Politik oder was jeder darunter versteht!

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fralind

fralind

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Ja, man muss das wollen.
Dummerweise fragt danach aber keiner ;-)
Und ein bisschen sachlicher:
In Mitarbeiter investieren ist heutzutage wichtiger denn je:
  • der Mitarbeiter ist zufriedener, weil er nicht auf der Stelle tritt
  • idealerweise kann der sein wissen auch verteilen ("Multiplikator"), was zum Einen sein eigenes Wissen und Fähigkeiten persistiert, zum anderen auch das "Gesamtvermögen" des Teams stärkt und erweitert, was dann wiederum
  • die Gesamtqualität der geleisteten Arbeit verbessern und festigen kann, womit wiederum
  • Kunden zufriedener sind, und das
  • stärkt und stabilisiert den Umsatz.
Abgesehen davon braucht man für einen Computer auf Rädern heute schon mehr, als einen Hammer, einen dicken Schraubendreher und eine Wasserpumpenzange, mit der ich einen Grossteil der Reparaturen an meinem Renault 4 (mit Sidepipe!) vor 30 Jahren noch selbst machen konnte - egal, ob Benziner, Hybrid oder Elektro.
Und dass Stromunfälle Mist sind, das weiss jeder, der nach einem "bzzzzt" schonmal 24h überwacht werden musste. (Frag mich, woher ich das so genau weiss :-D ). 400 oder 800 Volt machen das nicht besser, plus die Gefahren , die sich für Sachwerte noch so ergeben...

Ach ja: Inhouse bedeutet ja nicht automatisch "Tür zu": je nach Anbieter sind die Gruppen überschaubar, 6-8 Teilnehmer sind da meist das (sinnvolle) Maximum, wenn die Leute wirklich was lernen und nicht nur eine Teilnehmerurkunde wie bei den Bundesjugendspielen bekommen sollen... Das teilt sich also eh zwangsweise auf.
(Von den weiteren Vorteilen neben der potentiellen Kostenersparnis wegen Hotel etc. will ich gar nicht anfangen)
Wenn es doch so schön einfach wäre


1. Personelle HV-Qualifizierung (HV-Scheine)
Die Werkstatt muss Personal mit den passenden Hochvolt-Schulungen nach DGUV Information 209-093 (ehemals 200-005) beschäftigen:

HV-Unterweisung (Stufe 1S): Erforderlich für Arbeiten abseits der HV-Komponenten (z.B. Reifenwechsel, Ölservice bei Hybriden, einfache Inspektionen).

Fachkundiger für Arbeiten an HV-eigensicheren Fahrzeugen (Stufe 2S): Befähigt zur Spannungsfreischaltung des Fahrzeugs und Arbeiten am HV-System (z.B. Arbeiten an HV-Leitungen, Tausch des Inverters, wechsel der Kühlflüssigkeit).

Fachkundiger für Arbeiten unter Spannung (Stufe 3S): Erforderlich für Arbeiten an der Batterie (z.B. Batterie öffnen) , betrifft auch die 12V Anlage und deren Batterie (z.B. Starterbatterie ern.).


2. Nachweis der Spannungsfreiheit (Sicherheitsprüfung)
Vor jedem Arbeiten an einem HV-System muss eine Prüfung durchgeführt werden, die nicht unter Spannung stehen darf:

Spannungsfreiheitsprüfung: Der 2S- oder 3S-Techniker muss mit einem geeigneten, isolierten Messgerät (Duspol) nachweisen, dass das Fahrzeug spannungsfrei ist.

Sicherung gegen Wiedereinschalten: Der Service-Disconnect (Wartungsstecker) muss gesichert aufbewahrt werden.



3. Jährliche Prüfungen der Arbeitsausrüstung
Werkzeuge und Schutzausrüstung für HV-Arbeiten müssen regelmäßig geprüft werden:
Isolierhandschuhe: Müssen regelmäßig auf Dichtigkeit (DGUV V3/V4) geprüft werden.
HV-Werkzeug: Muss nach IEC 60900 isoliert sein.
Messgeräte: Geeignetes Hochspannungsmessgerät muss vorhanden sein.



4. Allgemeine Werkstattvorgaben
Gefährdungsbeurteilung: Eine schriftliche Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten an E-Fahrzeugen ist zwingend.

