fralind
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- R 1200 S, Hp2 S, Hp2 MM, R 1200 GS Rallye, HD 48, Kawa Z 1000 SX
Wenn es doch so schön einfach wäreJa, man muss das wollen.
Dummerweise fragt danach aber keiner ;-)
Und ein bisschen sachlicher:
In Mitarbeiter investieren ist heutzutage wichtiger denn je:
Abgesehen davon braucht man für einen Computer auf Rädern heute schon mehr, als einen Hammer, einen dicken Schraubendreher und eine Wasserpumpenzange, mit der ich einen Grossteil der Reparaturen an meinem Renault 4 (mit Sidepipe!) vor 30 Jahren noch selbst machen konnte - egal, ob Benziner, Hybrid oder Elektro.
- der Mitarbeiter ist zufriedener, weil er nicht auf der Stelle tritt
- idealerweise kann der sein wissen auch verteilen ("Multiplikator"), was zum Einen sein eigenes Wissen und Fähigkeiten persistiert, zum anderen auch das "Gesamtvermögen" des Teams stärkt und erweitert, was dann wiederum
- die Gesamtqualität der geleisteten Arbeit verbessern und festigen kann, womit wiederum
- Kunden zufriedener sind, und das
- stärkt und stabilisiert den Umsatz.
Und dass Stromunfälle Mist sind, das weiss jeder, der nach einem "bzzzzt" schonmal 24h überwacht werden musste. (Frag mich, woher ich das so genau weiss :-D ). 400 oder 800 Volt machen das nicht besser, plus die Gefahren , die sich für Sachwerte noch so ergeben...
Ach ja: Inhouse bedeutet ja nicht automatisch "Tür zu": je nach Anbieter sind die Gruppen überschaubar, 6-8 Teilnehmer sind da meist das (sinnvolle) Maximum, wenn die Leute wirklich was lernen und nicht nur eine Teilnehmerurkunde wie bei den Bundesjugendspielen bekommen sollen... Das teilt sich also eh zwangsweise auf.
(Von den weiteren Vorteilen neben der potentiellen Kostenersparnis wegen Hotel etc. will ich gar nicht anfangen)
1. Personelle HV-Qualifizierung (HV-Scheine)
Die Werkstatt muss Personal mit den passenden Hochvolt-Schulungen nach DGUV Information 209-093 (ehemals 200-005) beschäftigen:
HV-Unterweisung (Stufe 1S): Erforderlich für Arbeiten abseits der HV-Komponenten (z.B. Reifenwechsel, Ölservice bei Hybriden, einfache Inspektionen).
Fachkundiger für Arbeiten an HV-eigensicheren Fahrzeugen (Stufe 2S): Befähigt zur Spannungsfreischaltung des Fahrzeugs und Arbeiten am HV-System (z.B. Arbeiten an HV-Leitungen, Tausch des Inverters, wechsel der Kühlflüssigkeit).
Fachkundiger für Arbeiten unter Spannung (Stufe 3S): Erforderlich für Arbeiten an der Batterie (z.B. Batterie öffnen) , betrifft auch die 12V Anlage und deren Batterie (z.B. Starterbatterie ern.).
2. Nachweis der Spannungsfreiheit (Sicherheitsprüfung)
Vor jedem Arbeiten an einem HV-System muss eine Prüfung durchgeführt werden, die nicht unter Spannung stehen darf:
Spannungsfreiheitsprüfung: Der 2S- oder 3S-Techniker muss mit einem geeigneten, isolierten Messgerät (Duspol) nachweisen, dass das Fahrzeug spannungsfrei ist.
Sicherung gegen Wiedereinschalten: Der Service-Disconnect (Wartungsstecker) muss gesichert aufbewahrt werden.
3. Jährliche Prüfungen der Arbeitsausrüstung
Werkzeuge und Schutzausrüstung für HV-Arbeiten müssen regelmäßig geprüft werden:
Isolierhandschuhe: Müssen regelmäßig auf Dichtigkeit (DGUV V3/V4) geprüft werden.
HV-Werkzeug: Muss nach IEC 60900 isoliert sein.
Messgeräte: Geeignetes Hochspannungsmessgerät muss vorhanden sein.
4. Allgemeine Werkstattvorgaben
Gefährdungsbeurteilung: Eine schriftliche Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten an E-Fahrzeugen ist zwingend.
Kennzeichnung: Arbeitsplätze für E-Fahrzeuge müssen gekennzeichnet sein.
Die Gummierung an E-KFZ-Arbeitsplätzen umfasst spezielle Gummiauflagen für Hebebühnen zur sicheren Aufnahme von Elektrofahrzeugen sowie isolierende Bodenmatten zum Schutz vor elektrischen Schlägen. Spezielle Gummiklötze (z. B. EV-060.IDT, EV-120) verhindern Beschädigungen am Batteriegehäuse, während VDE-zertifizierte in den Boden eingelassene Isoliermatten (Klasse 0) für die Sicherheit bei Arbeiten an Hochvoltkomponenten essenziell sind.
UVV-Prüfung: Die Arbeitsgeräte (Hebebühnen, Werkzeuge) unterliegen den üblichen Unfallverhütungsvorschriften (UVV).
Kostete in meinem Fall, da jetzt auch regelmäßig die Starter Batterien ausfallen oder Kunden den Zustand der Hauptbatterie wissen wollen = Im Erstzustand etwas über 43.000 € für einen Arbeitsplatz plus jährliche Folgekosten.

