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Chefffe
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Ach das wird zur Sonnenwende erst richtig lustig,und ab Herbst naja schauen wieviel wir dann im Speicher haben an gas.Der Sonntag war mal wieder Geil was den Strom betrifft, der deutsche Börsenpreis kollabierte wieder ein mal. Acht Stunden lang negativ, von etwa 9 bis 17 Uhr, mit dem Tiefpunkt um 14 Uhr bei minus 480 Euro pro Megawattstunde im Day-Ahead-Markt. Sonntag, viel Sonne, wenig Wind, geringe Last.
An dem Beispieltag, dem noch viele folgen werden, geht die Verlegung der Netzentgelte in den Bundeshaushalt komplett nach hinten los. Unsere Energiepolitik ist völlig irre. Die Regierung bezahlt dem PV/Wind Anbieter die garantierten Preise und bezahlt auch noch die Netzentgelte für Leute die sich für das Stromverbrauchen vom Staat bezahlen lassen. Wer am Sonntag als Tibber- oder Octopus-Kunde
seine 100 kwh Batterie im Porsche, Mercedes, BMW oder Tesla voll machte, bezahlte nichts, sondern bekam € 40. Und das ist nicht Glück, das ist die Belohnung dafür, wenn man sich sich auf einen dynamischen Vertrag eingelassen und frühzeitig Smart Meter installiert hat. Ich fand es mal wieder gut, über den Tag 50kWh verbraucht und gut 11€ Gewinn gemacht.
Einige volkswirtschaftliche Analphabeten werden es feiern weil sie nicht verstehen wollen, dass das ganze Geld vom Steuerzahler kommt. Unsere Nachbarn die Östereicher nutzen die Situation dann / oft clever aus, die genau dann immer wieder ihre Pumpspeicher anwerfen um sich für die Abnahme unseres überschüssigen Stroms bezahlen lassen. Diesen Strom kaufen wir dann Nachts oder bei Dunkelflaute teuer wieder zurück und bezahlen zum zweiten Mal. An dem Beispiel sieht am sehr gut die uns an jeder Ecke vorgegebtete Statistik über die Stromerzeugung, und die reale Realität. Am Sonntag waren es rerale 23 Mio € die der Deutsche Steuerzahler dafür bezahlt hat, dass man den überschüssigen Strom los wurde.
Wer von Lastverschiebung redet, denkt zuerst an die Industrie. Aluminiumhütten, Elektrolyseure, Kühlhäuser, Pumpspeicher, alle prinzipiell flexibel, alle theoretisch in der Lage, einen Sonntag mit minus 480 Euro pro Megawattstunde produktiv zu nutzen. In der Praxis tun sie es zum überwiegenden Teil nicht. Der Grund liegt in den Vertragsstrukturen und den Netzentgelten, nicht in der Technik. Denn Industriestrom-Verträge laufen typischerweise über Power Purchase Agreements und Terminmarkt-Hedging mit mehrjähriger Vorlaufzeit. Hinzu kommen die mit 6,5 Mrd. € subventionierten Netzentgelte. Wer als Industrieverbraucher mehr als 7.000 Vollbenutzungsstunden gleichmäßig abnimmt, bekommt bis zu 90 Prozent Rabatt auf die Netzentgelte. Die Regelung stammt aus einer Zeit, in der Grundlast als Tugend galt. Heute belohnt sie das exakte Gegenteil von Flexibilität. Wer dynamisch auf Marktsignale reagieren würde, verlöre seinen Rabatt. Das System ist auf konstanten Verbrauch geeicht, nicht auf Marktintegration. Man müsste Flexibilität ermöglichen statt sie zu bestrafen. Ähnliches gilt übrigens auch für die Verteilnetzebene. Denn die Verteilung ist nicht intuitiv. Der Standardtarif-Haushalt zahlt heute seine 35 Cent pro Kilowattstunde wie immer. Er profitiert nicht vom Negativpreis, weil sein Vertrag ihn vom Spotmarkt entkoppelt. Er zahlt aber mittelbar mit: über Steuern, die in die EEG-Vergütung der Bestandsanlagen fließen, und über Netzentgelte, die Ausgleichsenergie-Kosten enthalten. Die Subvention fließt, ohne dass sie Verhalten ändert.
Auch Akkukraftwerke bauen interessiert nicht, stattdessen werden jetzt Verträge zum Bau von Gaskraftwerken geschlossen, damit man auf Kosten der Steuerzahler die Kohlekraftwerke abreißen kann. Wobei das an den Überschûssen bei Solar am Wochende nichts ändert. Offenbar hat man aus dem Abschalten der Atomkraftwerke nichts gelernt. Ich glaube ja, dass da das Versprechen viele hunderte Milliarden in die USA zu schieben dahinter steht, denn anderes kann ich mir diesen finanziellen Unsinn nicht erklären.


