Wir befinden uns in einer endlosen Phase von:
„Ich hab’s euch ja gesagt.“
Nicht aus Rechthaberei.
Sondern weil das Muster immer gleich bleibt.
Vor jeder Wahl heißt es:
Diesmal wird alles anders.
Diesmal ändern wir die Richtung.
Diesmal wählen wir die Richtigen.
Diesmal wird der Apparat gezähmt.
Und danach passiert,
was immer passiert:
Herrschaft bleibt Herrschaft.
Versprechen werden gebrochen.
Macht wird ausgebaut.
Kosten werden weitergereicht.
Verantwortung verschwindet im Nebel.
Und der Bürger wundert sich,
dass ein System,
das auf Zwang, Parteien, Mehrheiten und Macht basiert,
am Ende wieder Zwang, Parteien, Mehrheiten und Macht produziert.
Dann beginnt die nächste Runde.
Man sucht Schuldige.
Die Nichtwähler.
Die falschen Wähler.
Die kleinen Parteien.
Die Medien.
Die Umstände.
Die Krise.
Nur eines wird selten infrage gestellt:
Das System selbst.
Dabei ist es ziemlich einfach.
Wenn Menschen Herrscher bestellen,
werden Herrscher geliefert.
Wenn Menschen Macht vergeben,
wird Macht genutzt.
Wenn Menschen Verantwortung abgeben,
wird Verantwortung gegen sie verwendet.
Das Problem ist nicht,
dass ausgerechnet diesmal die Falschen regieren.
Das Problem ist der Glaube,
dass irgendjemand regieren sollte.
Vielleicht braucht es genau diese endlose Enttäuschung,
bis immer mehr Menschen verstehen:
Man muss nicht bessere Herren suchen.
Man muss aufhören,
Herren zu bestellen.