Rund um den Balkan - 17 Tage - 16 Länder - 7000 kurvige Kilometer

Diskutiere Rund um den Balkan - 17 Tage - 16 Länder - 7000 kurvige Kilometer im Touren- & Reiseberichte Forum im Bereich Unterwegs; Tag 15: Über Kroatien und Ungarn nach Graz Am 17. hab' ich einen Abendtermin, da wär ich zumindest zuhause gern ausgeruht und frisch geduscht...
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Tag 15: Über Kroatien und Ungarn nach Graz

Am 17. hab' ich einen Abendtermin, da wär ich zumindest zuhause gern ausgeruht und frisch geduscht.
Alpen und dann Autobahn?
Da könnt ich jedenfalls die ganzen Strandtouristen mit der albanischen Patina auf einer voll gerödelten GSA beeindrucken. Brauch ich das?

Ich erinnere mich an eine Tour nach Wildalpen in der Steiermark, mit Abstecher nach Graz.
Von zuhause aus östlich am Böhmerwald vorbei.
Schön, aber flott. Und gut auf der Luftlinie.

Also Graz ins Navi.
Es will immer über Zagreb, ich aber nicht. Also geb' ich ihm noch einen Stützpunkt östlich davon.

Balkan-KR_HU.png

11 Stunden Fahrt, fast 500 km.
Keine Zeit mehr zum fotografieren 🤪 - echt jetzt?
OK, auch keine echten fotogenen Highlights.
Zumindest hab' ich von der Strecke noch echte Tracklogs.

Zur Grenze und weiter nach Slavonski Brod ist halt nur flaches Becken der Save.
Dafür gibts da auch 74 km/h Schnitt. Inclusive 1 + 2 Minuten Grenzkontrolle.
Kroatien ist Schengen-Aussengrenze, da brauchts keinen Fahrzeugschein mehr.

Ich quere einen "Naturpark Papuk"
https://www.pp-papuk.hr/
Gibt leider keine Höhenstraße in Nord-Süd-Richtung.
Zumindest halten sich die Ortspassagen in Grenzen.
Der 50er Schnitt steht durchaus für Fahrgenuss 🏍😎

Balkan-KR-Papuk.png

Das Tal der Drau ist nicht der Brüller.
Flur und flache Wälder, dazwischen immer wieder Ortschaften.
Auch hier nur 45er Schnitt. Aber zumindest halbwegs gestreckt - ich mache also Luftlinie.

Der Blick auf die Topologische Karte enthüllt den Grund für diese Streckenführung:
Das Bilogora-Gebirge im Südwesten der Drau kennt nur Querungen, keine Hochstraßen am Kamm entlang. Alles was da an "kurvig" drüber geht, geht im rechten Winkel zu meiner Zielrichtung.

Balkan-KR-Drau.png

Keine Ahnung was TomTom gegen Slowenien hat. Entweder über Maribor oder gar nicht.
Tomtom will nach Ungarn.
Und schickt mich gleich - entgegen der Einstellung - in Letenye auf eine Mautstrecke 🤑.
7 km, die Hälfte davon Ortschaften 🤬
Die Vermeidung sieht auf der Karte kürzer und kurviger aus.
Schlappe 7,5 €, online nachgezahlt, für quasi rein gar nix.

Dafür entschädigt es mich dann mit 30 km wunderbaren Kurven über Bazakerettye durch lichte Wälder.
Nicht spektakulär - einfach nur schön 🏍 😍.

Balkan-HU2.png

Über Csesztreg geht es im 75er Schnitt durch die Ebene, bevor dann bis zur Grenze bei Szentgotthard nochmal ein Nationalpark mit sanften Wäldern erfrischt.
Die Minuspunkte aus der Puszta vor knapp zwei Wochen sind wieder gut gemacht 😎🤩

Das oststeyrische Hügelland in Österreich wird rauher, zerklüfteter, kurvendichter.
Wegweiser nach Fürstenfeld, Sinabelkirchen locken ein Lied aus der Kehle.

