Psycho-Trip nach Briancon oder meine 2025er Moped-Tour

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Jungfux

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Als ich meinen Schlafplatz aufsuche fällt mir auf, dass hier in der Gegend vor Kurzem ein fettes Unwetter runter gegangen sein muss. Im kleinen Tal hängt noch die Feuchtigkeit und der Boden ist naß.
Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe und den ruhigen Teil des Abends einleite, entdecke ich ein paar Stücke Birkenrinde. Damit mache mir noch ein kleines Feuer an.
Nicht, weil es kalt ist, sondern weil ich weiß, dass Birkenrinde auch gut brennt, wenn sie naß ist.


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22:41 h.


Ich schaue in den Sternenhimmel, rieche den Rauch des Feuers und lausche den Flammen.
Fühle mich wie der Wolf auf dem Bild, an der Hauswand neben dem Dönerladen in Moutiers.

Uuuuuuuhhhhhhhhhh, ich bin wieder hier.

Die Freude ist groß und auch ne Menge Dankbarkeit ist dabei, dass ich meinen Weg so gehen kann.

Gute Nacht.


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14:17 h war ich schon im Moutiers und habe das Foto bei gutem Licht gemacht, danach ging es weiter auf die Nr. 8



Noch ein paar Fotos vom Tag.


18:17 h. Am Schlafplatz in Moutiers um mich im Bach frisch zu machen. Mein Krokodeel ist super versteckt.
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Ich mag Herzchen-Steine
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18:15 h. Man kann solche Schönheiten natürlich auch einfach übersehen oder ignorieren. Mich erfreuen sie jedoch ungemein.

Und das ist die besagte Karte

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Ich hätte bei diesem Sturzpech und den Defekten schon entnervt aufgegeben.
Aufgeben?
Ja ok, aber wie soll das ablaufen?
Kann mich ja nicht weg beamen?
Dann steht da immer noch meine beladene Fuhre rum, die ich im Leben nicht einsam zurück lassen möchte.

Also gibt es nur: Augen zu und durch.

Sonne im Herzen. Die Reise geht weiter.
 
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Letzter Beitrag noch mal überarbeitet. Ging gestern Abend nicht mehr wegen Serverstörung.
 
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Durch Arbeit, ausgefüllte Freizeit und andere Themen bin ich echt länger nicht zum Formulieren gekommen. Auch, dass ich nur wenige Fotos pro Tag habe, erschwert die Schreiberei und es gehen viele Details unter. Aber hier geht heute die Reise weiter.

Zweiter Aufbruch – Tag 3

Heute komme ich ans Limit.

Guten Morgen, sage ich zu dem Tag und freue mich über meinen genialen Platz.
Mache wieder ganz gemütlich die Morgenroutine, bestehend aus Frühstück machen, relaxen, Karte checken, Gedanken treiben lassen, den Wolken zu schauen…
Irgendwann höre ich aber Geräusche hinter dem Erdwall, die mich neugierig machen.
Ich wollte außerdem mein Morgenbad nehmen.
Oh, Shit, da sind einige geparkte Autos und einige Damen mit ihren Hunden, genau an der Stelle, wo mein Weg die Schräge runter zum Bach führt.
Das ist blöde und ich überlege hin und her. Nee, lieber warten, denn ich will denen ja nicht zeigen, dass dort hinter dem Wall ein Mann mit Motorrad im Schlafsack genächtigt hat.
Wer weiß schon, was diese Info in der Stadt für Kreise ziehen würde. Also abwarten.
Mir fällt gerade auf, dass ich hier kein Zelt aufgebaut habe. Der Wetterbericht zeigt, dass es nachts trocken und warm bleibt.
So schlafe ich unter dem Sternenzelt nur im Sack auf der Isomatte.


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9:45 h und ich sitze fest.


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9:53 h ... oh, egal, dann spiele ich halt Verstecken. Die werden ja nicht den ganzen Tag dort bleiben.



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Der "kleine Indianer" mit dem türkisem Shirt ist voll mit sich beschäftigt und entdeckt mich nicht, obwohl er noch auf die Schräge geklettert ist. Im Urwald wäre er ein leichtes Fressen für hungrige Tiere.


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In diese Richtung geht meine spätere Erkundung. Nur dass die Straße dazu viel weiter oben lang geht.
Hier sitze ich im Moment fest.

