Man kann es Zivilcourage nennen, kann man aber auch Querulantentum nennen,.
Das ist immer eine Frage des Betrachters. Ich kenne weder diese Frau näher (der gelinkte Artikel ist vom Nivau ja wenig aufschlussreich), noch habe ich Einsicht in die Arbeit der höheren Etage des zuständigen Bundesamts. Ob du Querulierst oder Zivilcourage zeigst, hängt dann immer vom Ausgang und vom Betrachter ab - Eddie Snowden oder Assange werden ja auch, je nach Betrachter, sehr unterschiedlich gewertet, und was die Geschichte in 30 Jahren sagt, muss man da auch erstnoch abwarten.
Von dem was ich mitbekomme, geht in unseren Jobcentern sicher nicht alles glatt, sonst würden nicht Mitarbeiter attackiert etc. Die Situation ist sicher verbesserungsfähig. Ich möchte dort weder arbeiten, noch auf der anderen Seite sitzen und mir monatelang anhören das ich mit 49 Jahre nichts mehr werden kann in unserer schönen Republik. Sicher frustrierend ohne Ende, für beide Seiten.
Die schärfe der Situation ist sicher auch sehr stark abhängig ist von dem lokalen Umfeld - mache Berliner Jobcenter haben sicher mehr zu leiden, wie die gleichen in München.
Ich will die Frau nicht verteidigen, ich habe nicht genug Daten in die eine oder die andere Richtung zu gehen. Ich denke nur das meine Grundaussage über Zivilcourage erstmal stimmt. Es gehört Mut dazu sich gegen seinen Arbeitgeber zu stellen, etc. Das die dann eingespannt wird, ist klar - das gilt auch für die meisten anderen in ähnlicher Situation, du bist ja froh wenn du dann nicht alleine gegen die Windmühlen ziehst...
Und, ich finde, wir sollten in diesem Land eine ganze Menge mehr Querulanten haben, das wäre sicher gut für unsere Demokratie. Dieses dauernde "ja, da kann man nix dran machen" ist doch wenig impulse gebend. Nicht das diese Frau ein paradebeispiel wäre, aber wenn das aufregendste was hier in der Politik passiert die Tatsache ist das Oma Merkel eine neue Frisur hat, oder Rössler endlich feste Nahrung essen darf, dann fehlt da was.
Frank