3 versus Wild

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momo1200

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Endlich mal wieder kalte Finger und Zehen, also so richtig dass es schmerzt und die Finger taub und steif sind…. eben so als man Anfang 20 mit dem ersten Motorrad Kilometer geschrubbt hat, egal wie kalt oder nass es war. Jetzt am 4. Advent im Jahr 2025 jedoch ohne die Sicherheit am Abend unter die warme Dusche springen zu können – der Plan ist in den nahen Vogesen einen Übernachtungsplatz zu finden und die Nacht zu überleben….irgendwie, im Bestfall in einer selbstgebauten Hütte in den Tiefen des elsässischen Urwaldes. Schon die Anfahrt zum gemeinsamen Treffpunkt ist bissig kalt, als erstes bedarf es jedoch noch eines Ölwechsels, da das Schauglas einer der Suzukis komplett milchig ist und keinerlei Kontrolle zulässt. Da das Intervall ohnehin erreicht ist wird das Ganze noch schnell erledigt bevor es dann mit gutem Gefühl losgeht.

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Der erste Stopp nachdem wir uns durch Straßburg durch gekämpft haben, ist an einem Intermarche Supermarkt der an diesem Sonntag auf hat und wir decken uns mit einem Dutzend Austern ein sowie Schoko-Croissants, Salami, Baguettes und Garnelen für den Abend. Nördlich von Molsheim biegen wir auf eine „Route Forestale“ ab, meine Brüder halten schon jetzt noch vor 12 Uhr Ausschau nach möglichen Übernachtungsplätzen, mein Plan ist eher noch eine Weile zu fahren. Als Kompromiss gibt es eine Pause unterhalb des „Bärenbergs“ auf einem abgelegenen Waldweg mit herrlichem Blick über die Rheinebene bis in den Schwarzwald. Zum Mittag gibt es im Wechsel Austern und Salami mit Baguette und zum Abrunden Haribo Maoam, während aus dem Bluetooth Lautsprecher Weihnachtslieder trällern….herrlich!

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Weiter geht es entlang des am Hang entlang führenden Forstweges, den Höhenweg meiden wir aufgrund des guten Wetters und der entsprechend vielen Wanderer, bis wir einen Parkplatz erreichen und ab dort wieder auf einer Teerstraße dem Tal entgegen fahren. Jedoch nur so lange bis ein weiterer wilder Waldweg ohne Verbotsschild links steil nach oben führt, den schnappen wir uns….nach nur 50m verwandelt sich das Ganze in eine Schlammschlacht die wir nur mit Schiebehilfe meistern bis es etwas flacher wird. Heraus kommen wir auf einer Lichtung mit einem Hochsitz auf der sich der Weg verläuft und es nur noch weglos über grobe Steine und Wurzeln weiter geht….allerdings nicht für die Cubs für die hier nach diversen Einschlägen am Motor bzw der Plastikverkleidung Schluss ist.

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Wir fahren bzw wühlen uns zurück auf einen normalen Schotterweg und suchen dort weiter nach einem geeigneten Übernachtungsplatz, den wir vermeintlich nach weiteren 20min Querfeldein-Fahrt finden. Ein ebener Platz oberhalb einiger scheinbar unbewohnter Hütten an einem Waldweg…wir einigen uns darauf uns die Hütten erstmal genauer anzuschauen und fahren hin. In genau dem Moment kommt uns ein Auto entgegen dessen Fahrer uns schon mit seiner Körpersprache während dem Anhalten und Aussteigen eindeutig zu verstehen gibt, dass wir hier nicht verloren haben. Das Ganze unterstreicht er mit den Worten „interdit“, „la chase“, „130€“ und „moto confise“….ooops. Ich gebe ihm zu verstehen, dass wir ja nur einen Übernachtungsplatz suchen, was ihn etwas besänftigt und am Ende dazu führt dass er uns den Weg zum Ausgang des Sperrgebiets beschreibt, nichts wie weg hier! Als wir wieder auf der Teerstraße sind, kommen uns weitere Fahrzeuge entgegen die wohl ebenfalls zur Jagd fahren, wir wollen erstmal ein wenig Distanz zwischen uns und dem Jagdgebiet bringen, fahren daher über Abreschviller nach Saint-Quirin bevor wir uns – es ist schon gegen 16.30 Uhr und die Sonne ist am Untergehen – wieder in ein Waldstück begeben. Hier sehen wir auf der Vorbeifahrt an einem Fels hoch oben eine kleine Hütte tronen, also drehen wir um und suchen uns einen Weg dorthin. Angekommen genießen wir erst einmal die fantastische Aussicht und das Glück diesen herrlichen Übernachtungsort gefunden zu haben.

