Lenkimpuls vor einer Kurve setzen

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Quallentier

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Hab mir noch nie einen Kopf über sowas gemacht, ich fahre einfach.
Wenn ich in bestimmten Situationen erst anfangen müßte nachzudenken was ich warum mache und welche Konsequenzen das hat oder auch nicht wäre ich vermutlich nicht mehr in der Lage hier was zu schreiben...
 
Gerlinde

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Wahrscheinlich ist das ein genauso heißes Thema wie Warnwesten, aber ichempfehle mal die Lektüre von "Die obere Hälfte desMotorrades"...
Das was da zB beim Lenkimpuls passiert muß niemand (nur ganz wenige wissen). Es wird sowieso intuitiv gemacht.

Ich halte erstmal gar nichts von solcher "Fachliteratur", zumindest darf sich die Basis nicht auf sowas stützen. Im Endeffekt entstehen leider bei der Lektüre dieser (und auch anderer) Ergüße, nicht selten theoretisierende und auch rechthaberisch agierende Pseudofachleute. Man kriegt ein Hassmützchen, wenn man in einer Gruppe vor sich einen Spezialspezialisten hat, der rennstreckengeeignete Linien im Schritttempo fährt. Wenn man dann was sagt,bekommt gerade immer wieder das Spiegler Buch als Grund genannt.




Vielleicht bin ich ja der Einzige der diese Erfahrung gesammelt hat und ich sage lieber:
Wenn jemand lernen will schnell und sicher unterwegs zu sein, dann muß er nicht Spoiler, vermeintliches Superfahrwerk oder Schickimicki kaufen, sondern Benzin, Reifen und Bremsbeläge.
Von Vorteil ist es wenn er von guten, schnellen Jungs ab und zu mal mitgenommen wird und sich anschaut, wie die das machen und auch um inDemut festzustellen, daß man im chicsten Outfit, mit dem besten für Geld erhältlichen Fahrwerk, dann von Leuten auf irgendeinem Schweineeimer gezeigt bekommt, daß es andererseits Leute gibt, die einfach besser und schnellersind ohne deshalb Raser zu sein.

 
Intermezzo

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Hab mir noch nie einen Kopf über sowas gemacht, ich fahre einfach.
Wenn ich in bestimmten Situationen erst anfangen müßte nachzudenken was ich warum mache und welche Konsequenzen das hat oder auch nicht wäre ich vermutlich nicht mehr in der Lage hier was zu schreiben...
Du hast Dir mit Sicherheit irgendwann mal auch darüber Gedanken gemacht bzw. wenn es mal nicht wie gewünscht geklappt auch überlegt woran es gelegen hat. Mag sein, daß Du deswegen kein Faß aufgemacht hast. Aber gelernt hast Du auch. Dazu gehört eben auch drüber nachzudenken.

Natürlich denkt man irgewann nicht mehr darüber nach was man wie tut. Dann wenn das Handeln in Fleisch und Blut übergegangen ist. Das sind dann die Automatismen, die richtigen wie ich hoffe.

Grüé Thomas
 
Lewellyn

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Man kann, wenn der Kurvenverlauf sehr sanft ist, auch allein mit Gewichtsverlagerung Kurven fahren.
Ich mach das gerne mal, Pass runter, keine nennenswerte Kurve in Sicht, freihändig zu versuchen, dem Strassenverlauf zu folgen.
Geht am besten mit ruckartigen Bewegungen. Aber eben nur bei sehr großen Radien.

Disclaimer: Don‘t try this at home!
 
Ralsch

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Ok, Renne ist was anderes.
Nee - selbe Füsik.
Zum entspannten cruisen (ohne Leitplanken, Häuser und Bäume die einem entgegenkommen :D) reicht der Lenkimpuls den man mit 4 Jahren auf dem Fahrrad "erfahren" hat.
Wenn es aber mal knackiger sein muss (Kurve verschätzt oder eben Ausweichen vor einem beweglichen Hindernis) muss ein richtiger Lenkimpuls her der die Fuhre umlegt so dass man rum kommt.
Hat man das nicht trainiert geht's mit Sicherheit schief, und der larifari-Lenkimpuls den man so i.d.R. auf der Straße sieht reicht bei weitem in solchen Situationen nicht.
Für eine saubere Kurvenführung mit Hinterschneiden geht es sowieso kaum ohne.
Bis dann,

Ralf
 
Intermezzo

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Man kann, wenn der Kurvenverlauf sehr sanft ist, auch allein mit Gewichtsverlagerung Kurven fahren.
Ich mach das gerne mal, Pass runter, keine nennenswerte Kurve in Sicht, freihändig zu versuchen, dem Strassenverlauf zu folgen.
Geht am besten mit ruckartigen Bewegungen. Aber eben nur bei sehr großen Radien.

