Zum Thema zwischen den Zeilen könnte man lesen die KTM hätte gewinnen müssen:
Mein Schwager ist total heiß auf das Teil also war ich mit ihm letzten Samstag zum KTM Händler für eine Probefahrt. Er die 1190 Adventure ich die 1190 Adventure R nach der Halbzeit getauscht.
Nach 1 Stunde war mir wieder klar warum die KTM gaaaanz schnell bei mir raus war als ich mir damals die LC gekauft habe. Windschutz mit Serienscheibe weit hinter der LC, Fahrwerk gut aber viel zu unkomfortabel für eine Reisemaschine.
Im Vergleich zur BMW finde ich sie unhandlich, liegt wahrscheinlich an dem schmalen Lenker. Die Bremsen hatten, wie bei meiner letzten Probefahrt, einen langen Leerweg bzw. sehr spät anliegenden Druckpunkt. Sitzposition passt für mich nicht. Design naja...
1190 Adventure R lässt dich das 21" VR deutlich spüren, wohingegen dies bei der AT überhaupt nicht der Fall ist. Auf kleinsten Straßen mit engsten Kurven lässt sich m.M. nach die AT sogar nochmal handlicher und leichfüßiger fahren wie die GS LC und erst recht wie die Adventure R, obwohl die von dem was auf dem Papier steht eigentlich das Maß der Dinge sein müsste.
Ich denke 95% der Biker die direkt hintereinander das Stilfser Joch mit der KTM Adventure (R), GS(A) LC und AT(DCT) fahren würden, würden sich oben, sofern sie ehrlich zu sich und ihren Mitmenschen sind, für die AT DCT entscheiden.
Das der Motorradalltag aus mehr besteht wie aus Alpenpässen ist klar und das daher in der Summe für den einen die KTM den anderen die BMW und wiederum einen anderen die AT gewinnt ist klar. Für mich liegt in der Summe die AT knapp vor der GS und beide weit vor der KTM, Leistung ist nicht alles!
Die BMW vermittelt ein subjektives Gefühl von Sicherheit durch ihre enorme Stabilität und bestätigt dies auch objektiv mit eine perfekten Traktionskrontrolle , gutem ABS und einem enorm kurzen Bremsweg, bezahlt das aber mit praktisch null Rückmeldung von dem was zwischen Reifen und Straße passiert. Sie leidet aber auch unter ihrer, im Vergleich zur AT, ungünstigen Verteilung der Massen, was sich insbesondere in Serpentinen bemerkbar macht.
Die AT gibt dir glasklare Rückmeldung was mir persönlich mehr Spaß macht. Beim Bremsen in Schräglage weißt du jederzeit was Sache ist, ebenso beim herausbeschleunigen. Die Möglichkeit einerseits sehr nah am Lenker sitzen zu können, andererseits aber auch weiter weg zu rutschen und in beiden Fällen bequem zu sitzen erweist sich in vielen Situationen als Vorteilhaft. Das Licht, das ich anfänglich als schlechter eingeschätzt habe wie das der BMW, zeigt sich nach einigen Nachtfahrten als gleichwertig, das Tagfahrlicht sogar als besser (hatte zwischenzeitlich auch schon einige 100km eine andere AT im Rückspiegel).
Die Praxis sieht bei mir mittlerweile so aus, dass ich die AT mit Heidenau K60 bereift auf Reisen und längeren Touren fahre und die GS mit Tourance Next bereift für die flotte Eifelrunde aus der Garage hole.
Wenn ich längere Zeit nicht zwischen beiden Motorrädern gewechselt habe fällt mir regelmäßig der Umstieg von AT auf GS schwieriger wie umgekehrt. Das fehlenden Gefühl für das Vorderrad der GS lässt mich jedesmal auf den ersten Kilometern denken "was ein scheiß Bock"... was regelmäßig nach kurzer Zeit in ein "ist ja doch ganz geil" wechselt. Während ich mich auf der AT immer ab dem ersten Meter pudelwohl fühle und mich auf der ersten schmalen Serpentinenstrecke (die bei mir 500m nach dem Ortsschild anfängt) denken lässt "verkauf doch endlich die blöde BMW du hast doch alles was du brauchst".
Vielleicht ist es Ende des Monats so weit, dann fahre ich ein Wochenende Enduro mit einer geliehenen 400er KTM, die Gefahr ist groß das der habenwillsofort Faktor so groß ist, dass die Hobbykasse mit dem Verkauf der BMW aufgefüllt werden muss.