Balkan-AT-ostStyr.png

In Gleisdorf schickt mich TomTom zum zweiten Mal heute in die Mautfalle.
I wüll wieda ham, fühl me da so allaan....​

Ich möge doch bitte rechts bleiben, um die Autobahn zu meiden.
Doch rechts zweigt auch noch eine Autobahn ab. Ich hätte wohl doch besser mittig fahren sollen.
Als ich das Mautzeichen auf den Wegweisern seh', ist es schon zu spät.
Ein gefahrloses Wenden auf der Autobahn ist nicht möglich - und wohl auch in Österreich nicht gern gesehen.

Kurz vor Graz komm' ich wieder runter von der Autobahn - zu spät, als daß mir eine Stadtbesichtigung erpart bliebe.
3-fach drauf gezahlt: Maut, langsamer, langweiliger.
Hoffentlich akzeptieren sie wenigstens die Nach-Lösung.

Abends um 8 erreiche ich den Fischerwirt in Gratwein.
Hotel Restaurant Fischerwirt

Steyrischer Barock allererster Güte.
Die Kampfpreise von booking.com gelten nicht für die Speisekarte. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Wir kommen langsam nach Hause. Und die Österreicher wollen ja auch leben.
 
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Tag 16: Alpen, Donau, Moldau

Wenn ich im Navi "schnelle Strecke" eingebe, schickt es mich über die Autobahn (Linz, Passau, Regensburg) nach Hause.
Irgendwann am späten Nachmittag könnte ich da sein.
Aber wetter.com meldet ab 14:00 Regen.
Und ich hab' ja noch einen Tag.
Also bleibts beim Zwischenstopp am Moldaustausee.

Balkan-AT-quer.png

Kein Frage, die Landschaftsdichte Österreichs braucht sich gegenüber dem Balkan nicht verstecken.

Die kleinen Ortsverbindungsstraßen in der Steiermark wechseln zwischen kurvigen Tälern, Passtrecken und auch immer wieder gerne mal hangparallel. Wir bleiben überraschend flach, unter 1000 m.

20260916_091046-gmp.jpg

Gegen 10:00 quere ich zwischen den 2000-ern der Mürzsteger Alpen den Sattel zwischen Gaiberg und Seebergkögerl auf 1250 m.
Höher wird's heut' nimmer. Rekordhöhen oder Extrem-Haarnadeln gibts hier nicht.
Dafür bin ich aber zügig durch die Alpen durch.

Eine Stunde später blicke ich am Auslauf der Ybbstaler Alpen erstmals über die Donau, wohl in's Waldviertel.

20260916_111117-gmp.jpg

Das Donautal ist hier bei Amstetten recht schmal, und trotz gelegentlicher Ortsdurchfahrten keinesfalls langweilig.

Am Kollmitzberg gibts nochmal geiles Panorama.

Nach Westen hin verliert sich der Blick an der Donau entlang.
Südlich davon erblicken wir weite Strecken der österreichischen Alpen.

20260916_115250-gmp.jpg

Nach Norden schauen wir ins Wald- und ins Mühlviertel, und westlich davon verschwimmen wohl Böhmerwald und Bayrischer Wald im Horizont.

20260916_115618-gmp.jpg

Beschriftete Profipanoramen gibts beim Fotografen direkt:
Panorama Kollmitzberg - Nord West
Panorama Kollmitzberg - Süd

Jetzt bin ich aber schon neugierig, wie weit mein A33-Handy mit was-weiß-denn-ich Megapixeln da mit halten kann.

(1) dürfte der Kleine Ötscher sein
(2) der Scheiblingstein
und die gestrichelte Linie dazwischen in etwa meine Strecke aus den Alpen raus.

20260916_115201-gmp.jpg

Hier markiert der Pfeil den Großen Priel, mit 2515 h Höhe der höchsten Berg auf dem Panorama

20260916_115208-gmp.jpg

Westlich der Blick auf die Donau, rechts davon - unter dem Pfeil - sollte Linz zu finden sein

20260916_115221-gmp.jpg

Im Norden finde ich den Blasenstein Im Mühlviertel mit 723 m, den ich auf knapp 700 m passiert habe.
Rechts davon beginnt dann das Waldviertel.

