Bin vergangenen Herbst mal auf der Passhöhe des Bernina von der Polizei rausgewunken und in ein "Aufklärungsgespräch" verwickelt worden. Und das kam so:
Beim Passieren der Zollstation "La Motta" war ich wohl einer Polizeistreife aufgefallen, die sich mir an die Fersen geheftet hat - ich hatte davon aber nix mitbekommen. Erst oben auf der Passhöhe, nachdem ich umgedreht hatte, um eine weitere Runde zu drehen, schoss ein Streifenwagen mit quietschenden Reifen um die Ecke und gab mir Signal, rechts ran zu fahren. Ein junges Polizistenpärchen stieg aus und gab mir durch ernste Minen zu verstehen, dass sie mit meiner Fahrweise nicht ganz einverstanden waren.
Es stellte sich heraus, dass sie die ganzen viereinhalb Kilometer versucht hatten, mich einzuholen, der Abstand aber immer größer geworden war. Ich solle hier kein Rennen veranstalten und Umdrehen und weitere Spaßfahrten seien ohnehin verboten. Außerdem hätte ich wohl eh jede Kurve geschnitten und sie würden hier keine Toten haben wollen.
Ich gänzlich unbeirrt: "Kurven schneide ich generell nie, weil das ganz schlechter Stil und vor allem sehr gefährlich ist" und schneller als 80 sei ich nie gefahren. Außerdem sei ja wohl JEDE Fahrt mit dem Motorrad eine reine Spaßfahrt und selbstverständlich wüsste ich Gefahren, die durch den Betrieb eines Motorrads entstünden, richtig einzuschätzen und entsprechend zu vermeiden.
Die beiden mussten sich glaube ich ein Lachen verkneifen, aber da sie sich mit dem Kurvenschneiden verraten hatten (ich schneide diese tatsächlich nie), wusste ich, dass ihr Abstand zu groß gewesen war, um irgendetwas tatsächlich beobachtet zu haben. Der Mann am Steuer hatte vermutlich das Letzte aus dem Skoda-Dienstwagen heraus geholt und trotzdem nur ab und zu Sichtkontakt hergestellt - wenn überhaupt. Also blieb den beiden nur, mich mit gut gemeinten Ratschlägen für die Weiterfahrt zu empfehlen.
Das mit den verbotenen Spaßfahrten hat sie nicht weiter interessiert.
Gruß
Serpel