Seealpentour 2021

Diskutiere Seealpentour 2021 im Touren- & Reiseberichte Forum im Bereich Unterwegs; 1. Tag: Am Montag den 28.06. ging es dieses Jahr zum 19. Mal in Folge wieder in den Süden Frankreichs, Ziel auch diesmal wieder Nizza bzw...
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fiftyeight

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1. Tag:

Am Montag den 28.06. ging es dieses Jahr zum 19. Mal in Folge wieder in den Süden Frankreichs, Ziel auch diesmal wieder Nizza bzw. Menton. Wir wollten uns eine ganze Woche Zeit nehmen. Durchgeimpft, bzw. genesen sind wir drei fit für die Tour und starten am Treffpunkt pünktlich um 07.30 Uhr. Die Fahrt geht wieder über Sigmaringen - Messkirch nach Stockach, wo wir unsere Maschinen nochmal volltanken. Danach ein kurzes Stück Autobahn Richtung Schaffhausen. Kurz vor dem Grenzübergang genehmigen wir uns noch bei Bietingen ein zweites Frühstück. Das Wetter ist, sagen wir mal recht unbeständig, mehrere Schauer sind vorhergesagt, in den Folgetagen soll es dann stabiler werden, mal sehen. Auf jeden Fall ist der Regenschutz als Inlett eingezogen, kurze Regenschauer wären also kein Problem.
Die Fahrt führt uns durch Zürich hindurch, wo wir wieder einmal trotz Navi leichte Orientierungsprobleme haben. Wir finden trotz allem wieder aus der Großstadt raus und peilen zunächst den Brünigpass an.
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Hier ein Bild auf den Lungerer See.
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Zügig geht es weiter Richtung Grimselpass, den wir oben auf der Passhöhe ganz ungewohnt sehen. Die Reste eines harten Winters.
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Die Temperaturen sind auch ziemlich frisch, so dass wir uns nicht sehr lange aufhalten.

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Über Gletsch geht es weiter hinab in das Rhonetal und über das Wallis nach Martigny. Mittlerweile ist schon früher Nachmittag, wir müssen aber noch über den Großen und kleinen Sankt Bernhard um zu unserem heutigen Tagesziel, Bourg St. Maurice zu kommen.
Der große Sankt Bernhard zeigt sich heuer von seiner kühlen Seite, aber wenigstens ist es trocken. Völlig unbehelligt sind wir mittlerweile in Italien angekommen.
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Am kleinen Sankt Bernhard erwischt uns der Regen, und meine Inlettjacke wird zur Regenjacke, einfach drüber ziehen und fertig, sehr praktisch. Eine Regenhose erspare ich mir, bei der Bergabfahrt Richtung Frankreich hört es wieder auf.
Gegen 18.30 Uhr sind wir auf dem Campingplatz Huttopia in Bourg St. Maurice gelandet. Die Dame an der Rezeption strapaziert ein wenig meine Geduld, hängt sie doch ständig am Telefon, obwohl sie doch sieht, dass Kundschaft wartet. Sie wedelt mir ab und zu ein Handzeichen, nützt mir aber nix, wenn man oder Frau das Telefonat nicht beendet. Letztendlich ist sie fertig und erklärt mir, sie sei etwas derangiert - echt jetzt? Ich glaube die Dame ist für den Job etwas ungeeignet.
Jedenfalls sind die Zelte schnell aufgestellt und die Outdoorküche bietet ein leckeres Abendessen:
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Nur das mit dem Biernachschub will an diesem Abend nicht so recht klappen, sowohl die Rezeption, als auch der nahegelegene Supermarkt haben um 19.30 Uhr schon zu, was ist denn das denn?
So muss das mitgebrachte Bier reichen, müde sind wir trotzdem und verkriechen uns bald in unsere Schlafsäcke zumal das Wetter sich im Verlaufe des Abends deutlich verschlechtert. Morgen ist Besserung vorhergesagt.
Ende des ersten Tages.
 
