Servus zusammen,
mal wieder ein kleines Update zur R1300RR – und diesmal mit einer richtig guten Nachricht:

Sie startet!
Aber der Weg dorthin war… sagen wir mal, etwas lehrreich

Was war das Problem?
Wie ich eigentlich von Anfang an vermutet hatte, lag es am Keyless Ride System – und ehrlicherweise auch ein Stück weit an mir selbst.
Ich war etwas zu voreilig beim Verkauf von Teilen.
Konkret geht es um die sogenannte Keyless Ride Unit.
Viele denken dabei nur an die Antenne – tatsächlich ist das Ganze aber deutlich komplexer. Es handelt sich um eine Einheit bestehend aus:
dem eigentlichen Modul
der Arretierung für das Lenkradschloss
und dem kompletten Mechanismus mit Elektromotor und Getriebe
Also ein Bauteil, das man eigentlich nicht zerlegen sollte.
Mein Fehler
Natürlich war mein Gedanke wieder:

Gewicht sparen.
Also habe ich die Keyless Ride Unit vom kompletten Mechanismus getrennt – Elektromotor, Getriebe etc. raus.
Soweit so gut…
Getestet habe ich es aber nie.
Und dann kam der eigentliche Fehler:
Ich habe die komplette Front – also Gabeln, Steuerrohr und Gabelbrücke – verkauft… inklusive dieser Einheit.
Ohne nochmal darüber nachzudenken.

Das hat mich am Ende gut zwei Wochen Projektzeit gekostet.
Warum funktioniert das nicht ohne Weiteres?
Das System ist so aufgebaut, dass es ständig überprüft:

Wo steht der Verriegelungs-Pin?
Über das Zahnrad (inkl. Magnet) erkennt das Steuergerät die Position und gibt erst dann das Startsignal frei.
Ohne Motor, ohne Pin, ohne Bewegung →
keine Freigabe. Kein Start.
Ich habe wirklich einiges ausprobiert:
Widerstände
verschiedene elektrische Lösungen
sogar mit Magneten „getrickst“
…aber nichts hat zuverlässig funktioniert.
Die Lösung
Am Ende war es dann doch „einfach“:
Ich habe ein gebrauchtes Lenkradschloss einer R1300 besorgt,
das originale Modul dort wieder montiert
– und einfach getestet.

Und es hat sofort funktioniert.
Manchmal ist der einfachste Weg eben doch der richtige.
Fazit
Falls jemand irgendwann auf die gleiche Idee kommt:

Finger weg davon, die Keyless Ride Unit zu „zerlegen“, ohne das System komplett zu verstehen.
Das Ding ist komplexer, als man denkt.
Und jetzt?

Die R1300RR läuft.
Wenn alles gut geht, wird sie kommendes Wochenende das erste Mal bewegt.
Noch nicht final fertig – aber schon sehr, sehr nah dran.
Und das ist ein ziemlich gutes Gefühl.
Noch ein wichtiger Punkt zum Schluss
Was man bei der ganzen Sache wirklich verstehen muss:

Wenn die Keyless Ride Unit bzw. das Lenkradschloss nicht weiß, wo der Pin steht, gibt es keine Startfreigabe.
Das bedeutet im Klartext:
Das Motorrad könnte technisch eigentlich komplett in Ordnung sein –
aber wenn diese Einheit nicht korrekt funktioniert oder „stirbt“, hast du im schlimmsten Fall einfach ein stillgelegtes Motorrad.
Es gibt allerdings einen Workaround:
Hier im Forum hat jemand den Mechanismus komplett zerlegt, den Pin entfernt und das System so positioniert bzw. „fixiert“, dass die Unit denkt, alles ist in Ordnung. Damit hat es dann auch funktioniert.

Also ja, es gibt Lösungen – aber ich muss ehrlich sagen:
Das ist schon alles ein bisschen… zach.
Auf der anderen Seite gibt es auch andere Beispiele:
Die R12 G/S hat ebenfalls Keyless Ride, aber dort sind z. B. das Lenkradschloss und der Tank mechanisch gelöst und nicht elektrisch.
Das führt dann wiederum zu ganz anderen Situationen:
Man kann theoretisch das Motorrad starten, losfahren – und das Lenkradschloss ist noch drin.

Auch nicht wirklich optimal… oder eher gesagt: ziemlich gefährlich.
Am Ende sieht man:
Es gibt hier kein perfektes System – nur verschiedene Ansätze mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen.
Und genau bei solchen Details merkt man wieder:

Wie komplex moderne Motorräder geworden sind – selbst bei einem Bauteil, dem man am Anfang kaum Beachtung schenkt.