Aber die Lage wird nicht besser, denn es kommen mehr Autos, mehr Frauen und mehr Hunde. Jetzt versteht ich die Sache, es ist ein Hundeschule-Kurs. Ja super, ich bin gefangen.
Möchte mich denen nicht zeigen, also sitze ich fest. Das Spektakel dauert fast zwei Stunden.
Oh, ist nicht schlimm, kann mich drauf einstellen. Kletter ein wenig höher in den Wald, beobachte sie, wie ein Indianer aus seinem Versteck. Naja, irgendwann ist der Kurs vorbei. Endlich kann ich baden. Mein Zeug habe ich schon gepackt und der Plan für heute ist auch schon gereift.
Die Gegend bzw. das Tal hier scheint ein riesiges von einer Felsenkette umgebenes Gebiet zu sein. Ich möchte es erkunden und so weit wie möglich in das Gebiet vordringen.
Der letzte Ort auf meiner Karte heißt Val-Thorens. Ja, das ist lustig, denn jetzt erinnere ich mich, das war die Strecke, auf der ich vor ca. 10 Tagen nachts meinen Schlafplatz suchen wollte.
Ich folge der schmalen, steilen, kurvigen Asphaltstraße, ohne Seitenstreifen oder irgendwelche Möglichkeiten zum campieren. Hier hätte ich aber lange und vergeblich gesucht.
Habe somit beim ersten Mal hier also riesig Glück gehabt, dass ich nachts im Laternenschein das Glitzern vom Wasser gesehen habe und die Schotterstraße am Parkhaus vorbei zum Superversteck.
Hier oben ist die Landschaft und Aussicht echt sehr schön und noch dazu ist wenig Verkehr.


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13:20 h Das ist die Bergkette auf der gegenüberliegenden Seite.


Als sich der Hunger meldet und ich Appetit bekomme, sehe ich gerade in einem Ort in einer Kehre ein kleines Ladengeschäft. Ich stelle das Krokodeel davor ab. Innen werden lecker Sachen dargeboten, dass es eine wahre Freude ist. Diverse Aufläufe und gefüllte Paprikas erfreuen meine Augen. Ich decke mich reichlich ein und muss auch heftig in die Tasche greifen. Preise wie in der Gastronomie, wo warm serviert wird.
Egal, ist Urlaub. Als ich mit meinem Einkauf raus ins Freie trete, folgen mir die Inhaber des Geschäfts und schließen die Tür ab und drehen das Schild auf „geschlossen“.
Wieder so ein Glück. Wäre ich nur 5 Minuten später dort angekommen, nix wäre es gewesen mit dem Einkauf und ich wäre wohl verhungert.
Der Einkauf wird gleich vor dem Laden verspeist.
Ach wie schön, alles läuft wieder wie geschmiert.


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Durch diese "hohle Gasse" bin ich gekommen, es führt kein anderer Wegvon Moutiers nach Val-Thorens. Irgendwo in diesem Ort habe ich die Futterquelle gefunden, wenn ich mich recht erinnere.


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Nicht besonders schön, aber nun bin ich halt mal hier. Macht auch keinen Sinn, den Turm wegen ner besseren Aussicht zu besteigen. Ich habe vor hier die höchsten Berge mit dem Krokodeel zu erklimmen.


Mit vollem Magen fahre ich weiter der begrenzenden Bergkette entgegen.
Bin gespannt, wie weit ich vordringen kann und was mich stoppen wird.
Am Ende der Straße, als es auf Asphalt garantiert nicht mehr höher geht, finde ich hinter einem Hotel eine Schotterstrecke die sich den Berg hoch schlängelt.
Besser geht es doch nicht. Endlich wieder Schotter, wurde auch Zeit. Die Landschaft und das Wetter ist genial und was ich dort oben entdecke ist echt der Knaller.
Es ist ein Skigebiet, dass mit dem Motorrad befahren werden kann. Ich heize über die Schotterwege von einem Skilift zum nächsten. Kein Mensch ist hier oben. Ich genieße die Fernsicht und die Stille und fühle mich wie im siebten Himmel.
Auf dem gegenüberliegenden Berghang entdecke ich so viele Schotterstrecken, dass ich locker noch ein paar Tage nur hier in der Gegend Erkundungen machen könnte, ohne jemals die gleiche Strecke zwei Mal zu benutzen.