Philiam

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Cool. Freu mich auf die folgenden Tage. Zur Ehrenrettung der Huttopia-Dame. Das ganze Konzept von Huttopia ist etwas alternativer, entspannter und manchmal auch etwas dusselig. Aber so kommt man schneller im Urlaub an. Nicht hetzten lassen :-)
 
Juescho

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Schöne Reise und schön beschrieben :mrburns: ... wenn das Wetter besser wird bitte mehr Bilder ... :wink:
 
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Toll geschrieben 👍
 
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einfachwerner

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Die Dame an der Rezeption strapaziert ein wenig meine Geduld, hängt sie doch ständig am Telefon, obwohl sie doch sieht, dass Kundschaft wartet.
Oooooooooh nicht gleich habt acht gestanden und auf die Knie gefallen als du reingekommen bist.😆
 
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fiftyeight

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Nö, auf die Knie fallen musste sie nicht :smile: hätte gereicht, wenn sie ihrem telefonischen Gegenüber nach 5 Minuten gesagt hätte, dass sie Kundschaft hat. War nicht so lustig 20 Minuten in voller Montur in der Rezeption zu stehen, so lange hat es nämlich gedauert. Hab auf die Uhr geguckt, während ich dagestanden bin und geschwitzt hab.
 
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fiftyeight

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2.Tag:

In der Nacht bin ich aufgewacht, es tobte ein heftiges Gewitter und es regnete stark. Unter dem Zelt hatte sich Wasser gesammelt, aber alles blieb dicht. Am Morgen musste ich das Zelt dann pitschenass und außen dreckig einpacken. Aber das ist halt Outdoor.
Wir kommen nach dem Frühstück schon kurz vor 8 los und fahren Richtung Val d`Isere. Durch den nächtlichen Regen ist noch alles wolkenverhangen. Es herrscht eine eigenartige Stimmung.
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Hier sieht man noch die eigenartigen Lichtverhältnisse. Das ist am Ortsausgang von Val d`Isere. Der Iseran ist offen, eine durchaus wichtige Info. Eigentlich hätte der Pass erst zum 01.07. aufgemacht, im Rahmen der Reisevorbereitungen bekamen wir jedoch mit, dass er schon früher geöffnet ist.
In den relativ frühen Morgenstunden sind wir noch ziemlich allein auf der Straße, ein Genuss, diesen höchsten Pass der Alpen zu fahren. Richtig, der Col de la Bonnette ist mit 2802 m noch höher, aber nur aufgrund seiner Schleife, den Restefond. Die eigentliche Passhöhe ist niedriger, daher ist der Coil d`Iseran für mich der höchste Pass der Alpen.
Hier nochmal ein Blick zurück Richtung Val d`Isere.
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Am Pass sind wir FAST die ersten. Auf jeden Fall kann ich mein Mopped direkt vor dem Schild abstellen, wann habe ich das das letzte Mal gehabt? Herrlich.
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Kein Rummel wie sonst.
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Vielleicht liegt es an Corona, es sind einfach weniger unterwegs wie sonst.
Ein besonderes Bild bietet uns der Mont Cenis. Aus dem Susatal kocht eine Wolkenwand hoch, da könnte einem Angst und Bang werden.
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Gott sei Dank nur eine Wolkenformation, Richtung Susa scheint bald wieder die Sonne. Zügig fahren wir das Tal Richtung Bardonecchia, wir wollen den Col d`Echelle Richtung Briancon nehmen. Ein kurzer Tank-und Einkaufsstopp beim Super U in Briancon und gleich geht`s den Col d`Izoard hoch, das nächste Higlight. Ich fahre den Pass immer sehr gerne, ist er für mich ein Sinnbild der Seealpen.
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Hier mal ein etwas anderes Passfoto und das herrliche Panorama Richtung Südseite:
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Auf der Südrampe geht es nach Guillestre, zuerst in die Schlucht der Guil.
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Und die aufgestaute Guil mit ihrem türkisblauem Wasser:
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Das heutige Ziel ist Barcelonnette, der Campingplatz du Plan, den wir heute nach 284 km erreichen. Ach so, gestern waren es um die 700 km. Daher ist der zweite Tag immer etwas geruhsamer, und wir genießen das führere Ankommen am Platz, es muss nicht immer nach 18 Uhr sein. Der Platzwart kennt uns schon, wir sind fast jedes Jahr da und will uns schon 3 kühle Cagol Biere aus Marseille servieren, köstlich, aber zuerst sollten die Zelte aufgestellt werden, dann kommt auch das Bier.
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Das schmeckt auch dem Schwaben, der eher Richtung Hefe-oder Kristallweizen tendiert.
Die Outdoorküche spendiert heute Farfalle mit Gulasch.
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Nach dem Essen noch ein kurzer Stadtbummel nach Barcelonnette und wieder ruft der Schlafsack, diemal bei ruhigem und trockenem Wetter.
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Ende des zweiten Tages.
 