Kennzeichnung: Arbeitsplätze für E-Fahrzeuge müssen gekennzeichnet sein.

Die Gummierung an E-KFZ-Arbeitsplätzen umfasst spezielle Gummiauflagen für Hebebühnen zur sicheren Aufnahme von Elektrofahrzeugen sowie isolierende Bodenmatten zum Schutz vor elektrischen Schlägen. Spezielle Gummiklötze (z. B. EV-060.IDT, EV-120) verhindern Beschädigungen am Batteriegehäuse, während VDE-zertifizierte in den Boden eingelassene Isoliermatten (Klasse 0) für die Sicherheit bei Arbeiten an Hochvoltkomponenten essenziell sind.

UVV-Prüfung: Die Arbeitsgeräte (Hebebühnen, Werkzeuge) unterliegen den üblichen Unfallverhütungsvorschriften (UVV).

Kostete in meinem Fall, da jetzt auch regelmäßig die Starter Batterien ausfallen oder Kunden den Zustand der Hauptbatterie wissen wollen = Im Erstzustand etwas über 43.000 € für einen Arbeitsplatz plus jährliche Folgekosten.
 
fralind

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Polemik: Für Arbeiten am E-Auto ist zwar eine Zusatzqualifikation (1S) notwendig, die kostet aber nur ab 55,- pro Mitarbeiter und ist ggf. in zwei Stunden vom Arbeitsplatz oder sogar zu Hause zu erledigen (eLearning, self-paced, wann immer es Dir reinpasst). Das verlangt die DGUV. (

Screenshot 2026-03-04 105705.jpg
 
No-GS

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Sag mir bitte, dass das fakenews sind.

Sonst setze ich mich mit Klappstuhl und einem Tablett voller Mettbrötchen mitten in die Fußgängerzone. (die Stadt ist ja mittlerweile beliebig)
 
SQ18

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Das ist mal auf alle Fälle eine offizielle Rechtschreibschwäche - Gegesse, Getrinke :bounce: :facepalm:
 
KAlaus

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Wenn es doch so schön einfach wäre


1. Personelle HV-Qualifizierung (HV-Scheine)
Die Werkstatt muss Personal mit den passenden Hochvolt-Schulungen nach DGUV Information 209-093 (ehemals 200-005) beschäftigen:

HV-Unterweisung (Stufe 1S): Erforderlich für Arbeiten abseits der HV-Komponenten (z.B. Reifenwechsel, Ölservice bei Hybriden, einfache Inspektionen).

Fachkundiger für Arbeiten an HV-eigensicheren Fahrzeugen (Stufe 2S): Befähigt zur Spannungsfreischaltung des Fahrzeugs und Arbeiten am HV-System (z.B. Arbeiten an HV-Leitungen, Tausch des Inverters, wechsel der Kühlflüssigkeit).

Fachkundiger für Arbeiten unter Spannung (Stufe 3S): Erforderlich für Arbeiten an der Batterie (z.B. Batterie öffnen) , betrifft auch die 12V Anlage und deren Batterie (z.B. Starterbatterie ern.).


2. Nachweis der Spannungsfreiheit (Sicherheitsprüfung)
Vor jedem Arbeiten an einem HV-System muss eine Prüfung durchgeführt werden, die nicht unter Spannung stehen darf:

Spannungsfreiheitsprüfung: Der 2S- oder 3S-Techniker muss mit einem geeigneten, isolierten Messgerät (Duspol) nachweisen, dass das Fahrzeug spannungsfrei ist.

Sicherung gegen Wiedereinschalten: Der Service-Disconnect (Wartungsstecker) muss gesichert aufbewahrt werden.



3. Jährliche Prüfungen der Arbeitsausrüstung
Werkzeuge und Schutzausrüstung für HV-Arbeiten müssen regelmäßig geprüft werden:
Isolierhandschuhe: Müssen regelmäßig auf Dichtigkeit (DGUV V3/V4) geprüft werden.
HV-Werkzeug: Muss nach IEC 60900 isoliert sein.
Messgeräte: Geeignetes Hochspannungsmessgerät muss vorhanden sein.



4. Allgemeine Werkstattvorgaben
Gefährdungsbeurteilung: Eine schriftliche Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten an E-Fahrzeugen ist zwingend.

Kennzeichnung: Arbeitsplätze für E-Fahrzeuge müssen gekennzeichnet sein.

