Ich bild' mir ja Lernfähigkeit ein.
hab' mir also jetzt mal das Handbuch zum XT quer gelesen.
(bei XT2 und XT3 hat die Community wohl noch nicht entschieden, ob die grünen Bananen schon langsam gelblich werden...)
Hut ab. Endlich mal jemand, der auch ein Handbuch liest und nicht einfach Trial und Error verwendet. Das XT kann vieles besser als die älteren Navis, hat aber wie alle Lösungen natürlich auch Nachteile.
Ich empfehle die Verwendung einer Speicherkarte, da wird das Arbeiten mit GPX-Dateien bei Problemen einfacher.
Das XT kann im Massenspeichermodus genau wie der Name sagt verwendet werden. Man braucht halt das entsprechende Kabel. Der Stecker ist ein Micro-USB, also nicht mal Mini-USB. Das Kabel muss mitgenommen werden. Auf der anderen Seite ist der normale (große) USB-Stecker, nur über Adapter mit einem Smartphone zu verwenden. Über das Kabel kann man dann sowohl im internen Speicher wie auch auf der SD-Karte Dateien ablegen und löschen.
Legt man eine GPX-Datei auf der SD-Karte im Ordner Garmin/GPX ab, kann man diese importieren. Ist eine Route darin, wird sie über den Routenplaner importiert. Ist ein Track darin, wird sie in der Track-App importiert. Geht man auf diesen Track, kann man die Anzeigefarbe wählen und auch auswählen, ob dieser Track dauerhaft auf der Karte gezeigt werden soll. Hat man also einen solchen Track auf der Basis einer anderen Karte erhalten, kommt es zu keinen Umplanungen. Schließlich wird so nur die Linie gezeigt. Man muss dann ohne Navigation durch das Navis selbst nachfahren. Bei der Navigation nach Track zeigt das XT dann eine gestrichelte Linie an, wenn man sich von dem Track entfernt. Natürlich kann man den Track in eine Route konvertieren, allerdings geschieht das dann auf der Basis der verwendeten Vermeidungen für die gewählte Karte. Das kann zu deutlichen Abweichungen führen.
Man kann Routen auch über Garmin Drive übertragen. Das habe ich aber noch nie gemacht. Ich würde dann eher einen USB-C-Kartenreader für SD-Karten mit in den Urlaub nehmen, die SD-Karte aus dem XT ausbauen und die relevanten Informationen vom Smartphone auf diese SD-Karte speichern. Denn beim Übertragen mit den Garmin-Lösungen wird der interne Speicher mit zu importierenden Routen zugemüllt. Das kann man nicht am XT bereinigen, sondern muss das über einen PC machen. Auf die SD-Karte kann man Routen einzeln ablegen und später auch einzeln löschen.
Die Software-und Karten-Aktualisierungen können über WLAN (dauert lange) installiert werden. Man kann das unter Windows auch mit Garmin Express machen, aber das hat bei mir nachweislich schon zu Problemen geführt. Bei einem von 2 Garmin XT waren die Karten plötzlich weg, die Lifetime-Lizenz war vorhanden, nur wurden trotz fehlender Karten keine Updates gemacht. Garmin konnte mir nicht helfen, der Zufall halft mir dann selbst, beide sind wieder OK. Die letzte Information von Garmin war, ich soll Garmin Express auf einem Rechner installieren, bei dem das Programm noch nie drauf war und dann noch mal probieren.
Radarinformationen (Cyclops) kann man nur über Garmin Express aktualisieren, dazu braucht man also einen PC oder Apple.
Die Verkehrsdaten sind im Vergleich zu TomTom deutlich schlechter. Deshalb habe ich parallel ein Smartphone mit der TomTom Go-App auf Touren dabei (besonders, wenn doch mal Schnellstraßen zu befahren sind). Dort sieht man die Informationen, die vom TomTom-Server kommen und auch bei vielen Auto-Navis die Grundlage für Vermeidungen bilden. Die sind nach meiner Erfahrung aktueller und besser als die über Garmin Drive bereitgestellten Daten (war bei der Anfahrt nach Genua über die Autobahn parallel eindeutig zu erkennen). Ich nutze daher Garmin Drive nicht mehr.
Bei den Vermeidungen im XT kann man unbefestigte Straßen an oder ausschalten. Das ist aber kein Schalter, um beliebige Feldwege mit einzuplanen. Wenn auf der Karte eine routingfähige Strecke ist, für die der Kartenhersteller für Garmin "unbefestigt" festgelegt hat, kann man diese ein- oder ausschließen. Einen nicht routingfähigen Feldweg kann man jedoch nicht verwenden. Also Tracks vom ACT oder TET sollte man lediglich auf der Karte anzeigen lassen und selbst abfahren. Das Umwandeln in eine Route führt zu Chaos.
Aus verschiedenen Gründen läuft mein XT solo, also keine Verbindung ins Internet oder zum Headset, keine Ansagen im Helm, keine Musik. Wenn es dumm läuft, fahre ich auch mal an einer Abbiegung vorbei und muss dann drehen. Dafür habe ich keine Verbindungsprobleme zum Headset meiner Frau, die mir auf ihrem Motorrad nachfährt oder zum Smartphone für Telefonate.
Den Kurvigkeitsalgorithmus des XT habe ich nur selten verwendet. Normalerweise nutze ich Planungssoftware weiterhin Garmin Basecamp, importiere mir dahinein GPX-Dateien von anderen, von Kurviger erzeugt, von Calimoto erzeugt, etc. und plane darüber das, was ich selbst dann abfahren möchte. Und das wandert dann als GPX-Datei mit den Wegpunkten sowie als Track auf das XT. Den Track lassen ich anzeigen, das Routing mache ich über die GPX-Datei mit Wegpunkten (sind als Shaping Points). Werde ich gezwungen abzuweichen (z. B. wegen Streckensperrung) rechnet das XT neu, aber ich sehe in Relation dazu den geplanten Track auf der Karte.
Gruß
Klaus