20260916_115601-gmp.jpg

Klar, der Profi hat nicht nur bessere Ausstattung, er nimmt sich auch die Zeit, perfekte Sicht abzupassen. Aber so für'n Anfang find' ich das Ergebnis aus dem Handy ganz passabel.
Vielleicht würde es auch helfen, mal das Handbuch zu lesen.
Ich hab wohl 4 verschiedene Linsen drin...

-----------------------

Durchs Mühlviertel geht's oft auf kleinen Güterwegen, hin und wieder mal Ortsverbindungsstraßen.
Viele Einzelhoflagen oder kleinste Dörfer bremsen das Vorankommen.
Als ich überlege, das abzukürzen, bin ich schon fast um Freistadt rum und eh' schon kurz vor der Grenze.

Gegen 14:00 überquer' ich die Grenze nach Tschechien bei Dolni Dvoriste.
Reflexmäßig Sprit, und dann auch gleich Kaffe, Brotzeit, Wasser fassen.

Um 15:00 bin ich in Frymburk am Stausee Lipno an der Moldau.
Das Wetter war so gnädig und hat noch ausgehalten.

Die Unterkunft "Wellness & Spa Apartments Lipno - Frymburk"
https://www.booking.com/hotel/cz/rodinny-apartman-ve-wellness-hotelu-frymburk.de.html
ist ein klein bisschen Mogelpackung.
Es wird der Eindruck erweckt, als handele es sich um das SPA-Hotel, und man würde selbst Dienste wie Sauna und Restaurant anbieten.

Tatsächlich sind das aber private Zimmer, wenn auch im selben Gebäudekomplex.
Aber für jede extra Leistung des SPA-Hotels - sogar Parkplatz - zahlt man vollen Aufschlag.
Sei's drum. Der Regen kommt näher.

Das Zimmer ist sauber und geräumig. Der Weg zum Spa bleibt im Gebäude.
Die Therme erinnert - bis auf den Preis von knapp 32 € - nur auf den ersten Blick an deutsche Standards.
Richtige Massagedüsen, nach denen ich mich jetzt wirklich gesehnt hätte, sind Fehlanzeige.
Das Wassser ist kühl - zum Schwimmen grad' recht, Entspannen nur im Whirlpool.

Von den 3 Sauna-Ritualen hab ich zwei verpasst, bis ich merkte, daß es zwei finnische Saunen gibt 😒Das dritte war toll 🤗.
Die Saunawelt – oder auch Entspannungsbad

Den einsetztenden Regen genieße ich im warmen Außenbecken mit russischem Namen.
Mit Tageskarte darf man auch zwischendrin raus, z.B. in's Hotel-Restaurant, und danach wieder rein.
Touri-Büffet - ist für die 24 € OK. Ist halt schon Touri-Location 🤷‍♂️ - trotz Nachsaison.

Wenn man's mal verstanden hat, klappt's ganz gut.
Das nächste Mal würd' ich aber vorher beim Hotel direkt anfragen, ob's da nicht all inclusive günstiger geht.
 
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Tag 17: Nach Hause durch den Böhmerwald

Am nächsten Morgen regnet es zunächst noch.
Jetzt bin ich so weit gekommen ohne Regenkombi...
Ich wart' bis es rum ist und komm' erst kurz vor 10:00 los.

Zu viel Zeit zum Hin- und Her-Planen.
Ich nehm' Nyrsko aus dem Navi und lass erst mal dem Kurvenalgorithums sein strawanzendes Werk vollbringen.

Balkan-CZ-sumava.png

Die Strecke kommt mir irgendwie langweiliger vor als ich sie im Kopf hatte:
Weniger Wald, weniger Kurven, mehr böhmische Dörfer - aber nicht unbedingt schneller.
Das letzte Stück über Bor-Tachov-Bärnau kenn' ich auch nicht grad als meine Lieblingsstrecke.
Alles außer "kurvenreich" geht über Pilsen.

Als es durch Klattau geht, ist es zu spät, Nyrsko wieder rein zu nehmen.
Alles außer "kurvenreich" geht jetzt über die Autobahn.
Ich laß TomTom weiter strawanzen, bis ich in Bor merk', daß es echt schon wieder über Tachov will.