eddk

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Da ich zeitlich wie auch vom fahrerischen Können her (noch) weit von einer solchen Tour entfernt bin, ist es toll euch mit solchen Reiseberichten begleiten zu dürfen!

Danke!
 
Juescho

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Danke ... Bild + Text :mrburns: ... und ja, der Col d`Izoard ist wie du sagst Sinnbild & Pforte der Seealpen
 
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3. Tag:

Die Nacht war unglaublich frisch, der Daunenschlafsack musste diesmal wirklich alles geben. Wir sind schon um 07.30 auf der Straße und das Thermometer zeigt gerade mal 4 Grad an. Wir fahren zunächst ein Stück zuzrück nach Jausiers um in die Straße zum Col de la Bonnette abzubiegen. Da freue ich mich echt drauf, denn es gibt nichts schöneres als in den frühen Morgenstunden diesen Pass hochzufahren und das Wetter verspricht gut zu werden.
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Die Feuchtigkeit hängt noch in den Tälern, doch bei über 2000 m scheint die Sonne und wir blicken hinab ins Nebelmeer.
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Da gibt es nicht viel zu sagen, einfach nur traumhaft. Wir sind wieder fast alleine unterwegs und ich beginne zu hoffen, dass der Platz vor dem Hinkelstein frei ist.😊
Und diesmal sind wir die ersten, die oben sind, keine Porsche- oder Lamborghinifahrer die meinen, sich direkt vor den Stein stellen zu müssen.
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Natürlich laufen wir auch, bzw. schnaufen wir, die letzten Meter zum Gipfel hoch, um das prächtige Panorama zu genießen.
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Wir sind jetzt zum 19. Mal da unten unterwegs und bestimmt fast jedesmal auf dem Bonnette gewesen, was haben wir da schon alles mitgemacht: Nebel, Schnee, Hitze, Berglaufwettkampf, Vollpfostentreffen.
Heute zeigt er sein schönstes Gesicht.

Spontan beschließen wir nicht die normale Südrampe zu nehmen, sondern die Schotterpiste über den Col de la Moutiere unter die Räder zu nehmen. Die war mit unseren GS`en kein Problem.
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Ein kurzer Zwischenstopp bei der Bunkeranlage am Pass, dessen unterirdischen Kasernenanlagen müssen noch genauer erkundet werden. Das verspricht für nächstes Jahr interessant zu werden.
Nach dem Pass ist die Piste dann wieder geteert und wir erreichen schnell das Tineetal. Unser Plan ist, hinter St. Sauveur de Tinee rechts abzubiegen und die rechte Talseite Richtung Ilonse und Pierlas hochzufahren. Wir haben diese Route schon mal von der anderen Seite unter die Räder genommen, und wissen um die spektakulären Ausblicke.
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Hier das Bergdörfchen Ilonse:
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Ich glaube über den Col de la Sinne erreichen wir Pierlas und gelangen ins Vartal.
Wir fahren weiter über Roquesteron nach Sigalle, wo wir am Brunnen unsere Mittagspause machen.
Hier ein Archivbild aus dem Jahr 2019:
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Es geht weiter über Le Broc, dann tauchen wir hinab in den Moloch von Nizza und dessen Verkehrsgewühle.
Von heute morgen 4 Grad sind wir mittlerweile bei 30 Grad angekommen. Der verkehr stresst uns und unsere Maschinen, durch das ständige Stop and Go steigt natürlich auch die Öltemperatur an, und so sind wir froh dass wir die Moyenne Corniche erreichen, wo es etwas flotter geht.
Nervig sind vor allem die Rollerfahrer, die alles dürfen und sich wo es geht vorbei- und dazwischen drängeln. Wir sind im Dreierverbund mit dichtem Abstand versetzt gefahren, ich bin soweit links gewesen, dass der Rollerfeind auf die Gegenfahrbahn musste, dann wurde es mit denen etwas besser, auch das dazwischen drängeln ging so nicht mehr.
Hier ein Ausblick auf die phantastische Küste:
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Über Menton und den Col du Castillon sind wir nach Sospel gefahren und haben auf dem Campingplatz Mas Fleuri unser Quartier bezogen. Wir waren echt froh das heutige Tagesziel erreicht zu haben, war doch der letzte Fahrtabschnitt recht anstrengend. Heute waren es knapp 300 km.

