Und nochmal: Wer wie was, wieso weshalb warum.
Ich beobachte in letzter Zeit eine auffällige Zurückhaltung, oder vielmehr eine gereizte Abwehrhaltung, wenn es um das Thema Klimaschutz in Deutschland und als Vorreiter in der Welt geht. Während wir vor noch nicht so langer Zeit noch Massendemos, Klimakleber sahen, herrscht heute nur Ernüchterung. Warum erzeugt die „grüne Modernisierung“ plötzlich so viel Widerstand, weil die Klimapolitik im Alltag angekommen ist. Es geht nicht mehr um ferne Eisbären, sondern um das, was wir essen, wie wir reisen und womit wir heizen, was wir alles teuer bezahlen müssen . Das Heizungsgesetz markierte hier einen Wendepunkt: Der Staat drang bis in den privaten Keller vor, den Ort der persönlichen Sicherheit. Die „grüne Modernisierung“ wird nicht mehr als Versprechen auf Fortschritt und Wohlstand wahrgenommen, sondern als Bedrohung der Lebensweise. In der aktuellen Gesellschaft, in der die rebellierende Jugend von vor 10 Jahren nun im realen Familienalltag angekommen ist, scheint der Wunsch nach „Gegenwartsverlängerung“ stärker zu sein als die Lust auf eine lange Transformation. Das Abkommen zwischen System und Bevölkerung, Loyalität gegen Wohlstand, das die Bundesrepublik lange trug, schwindet zusehends.
Das Versprechen eines „grünen Wirtschaftswunders“ (wie die SPD unter Scholz und die Grünen unter Habeck oft betonten mit Hunderttausenden neuen Arbeitsplätzen), die Transformation Deutschlands
und seit nun über 10 Jahren das, "Wir schaffen das", wird von großen Teilen der Bevölkerung aber nicht mehr als Versprechen auf Fortschritt und Verbesserungen wahrgenommen, sondern als eine weitere Bedrohung ihrer Lebensweise und wirkt für viele, auch nach über 30 Jahren der kostenintensiven Wiedervereinigung nicht mehr anschlussfähig an die reale wirtschaftliche Lage, des Staates und des einzelnen. Wir befinden uns in einer Phase, in der die ökologische Frage die Vorstellung von immer größerer individueller Selbstverwirklichung in der Gesellschaft, im besonderen das Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben, erschüttert hat. An ihre Stelle sind nun Selbsterhaltungsängste getreten. Denn große Teile der Bevölkerung erwarten von der Zukunft eher eine Verschlechterung ihrer persönlichen Lage durch die Handlungen des Systems.
Die Rechtskonservativen und die Rechten nutzt diesen Frust, denn links der Mitte gibt es bei drei Parteien nur das,"weiter so". Der ganze politische Prozess findet bei den Menschen vor dem Hintergrund der Wahrnehmung statt, dass uns die Zeit ausgegangen ist. Die Mitte Rechts Parteien versprechen in dieser Zeit die Rückkehr zu einer alten Ordnung und gibt den Menschen damit ein Gefühl von Handlungsfähigkeit zurück. Ihrer einzigen Handlungsfähigkeit. Wahlen.