Ich hab' noch Zeit und intervenier:
Pleystein für einen letzten Satz Kurven auf deutscher Seite.
Selbst da muß ich per Wegweiser die alte Landstraße nach Rozvadov einschlagen, um nicht noch mal eine Überdosis böhmische Dörfer kredenzt zu bekommen.

Am Übergang nach Waidhaus der bis dato stressigste Grenzübertritt:
So ca 10 Fahrzeuge in der Schlange.
Ein junger Grenzspund kontrolliert, eine ältere Kollegin flüstert ein.
"Haben Sie etwas zu verzollen?" glaube ich von ihren Lipenn zu lesen.
Die Gegenfrage "welchen Teil von Europa und Schengen verstehen wir beide jetzt unterschiedlich?" liegt mir auf der Zunge.
Ich glaub' sie hat meine Gedanken gelesen und winkt mich durch.
Angst, vor dem Lehrling blamiert zu werden?

Plötzlicher Heißhunger auf eine Leberkassemmel befällt mich .... 😋
In Waidhaus find' ich keinen Metzger mehr - nur eine Dönerbude.

Der Metzger in Pleystein hat noch Leberkäs', aber keine Semmel mehr.
Der Bäcker am Marktplatz daneben hat Ruhetag.
Der Metzger lotst mich zu einem anderen Bäcker, um die Ecke, gleich beim Schloß.

Nach fast 7.000 km:

20260917_135648-gmp.jpg

Das TomTom kann mich jetzt gern haben.
Pleystein - Neuenhammer - Georgenberg - Flossenbürg - Bärnau .... die Heimatkurven gehen im Schlaf.

Direkt am Grenzübergang bei Bärnau geht ein Feldweg nach Hermannsreuth an der Grenze entlang mit einer atemberaubenden Aussicht über das Stiftland.

20260917_144806-gmp.jpg

Die fernen Gipfel von Ochsenkopf, Kösseine, Schneeberg kommen diesmal auf meinem Handy besser raus als auf dem Profi-Foto der Info-Tafel am Aussichtspunkt.

Ein Blick, quasi vom Norden des Moldanubikums, noch im Oberpfälzer Wald, auf die Gipfel des Fichtelgebirges im Süden des Saxothuringikums.
Die Grenzen dazwischen sind a bisserl unklar. Ich hab mal versucht, eine Linie zu interpolieren.
Ich glaub', unsere Küche liegt im Saxothuringikum, das Wohnzimmer im Moldanubikum. Oder so.

Ich addier' die Navi-Rest-km nach Hause auf den Tages-km-Zähler der GSA, plus 6000, weil der nur 3-stellig zählt. Das Ergebnis von 6975 scheint gefährlich niedrig.

Also noch eine Schlenker weiter auf meinen Heimatkurven nach Mähring, Neualbenreuth, Wondreb.
Auf der "Waldhäusl-Strecke" im Egerer Stadtwald fallen mir das erste mal die vielen Flicken und Löcher im Straßenbelag auf. So weit ist der Balkan gar nicht weg, wie es scheint.
Gott sei Dank - GS in artgerechter Haltung. 😅🤣😇

Kurz nach halb 4 nach Mittag - der km-Zähler ist noch mal über 0 gelaufen - komm' ich zu Hause an.

Boaah, ey, was für eine Tour
:motoradsmiley: :icon_king: :welcome-back: :bye:
 
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Also noch den Klee in die Erde, damit der wachsen kann, während ich toure.
3 Schlepper unter's Vordach, direkt an der örtlichen Spaziergängerautobahn.
Zu dreckig? wem das stört, der darf sie gerne waschen 😂
Hätt' ich bloß geahnt .... aber nein, nicht spoilern 🙊
Was hätt' ich geahnt?

Deutschland hat mich wieder.
Am Freitag 18.9. mit der alten 1150er eine Runde über die Fluren. Lage checken, Plan machen.
(Die 125er hat einen Platten, der irgendwie die letzten Tage nicht von selber heilen wollte)

Am Samstag 19.9. hol' ich meinen ersten Traktor wieder raus.
Was steckt da unter dem Scheibenwischer?
Freundliche Grüße von der Rennleitung,
"Ihr TÜV ist überfällig. - Bitte bis zum 14. 9. nachweisen" .... hahaha ...
Nach etwas Suche find' ich noch mehr von dem Zeugs.
Mein Schrauber-Schwager hat am 22. TÜV - sportlich - oder Mut zur Lücke.

