Lautes ABS Initialisierungsgeräusch/ ABS Ausfall

Diskutiere Lautes ABS Initialisierungsgeräusch/ ABS Ausfall im R 1150 GS und R 1150 GS Adventure Forum im Bereich Motorrad Modelle; Hallo! Hier mal wieder ein Thema zum extrem nervigen ABS System der 1150 er gs. Kurze Vorgeschichte: Ich fahre eine GS 1150 bj 2002. Es ist das...
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Crisscross

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Hallo!
Hier mal wieder ein Thema zum extrem nervigen ABS System der 1150 er gs.
Kurze Vorgeschichte:
Ich fahre eine GS 1150 bj 2002. Es ist das ABS 2 verbaut.
Vor zwei Jahren habe ich die Maschine erworben.
Nach ca. 2000 km ging auf einer Urlaubsfahrtdie ABS Warnleuchte an (ABS Ausfall).Es war kurz nach einem Tankstop.Das Initialisierungsgeräusch war viel lauter als sonst. Es tat einen Schlag und die Warnleuchten gingen an. Zu Hause angekommen ging ich zum BMW Händler. Er las den Fehlerspeicher aus und sagte mir, wenn ich Glück habe sollte es jetzt wieder funktionieren, ansonsten würde eine Reparatur ca. 2000 Euro!! kosten. Was genau er als Fehler ausgelesen hat sagte er mir nicht, bzw wollte er mir nicht genau sagen.
Das ABS Problem hatte sich nach dieser Prozedur zuerst mal erledigt und ich war bester Dinge, dass das Thema nun erledigt wäre..........
Bei einer Urlaubsausfahrt im selben Jahr (nach ca. 1500 weiteren km) tat es nach dem Losfahren wieder einen gewaltigen Schlag und das Problem begann wieder von vorne.....
Nachdem ich im Hotel angekommen im Netz recherchierte, wie man den Fehlerspeicher löscht tat ich dies auf dem Parkplatz und nach etlichen Versuchen tauchte der ABS Ausfall schon immer direkt nach dem Losfahren auf.
Mein ABS war jetzt also endgültig am AR...
Nachdem ich zu Hause etliche Forenbeiträge studiert hatte machte ich mich an die Fehlersuche.
Es wurde eine neue Batterie eingebaut .....kein Erfolg
Es wurden alle sensoren gereinigt, die Abstände kontrolliert....kein Erfolg
Es wurde ein neuer Starter eingebaut........kein Erfolg
Es wurde das komplette System mit neuer Bremsflüssigkeit befüllt und entlüftet......kein Erfolg
Zum Schluss habe ich, so wie es im Netz beschrieben ist, den Druckmodulator ausgebaut, das Teil geöffnet, die Druckkolben und die Ferritscheiben gereinigt (1000 er Schmirgelpapier).
Das ABS Modul sah nach der Öffnung im Bereich der Ferritscheiben/Stahlscheiben neuwertig aus.Trotzdem war nach der Reinigung schwarzer Dreck am Schmirgelpapier.Die Gegenplatte des vorderen Bremskreises wurde viel härter an die Gegenscheibe gedrückt wie die des hinteren Bremskreises. Ich bog mit einem Schraubendreher vorsichtig die Federn etwas zurück um mehr Leichtgängigkeit zu gewährleisten, so dass beide Bremskreise den gleichen mechanischen Widerstand haben. Am Fuße der Druckkolben war ganz feiner schwarzer "Schlamm" zu erkennen.
Das System wurde gründlich gereinigt, wieder zusammengbaut, befüllt, entlüftet und......JUHU ES funtioniert wieder!!!!!!!!!!
Bei der ersten Fahrt nach der "Reparatur" war das Initialisierungsgeräusch viel leiser als sonst, das ABS wurde von mir sofort getestet. Es funktioniert tadellos vorne und hinten.
Jetzt, nach ca 30-40 km Fahrt am Wochenende ist das Initialisierungsgeräusch schon wieder viel lauter als es war, Das ABS funktioniert immer noch.....puh......wie es soll aber ich werde den Gedanken nicht los, dass es sich demnächst bei dieser Geräuschkulisse wieder verabschiedet, da dieses laute Einschaltgeräusch immer der Vorbote vom Ausfall war.
Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Weis irgendjeman von Euch, was da mechanisch überhaupt passiert?????
Wieso ist es manchmal leise und manchmal laut?
Hat jemand von Euch einen ähnlichen "Leidensweg" hinter sich??


Vielen Dank

Gute Fahrt
 
BergischJung

BergischJung

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Moin,

ich habe das gleiche Modell. Jedoch nie Probleme damit.
Vielleicht hilft Dir die Seite weiter: 4V1 ABS II Typen-Verwendung-Tests

Zur Funktionsweise: (Text bei Gerd "ausgeliehen")
"Der Motor spannt starke Federn über eine aufgewickelte Kette. Am Endpunkt wird ein Schalter betätigt, die E-Kupplung löst und die Feder entspannt sich schlagartig. Das ist das hörbare "Hämmern" und das einzelne "Klack" beim Test.
Ist die Kupplung "glitschig" so spannt sich nix, ist sie festgerostet so zieht der Motor eben "seinen" Laststrom weil er die Feder gespannt hält.
Der Kolben kann nicht "zurückgerissen" werden weil mit ihm überhaupt nichts verbunden ist. Gemeinsam mit der Feder wird ein Bolzen zurückgezogen der den Kolben nach oben drückt(e). Somit kann der Kolben in seinem Zylinder nach unten "fallen" bzw vom Bremsdruck nach unten geschoben werden. Es geht da um insgesamt ca. 2..3 mm. Sobald er sich nach unten bewegt wird das Volumen der Bremsleitung grösser, der Druck darin sinkt, die Bremse öffnet und das Rad dreht wieder. "Nachdrücken" geht nicht weil in dieser Zeit ein Ventil die Bremsleitung zum Bremshebel schliesst.
Die entspannte Feder ist so stark, dass sie den Kolben wieder nach oben schiebt, den Bremsdruck wieder herstellt und das Ventil freigibt (das ist das fühlbare "Rattern").
Blockiert das Rad wieder wird der Vorgang wiederholt."