Ende Tag 3.
 

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Juescho

Juescho

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Weiter so ... bin schon auf Morgen gespannt .. :dance:
 
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Tag 4:

Heute bleibt das Zelt mal stehen. Geplant ist eine gemütliche Tour ins Hinterland von Ventimiglia, eine Ecke, wo wir noch nie gefahren sind. Die Route verläuft von Sospel aus nach Olivette San Michele, Airole, Dolceaqua, Apricale, Perinaldo, dann runter nach San Remo und an der Küsten entlang zurück Menton/Sospel, insgesamt lockere 114 km.
Nach einem guten Frühstück mit leckeren frischen Croissants vom Bäcker in Sospel geht es etwas später als sonst los. Wir haben ja Zeit.
Auf kleinsten Sträßchen, asphaltiert, geht es Richtung Dolceaqua, die Kehren sind eng und steil, da ist der erste Gang angesagt und am Gas bleiben sonst droht Ungemach.
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Immer wieder schöne Ausblicke.
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Ein Gärtchen in Apricale. So langsam winden wir uns die Straße nach Perinaldo hoch, ein kurzer Zwischenstopp in Sichtweite des Bergdorfes.
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Unten liegt Apricale:
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Bald ist die letzte Hügelkette überquert und wir sehen das Meer mit San Remo.
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Die Weiterfahrt an der Küste ist sehr schön, viel entspannter wie die Küste von Nizza nach Menton. wir suchen nach einem Badeplatz, landen dann direkt in Menton, wo wir die Motorräder wunderbar gegenüber dem Strand abstellen können. Wir haben ja sonst immer in Nizza an der Promenade d`Anglaise gebadet, das hatte quasi Tradition, seit dem Anschlag von Nizza ist dies mittlerweile fast unmöglich geworden. Man kommt mit den Motorrädern fast nicht mehr in Strandnähe. Jeglicher Versuch diesbezüglich wird von der Polizei im Keim erstickt.
(Was auch verständlich ist!)
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Zurück am Campingplatz ist fast entspanntes Grillen angesagt, nicht ganz entspannt, denn die vielen Fliegen, (volle Mülleimer), haben das Essen etwas vermiest.
Zuerst wird der Grill kräftig angeheizt.
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Das Essen kann sich dann sehen lassen:
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Am Biernachschub hat es auch nicht gefehlt. Der Campingplatz hat ein Restaurant und bietet frisch gezapftes Bier zum Mitnehmen an. Der Abend war so richtig schön und verabschiedet sich im Abendrot.
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Die weitere Planung ist noch ungewiss. Die Wetterprognose für die nächsten 2 Tage hat sich stetig verschlechtert, so dass die weitere Fahrt nicht so laufen wird wie geplant. Als Alternative haben wir vor am 6. Tag Abends in Annecy zu sein und am Sonntag dann über die Autobahn heimzufahren, weil der Sonntag sehr schlecht vorhergesagt wird.
Morgen sehen wir weiter.

Ende des 4. Tages.
 