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momo1200

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Entgegen der Planung haben wir nunmehr weder die Zeit uns einen Unterschlupf zu bauen, noch die Notwendigkeit, da es hier eine kleine Hütte hat. Daher beschäftigen wir uns mit dem Aufbau unserer Campingstühle (ein bisschen Luxus muss auch beim Überlebenskampf sein) sowie dem Entfachen des Feuers. Während „wir Großen“ Feuerholz zusammensuchen, beschäftigt sich unser kleiner Bruder mit dem Feuerstahl und schafft es auch nach nur wenigen Minuten eine Flamme zu entzünden, ganz ohne weitere Hilfsmittel….Respekt, das lief auch schonmal anders. Wir schnitzen uns parallel schonmal Stöcke um das Stockbrot und die Garnelen zu grillen während die Nacht hereinbricht und ein herrlicher Sternenhimmel über uns erscheint. Dass das Stockbrot außen schnell verbrennt während es innen noch roh ist, macht uns nicht viel aus…das Tunken im parallel geschmolzenen Käsefondue schmeckt dennoch, der ebenfalls parallel über dem Feuer aufgewärmte Glühwein rundet das Ganze ab. Nebenher laufen wieder Weihnachtslieder…es kann kaum festlicher sein. Nur der zwischenzeitlich aufkommende Wind stört und lässt uns näher ans Feuer rücken und die Mützen aufziehen.

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So sitzen wir rund 4 Stunden und genießen das Leben bis wir irgendwann in unsere Biwaksäcke schlüpfen und in einer Geruchsmischung aus Garnelen, Käsefondue und Rauch dahinschlummern. Die Nacht ist halbwegs erträglich auch wenn mein Biwaksack sowie die beiden Schlafsäcke in den ich stecke die Bewegungsfreiheit doch sehr einschränken und vereinzelte Kältebrücken immer wieder durch Positionsänderungen entschärft werden müssen.

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Mehr oder weniger ausgeruht beendet einer meiner Brüder gegen 5.30 Uhr die Nacht indem das Feuer mit der noch vorhandenen Glut wieder entzündet wird und Croissants aus der Dose zusammen mit den restlichen Garnelen aufgelegt werden…wir haben die „Wildnis“ besiegt :D Als die Croissant und Garnelen vernichtet sind beginnen wir unser Nachtlager und den Müll wieder einzupacken, so dass wir gegen 8 Uhr abfahrbereit sind. Im Glühen der aufgehenden Sonne pinkeln wir das Feuer aus und verscharren den Rest in einem Erdloch um das Ganze final mit schweren Steinen zu sichern, so dass sich auch sicher nichts entzünden kann.

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Über einen anfangs passablen Waldweg, der jedoch im weiteren Verlauf durch Holzarbeiten zu einer Schlammschlacht wird, pflügen wir uns dem „Col du Donon“ entgegen. Bevor es wieder ins nebelverhangene Tal geht, halten wir noch für einen Fotostop - sobald die Nebelgrenze erreicht ist sinkt die Temperatur dank Inversionswetterlage direkt um 7 Grad auf knapp über Null und lässt uns gleich wieder frösteln, trotz Windschurz, doppelter Hose und Handschuhe. Bis „Schirmeck“ sind wir wieder so durchgefroren, dass neben einem Tankstopp auch ein 2. Frühstück bei einem Bäcker zum Aufwärmen eingelegt wird.

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Der restliche Weg nach Hause wird vom Ermitteln der optimalen Aerodynamikposition dominiert um trotz Satteltaschen und Topcase die Tachonadel dennoch an der 100km/h-Marke kratzen zu lassen. Angekommen und einen warmen Tee später bleibt die Erinnerung an viele eindrückliche Moment in nur 24 Stunden und das Aufräumen des Gepäcks. Schön war’s!!!
 
GShammer

GShammer

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Hauptsache ne Wahnweste an:bounce::bier:. Ein bisschen masochistisch veranlagt seid ihr aber schon oder?
 
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momo1200

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Hauptsache ne Wahnweste an:bounce::bier:. Ein bisschen masochistisch veranlagt seid ihr aber schon oder?
Das ist Tarnung...sieht aus wie die Jagdkleidung ;) Und so n Trip ist keine Selbstgeiselung sondern geistige Entspannung, der Körper wird halt mitgezogen :D
 
No-GS

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Ist doch ein tolles Abenteuer und ohne Drama (Bestrafung wegen Waldwegbefahrung) abgelaufen.
 
philipp404

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Sehr geil - danke für den Bericht! Wann kommt das nächste Abenteuer? :bounce:
 
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Geile Tour ! Und das mit den Warnwesten macht Sinn ! Wir waren am 24.12. auch mit den kleinen Enduros unterwegs und hatten Westen an, überall freundlich gegrüßt worden und keine Probleme !
 
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