Disclaimer: Don‘t try this at home!
Ich nehme an, daß sich das auf meine Aussage mit "Gewichtsverlagerung" bezieht:
Letztlich sind es dann doch wieder die stabilisierenden Kreiselkräfte und der erforderliche Lenkimpuls, besser gesagt die Querkraft auf das Rad, die dann durch rumturnen -Du sprichst selbst von ruckartigen Bewegungen- indirekt über Rahmen und Steuerkopf und sonstige verbundene Teile ausgebübt werden und zum (leichten) Abkippen führt. Hat die Maschine dann ihre Richtung in Schräglage, kann man die Maschine auch durch Gewicht halten. Ohne Störungen des bestehenden Drehimpulses gibt es keine Richtungsänderung. Das wussten sogar schon die alten Seefahrer, deswegen ja der Kreiselkompaß.

Deine Test habe ich natürlich auch schon gemacht, wen wundert es. Auch schon mit ca. 10 Jahren, auf dem Fahrrad. Das gehörte einfach damals dazu, um, wie man heute sagen würde, cool zu sein. Inklusive Wheelies, um das Thema auch noch zu erwähnen. Aufgrund des deutlich geringeren Drehimpulses der Räder ging das Freihändigfahren mit Richtungswechseln beim Fahrrad allerdings deutlich leichter als beim Motorrad. Dafür war dann eben mehr Balance gefordert.

Hier noch ein Link zu einem Zweirad, das zwei Gyroskope zur Stabilisierung gegen Kippen nutzt. Hab es die Woche in irgendeinem Sender gesehen.

https://www.scifi-meets-reality.de/2014/11/lit_motors_c1_ist_eine_revolution/

Da ist nichts mit Gewichtsverlagern. Das Ding bleibt stur in der senkrechten. Selbst wenn man es seitlich wegzieht. Funktioniert nach dem gleichen Prinzip mit dem wir Kurven einleiten.

Jetzt ist natürlich die Frage gerechtfertigt wie die dann Kurven fahren`? Ich denke, daß das über Lenksensoren über einen Rechner gesteuert wird, der dann beispielsweise die Drehzahl der Gyrocope ändert. Wer's weiß, kann's ja mal zum Besten geben.

Ergänzung: geschieht wohl über die Lage der Massescheiben.

Gruß Thomas
 
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Fossi67

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Das was da zB beim Lenkimpuls passiert muß niemand (nur ganz wenige wissen). Es wird sowieso intuitiv gemacht.

Ich halte erstmal gar nichts von solcher "Fachliteratur", zumindest darf sich die Basis nicht auf sowas stützen.
Sorry, sehe ich nicht so.
Wenn man mal verstanden hat, was man eigentlich unterbewußt tut, und lernt, es bewußt einzusetzen, bis es auch im "Automatikprogramm" sitzt, verbessert man seine Überlebenschancen, und die der Anderen. Das gilt für Lenkimpuls, Gefahrenbremsung, Blickführung,....
Klar macht das jeder irgendwie intuitiv, aber meist nicht im Rahmen des physikalisch problemlos Möglichen.

Im Endeffekt entstehen leider bei der Lektüre dieser (und auch anderer) Ergüße, nicht selten theoretisierende und auch rechthaberisch agierende Pseudofachleute.
Bin ich voll bei dir, gibt's leider bei jedem Hobby und Fachgebiet.

Ich finde, jeder sollte für sich die physikalischen Möglichkeiten seines Moppeds bewusst "erfahren", ohne andere anschließend belehren zu wollen, was sie angeblich alles falsch machen.
 
Intermezzo

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Nichtsdestotrotz schadet es nichts wenn man sich auch mit der Theorie des Fahrens vertraut macht und nicht nur schaut was die Kumpels machen. Ein Pilot lernt ja auch nicht nur nach dem Prinzip "Learning by Doing".

Man muß dann halt das was man "theoretisch drauf hat" anschließend auch versuchen praktisch umzusetzen. Die Blickführung, das in der Kurve spät einlenken (lange au0en bleiben) sind beispielweise so Dinge die Spiegler propagiert und die in der Praxis das Kurvenfahren deutlich verbessern. Das von mir praktizierte Prinzip in Bergaufkehren die Geschwindigkeit bei leicht angehobenem Gas mit der HR-Bremse zu kontrollorieren eine andere Praxis, die ich anläßlich einer gemeinsamen Tour von einem der Hechlinger Instruktoren erfahren habe und die bestens funktioniert zügig und ohne störende Lastwechsel kontrolliert um's Eck zu kommen.

Grüße Thomas
 
Serpel

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Dienstags bin ich bereits wieder im Hochtal - die Arbeit wartet und lässt mich bis Juli nicht mehr los.

