2500 Km Fahren, Schwitzen und Staunen, unsere Seealpentour 2026

Diskutiere 2500 Km Fahren, Schwitzen und Staunen, unsere Seealpentour 2026 im Touren- & Reiseberichte Forum im Bereich Unterwegs; Tag 1: Unsere Seealpentour jährt sich dieses Mal zum 24. Mal, und das ohne Unterbrechung. Ich bin jetzt 68 Lenze jung und habe das...
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Tag 1:

Unsere Seealpentour jährt sich dieses Mal zum 24. Mal, und das ohne Unterbrechung. Ich bin jetzt 68 Lenze jung und habe das Seealpenabenteuer mit 44 angefangen, damals noch mit einer Africa Twin, danach folgten eine BMW R 1150 GSA und seit jetzt mit weit über 100.000 km meine 1200 er GSA.
Zum Anfang noch ein paar Daten:

Dauer der Reise 7 Tage, Teilnehmer 2, Ausrüstung pro Motorrad 1 Zelt, Klappstühle, Tisch, 2 Gaskocher, Grillplatte, Essgeschirr, Isomatten und Schlafsäcke, Wechselkleidung,
Verpflegung und Getränke, der letzte Punkt sollte an diesem Anreisetag noch sehr wichtig werden.

Start Sonntag, 28.06.26, ich starte vom Abstellplatz meines Motorrades schon um 05.30 und bin eine knappe Stunde später am Treffpunkt.

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Unsere Fahrt ging über Stockach nach Schaffhausen und weiter über die Autobahn nach Zürich/Westumfahrung, Luzern, Abzweig Interlaken, über den Brünigpass zum Grimsel, über das Wallis nach Martigny, Col de la Forclaz, Chamonix nach Megeve. Ziel war Der Camping Domelin Only Camp in Beaufort, insgesamt für mich 622 km.
Wir hatten uns entschlossen Sonntags loszufahren und Samstags zurückkommen, um Sperrungen durch Radveranstaltungen auf den französischen Pässen zu vermeiden, so ist es uns ja letztes Jahr ergangen.

Die Fahrt verlief völlig problemlos, ohne Stau und schon um 11.10 Uhr machten wir am Fuße des Grimsel eine Mittagspause.

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Oben auf der Passhöhe war dann die Hölle los, gefühlt war die ganze Schweiz mit 2 und 4 Rädern unterwegs und wir fanden auf dem großen Parkplatz keinen Platz mehr für unsere Motorräder. Erst ein paar hundert Meter weiter, kurz vor der Passabfahrt konnten wir die BMW`s parken.
Der Verkehr machte uns nichts aus, wir wussten ja, dass ab Gletsch, spätestens nach dem Abzweig des Nufenen es wieder ruhiger wird.

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Es war heiß, das Thermometer zeigte im Wallis 35 Grad, ich hatte 2 Liter Wasser bei mir, das drohte etwas knapp zu werden.
Die Fahrt ab Brig Richtung Martigny ging sehr zügig, die Umfahrung Visp ist mittlerweile fertig gestellt und nur noch bei Raron muss man ein paar Meter normale Straße fahren. Wir waren diesmal fast eine Stunde früher dran als sonst.

Bei Chamonix zeigte das Thermometer 38,5 Grad an, und der Blick ging Richtung Mont Blanc, was hätte ich für ein bisschen Kälte gegeben.

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Kurz vor 16 Uhr erreichten wir den Supermarkt in Megeve, wo wir unsere Maschinen nochmal volltankten und welche Überraschung, der Supermarkt war geöffnet. Super dachte ich, da kann ich ja dann großzügig Getränke einkaufen. Dachte ich... Der Markt hatte kein Personal, nur Sicherheitsleute und es gab nur Scannerkassen.
Soweit so gut, mit Kreditkarten ja kein Problem. In Frankreich schon, denn der Markt akzeptierte keine EC oder Kreditkarten, so dass wir unverrichteter Dinge wieder von dannen zogen. Das Wasser wurde mir langsam knapp. Ich hatte zwar noch 3 Dosen heimatliches Bier dabei, aber das taugt nicht für die Fahrt.

Um 17 Uhr erreichten wir Beaufort und welch Wunder, an der Rezeption gab es gekühltes Mineralwasser. Ich kaufte mir gleich eine 2 Liter Flasche. Noch nie hat mir Mineralwasser ohne Gas so gut geschmeckt.
Schnell waren die Zelte aufgebaut und das Abendessen brutzelte in de Pfanne.