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14:38 h. Nix hält mich aurf und ich fahre on the rocks on the top.
Später fahre ich hinter diesen Berg in das Tal dort. Habe es garnicht so genau gecheckt, dass da noch ein Tal ist, denn die Berge am Horizont sind ja viel weiter entfernt.


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Das ist der Blick ins Nachbartal. Hätte voll Lust auf der Seite runter zu fahren und diese Gegend ebenfalls zu erkunden. Das kommt dann beim nächsten Mal. Fest steht: Ich komme wieder in diesee Enduroparadies.


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Dann fahre ich auf die nächste Bergspitze über Skipisten. Hier oben ist es zum Teil echt anspruchsvoll mit der schweren Fuhre - aber wir schlagen uns tapfer und mutig.


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15:45 h. Wie immer auf Fotos kommt die Schräge nicht recht rüber. Geil geil geil + spannend.
Zeitweise denke ich: Das ist doch kein Urlaub, sondern echt Streß. Naja, ich will es ja so.


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Und immer dieser Staub...

Somit entsteht der Plan für morgen die Strecke Nr. 10 unter die Räder zu nehmen. Für heute beschließe ich runter ins Tal zu fahren, wo der kleine Bach ist, der nach Moutiers fließt und an dessen Ufer die Strecke zurück Richtung Moutiers zu fahren.
Dann kommt mir der Gedanke heute noch zumindest den Einstieg in die Route Nr. 10 zu finden und mal ein ganz klein wenig rein zu schmecken.

Die Strecke am Bach entlang ist so schön und geschmeidig. Eine idyllische Schotterstrecke mit leichtem Auf und Ab, wie in den Prospekten für Fahrradurlaube in den Alpen. Ja und plötzlich bin ich in dem Ort am dem Abzweig ins nächste Tal. Für mich ist es Abenteuer pur, denn schon bin ich auf dem Weg der schwarzen 10.


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19:25 h. Scheint ein ehemaliges Backhaus zu sein - oder vielleicht noch in Verwendung.


Der Schotterweg schlängelt sich in ein Tal, das ich von meinem vorherigen Aussichtspunkten auf den Skipisten nicht einsehen konnte. Der Weg ist genial. Ich bin wie im Indianer-Land, alleine in einem einsamen Tal. Da darf natürlich nix schief gehen, sonst fressen Dich die Raben. So und nun schlängelt sich der Weg den Berg hoch. Es kommen Kurven und Kehren. Es wird immer steiler. Es ist ja auch schon spät am Tag und ich merke, dass mir die bisher gefahrenen Kilometer schon in den Knochen sitzen. Dann kommt ein längeres Stück steil hoch, an dem Klar ist, dass es nur mit viel Gas und Konzentration zu schaffen ist. In der folgenden Kehre ist ein ebener Platz, danach geht es wieder steil weiter. Genau hier treffe ich die Entscheidung, für heute Schluss und Ende. Gesundheit und Sicherheit geht vor. So stelle ich das Krokodeel ab und genieße die Natur. Freue mich über die Tour, die Einsamkeit, bzw. besser gesagt das All-eins-Sein, bin berauscht von den Eindrücken und Erlebnissen des Tages.


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18:33 h. Hier ist für heute Ende Gelände. Keine Kraft mehr und der Weg geht richtig steil weiter.
Somit habe ich das Foto vom Backhaus auf der Rückfahrt gemacht.


Als ich mich wieder erholt habe, wende ich die Fuhre und fahre die Strecke wieder zurück, weiter nach Moutiers. Mittlerweile fühle ich mich hier schon fast wie daheim. Erst ein Bad im Fluß, dann in die Stadt zum Dönermann. Später noch ein Eis zum Nachtisch. Als es schon dunkel ist, hole ich mein Handpan und spiele leise einen Song in die Nacht. Den Menschen, die zufällig vorbei kommen gefällt die Melodie, sie setzen sich dazu und freuen sich mit mir, über den schönen Ausklang dieses Tages.

Wie immer fahre ich später auf meinen Platz, baue mein Zelt auf und schaue noch eine Zeit lang in den Himmel zu den Sternen und sehe sogar Sternschnuppen. Das gibt es doch in keinem Hotel.

Gute Nacht.