Gruß
Serpel, der eigentlich den Mopedfahrer meinte :rolleyes:
 
Gerlinde

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Sorry, sehe ich nicht so.
Wenn man mal verstanden hat, was man eigentlich unterbewußt tut, und lernt, es bewußt einzusetzen, bis es auch im "Automatikprogramm" sitzt, verbessert man seine Überlebenschancen, und die der Anderen. Das gilt für Lenkimpuls, Gefahrenbremsung, Blickführung,....
Klar macht das jeder irgendwie intuitiv, aber meist nicht im Rahmen des physikalisch problemlos Möglichen.
Ich versuche es mal anders zu erklären, warum man, um damit umzugehen, überhaut nichts von einem Lenkimpuls wissen muß.
Die Bedeutung eines Lenkimpulses kann man sich meinetwegen erklären und das auch verstehen, aber man kann dieses theoretische Wissen gar nicht anwenden, weil der Beeinflußungszugriff fehlt.
Der Lenkimpuls ist eine erlernte Erweiterung der dynamischen Abarbeitung von Stellvorgängen des Gleichgewichtsinns (i.d.R durchs Fahrradfahren) bis zur Kleinhirnebene.
Der Versuch aus dem Verständnis einen Lenkimpuls einzuleiten wäre jetzt Sache des Großhirns und das ist für den Eingriff in das Gleichgewicht viel zu langsam.
Stell Dir vor Du wärest Jemand der bezüglich "gehen auf unebenen Boden" reizlos erzogen wurde. man könnte es Dir auch 100 mal erklären und Du könnte es auch verstehen, daß dafür weitere Muskeln für den dynamischen Zustand des Gleichgewichtes benötigt. werden. Man könnte Dir auch sagen welche Muskeln Du dafür zusätzlich benötigst, trotzdem könntest Du sie, obwohl Dir das vom Kopf her klar ist, sie nicht sinnvoll über das Großhirn einsetzen.
Du kannst beim Lenkimpuls Dich darauf konzentrieren, einmal am Lenker zu ziehen, ab da übernimmt aber sofort der erlernte Automatismus (wie verhalte ich mich zB auf dem Fahrrad bei der Störung des Gleichgewichtes), die nötige dynamische Wiederherstellung des Gleichgewichtes wiederherzustellen. Das kann man trainieren (muß man auch), aber nicht als aktiv eingeleiteter Lenkimpuls, sondern nur als Gesamtvorgang "wie kann ich schneller eine Kurve einleiten".

Es ist zwar nett, wenn Du mal was dazu gehört hast, aber Du brauchst jetzt also null Kenntnis über den Lenkimpuls, um das notwendige Training (Erweiterung dessen, was Du irgendwann mal beim Fahrrad gelernt hast) beim Moped durchzuführen.
 
Ralsch

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Moin,
Das kann man trainieren (muß man auch), aber nicht als aktiv eingeleiteter Lenkimpuls, sondern nur als Gesamtvorgang "wie kann ich schneller eine Kurve einleiten".
Das aktive und bewusste "Einlenken" per Lenkimpuls ist Pflicht um besser zu werden, und das regelmäßige Training bringt den Ablauf in immer tiefere/automatisiertere Bewustseinsebenen.
Sieht man immer schön bei den Trainings wenn es eckig um die Pylonen geht (gehen sollte...) und der Instruktur das dann einmal mit dem Schlag auf den Lenker (nicht Ziehen!) erklärt. Nimmt man die motorisch Herausgeforderten, für die die fahrradmäßig gefahrenen Kurven das maximal Machbare darstellen, mal raus ist der Unterschied bei den Anderen eklatant. Vom lauwarmen Kurvenschwingen geht's ganz schnell in eine Kurveneinleitung wie man sie z.B. beim klassischen Ausweichmanöver braucht.
Beim Rennstreckentraining habe ich dann gelernt dass ein Vorderrad auch bei einem harten Schräglagenwechsel in einer engen Kurvenkombi quietschen kann :eek:

Es ist zwar nett, wenn Du mal was dazu gehört hast, aber Du brauchst jetzt also null Kenntnis über den Lenkimpuls, um das notwendige Training (Erweiterung dessen, was Du irgendwann mal beim Fahrrad gelernt hast) beim Moped durchzuführen.
Widerspruch - siehe oben und natürlich die obere Hälfte.
Bewußt verstehen - aktiv trainieren - Ablauf verinnerlichen.
Nur so wird man besser (oder überlebt ggf. eine enge Situation ohne Crash).

Bis dann,

Ralf
 
Klausmong

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Ich höre das erste Mal von "Lenkimpuls"

Frage mich gerade wie ich die letzten 35 Jahre fahren konnte :bounce:

Um zur Verwirrung beizutragen:
Viel interessanter finde ich das man mal üben sollte, bei Linkskurven den Lenker bewusst auf der Linken Seite nach rechts zu drücken ( Also immer den Lenker in die entgegengesetzte Richtung der Kurve drücken ).
Man wird sich wundern wie man plötzlich in Kurven fährt.

Probiert das mal.
 
Thema:

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