Hab mir den Spaß gegönnt, statt Supercorsa SP V3 oder V4 mal die günstigeren V2 aufzuziehen. Kann ehrlich gesagt keinen Nachteil des älteren Reifens ausmachen - obwohl er bereits 14 Jahre auf dem Markt ist.
Gegenüber dem zuvor aufgezogenen GP Racer D212 jedoch sehr wohl:
Haften tun beide in einer Art und Weise, dass man sich diesbezüglich so gut wie keine Gedanken zu machen braucht - das ist einer der beiden Vorteile von (Hyper-)Sportreifen gegenüber Tourensportreifen. Der andere Vorteil ist das präzisere und agilere Fahrverhalten. Wobei der Pirelli der deutlich agilere ist und der Dunlop der nochmals stabilere.
Den größten Unterschied zwischen den beiden hab ich bezüglich des Federungskomforts ausgemacht: hier ist der Dunlop mit seiner extra harten Karkasse erstaunlicherweise deutlich komfortabler als der Pirelli, der bockhart federt (ähnlich oder sogar gleich wie Metzelers Racetec RR) - nämlich so gut wie keine Eigendämpfung besitzt. Muss mal ein bisschen Luft raus lassen, obwohl das - bei sonst neutralem Fahrverhalten - meistens keine gute Idee ist.
Da der Supercorsa - ebenso ähnlich wie der Racetec - vorne nur wenig Profil besitzt und nach ca. 1000 km in der Regel verschlissen ist, werde ich künftig vermutlich beim V2 bleiben. Der ist deutlich günstiger zu haben. Der hintere Supercorsa hält gut und gerne doppelt so lang - zumindest auf der leichten Street Triple mit "nur" 130 PS.
Beim D212 ist es genau umgekehrt, dort schmilzt der hintere wie Butter in der Sonne, wogegen der vordere locker die 2000 km knackt.
Also hab ich letztens den Supercorsa vorne mit dem D212 hinten kombiniert. Fährt extrem gierig, sicher und flott.
ABER: Je länger ich die verschiedensten Reifen auf den unterschiedlichsten Motorrädern fahre, desto weniger traue ich meinen eigenen Aussagen. Irgendwie sind sie alle gut, diese Hypersports. Jeder verströmt ein eigenes Flair, das man mit Worten kaum beschreiben kann. Freilich gibt es grundlegende Dinge, wie das oben Beschriebene und Laufleistung kann man sogar messen. Aber auch nur, weil ich immer dieselben Strecken in derselben Art und Weise fahre. Was mir aber immer noch nicht ganz klar ist, ist der unterschiedliche Einfluss von Vorder- und Hinterreifen auf das Fahrverhalten. Grob gesprochen denke ich, dass der vordere primär die Lenkkräfte beeinflusst und der hintere das Einlenkverhalten. Dann freilich der Einfluss des Motorrads: die Triumph fährt mit allen Reifen gut, die BMW reagiert sehr viel sensibler auf die Besohlung und deren Zustand.
Ein endloses Thema, und am Ende bleibt für mich nur der permanente Wechsel zwischen den unterschiedlichen Marken und Modellen die einzige konstante Größe.
Gruß
Serpel