Und der Blick auf dem Foto um 14:38 geht in Richtung Westen


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Irgendwo da in dieser Gegend. Morgen geht es auf die 10.
Warum die Zahl schwarz ist, werde ich morgen er-fahren.
 
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Zweiter Aufbruch – Tag 4

Heute gibt es kein zurück oder Never come back

Moin Junx und natürlich *innen,

schlafen unterm Sternenzelt, das ist genau mein Ding.
Oh Mann geht es mir gut. Heute bin ich ungestört an meinem Platz und springe gleich in der Früh ins Badezimmer.

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8:46 h, die Sonne schleicht sich langsam an. Es wird wieder ein schöner Tag.


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Scheee, wenn´s dicht ist. Grüße gehen raus nach Bonn.


Irgendwie hält mich heute nix mehr, ich will wieder hoch auf die Gipfel.
Es ist so ca. 9:20 h als ich mich auf den Bock setze und meine heutige Tour beginne.


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Das ist die kleine Nebenstraße in das Tal von Val-Thorens.



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Irgendwo dahinten liegt mein heutiger Spielplatz.


Da fällt mir ein, ich wollte mein Zelt, dass ich ja schon ein paar Tage nicht benutzt habe, eigentlich hier im Versteck bunkern. Zum Einen bin ich für jeden Ballast, den ich los bin dankbar, zum Anderen habe ich gedacht, dass ich heute Abend wieder hier schlafen werde. Zum Glück hat mich eine innere Stimme davon abgehalten, denn es kommt alles anders als gedacht.


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10:16 h. Da treffen sich die beiden Straßen im Tal zwischen Planvillard und St-Martin-de-Belleville.
Denke mal, dass Tal, ganz am rechten oberen Bildrand ist der Einstieg zur Tour Nr. 10.


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Mein heutiges Revier.


Habe gestern mal gecheckt, dass ich bei dem Foto auf dem Skilift möglicherweise auf 3400 m war.
Echt genial, was mit so ner alten Kuh alles geht. Meine gestrige Tour hat sich in der Nähe von Val-Thorens vielleicht um den Aiguille de Peclet 3562 m abgespielt.
Weil es gestern so gigantisch schön war dort oben, aber das Licht für die Fotos nicht optimal war (weil Nachmittags Gegenlicht), bin ich erst nochmal die Berge von gestern hochgeballert, um mal gut belichtete Fotos zu machen. Was eine Landschaft.


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11:04 h


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Es lohnt sich, die Bilder anzuklicken, finde ich zumindest.


Der Plan für heute ist aber die Route Nr. 10 abzuhaken.
Dazu muss ich ja das Tal wieder ein Stück zurück nach Moutiers fahren. Bevor ich das aber mache, versuche ich auf den gegenüberliegenden Berg noch mein Schotterglück.
Da waren aber sehr viele Wanderer, was mir den Genuß vergeigt hat.


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12:28 h. Die Beiden haben sich gleich ineinander verliebt.
Auf der rechten Bildseite den Hang (Alm), war ich vorher oben.

Fühlte mich irgendwie deplaziert unter dem Volk. Also Abbruch und den schönen Weg am Bach entlang zum Einstieg in die Nr. 10, den ich gestern schon ausgekundschaftet habe.
Supergut, es läuft und ich bin sehr glücklich, heute gestärkt und frohen Mutes dieses Abenteuer anzugehen.


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13:20 h. Das ist die Landschaft am Einstieg in das Tal zur Tour Nr. 10


Die Landschaft in diesem Tal ist echt so schön, weil es dort fast keine Häuser gibt. Es ist ein fast unbewohntes Tal. Nur Berge, Wiesen, oben Felsen und der blaue Himmel.


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13:38 h

Dann komme ich an die Stelle, an der ich gestern fertig war.
Oh, ja, nicht schlecht. Das ist auch schon echt anspruchsvoll bis hier hin.


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13:51 h



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13:52 h

Mache erst mal eine kurze Rast und genieße den gleichen Platz bei anderer Beleuchtung.
Weiter geht es, hoch den Schotter. Es kommen Hochweiden mit Schafen.

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14:00 h. Irgendwo da hinten ist das Ende der Welt und Schluss mit der Route. Was für eine Landschaft.