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5. Tag:

Die Nacht war etwas unruhig, die benachbarten Ferienhäuser waren mit einer Jugendgruppe besetzt, die meinten mitten in der Nacht abreisen zu müssen. Naja, auch das ging vorbei.
Am Morgen wird wieder alles zusammengepackt und beim Frühstück stellen wir fest, dass der Tag wettertechnisch heute eigentlich ganz gut wird. Also wird heute im großen und ganzen nach Plan gefahren, Ziel ist das Bergdörfchen Ancelle in der Nähe von Gap.
Zunächst geht es über den Col de Braus.
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Der Tag ist noch jung und die Aussichten prächtig, was will man mehr. Über Umwegen gelangen wir dann schließlich ins Vartal, fahren weiter Richtung Puget Thenier, um später in die Daluischlucht abzubiegen.
Was soll ich sagen? Einfach ein Highlight. Das ist so schön, das geht immer wieder.

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Eigentlich hätte ich gerne eine Videosequenz hier eingefügt, aber das hat leider nicht funktioniert 🤔
Vielleicht kann`s hier jemand erklären, dann reiche ich die Sequenz nach.
Die Fahrt durch die Schlucht vergisst man nicht so leicht.
Als nächstes steht der Col du Cayolle auf dem Programm, ein mittelhoher Pass mit einer spektakulären Nordrampe.
Hier ein Blick auf der Passstrecke Richtung Süden:
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Danach gelangen wir ins Ubayetal und fahren wieder nach Barcelonnette. Aber die Fahrt geht diesmal weiter, am großen Stausee, Lac de Serre Poncon entlang.
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Bei Savines Le Lac fahren wir über die große Brücke und gelangen auf die andere Seeseite. Wirklich sehr schön und Neuland für uns.
Nach Chorges biegen wir rechts ab und fahren über Moissiere nach Ancelle, den gleichnamigen Pass nehmen wir auch noch mit. Gegen 16.00 Uhr sind auf dem Camping Les Auches und bauen unsere Zelte auf. Das Wetter ist immer noch schön, nur die Fliegen nerven etwas, das hätte uns mal stutzig werden lassen....
Wir sind hoffnungsfroh, morgen bis Annecy zu kommen.

Ende des 5. Tages.
 
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6. Tag:

Nach einer ruhigen Nacht wachen wir frisch gestärkt auf. Das war gestern nicht unbedingt zu erwarten, campierten doch direkt nebens uns zwei junge Familien mit kleinen Kindern. Die waren aber mucksmäuschenstill und so bauten wir auch unsere Zelte mucksmäuschen still ab. Unsere Motorräder schoben wir zu unserem Frühstücksplatz, 100 m entfernt war ein Tisch mit Bänken. Ein junger französischer Familienvater hat dies mitbekommen und fragte uns ob wir auf einer Weltreise wären, wahrscheinlich wegen der vielen Aufklebern auf meinen Alukoffern. Es war ein richtig nettes Gespräch, das sieht man mal wieder was gegenseitiger Respekt bewirkt.
Achso, apropos Fliegen, der Himmel zeigte sich heute bewölkt, aber nicht besorgnis erregend, so dass wir unsere Reisplanungen wie angedacht weiterführten.
In der nächsten halben Stunde stürzte die regelrecht in sich zusammen, der Himmel verdüsterte sich zusehends und die Wetterprognosen sagten spätestens ab Mittag Regen voraus. So machte dies keinen Sinn in Annecy zu übernachten. Wir beschlossen den Heimweg anzutreten, aus 7 Tagen Seealpen wurden nun 6. Das war durchaus eine Hausnummer, bedeutete dies für mich rund 800 km Heimreise.
Neben der Straße zog ich mein Regeninlet in die Kombi ein, sicher ist sicher. auf dem direkten Weg fuhren wir Richtung Grenoble.
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Beim Super U in La Mure versorgen wir uns noch mit Getränken und weiter geht`s nach Grenoble.
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Das gute Wetter verabschiedet sich entgültig.
Ab Grenoble fahren wir über die gut ausgebaute Route Nationale nach Alberville, dann weiter nach Annecy. Dort fallen die ersten Regentropfen. Schnell erreichen wir die schweizer Grenze und fahren auf die Autobahn über Lausanne/Bern auf. Dann in Solothurn Stau 😆also runter von der Autobahn, solange es noch geht und parallel so lange daneben fahren bis kein Stau mehr sichtbar ist. Wir wollen die Autobahn Richtung Basel nehmen und dann über Waldhut-Tiengen schnellstmöglich nach Hause kommen. Hätte ich mit mal in Solothurn nur den Regenkombi angezogen, aber mein Regeninlet gab mir Sicherheit - eine falsche Entscheidung. Im schweizer Jura kamen wir in Starkregen, mit Hagel durchmischt, das ging so einigermaßen weiter bis zur schweizerisch/deutschen Grenze bei Koblenz.
An der Tanke bei Tiengen lief mir das Wasser aus den Ärmeln raus, sprich die Textilkombi war ein durchnässter Sacke und das Wasser suchte sich an der GoreTex Inlay seinen Weg nach draußen. Innen war ich zwar einigermaßen trocken, aber durch die nassen Klamotten war es richtig unangenehm. Ich kann auch das Inlay außen tragen, hätte ich das nur mal gemacht.
Na ja, kurze Rede langer Sinn: wir sind heil nach Hause gekommen, das ist die Hauptsache, aber Spaß hat diese Prozedur nicht gemacht, auch ich war nach 800 km gegen 19.00 zu Hause.

