Servus zusammen!
Nach einer etwas lĂ€ngeren â oder vielleicht auch gar nicht so langen â Pause melde ich mich wieder zurĂŒck. In den letzten Wochen ist rund um meine R 1300 RR einiges passiert, und ich möchte euch heute von einem Erlebnis erzĂ€hlen, das fĂŒr mich persönlich wahrscheinlich zu den ganz besonderen Momenten dieses Projekts gehört.
Ich war mit der R 1300 RR in MĂŒnchen und hatte dort die Möglichkeit, das Motorrad einer ganz besonderen Gruppe von Menschen vorzustellen. Es waren ausgewĂ€hlte Personen, die teilweise sehr eng mit BMW Motorrad und der Marke verbunden sind. Einige davon waren direkt bei BMW, andere waren Freunde und Motorradbegeisterte, die eingeladen wurden, das Motorrad zum ersten Mal zu sehen â und teilweise auch zu fahren.
Und dann war da noch Gerhard Forster.
Gerhard und ich kennen uns mittlerweile schon ein bisschen lĂ€nger, trotzdem war dieser Moment fĂŒr mich etwas Besonderes. Ich war ehrlich gesagt ziemlich gespannt darauf, wie die Leute auf das Motorrad reagieren wĂŒrden. Was werden sie sagen? Was werden sie fĂŒhlen? Wie werden sie das gesamte Projekt wahrnehmen?
Denn wenn man ĂŒber Jahre an einem Motorrad arbeitet, steckt unglaublich viel Zeit, Energie, Herzblut und natĂŒrlich auch Zweifel darin. Irgendwann möchte man einfach wissen, wie das Ergebnis bei Menschen ankommt, die wirklich Ahnung von der Materie haben.
Und ich kann vorwegnehmen: Es war ein unglaubliches Erlebnis.
Wenn aus einem Projekt plötzlich RealitÀt wird
Am ersten Tag waren bereits einige wirklich interessante Menschen vor Ort. Leute, bei denen ich mir dachte: Okay, das zu toppen wird schwierig.
Es waren nicht nur Menschen dabei, die beruflich MotorrÀder entwickeln. Es waren auch Leute, die BMW Motorrad einfach leben. Menschen, die die Marke und speziell MotorrÀder wie die HP2 lieben und verstehen.
Auch ein Produktmanager einer BMW-Modellreihe war vor Ort.
Und dann kam Gerhard an die Reihe.
Er war nicht zum ersten Mal mit der R 1300 RR unterwegs. Bereits beim Club of Newchurch hatte er sie gefahren. Allerdings waren die Bedingungen dort nicht wirklich ideal, um das Motorrad so richtig zu erleben und herauszufinden, was fahrwerksseitig tatsÀchlich in ihm steckt.
Diesmal waren die Voraussetzungen besser.
Na ja â zumindest teilweise.
Denn der Tag war extrem heiĂ und ich hatte leider keine Zeit, vor dem Termin noch einen neuen Vorderreifen zu montieren. Der Reifen, der aktuell auf dem Motorrad ist, hat bereits die komplette Hellas Rally hinter sich. Und man merkt ihm die mehr als 3.000 Kilometer Offroad definitiv an.
Das war natĂŒrlich nicht optimal.
Gerade bei einem Motorrad wie der R 1300 RR spielt der Reifen eine enorme Rolle. Das Fahrwerk kann noch so viel können â wenn der Reifen nicht mehr das Vertrauen und den Grip liefert, die das Motorrad eigentlich ermöglichen wĂŒrde, kann man eben nicht das gesamte Potenzial abrufen.
Und genau das war auch eines der ersten Themen, als Gerhard wieder zurĂŒckkam.
Der Reifen.
Aber dann kam der Satz, der mich wahrscheinlich noch sehr lange begleiten wird.
Gerhard sagte sinngemĂ€Ă:
âDas ist die beste GS, die ich in meinem Leben gefahren bin.â
Ganz ehrlich: Ich habe gestrahlt.
FĂŒr mich war das ein unglaubliches Statement. Wenn jemand mit seiner Erfahrung und seinem Hintergrund so etwas ĂŒber ein Motorrad sagt, das man selbst aufgebaut hat, dann bedeutet das einfach sehr viel.
Auch dem Produktmanager konnte man ein kleines Schmunzeln ansehen â frei nach dem Motto: Okay, das mĂŒssen wir uns jetzt aber genauer anschauen.
Auch von ihm kam sehr positives Feedback â sowohl vor als auch nach der Fahrt.
Und gerade das Fahrwerk war natĂŒrlich eines der groĂen Themen. Denn in der aktuellen BMW-Palette gibt es kaum etwas, das fahrwerksseitig in diese Richtung geht.
Wenn man einen Vergleich innerhalb der BMW-Welt sucht, kommt man beispielsweise bei der F 900 GS vorbei, die fĂŒr die Romaniacs aufgebaut wurde. Das ist ebenfalls ein extrem radikales Offroad-Bike und wahrscheinlich eines der interessantesten MotorrĂ€der, die BMW in diesem Bereich aktuell auf die RĂ€der gestellt hat.
Auch die von Maxi Schek umgebaute R 12 darf man dabei keinesfalls vergessen. Auch dort steckt unglaublich viel Hirnschmalz und Arbeit dahinter.
FĂŒr mich sind das aktuell drei wirklich auĂergewöhnliche BMW-Umbauten:
Meine R 1300 RR, die F 900 GS fĂŒr die Romaniacs und Maxis R 12.
NatĂŒrlich gibt es weltweit noch viele andere verrĂŒckte und technisch beeindruckende Projekte. Ich möchte also keinesfalls behaupten, dass das die einzigen drei MotorrĂ€der dieser Art sind. Aber sie gehören fĂŒr mich definitiv zu den absoluten Top-GerĂ€ten.