Die Gummierung an E-KFZ-Arbeitsplätzen umfasst spezielle Gummiauflagen für Hebebühnen zur sicheren Aufnahme von Elektrofahrzeugen sowie isolierende Bodenmatten zum Schutz vor elektrischen Schlägen. Spezielle Gummiklötze (z. B. EV-060.IDT, EV-120) verhindern Beschädigungen am Batteriegehäuse, während VDE-zertifizierte in den Boden eingelassene Isoliermatten (Klasse 0) für die Sicherheit bei Arbeiten an Hochvoltkomponenten essenziell sind.

UVV-Prüfung: Die Arbeitsgeräte (Hebebühnen, Werkzeuge) unterliegen den üblichen Unfallverhütungsvorschriften (UVV).

Kostete in meinem Fall, da jetzt auch regelmäßig die Starter Batterien ausfallen oder Kunden den Zustand der Hauptbatterie wissen wollen = Im Erstzustand etwas über 43.000 € für einen Arbeitsplatz plus jährliche Folgekosten.
Ich hab ja keine KfZ-Werkstatt, aber so Sachen wie
  • Gefährdungsbeurteilung
  • UVV-Prüfung von Hebebühnen etc.
  • regelmässige Prüfungen der Arbeitsmittel und
  • überhaupt die nötige Ausrüstung
gehören zum normalen Werkstattbetrieb, egal, ob Fiat oder Ferrari, Diesel oder Vollelektro.
Für manche Fahrzeuge braucht eine Werkstatt heute schon Spezialwerkzeuge, die es für teuer Geld beim Hersteller zu kaufen gilt, das war aber auch schon immer so.
Wenn ich eine Metzgerei aufmachen will, dann brauch ich auch Werkzeuge und Maschinen, GBUs und Qualifizierungen - das mal vorneweg und bitte rauszurechnen.

ZUSATZaufwände wie Gummimatten, Absperrmaterial etc. für die neue Variante "Elektro" oder "Hybrid" sind logischerweise auch "normal" und keine Gängelei, sondern schlicht notwendig - ausser, man beschäftigt Sklaven oder hat selber eine Menschenzucht im Keller oder so... /zynismus_off

Arbeitsschutz wird manchmal übertrieben, da widerspreche ich gar nicht. Aber ich bin auch seit fast 30 Jahren Sicherheitsbeauftragter und kenne beide Seiten, von "alles muss 500%ig abgesichert sein" hin zu "ach, ist doch noch nie was passiert, und wenn, dann isses nicht schlimm, man kann auch mit 8 Fingern noch Werkzeug halten" oder "die Leute müssen halt aufpassen, sonst sind sie selbst Schuld" hab ich alles durch - einschliesslich tödlicher Unfälle sowohl von eigenen Leuten wie auch von Kunden-Mitarbeitern.

Ja, meist passieren Unfälle aus Nachlässigkeit oder schlicht Blödheit. Aber die Leute bestmöglich und sinnvoll auszustatten, sie vor allem aber zu sensibilisieren und anzuhalten, die Sicherheitseinrichtungen zu nutzen und VORHER mal kurz nachzudenken, wenn man die Vorschriften aus Bequemlichkeit oder Zeitersparnis übergeht, darf man nicht unterbewerten.

Aber glaub mir - Du willst nicht verantwortlich sein, wenn irgend jemand schwer verletzt oder tot ist, weil DU gemeint hast, das Arbeitsschutz zu viel Zeit kostet, zu teuer ist...

So'n Popelkram wie "Spannungsfreiheit herstellen, prüfen und gegen Wiedereinschalten sichern" sollte jeder, der an solchen Systemen arbeitet, aus purem Überlebenswillen selbst befolgen.
Auch dazu hätte ich eine 10kV-Horrorstory mit jemandem, der das für "nicht so wichtig" erachtet hat, wo dann ein anderer nix von den Wartungsarbeiten wusste, und als der Erste kurz vom Klo zurückkam, war die Anlage plötzlich wieder eingeschaltet. Lichtbogen sagt Dir was, oder? Und dass der menschliche Körper in normalen Klamotten dafür irgendwie nicht gemacht ist, auch?

Also: willste an E-Autos basteln, brauchste qualifizierte Leute und das nötige Equipment.
Ansonsten: Finger weg, hier keine Einnahmen - PUNKT.
 
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