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Es gab Steaks und Bratkartoffeln und natürlich mein mitgebrachtes und mittlerweile gekühltes "Käpseles Bier".

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Zufrieden legten wir uns in unsere Schlafsäcke, nur ein nahes Donnern weckte uns in der Nacht, geregnet hatte es jedoch nicht.

- Ende des 1. Tages -

Es gibt natürlich noch ein Video des ersten Fahrtages, wer es anschauen möchte, gerne hier.



Viele Grüße,

Matthias
 
Auge69

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Klasse beschrieben😍👏👏👏,
das hat mich an den Einstieg in meine Tour zum Genfer See und später auf die Route des Grandes Alpes erinnert. Ich bin an genau diesem Wochenende, aber schon am Samstag aufgebrochen und hatte im Vorfeld schon mega Manschetten, weil bei uns Temperaturen von um die 40° vorhergesagt waren, was sich auch bewahrheitet hat...
Führst Du Deine Urlaubsbeschreibung hier fort🙏, oder war das nur das Apettithäppchen für die Videoreihe bei YT?

Viele Grüße aus dem Rheinland👋

Auge

...
So, habe jetzt schon ein paar Deiner Videos geschaut😍👍, dabei ist mir aufgefallen, dass Ihr öfters Campingplätze der "OnlyCamp-Kette" besucht habt. Hat das einen besonderen Grund? Mir war diese Kette bisher kein Begriff.
 
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fiftyeight

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Ich habe gerade Zeit zu schreiben, deswegen gibt es jetzt:

Tag 2:

Die Nacht verlief ruhig, es hatte zwar kräftig gedonnert, aber der Regen, obwohl vorhergesagt blieb aus. Das Gewitterszenario sollte uns noch ein paar Tage verfolgen, erst ab Mittwoch sollte es wieder ruhiger werden.
Wir standen schon um 05.45 Uhr auf, bauten schnell die Zelte ab, packten zusammen um dann anschließend auf einer Bank im Campingplatzgelände frühstücken zu können. Ich fuhr die paar hundert Meter in den Ort Beaufort, um den mir schon bekannten Bäcker aufzusuchen. Ich freute mich schon auf leckere Croissants und auf ein knuspriges Baguette. Leider machte sich schnell Ernüchterung breit, der Bäcker hatte montags geschlossen, und einen anderen fand ich nicht.
Für solche Fälle hatten wir abgepacktes Brot dabei, das war zwar nicht so lecker, reichte aber auch.

Um 07.20 fuhren wir los, durch den Ort Beaufort, zunächst zum Col du Pre, und dann hinunter zum Stausee.
Am frühen Morgen ist das Fahren besonders schön, es ist noch mild und nur wenige sind unterwegs. Wir genossen die tollen Ausblicke am Col du Pre.

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Unten glitzerte schon der Stausee, Lac de Roselend mit seiner mächtigen Staumauer.

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Wie schon im letzten Jahr fuhren wir drüber und betrachteten die Staumauer etwas näher, ein beeindruckendes Bauwerk. Könnte man sowas heute noch bauen? Ich weiß nicht, in Deutschland sicher nicht, wir bekommen ja nicht einmal einen Bahnhof hin. :wink:

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Anschließend fuhren wir hoch zum Gormet de Roselend und parkten unsere Kühe direkt vor dem Schild, es war so gut wie nichts los.

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Das nächste Ziel war dann Bourg St. Maurice. Bei der Abfahrt vom Gormet de Roselend bemerkten wir auch, dass es dort geregnet hatte, die Straße war nass und es lagen überall kleine Äste und viele Blätter. Offenbar hatte es dort in der Nacht heftiger geregnet.
Um 08.40 Uhr erreichten wir Bourg St. Maurice und machten uns auf den Weg zum Iseran.