Möglicherweise hilft auch nur ein kompletter Tausch der M.-Einheit. Einige Spezialfirmen liefern generalüberholte Einheiten mit 2 Jahre Garantie. Kosten so um die 800,-- € und somit immer noch günstiger als für 2.000,-- eine Neue.

Beste Grüße
Rainer
 
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elfer-schwob

elfer-schwob

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hallo criss,
du kennst die anatomie vom modul besser als die allermeisten hier.
ich hab mein abs genau so repariert wie du.
vor 2 jahren o. 40 tkm. funkt tadellos.
mein klackklack ist nach meiner rep. dauerhaft lauter als vorher.

der anschlag für die scheibe, wo die kette aufgewickelt ist, ist ein gußzapfen, ohne jegliche dämpfung. dort knallt die scheibe federkraftbetätigt drauf.
die einzige dämpfung des system ist die verdrängung der brfl. durch den zurückschnellenden kolben.

ich habs schon geschafft, diesen anschlagszapfen bei einem testmodul beim auslösen des systems auf der werkbank - ohne anschluß der leitungen - zu zerbröseln!

mein tipp: öfters das abs in den regelmodus bringen. dann hälts.

ich weiß, deine frage, wieso mal laut u. mal leise, ist damit nicht beantwortet.

aber ein lautes klackklack ist ein gutes klackklack!
toitoitoi!
 
Truckie

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Moin.
Chris, welche Feder hast du eigentlich "nachgebogen"? Die Federscheibe hinter der Ferritscheibe? Da der vordere Bremskreis die Hauptbremsarbeit verrichten muss, ein deutlich größeres Flüssigkeitsvolumen und mehrere Kolben bewegen muss, war das vielleicht keine so gute Idee. Warum sollte sich die Feder im Laufe der Zeit verhärtet bzw stärker spannen bzw ihre Federrate verändern? Bin nicht der absolute Experte, aber diese Frage stell ich mir.
Grüße Volker
 
C

Crisscross

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Hallo Volker,
ja das was Du sagst leuchtet mir ein. Ich habe einfach auf diverse Internetbeiträge vertraut, welche diese genannten Federn mit ihrem übermäßigen Anpressdruck, bzw. Verkleben auf den Scheiben für den Ausfall verantwortlich machten. Es hängt wohl auch mit der Stromaufnahme zusammen. Das System zieht mit minimal entlasteten Tellerfedern wesentlich weniger Strom als bei starkem Anpressdruck. Defekte Druckmodulatoren haben meistens wohl auch eine erhöhte Stromaufnahme.
Beide Scheiben werden jetzt gleichmäßig auf die Gegenscheibe gedrückt......und es funktioniert. Aber insgesamt war das eher eine "Gefühlssache" und der Gegendruck wurde durch diese Maßnahme nur minimalst beeinflusst.
 
Rainer aus dem Norden

Rainer aus dem Norden

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Moin Criss,
mein ABS tut es noch, bis jetzt! Ich habe mich aber auch schon mit der Materie beschäftigt und ein Defektes erworben, was ich repariert habe. Ich habe im Netzt rausgefunden, dass es wohl 3 mögliche Fehler gibt: Festsitzende Kolben (Plunger), die Reibscheiben und das Relay. Die haben da beim Relay, um die Oberfläche zu vergrössern, ein -Y- (Krähenfuss) als Kontakte genommen. Beide Kontakte müssen absolut zeitglech schalten, sonst fliesst der Anlaufstrom des Motors erstmal nur über einen Kontakt, der dann langsam verbrennt. Dann fliesst der Strom nur noch über den Anderen, bis der verbrannt ist! Man kannt die Kontakte vorsichtig anschleifen und justieren. Ob das dein Fehler ist, kann ich natürlich nicht sagen!
Viele Grüsse, Rainer
 
elfer-schwob

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hi volker,
sowohl im hi., als auch im vo. system wird jeweils nur 1 kolben bewegt und ich bin mir gerade nicht sicher, ob nicht beide kolben auch identischen durchmesser haben.
die federn haben den zweck, die ferritscheiben u. die spulen in tuchfühlung zu halten.
mit einschalten der magnetspulen werden die ferritscheiben angezogen und die spulenkörper durch den systemmotor ca. 90 grad gedreht, was die kette spannt und somit das "reservoir" im system für die brfl. freigibt.
sobald die spulen abgeschaltet werden, schnellen die spulen zurück gegen diesen gußzapfen. und das knallt!

die federn zw. den scheiben haben darauf keinen einfluß.
das wegbiegen dieser federn soll die stromaufnahme des systemmotors reduzieren, damit dieser freier dreht und die elekrtronik nicht wegen überhöhter stromaufnahme abschaltet u i. fehlermodus geht.

nochmals: solangs klackklack macht funktionierts...
 
Truckie

Truckie

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Hi,
jetzt hab ichs verstanden. Bin halt immer so eingestellt, dass sich gerade bei sensiblen Systemen wie Bremse / ABS, irgendwann irgendwelche schlaue Leute Gedanken gemacht haben und man nicht so dran rum biegen sollte.
Danke.
Grüße Volker
 
Thema:

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