[/QUOTE] 100% bei Dir.
Problematisch wirds halt, weil vieles was wichtig ist, auch sehr komplex ist.
Mercosour-Abkommen, Rentenreform, Bürgergeldreform. Ich blicke da eher wenig durch. Ich guck mirhalt unsere Volksvertreter an und überlege mir, wer fachlich, moralisch und durchsetztungstechnisch auf mich den besten Eindruck macht. Dann wird gewählt und der Rest besteht in der Praxis aus zugucken.
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Die Volksvertreter
Das Mercosur-Debakel als Offenbarungseid der EU
Man muss es so klar sagen: Die Welt von heute hat nichts mehr mit der von vor fünf Jahren zu tun. Wer immer noch an das Märchen ( Jetzt muss Analena stark sein) einer „wertegeleiteten Politik“ und an überstaatliche Institutionen als moralische Gerechtigkeitsinstanzen glaubt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
In einer Phase, in der Großmächte ihre Interessen knallhart durchsetzen und wirtschaftliche Integration als Zwangsmittel nutzen, gibt es nur eine Währung: wirtschaftliche und militärische Stärke.
Das aktuelle Scheitern bzw. die Blockade des Mercosur-Abkommens ist ein Paradebeispiel für die strategische Blindheit des Europaparlaments. Während wir uns in moralischen Details verheddern, zementieren andere Mächte ihren Einfluss in Südamerika. Die EU beweist hier wieder einmal ihre eigene Obsoleszenz.
Besonders entlarvend: Wenn es um den eigenen Machterhalt geht, scheint die vielzitierte „Brandmauer“ plötzlich dehnbar zu sein. Dass Teile der Grünen und der SPD im EU-Parlament de facto Seite an Seite mit der AfD gegen ein strategisch lebenswichtiges Abkommen stimmen, zeigt die ganze Heuchelei. Es geht nicht um Inhalte, sondern um Ideologie auf Kosten unserer Zukunft.
Europa scheint sich entschieden zu haben: Man will nicht mehr mitgestalten, man will lamentieren. Wer nicht am Tisch sitzt, landet auf der Speisekarte. Die USA werden auf uns herumtrampeln, und der Rest der Welt wird uns schlicht nicht mehr ernst nehmen.
Erfrischend war dagegen der Auftritt des kanadischen Premierministers in Davos. Er hat verstanden, worum es geht: Souveränität. Er musste sich den Respekt im Weißen Haus hart erkämpfen, er nahm so lange kein Telefonat von Donald Trump entgegen, bis das Weiße Haus zugesichert hatte, dass der US-Präsident seinen nördlichen Nachbarn als Premierminister adressieren wird, nicht herablassend als „Gouverneur“ eines fiktiven 51. Bundesstaats Kanada.
Dieses Rückgrat vermisse ich in der europäischen Politik komplett.
Was denken die Mercosur-Länder wohl über uns? Nach all den Kompromissen, die sie eingegangen sind, werden sie von einem moralisierenden Europa stehengelassen. Wir manövrieren uns ins geopolitische Abseits – und merken es nicht einmal.