Wollte schon Fotos machen, denke aber, dass ich sie auf dem Rückweg auch noch schießen kann. Doch hier werde ich nie mehr kommen, obwohl die Nr. 10 auf der Karte und in der Beschreibung eine Sackgasse ist.
Die Strecke ist teilweise echt kraß. Die eingefahrenen Spurrillen sind schon extrem und es erfordert hohe Konzentration und Fahrgeschick, damit ich nicht absetzen muss. Das würde in so einer steilen Stelle unweigerlich zum Sturz führen. Also immer beherzt am Kabel ziehen.
In ca. 35 m Entfernung sehe ich schon eine Stelle, an der eine tiefe Furche quer über die ganze Schotterspur verläuft. Als ich die Stelle direkt vor mir habe, erkenne ich eine fast badewannenförmige Rille über die ganze Breite des Weges (nur etwar halb so tief wie ne Badewanne, aber so ne Form, dass das Vorderrad min. halb eintaucht). Erst lasse ich langsam mein Vorderrad in die Rille eintauchen, drehe ein Wenig am Gas, damit das Vorderrad die folgende Schräge hoch kommt und das Hinterrad in die Rille eintaucht und dann beherzt ans Gas, um die gesamte Fuhre die folgende Schräge erklimmen kann und nicht absäuft. Krasses Stück - echt nicht nett.
Bin schweißnaß und fühle mich gerade etwas zu alt für solche Spielchen.
Danach bleibt es noch eine ganze Zeit lang tricky, aber bei Weitem nicht mehr so heftig. Endlich bin ich oben am Ende der Strecke angelangt, stelle mein Krokodeel in die Sonne, hole was zu Futtern aus den Koffern und genieße die gigantische Aussicht und Ruhe.
Nachdem ich mich etwas akklimatisiert habe, bemerke ich den Felsenblock, der neben dem Parkplatz ca. 400 m Fußweg entfernt ist. Oh, ich bin so faul. Aber wann werde ich wieder hier sein? Packe meine Futtertüte und mein Instrument und latsche auf den Brocken der mitten in dieser Hochebene zwischen den Bergen liegt.
Dort futter ich noch was, spiele Klänge, singe, genieße den Moment, denke an die weitere Reise und auch an die Rückfahrt auf der Route Nr. 10.


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15:01 h. Die Straße auf der linken Seite bin ich her gekommen. Der Parkplatz ist ganz rechts.

Da kommt mir plötzlich die Schlüsselstelle mit der Badewannen-Furche wieder in den Sinn.
Wenn ich also von oben komme, wird mein Vorderrad nach der steilen Stelle unten in die „Badewanne“ eintauchen, dann muss ich es entlasten und mit nem Gasstoß….???
Um so länger ich drüber nachdenke, wie das ablaufen wird, um so öfter sehe ich mich dort aber sows von gewaltig verunfallen, dass mir Angst und Bange wird.
Was tun – den Weg zurück? Niemals, soviel ist klar.
Da sitze ich nun im „Paradies“ habe aber keinen Rückweg auf dem Zettel.
Nee, echt, das ist kein Spass. Mittlerweile bin ich wieder zurück zum Motorrad spaziert und überlege hin und her.
Gerade aus haben die Franzosen ein unmißverständliches Schild aufgestellt.
Normalerweise sind die mit solchen Schildern eher sparsam. So nehme ich es erst mal ernst.


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Soll ich mich den Abhang runter stürzen oder in der Badewanne ersaufen?


Soll ich echt die 10 zurück fahren??? Nein, es gibt kein zurück.

Plötzlich taucht ein Quad auf. Der Fahrer hat seine Lady hinten drauf. Er fährt schnurstracks in den verbotenen Weg und ohne zu zögern fährt er an dem Schild vorbei. Der Typ sah nicht so aus, als wollte er sich umbringen, zumal noch mit der Dame auf dem Rücksitz, wäre ungewöhnlich. Ich schaue den beiden noch ein Stückchen hinterher und entscheide mich, es ihnen gleich zu tun.

Boa, voll spannend, der Weg ist wirklich schmal und ein Jeep kommt hier nicht lang.

