Thomas211
ganz dicht bist du definitiv nichtNur soviel, wenn du dich ein bißchen besser in der Geschichte auskennen würdest, dann hättest du vielleicht ein wenig mehr Verständnis dafür, das diese jährlichen Gedenktage stattfinden. Damals haben z.B. die Esten, die in den SS Formationen waren, diese Mitgliedschaft gar nicht ändern können. Wer damals seine Freiheit, sprich ein freies Estland verteidigen wollte, der kam zur SS, als Gezogener, Freiwilliger oder Wehrpflichtiger. Es gab hier keine Wahlfreiheit, SS oder Wehrmacht.
Und das man das dann als Waffenbrüderschaft verstand, das ist ja wohl verständlich. In diesem Zeitraum ging es zeitlich und räumlich nur noch um das Aufhalten der roten Armee vor dem estnischen Territorium. Ähnlich stellt sich die Situation in Lettland dar.
Die damals dann via Tallinn ausgeschifften Soldaten haben Waffen und andere Ausrüstung für die estnischen Verbände zurückgelassen, dies unter eigenem Risiko. Wer soll oder will da Dankbarkeit verurteilen?
Diese Gedenktage sind doch im Grunde in heutiger Zeit nur noch als russisches Narrativ - da gibt es Nazis - relevant. Im Baltikum ist das eine verschwindende Minderheit, die dies begeht oder mitmacht.
Vor der Aufstellung der regulären SS-Divisionen waren viele Letten in den berüchtigten Schutzmannschaften organisiert. Diese Einheiten (z.B. das Bataillon Arajs) wirkten maßgeblich an der Ermordung Zehntausender Juden und Roma in Lettland mit – unter anderem bei den Massakern von Rumbula und im Ghetto Riga. Ein zentraler Verantwortlicher für diese Verbrechen war der Höhere SS- und Polizeiführer Friedrich Jeckeln. [1, 2, 3, 4, 5]
- Einheit: 20. Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr. 1)
- Verbrechen: Estnische Einheiten und Hilfspolizeien (Omakaitse) bewachten unter anderem das Konzentrationslager Vaivara. Angehörige der Division waren an Erschießungen jüdischer Zivilisten und Partisanen beteiligt. [1, 2]