10 Minuten nach ernsthaftem Grubbereinsatz: Tropfer vorne auf der Radabdeckung.
Kühlerschlauch locker? Beim Versuch, die Schlauchschellen anzuziehen, spritzt es noch mehr.
Stutzen am Ausgleichsbehälter gebrochen? Feierabend für heut.

Ich fahr' heim und versuch' Tracks aus dem Navi zu laden und meine Fotos zu sichten.
Das Ergebnis seht Ihr hier.

Eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben...
und ... irgendwann bleib' I dann durt, laß' alles lieg'n und steh' .... vielleicht ....
 
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gerne doch - und danke an alle 👍 für die motivierende Rückmeldung.

aber eigentlich ist das ja ein Forum hier, kein Monolog, oder?
 
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Von mir auch Danke fürs mitnehmen und den mega tollen Bericht!
Top Reiseliteratur!
 
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Auch von mir ein dickes "Danke" fürs mitnehmen!!!!!
Ich habe mächtig Respekt vor dem, was Du Dir zutraust.
Du bist ja offensiuichtlich auch schon deutlich über 30 Jahre :-)
 
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Ja, war ein bisschen Test, was der Kerl noch aus hält.
Aber das Risiko ist überschaubar. Entweder ab nach Hause über die Autobahn, oder notfalls das Moped irgendwo verstauen und mit dem Zug. Ist ja immerhin noch der selbe Kontinent.
 
hefranck

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So ganz überschaubar ist das Risiko m.E. nicht.
Ich fahre auch fast immer alleine, aber nachdem mir das hier in der Choriner Heide passiert ist, habe ich einen höllen Respekt und meide "abenteuerliche Straßen. Das hier ist mir weit weg von jeder Siedlung passiert und ich habe mein Bein nur unter dem Motorrad herausziehen können, da der Untergrung Sand war (mein Stiefel blieb unter dem Motorrad). Ich bin tagelang danach gelaufen wie Käptn Ahab.
 

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Hopfranz

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Na, unter einer Super Tenere möchte ich auch nicht liegen.
Clemens Gleich, seines Zeichens begnadeter Motojournalist, bezeichnete diese mal als
Gravitiationslinse.
Glaube ich.
 
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Das stimmt, die Yamaha ist schon en Wuchtbrumme.
Aber so richtig gemütlich liegt es sich unrer einer GS auch nicht :smile:
 
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Auch von mir vielen Dank fürs mitnehmen, was eine abwechslungsreiche Tour in zwei Wochen. Schon bei unseren jährlichen Ein-Wochen-Touren habe ich nachher immer so eine Art Informationsüberfluss im Kopf. Und den höchsten Respekt, das Du die Tour komplett Allein bewältigt hast. Wir sind immer in fester Besetzung von Drei bis Fünf unterwegs.
 
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So ganz überschaubar ist das Risiko m.E. nicht.
(...) höllen Respekt und meide "abenteuerliche Straßen. (...)
OK, vielleicht sollten wir das etwas differenzieren:
  • Kondition und Durchhaltevermögen
  • Unfallrisiko
  • Unfallfolgen
Meine Aussage "überschaubares Risiko" bezug sich auf den Faktor "Kondition".
Die verschwindet nicht binnen Sekundenbruchteilen, sondern binnen Stunden oder Tagen.
Und das hab' ich auf die Gesamtlänge bezogen, weniger auf die kniffligen Stellen.

Was Du ansprichst, ist einerseits das Unfallrisiko, grad' auf anspruchsvolleren Strecken.
Klar, bei schlechter Kondition nimmt das auch zu - deswegen bin ich z.B. in Bosnien umgekehrt, als es im Dunkeln (und am Ende der Tagesform) auf Schotter ging - tagsüber hätt' ich die Strecke locker gefahren. Auch die Sandfurchen zum Strand in Bulgarien hab' ich nur mit aktuell guter Form gefahren.
Beide Strecken waren aber gut frequentiert - alle paar Minuten kam jemand vorbei.