Die Quadler stehen an der nächsten Kehre und schauen in das Tal, das vor uns liegt. Als ich bei Ihnen ankomme, frage ich sie, ob man auf dieser Seite runter kommt. Jaja, kein Problem, vorsichtig und langsam, aber es geht.
Ok, verspüre ein wenig Erleichterung, aber das Unterfangen ist total krass. Vor mir liegt eine riesige Fläche unbewohntes Indianer-Land. Auf meiner Karte und bei Maps ist hier keine Straße oder Weg eingezeichnet. Unten im Tal ca. 6 – 7 km voraus sieht man den Ort St. Michel-de-Mauriene. Aber erst liegt ein ca. 25 Km² großes Areal vor mir, in dem keine Wege eingezeichnet sind. Was will ich machen? Die Angst vor der „Badewanne“ treibt mich voran. Lange Rede kurz gemacht, es ging recht gut, echt nicht so kraß, wie ich befürchtet habe. Nur eine Stelle war durch einen Felsen, der auf der Spur lag, verengt und wäre das absolute AUS für ein Auto gewesen. Das Krokodeel ist tapfer dran vorbei gestapft. Ich komme immer weiter runter, die Berge und das Hochplateau liegen hinter mir.
Da kommt der Ort Beaune, in dem Menschenmassen unterwegs sind. Hier ist ein Volksfest in einem kleinem Nest, ca. 1000 Menschen auf der Straße unterwegs. Was will ich machen, da muss ich durch, wenn ich ganz runter will. Es sind so viele Menschen auf der Straße, dass ich den Motor ausmache und mich mit der Masse treiben lasse. Ich bin umzingelt von einer Menschentraube. Gendarmerie ist auch unterwegs. Ich rolle weiter über eine Brücke. Am Ufer spielt eine Kapelle und links und rechts Freßbuden. Ach Gott, hier ist voll was los. Langsam rolle ich weiter vor.
Ah, da sehe ich auch schon die Straßensperre am Ortsausgang. Aber dass jemand von hinten in den Ort einfahren könnte, hat niemand gedacht. Krasser Scheiß, sagt man im Norden. Immer tiefer ins Tal geht die Straße und plötzlich kommt mir etwas bekannt vor. Wie kann das sein? Ich meine ist klar, die Welt ist eine Kugel, aber war ich hier schon mal?
Ahjo, die Erinnerungen werden deutlicher, hier war ich schon einige male und ich habe auch einen schönen Schlafplatz, gar nicht weit von hier. Super, bin aber gewaltig froh, dass ich das alles überstanden habe.
Überleg mal, ich bin Moutiers direkt runter in den Süden nach St. Michel-de-M. gefahren.
Echt nicht wahr.
Unten fahre ich erst mal zum Fluß und suche mir ne Stelle, wo ich ins Wasser kann. Ich bin total verschwitzt. Als ich wieder frisch bin, erkunde ich noch ein wenig die Gegend, die bis jetzt für mich nur Heimfahrts-Territorium war.
Ah, da schau her, hier gibt es ja auch Ruinen und spannendes Zeug zu entdecken.


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18:05 h

Nun denn, voller Übermut gleich die nächste Schotterstrecke hoch gefahren. Aber der Tag steckt mir schon in den Knochen und wenn man nicht wirklich hinter der Sache steht, die man macht, sollte man es lassen, sonst geht es schief.


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Nix passiert, aber für heute ein deutliches Zeichen, dass es genug ist.


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Von dort oben (zwischen den beiden Strommasten, mitte im Bild und rechts oben) bin ich runter gekommen. Echt nicht normal. Wenn´s gut geht, kann man lachen.

Später finde ich ohne Probleme ne Pizzeria, in der ich mir ne Pizza de mare servieren lasse.
Mir fällt zwar auf, dass da einige Muscheln mit kaputter Schale auf der Pizza liegen. Leider bin ich zu erschöpft um daraus ne logische Konsequenz zu ziehen.
Ich hätte sie zurück gehen lassen sollen. Aber der Hunger, die Müdigkeit und die sprachliche Barriere stoppen mich.
Ich futter das ganze Teil auf.
Daß das ein gigantischer Fehler war, werde ich aber erst morgen erfahren.
Später fahre ich auf meinen bekannten Schlafplatz
und nächtige wieder ohne Zelt unter freiem Himmel.

Was ein Leben – ein Traum – noch.

Es weht ein laues Lüftchen,
die Geräusche des Waldes,
Sternschnuppen,
Müdigkeit.

Gute Nacht.
 
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