KAlaus
Zugegeben - bei JEDER Form der Energiegewinnung (auch Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik etc.) ist eine ECHTE Cradle-to-Cradle-Berechnung schwierig und hochkomplex.Auf und Abbsu sind auch bei Winf ind Sonne nicht eingepreist, Auch nicht die Vernichtung von gtoßen Flächen, welche als CO2- Senken dienen. Dann würde es ganz schnell vorbei sein, mit der Lüge über grünen Strom bei den erneuerbaren.
Endlagerung von Atommüll setzt vielleicht Strahlung frei aber kein CO2.
Wobei das Thema der Endlagerung sich durch Nutzung neuer Kraftwerkstypen sich zum größten Teil erledigen würde.
Gruß Thomas
Zu behaupten, dass Atomstrom quasi komplett emissionsfrei wäre, ist aber grober Unfug und einfach unehrlich: Ein Atomreaktor erscheint nicht einfach so in der Landschaft, genau wie ein Staudamm für Wasserkraft.
LANGFRISTIG betrachtet ist aber klar, dass der Staudamm errichtet und gewartet werden muss, ansonsten aber für den Dauerbetrieb nur extrem wenig Co2 freigesetzt werden muss (Reparaturen, Austausch von Komponenten, regelmässige Überprüfungen etc.)
Und wenn irgendwann mal das Ding "verschrottet" werden muss, dann bleibt da ein bisschen Metall und im Normalfall hauptsächlich eine Menge Beton über.
Wir sind uns hoffentlich sehr einig, dass zum Dauerbetrieb eines AKW ständig Brennstoffe benötigt werden, die (mal abgesehen vom aufwendigen Transport etc.) allein in der Herstellung schon erhebliche Energie verbrauchen. Die Entsorgung der verbrauchten Materialien: aufwendig.
Und wenn ein AKW rückgebaut werden muss (kontrolliert, nicht so ein Mist wie Tschernobyl oder Fukushima), dann ist das HÖCHST aufwendig und dauert Jahrzehnte - PLUS die Endlagerung der kontaminierten und verstrahlten Reste und Materialien.
Ja, jede Form verbraucht auch über den Lebenszyklus Energie und setzt dadurch mittelbar CO2 frei.
Aber abgesehen davon, dass das bei Atomkraft eine Menge ist, an die man gar nicht denkt, wenn das Ding halt "billigen" Strom produziert, ist die von der Art ausgehende Bedrohung eine erheblich andere, insbesondere in Bezug auf die Reichweite und Dauer der Bedohung.
Beispiele? Muss ich?
Okay:
Riesengrosse PV-Anlage brennt ab:
Wahrscheinlichkeit: eher gering
Gefahren: CO2, Rauchgase, Hitze: alles relativ lokal, wenn Feuer aus, muss der Schrott entsorgt werden (kann vielleicht sogar teilweise noch wiederverwendet werden).
Überschaubarer, leicht berechenbarer Sachschaden,
Wiederaufbau kein grosses Problem
Potential für Tote und Verletzte äusserst gering.
Das Ereignis selbst ist zeitlich klar begrenzt
Grosser Staudamm bricht:
Wahrscheinlichkeit: sehr gering bis gering
Gefahren: Überflutung und Zerstörung, lokal bis maximal regional.
Erheblicher, schwer vorhersagbarer Sachschaden, aber berechenbar, Bereich weitestgehend vorhersehbar
Wiederaufbau teuer, aber machbar
Grosses, aber berechenbares Potential für Tote und Verletzte (Einwohner und Besucher im Abflussgebiet)
"Müll" kann entsorgt werden
Das Ereignis selbst ist zeitlich klar begrenzt
AKW explodiert (Tschernobyl, Fukushima):
Wahrscheinlichkeit: sehr gering
Gefahren: während des Ereignisses Zerstörung und massive Verstrahlung der Umgebung (lokal bis regional), im Nachgang radioaktive Wolken unberechenbarer Intensität und schwer vorhersagbarer Richtung und Ausdehnung
Dauerhafte radioaktive Belastung (abnehmend nach Entfernung)
Wiederaufbau / Wiederbesiedlung des Gebietes: Naja... also ehrlich gesagt... eher nein
Grosses, schwer bis nicht berechenbares Potential für Tote und Verletzte/Erkrankte (Krebs etc.) auf unbestimmte Zeit
Müll kann nichtmal wirklich geborgen werden, Lagerung "für immer" und mit extremen Kosten behaftet
Ja, die Wahrscheinlichkeit, dass ein AKW bumm macht, ist extrem gering.
Das ist wie ein Flugzeugabsturz: statistisch selten, aber wenn, dann mit extremen Auswirkungen.
Man kann sich das vielleicht ein bisschen schönrechnen, aber wer ernsthaft behauptet, dass Atomenergie CO2-frei und sicher sei, der lügt sich leider in die Tasche.
In jedem Risk Assessment, in jeder Gefährdungsbeurteilung ist immer ein wichtiger Faktor, wie schlimm die Auswirkungen sein können.
Und auch, wenn die Häufigkeit und die Wahrscheinlichkeit extrem niedrig sind: Bei Auswirkungen, die ein grösserer AKW-Unfall mit sich bringt, würde kein vernünftiger Mensch sagen "ach egal, kommt ja quasi nie vor".
Und warum machen Menschen das trotzdem: weil's billig ist, weil die Lobby "gute Arbeit" leistet, weil der Mensch so gestrickt ist, dass er Risiken verdrängt, die "vielleicht irgendwann mal" zu schlimmen Auswirkungen führen.
Bluthochdruck. Krebsvorsorge. Alles so Themen - aber ich schweife ab :-)




