Nur die DUH hält sich nicht dran und macht ein Geschäftsmodell daraus. Aber nur weil man klagen könnte, muss man es ja nicht tun.
Hmm, weiß nicht, dünnes Eis.
Meines Wissens besteht ein Großteil der Tätigkeit der DUH aus wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen. Da werden - so heißt es in den Medien immer wieder - arme Kfz-Händler kostenpflichtig abgemahnt, weil sie irgendwelche Vorschriften nicht beachtet haben. Und jeder so: Oooh, armer, armer Händler, böse, böse DUH!
Woas I ned.
Wenn für ein Auto ein Energieeffizienzausweis nötig ist und ein Händler präsentiert keinen, dann verschafft er sich darüber einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, weil es dem Kunden dann nicht so auffällt, dass die Karre, die er sich gerade kaufen will, ein dreckiger Säufer ist. Wenn der Händler auf dem Preisschild verschweigt, dass er noch 750 Euro Überführung haben will (wieso eigentlich, wenn ich beim Media Markt einen Kühlschrank kaufe, dann zahle ich ja auch nix für den Transport von Liebherr zur Filiale), dann ist das ein Wettbewerbsverstoß, wenn er mir die Kosten für eine Reparatur ohne MwSt. nennt, ebenfalls. Händler, die sich nicht an die Marktregeln halten können, haben im Markt nichts zu suchen. Und im Gegensatz zu Frankreich, wo eine Behörde über die Einhaltung von Wettbewerbsvorschriften wacht, läuft das in Deutschland eben über Abmahnungen von Wettbwerbern und von Wettbewerbshütern. Die DUH ist einer davon. Damit erzielen sie Einnahmen, und ob das ok ist, darüber kann man durchaus reden.
Ich sehe wirklich nicht, wie die DUH bislang aus der ganzen Dieselkiste ein Geschäftsmodell gemacht hat. Sie haben erst einmal - auf eigene Kosten - aufwändige Testfahrten durchgeführt, um auf das Problem hinzuweisen, dass alle Diesel die offiziellen Grenzwerte nicht einhalten. Dann haben sie Klagen vor Verwaltungsgerichten betrieben. Die haben sie gewonnen, also werden sie irgendwelche Anwaltskosten erstattet bekommen, nach BRAGO, nicht nach Aufwand. Irgendeine sonstige Vergütung, einen Schadensersatz etc. hat die DUH dafür nicht bekommen. Klagen als Geschäftemacherei sieht für mich etwas anders aus.
Natürlich hat die DUH damit sich und ihre Haltung bekannt gemacht, aber das ist aus Sicht der DUH legitim. Da ist sie ganz wie die vielen anderen Lobbygruppen wie Greenpeace, Foodwatch, der ADFC, der ADAC, der WWF oder auch die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (die weder neu noch sozial ist). Auch der Bund der Steuerzahler oder der Fahrgastverband Pro Bahn betreiben lustig Lobbying in eigener Sache. Irgendwie finanzieren die sich, aber haben die Einnahmen durch das, was sie durch die Medien treiben?