muss heute noch sein. Die Schlüsselstelle am Anfang ist echt schmal. Meine Koffer kratzen fast links und rechts an den Erdwällen, aber ich schaffe es und bin drin im Versteck. Was für ein genialer Platz. Voll versteckt, von der Straße aus nicht einsehbar und hinten genügend ebener Platz für Moped und Zelt. So Glück muss man haben. Zelt aufgebaut und reingeschlupft. Die letzten zwei Stunden haben mir voll den Nerv geraubt und bin am Ende doch entschädigt worden. Was gibt es schöneres, als wenn einem ein Krokodeel ins Zelt schaut.
Genug für heute – gute Nacht.
Noch ein Foto vom See. Weil ich jetzt immer meine Steine fotografiere, wo ich sie gefunden habe.