Zur Erinnerung: Letztes Jahr hatten wir an einem Sonntag die gleiche Route. Wegen einer Radveranstaltung war der Iseran gesperrt und wir mussten in Val d`Isere wieder umdrehen. Das sollte uns 2026 nicht mehr passieren, darum legten wir die Anfahrt auf _Sonntag.
Es kam auch so, problemlos erreichten wir um halb zehn die Passhöhe des Iseran.
Dort war schon ein bisschen was los, eine Gruppe Motorradfahrer aus dem süddeutschen Raum und eine Gruppe aufgemotzter Porsche mit Stuttgarter und Ludwigsburger Kennzeichen, die den gleichen Weg fuhren.
Ein Motorradfahrer der Gruppe erzählte und, dass die Teilnehmer der Porsche Gruppe englisch sprachen. Ich vermute vermögende Engländer, die sich bei Porsche in Zuffenhausen die Fahrzeuge ausgeliehen haben, mit Sicherheit kein günstiges Unterfangen.
Auf jeden Fall ein echtes Ärgernis, dieses Rennfahrergehabe kotzt mich echt an, den Iseran zu fahren wie auf einer Rallye ... da fehlen mir die Worte, bzw. ich schreibe sie lieber nicht nieder.
Nicht immer sind die Motorradfahrer die Lärmverursacher.

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Beim Hinunterfahren Richtung Lanslebourg habe ich einen Porsche Drängler vorbeigelassen. Seine Kameraden sind schon früher die Rennstrecke hinab gefahren.

In Lanslebourg bekamen wir dann auch das, was wir in Beaufort nicht bekommen haben, ein leckeres frisches Baguette für die Mittagspause.
Danach fuhren wir weiter zum Mont Cenis, geplant war über den Montgenevre nach Briancon zu fahren, dann über den Izoard nach Guillestre und über den Var nach Barcelonnette. Dort sollte unser heutiges Tagesziel sein. Allerdings waren für heute nachmittag wieder Gewitter vorhergesagt.

Über die gut ausgebaute Passstraße erreichten wir schnell den Col du Mont Cenis. Leider habe ich dort keine Bilder geschossen, aber auf dem Video ist er drauf. Ein abenteuerliches Plätzchen für die Mittagspause haben wir in dem Hochtal, nach der italienischen/französischen Grenzstation gefunden. Direkt an einem alten Eisenbahntunnel konnten wir im Schatten vespern. Schatten war wichtig, die 30 Grad Grenze hatten wir schon überschritten.

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Der Tunnel war voller Müll. Das Eisenbahnprojekt, vor dem 1. Wektkrieg?, wurde nie verwirklicht, einige Reste sind noch heute zu sehen.

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Die weitere Fahrt verlief wie geplant über Susa, dort waren es schon 35 Grad, und weite Richtung Montgenevre.
Bei einer kleinen Trinkpause bewunderte ich den Chaberton. Schade, dass man dort nicht mehr hochfahren kann. Das war immer ein Traum von mir, der leider nie verwirklicht wurde. Dafür sind wir dencJafferau hoch, früher, aber das ist eine andere Geschichte.

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Zum Montgenevre hoch verläuft die Passstraße teilweise in Tunnels. In einem davon lief eine größere Gruppe von Flüchtlingen, Männer, Frauen und Kinder, ohne Gepäck, zum Teil mit Getränkeflaschen in der Hand. Wahrscheinlich von Schleusern abgesetzt versucten sie oben am Pass über die grüne Grenze nach Frankreich zu kommen. Bedauernswerte Gestalten! Das habe ich dort auch noch nie gesehen.

In Briancon türmten sich die Gewitterwolken, so dass wir zu einer Planänderung gezwungen waren. Der Izoard wurde gestrichen, wir fuhren über die Route Nationale nach Guillestre, um Zeit zu sparen.
Vorher deckten wir uns noch ausreichend mit Getränken ein.
Auf der Fahrt nach Guillestre erwischte uns ein Wolkenbruch und die Aussicht Richtung Barcelonnette sah gar nicht gut aus. Ich überlegte mir schon die Regensachen anzuziehen, aber bei über 30 Grad ist das keine so gute Idee. Wir beschlossen daher schon in Guillestre zu übernachten. Das war die richtige Entscheidung, es hörte wieder auf zu regnen und gegen 14 Uhr trafen wir auf dem kommunalen Campingplatz La Rochette ein und konnten im Trockenen unser Zelt aufbauen.

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Später fing es zwar wieder an zu tröpfeln und leicht zu regnen und wir verzogen uns zum Abendessen unter dem Vordach des naheliegenden Sanitärgebäudes, (im Hintergrund), wo wir es uns auf unseren Stühlen bequem machten.

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Gestärkt, zufrieden und gesättigt legten wir uns in unsere Schlafsäcke, die heutige Tagesetappe betrug 299 km.

So long, hier gibt es noch das Video dazu:


Viele Grüße, Matthias
 

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