Und dann kam der nĂ€chste Tag âŠ
Der erste Tag war schon unglaublich.
Ich dachte mir ehrlich gesagt: Wie soll man das noch toppen?
Die Antwort kam schneller als gedacht.
Das Motorrad war am nÀchsten Morgen bereits GesprÀchsthema bei BMW Motorrad. Und wie das eben so ist: Einer erzÀhlt dem nÀchsten davon, Fotos werden herumgezeigt, Leute werden neugierig.
Und plötzlich bekam ich eine Möglichkeit, mit der ich ehrlich gesagt ĂŒberhaupt nicht gerechnet hatte.
Ich durfte mit der R 1300 RR spontan auf das GelÀnde des Entwicklungszentrums fahren.
Das Motorrad auspacken.
Und es den wichtigsten Personen von BMW Motorrad zeigen.
Und mit âwichtigâ meine ich wirklich wichtig.
Das komplette Board-Team bzw. das hohe Management von BMW Motorrad bekam die Möglichkeit, sich das Motorrad anzusehen, sich daraufzusetzen und das Projekt aus nÀchster NÀhe zu erleben.
Einer ist sogar auf dem GelÀnde damit gefahren.
Das hat dann natĂŒrlich direkt fĂŒr ein paar âDu-du-duâ-Rufe vom Security gesorgt.
Aber fĂŒr mich war dieser Moment einfach unglaublich.
Ich kenne das GelĂ€nde natĂŒrlich. Aber dort mit meinem selbst aufgebauten Motorrad zu stehen und in die Gesichter dieser Menschen zu schauen, war etwas völlig anderes.
Dieses Staunen.
Dieses Grinsen.
Und vor allem dieses VerstĂ€ndnis dafĂŒr, was da eigentlich vor ihnen steht.
Das sind Menschen, die genau wissen, was es bedeutet, ein Motorrad zu entwickeln. Sie wissen, welche Kompromisse, welches Engineering und welcher Aufwand hinter einem Serienmotorrad stecken.
Und genau deshalb war es fĂŒr mich so besonders, deren Reaktion auf ein Motorrad zu sehen, das im Grunde von einer einzelnen Person aufgebaut und in vielen Bereichen komplett neu gedacht wurde.
Ein Freund von mir meinte danach:
âEigentlich hast du gerade einen Ritterschlag bekommen.â
Und wenn ich ehrlich bin, fĂŒhlt es sich tatsĂ€chlich ein bisschen so an.
Nicht, weil ich jetzt irgendeinen Titel hÀtte.
Sondern weil es einfach ein Moment war, den ich in meinem Leben nicht vergessen werde.
Was kommt als NĂ€chstes?
Aktuell steht die R 1300 RR noch nicht ganz so perfekt gewartet da, wie ich es mir eigentlich wĂŒnschen wĂŒrde.
Der Grund ist ziemlich simpel:
Zeitmangel.
Neben meinem normalen Beruf lĂ€uft das Projekt weiter, dazu kommen Veranstaltungen, Treffen, Reisen und natĂŒrlich die HP2-Themen, die ich ebenfalls organisiere.
Das alles kostet unglaublich viel Zeit â und manchmal muss man einfach akzeptieren, dass das echte Leben nicht immer so lĂ€uft, wie man es gerne hĂ€tte.
Deshalb werde ich den groĂen Service am Motorrad etwas nach hinten verschieben.
Wenn der Herbst und vielleicht spÀter der Winter kommen, werde ich mir die R 1300 RR noch einmal ganz genau vornehmen.
Bisher habe ich einen Ălservice gemacht, alle Schrauben kontrolliert, den Filter gewechselt und das Motorrad grundsĂ€tzlich einmal durchgesehen.
Nichts SpektakulÀres.
Was aber definitiv noch gemacht werden muss, ist ein kompletter Fahrwerksservice.
Es gibt keine Undichtigkeit oder Àhnliches. Allerdings merkt man bereits, dass die Gabel etwas zu haken beginnt.
Und wenn man bedenkt, dass dieses Fahrwerk bereits mehr als 3.000 Kilometer echtes Offroad-GelĂ€nde hinter sich hat, ist das auch nicht wirklich ĂŒberraschend.
Das ist letztendlich immer noch Werksmaterial, das ursprĂŒnglich nicht dafĂŒr entwickelt wurde, ĂŒber viele tausend Kilometer unter solchen Bedingungen geprĂŒgelt zu werden.
Die Hellas Rally hat dem Motorrad einiges abverlangt â und natĂŒrlich auch dem Fahrwerk.
Deshalb bekommt die R 1300 RR jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdient.
Und dann geht es weiter.
Denn das Projekt ist noch lange nicht fertig.
Ich habe noch einiges vor mit diesem Motorrad. Und ich freue mich darauf, euch auf diesem Weg weiterhin mitzunehmen.
Danke an alle, die das Projekt verfolgen, unterstĂŒtzen, Fragen stellen, diskutieren und einfach Bock auf dieses verrĂŒckte Motorrad haben.
Manchmal baut man ein Motorrad und denkt, man weià ungefÀhr, wohin die Reise geht.
Und manchmal steht man plötzlich auf dem GelĂ€nde von BMW Motorrad, schaut in die Gesichter von Menschen, die diese Marke seit Jahrzehnten prĂ€gen â und denkt sich einfach:
âWow. Genau dafĂŒr hat sich der ganze Aufwand gelohnt.â
Ich bin fĂŒrs Glemseck 101 angemeldet, da will ich die R1300RR etwas testen ;P
Vielleicht wÀre sie ja mit 17 Zoll eine geile Megamoto ^^