Fazit:
Gesamtlänge der Tour ca. 2400 km, etwas weniger als ursprünglich geplant. Vor der Tour hatte ich Michelin Annakee Adventure aufgezogen. Sehr gute Haftung auf trockener als auch auf nasser Straße, nur in den Kurven etwas laut. Ich trage eine Held Quattrotempi Kombi mit Goretex Inlay, was man auch als Regenkombi tragen kann. Die hat sich bewährt, sie hat eine sehr gute Durchlüftung wenn es heiß ist, (natürlich ohne Inlay), und kann Schauer gut ab. Bei längerem Regen braucht man aber eine Regenkombi oder man sollte das Inlay außen tragen. Man sollte...
Was sonst noch? Eine gute Tourplanung zahlt sich aus und man sollte bereit sein spontan auch davon abzuweichen. Die Routen wurden über Kurviger.de erstellt.

Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen,

Matthias
 
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Tolle Bilder & tolle Schreibe 👍
Danke Matthias
 
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Danke Matthias, vom ersten geschilderten Tag bis zum schlussendlichen Fazit ein toller Reisebericht. Deine Art zu schreiben und die dazu passenden Bilder zu beschreiben, einfach große Klasse. Nur eines ist schade, das eure Reise und somit dein Bericht schon zu Ende ist.
 
M

MTL

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Thanx! Jetzt war ich wenigstens mal wieder "im Geiste" da, wenn ich's schon die letzten vier Jahre nicht als solches geschafft habe ...

... um in die Straße zum Col de la Bonnette abzubiegen. Da freue ich mich echt drauf, denn es gibt nichts schöneres als in den frühen Morgenstunden diesen Pass hochzufahren und das Wetter verspricht gut zu werden.
Natürlich laufen wir auch, bzw. schnaufen wir, die letzten Meter zum Gipfel hoch, um das prächtige Panorama zu genießen.
- und da fällt mir folgende Anekdote ein: vor etlichen Jahren mit einer Handvoll Kumpels hörte einer oben auf dem Aussichtsgipfel gar nicht mehr auf mit Schwärmen: "schaut euch mal diese Aussicht an, das gibt's ja gar nicht, sowas hatte ich noch nie, also ich bin wirklich hin und weg ...



ZWÖLF Satelliten auf einmal im GPS!
 
udo_muc

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Sehr schöner Bericht. Danke! Gehe schon länger mit der Idee "Seealpen" schwanger. Das muss ich für nächstes Jahr echt mal angehen.
3-4 Kumpels würden sofort mitfahren....
 
Tuermer

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HPN Paris Dakar 1043, R 80 G/S im HPN Serienrahmen, R 1200 GS Sondermodel 30 Jahre GS
Tolle Tour Beschreibung 👍👍

Ich fahre mit einem Freund Mitte September dort hin. Und vielleicht auch noch weiter... 😎
Wir haben 14 Tage Zeit.

Q Grüße
Ralf
 
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Seealpentour 2021

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