Ich bin jahrelang mit der 125er durch meine Äcker - auch Kartoffeln - gefahren.
Später dann auch (ohne Kartoffeln) mit der F 650 und der R 1150 GS.
Alle lagen schon mal flach, aber die Boxer hat der Vorteil, daß die Zylinder quasi als Stützen wirken - solange Du den Fuß nicht da drunter kriegst.
Und mit den nagelneu montierten Conti TKC 70 auf der 1200er bin ich auch gleich mal schräg über gegrubberten Acker. Ganz ungeübt bin ich also nicht.

Die Strecke, bei der ich in Albanien letztlich gekniffen hab', ist in OSM schon Dutzende km vorher (und danach) als "smoothness:very horrible" klassifiziert.

Key:smoothness - OpenStreetMap Wiki
konkretisiert das: Trial/Enduro motorcycles (<130kg),
Die Stufen drüber sind "horrible": dual-sport motorcycles (< 180kg)
und "very_bad": adventure motorcycles (>180kg)
d.h ich bin da quasi schon 2 Stufen über der Liga für GSA gefahren.

Das Problem ist, daß sie auch als "Highway", also befahrbare Verbindungsstraße drin ist und wohl von allen Routenplanern als "routeable" verwendet wird. Die Abenteuerlichkeit war also bei der Planung gar nicht zu erkennen. Ein Plangungstool, daß diese Infos anzeigt, hätte mich gleich davon abgehalten, es zu probieren. Ich hab' noch keines gefunden, aber bin - zusammen mit der AI - schon mal am überlegen....

Aber so kriegst Du das "boiled frog"-Problem. Die Strecke wird langsam immer schlechter - aber eben auch der Weg zum umkehren immer länger. Du denkst gerne mal: "bevor ich mir das zurück ein zweites Mal an tu, schau' ich lieber, daß ich dieses letzte Hindernis noch krieg'". Nachdem ich das realisiert hab', bin ich eigentlich immer schon früher umgekehrt.

Andererseits gibt es ja durchaus gut fahrbare Schotterstrecken, mit regelmäßigem Verkehr, z.B. in Bosnien - nur weiß man das halt erst hinterher.
Das ist eigentlich auch einer der "Lessons learned" aus dieser Tour.

Ja, solche Stürze, wie Du sie beschrieben hast, waren in "smoothness: very_horrible" sicher mit deutlich erhöhtem Risiko zu erwarten. Aber die sind zunächst mal nicht lebensbedrohlich.
Wobei - die smoothnes auf Deinem Foto sieht mir eher aus wie "very_bad" - also "Adventure-tauglich", das Problem scheint eher der lose Sand zu sein ... ich glaub' dafür gäb's auch einen OSM-Tag....
.... wenn man in die Fahrbahn-Klassifizierungen bei OSM einsteigt, erkennt man, daß das keine präzise Wissenschaft ist.

Womit wir zu den Unfallfolgen kämen - und die können wohl grässlich werden, wenn Du stundenlang hilflos irgendwo eingeklemmt bist. Ich glab' das Risiko hätt' ich wohl am ehesten in Griechenland gehabt, und da ist der Weg als "Trail", also als Feldweg klassifiziert, ohne weitere Einschränkungen. Und Bestandteil eines Fernwanderweges. Und von TomTom geroutet trotz "unbefestigte Strecken vermeiden". Also ungeplantes Abenteuer. Aber da hatte ich immerhin Handy-Empfang.

In Albanien kamen mir auf der Strecke alle Stunde ca Menschen, Fahrzeuge, auch Mopdes entgegen.
Das Dorf hat sogar einen Wikipedia-Eintrag.
Frashër - Wikipedia

Aber ja, letzlich war das Entscheidungskriterium zum Wenden immer "was machst Du, wenn es Dich da wirft", nicht "Das schaffst Du nie".

Ich würde gerne die Strecke von Erseke nach Frasher - also von der anderen Seite her - noch mal probieren. Aber nicht alleine, mit einem Quartier in der Nähe und am besten auch ohne Gepäck.
 
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